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öffentliche und veröffentlichte Meinung
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Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 5998
Wohnort: im Osten unseres Landes

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 09:53:26    Titel: öffentliche und veröffentlichte Meinung

Erscheint eigentlich nur mir der Unterschied zwischen
öffentlicher und veröffentlichter Meinung so groß wie nie zuvor?

tagesaktuell: Die Ereignisse in Syrien

Vergleicht man die Presse"mitteilungen" der großen Nachrichtenmagazine mit den Kommentaren der eigenen Leser, kommt man zum Schluss, dass diese zu völlig anderen Ergebnissen, als die "Journalisten" kommen, die die Artikel verfasst haben.

z.B. http://www.spiegel.de/politik/ausland/buergerkrieg-in-syrien-china-empfaengt-assad-gesandte-a-849876.html

Warum ist das so, und wo führt uns das hin? Confused Confused Confused
Gaisler
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Anmeldungsdatum: 12.08.2009
Beiträge: 1279

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 11:10:03    Titel:

Trugschluss:

Die Leute, die da Kommentare verfassen, ist nicht repräentativ für die Gesamtzahl der Leser. Neutral gesagt sind das diejenigen Leser, die politisch überdurchschnittlich interessiert sind. Meiner subjektiven Wahrnehmung stellen bei denen die Dummschwätzer vom Stammtisch die Mehrheit.

Die Meinungen, die besonders im Spiegelforum dominieren, sind:

- "Die bösen Banker"
- "Die faulen Griechen"
- "Die bösen Reichen"
- "Die bösen Ausländer"
- "Die bösen Amerikaner"

Auch Art und Weise, wie diese Meinungen artikuliert werden (ohne substantielle Argumente) scheinen mir zumindest meine Meinung zu bestätigen.

Das SPON-Forum empfinde ich als eher schlechten Ausgangspunkt, um auf das von dir im Titel erwähnte Phänomen einzugehen. Da gibt es andere Beispiele. Zum Beispiel gab es eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (ok, das verleiht dem Ganzen auch einen gewissen Bias, aber nichtsdestotrotz) dass ein erheblicher Anteil der Deutschen ausländerfeindliche und antisemitische Auffassungen hat. Ich finde die Studie leider nicht mehr.
Trotzdem findet man derartige Meinungen eigentlich kaum in der deutschen Medienlandschaft. Eigentlich müsste man ja erwarten, dass die Menschen sich von denjenigen Medien trennen, die in ihren Augen "Systempropaganda" betreiben, und sich den durchaus existierenden, aber auflagenschwachen Alternativen zuwenden. Warum passiert das nicht?

Weil die Leute kurioserweise gleichzeitig dem öffentlich vermittelten Gut-Böse-Bild anhängen. Das heißt: Die Leute sind selbst in Grundzügen rechtsextrem, aber halten Nazis trotzdem für schelcht, d.h. sie verstehen nicht, dass sie diesen Leuten ideologisch sehr nahe stehen. Das trifft insbesondere bei den eher bildungsfernen Teilen der Bevölkerung zu.

Ich habe mich mal von einem Bekannten mir als "Faschist" beschimpfen lassen müssen, weil ich ihm gegenüber für Freihandel und freie Märkte eingetreten bin - und er selbst fasselt regelmäßig von der "jüdischen Weltverschwörung".

Kern des Problems: Man vermittelt den Leuten in der Schule und über die veröffentlichte Meinung gewisse Haltungen (Nazis = böse), ohne wirklich zu erklären, was daran denn genau schlecht und verwerflich ist. Die Mehrheit der Leute, vor allem Ungebildete, folgt dieser Auffassung, ohne zu verstehen, was denn an diesen Weltanschauungen falsch ist - weshalb sie nicht verstehen, dass sie genau so oder zumindest ähnlich denken. Eine fatale Entwicklung, sie liefert dem Rechtsextremismus einen sehr guten Nährboden für die Zukunft, sobald er irgendwie versteckt auftritt.

"Der Schoß ist fruchtbar noch..."


Zuletzt bearbeitet von Gaisler am 14 Aug 2012 - 11:18:56, insgesamt einmal bearbeitet
rundmc
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Anmeldungsdatum: 21.07.2007
Beiträge: 2073

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 11:15:34    Titel:

Nach einiger Zeit wird man resistent. Man ließt sich die Nachricht durch und automatisch in meinem Gehirn ertönt ein Alarmsignal und die Information wird in die Propaganda Abteilung weitergeleitet.
Auch das Wort Rebellen sollte in seiner Bedeutung geändert werden.
Gaisler
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Anmeldungsdatum: 12.08.2009
Beiträge: 1279

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 11:18:32    Titel:

rundmc hat folgendes geschrieben:
Auch das Wort Rebellen sollte in seiner Bedeutung geändert werden.


Der Fehler liegt hier eher beim Leser, wenn er dem Wort "Rebellen" per se eine positive Bedeutung zuordnet. Auch die mordenden, vergewaltigenden Truppen im Kongo sind "Rebellen". Das Wort heißt zunächst mal nichts anderes als organisierte, bewaffnete, gegen die Regierung gerichtete Gruppen in einem Staat...
Filzstift
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 5998
Wohnort: im Osten unseres Landes

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 11:51:19    Titel:

Gaisler hat folgendes geschrieben:
rundmc hat folgendes geschrieben:
Auch das Wort Rebellen sollte in seiner Bedeutung geändert werden.


Der Fehler liegt hier eher beim Leser, wenn er dem Wort "Rebellen" per se eine positive Bedeutung zuordnet. Auch die mordenden, vergewaltigenden Truppen im Kongo sind "Rebellen". Das Wort heißt zunächst mal nichts anderes als organisierte, bewaffnete, gegen die Regierung gerichtete Gruppen in einem Staat...


Es werden keine Nachrichten mehr präsentiert, es wird suggeriert.
Wenn wie im Falle der in Nordafrika und in Syrien agierenden bewaffneten islamistischen Banden das Wort "Rebellen" mit dem Neusprech "Freiheitskämpfer" garniert wird, und die Exekutive des angegriffenen Staatswesens als "Schergen" oder "Ghadaffi-, Assad-, Mubarak-, ... Truppen" negativ besetzt wird, dann steckt da System hinter.
Die Überzahl der kommentierenden Leser haben den Fehler somit entdeckt und wissen sich nicht anders zu erwehren, als ihre Wut in den Foren zu formulieren.
Und es sind, wie du zurecht schriebst: Leute,
die politisch überdurchschnittlich interessiert sind!

Ob du denen mit Dummschwätzer vom Stammtisch oder Verschwörungstheoretiker gerecht wirst?

Die Ungebildeten hingegen lesen weder, noch würden sie je einen Foren-Artikel oder Leserkommentar verfassen.
rundmc
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Anmeldungsdatum: 21.07.2007
Beiträge: 2073

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 14:02:04    Titel:

Aber Gaisler wunderst du dich nicht, dass in allen Nachrichtenmagazinen die Kommentaren nicht die Meinung der Journalisten bzw der Politiker vertreten? Natürlich gibt es unsachliche (hetzerische)Kommentare, wo Leute einfach ihren Hass gegenüber den bösen Amerikanern und Juden auslassen möchten, doch ich sehe zum großen Teil eben auch, dass die Kommentatoren teilweise besser informiert sind als die Presse. Sie können eben auch beurteilen wieso man in Syrien eingreifen möchte und es auch in Libyen getan hat.
Die Leute haben es einfach satt von der Politik und der Presse angelogen zu werden, dass es um Demokratie und Freiheit ginge. Man geht nicht ehrlich mit den Menschen um und daher ensteht so eine große Kluft zwischen Politikern/Journalisten und dem Volk.
Jeder hat freien Zugang zu Inhalten im Internet und kann sich beliebig sogar teilweise besser als Journalisten informieren. <- Das hat sogar ein Bild Journalist in einer Talkshow als Argument gebracht, der jedoch selber die Verbrechen der Rebellen in Syrien und Libyen ignoriert.

Das Anliegen der Bevölkerung in Bezug auf Kriegsfragen wird erst garnicht ernst genommen.
Erst seit kurzem kann ich beobachten, dass die Berichterstattung über Syrien etwas ausgewogener wird.

Ich und ich denke wie auch viele andere wollen nicht z.B Nachrichten von der Propagandaabteilung der Londoner Beobachtungsstelle für Menschenrechte hören. Alleine der Name sagt doch schon alles....
Da kann man gleich seine Informationen vom staatlichen Sender Syriens verbreiten.
rundmc
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Anmeldungsdatum: 21.07.2007
Beiträge: 2073

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 14:10:52    Titel:

Aber Gaisler wunderst du dich nicht, dass es in allen Nachrichtenmagazinen die Kommentaren nicht die Meinung des Journalisten bzw der Politiker vertreten? Natürlich gibt es unsachliche (hetzerische)Kommentare, wo Leute einfach ihren Hass gegenüber den böse Amerikanern und Juden auslassen möchten, doch ich sehe zum großen Teil eben auch, dass die Kommentatoren teilweise besser informiert sind als die Presse. Sie können eben auch beurteilen wieso man in Syrien eingreifen möchte und es auch in Libyen getan hat.
Die Leute haben es einfach satt von der Politik und der Presse angelogen zu werden, dass es um Demokratie und Freiheit ginge. Man geht nicht ehrlich mit den Menschen um und daher ensteht so eine große Kluft zwischen Politikern/Journalisten und dem Volk.
Jeder hat freien Zugang zu Inhalten im Internet und kann sich beliebig sogar teilweise besser als Journalisten informieren.

Das Anliegen der Bevölkerung in Bezug auf Kriegsfragen wird erst garnicht ernst genommen.
Erst seit kurzem kann ich beobachten, dass die Berichterstattung über Syrien etwas ausgewogener wird.

Ich und ich denke wie auch viele andere wollen nicht Nachrichten von der Propagandaabteilung der Londoner Beobachtungsstelle hören.
Da kann man gleich seine Informationen vom staatlichen Sender Syriens verbreiten.
Gaisler
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Anmeldungsdatum: 12.08.2009
Beiträge: 1279

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 14:41:22    Titel:

In aller Kürze: Natürlich spiegeln Artikel die Meinung des Autors wieder. Problem ist eher, dass die Mehrheit der Autoren ein generell als "links" eingestuftes Weltbild hat - da gabs auch mal eine Studie zu, aber leider finde ich auch die nicht mehr (sorry, ich hasse es, keine Quellen angeben zu können).

Das heißt aber nicht, dass dahinter eine wie auch immer geartete Verschwörung stecken muss. Alles was hier passiert ist "Marktversagen" auf dem Medienmarkt.

Auch wenn die eindeutig als Kommentare erkennbaren Artikel in den Zeitungen tatsächlich einseitig waren - ich finde die Berichterstattung an sich bislang ausreichend ausgewogen. Ich habe durchgehend aus "Systemmedien" von Menschenrechtsverletzungen in libyschen Gefängnissen nach Gadaffi gelesen; auch stand es in einer "Systemzeitung", dass wohl auch die syrischen Rebellen das ein oder andere Massaker zu verantworten haben.

Kurz: Ich finde, ihr übertreibt. Vermutlich, weil sich eure Weltbilder nicht in den Medien finden, obwohl es in Deutschland einige Leute mehr gibt, die eure Weltbilder teilen (bedauerlicherweise, aber das steht hier nicht zur Debatte). Ich kann eure Wahrnehmung also verstehen, aber eine Verschwörung zu wittern ist doch sehr weit hergeholt - eine nicht falsifizierbare Hypothese. Eine Meinung kann meistens rechts sicher als falsch bezeichnet werden, wenn sie sich derartiger Konstrukte bedienen muss.
rundmc
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Anmeldungsdatum: 21.07.2007
Beiträge: 2073

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 17:44:50    Titel:

Zitat:
Auch wenn die eindeutig als Kommentare erkennbaren Artikel in den Zeitungen tatsächlich einseitig waren - ich finde die Berichterstattung an sich bislang ausreichend ausgewogen. Ich habe durchgehend aus "Systemmedien" von Menschenrechtsverletzungen in libyschen Gefängnissen nach Gadaffi gelesen; auch stand es in einer "Systemzeitung", dass wohl auch die syrischen Rebellen das ein oder andere Massaker zu verantworten haben.


Eben hier liegt das Problem. Meist werden beispielsweise die Verbrechen der "Rebellen" in einem Nebensatz genannt oder die Überschriften sind dementsprechend, dass sie "glimpflich" davon kommen.

Aktuellstes Beispiel ->

Überschrift: Unklare Quelle Videos zeigen mögliche Taten syrischer Rebellen

http://www.welt.de/politik/ausland/article108602274/Videos-zeigen-moegliche-Taten-syrischer-Rebellen.html

Im Vergleich dazu ->Assad lässt Kinder töten - wie lange wollen wir noch zuschauen?
http://daserste.ndr.de/annewill/archiv/erste10859.html


Assad-Getreue können auch lediglich Zivilisten sein, die seine Politik befürworten. Wenn also Zivilisten getötet werden, welche nicht den Abgang Assads wollen, werden sie als Assad-Getreue und Schergen bezeichnet.
Syrische Rebellen richten Assad-Getreue hin
http://www.spiegel.de/politik/ausland/aleppo-syrische-rebellen-richten-offenbar-assad-getreue-hin-a-847677.html


Zitat:
Seit die Aufständischen am 20. Juli Teile von Aleppo befreiten, begann das Regime, den Einsatz seiner Kampfflugzeuge landesweit zu intensivieren.

http://www.welt.de/politik/ausland/article108625329/Tuerkische-Stinger-Raketen-fuer-die-Rebellen.html

Alleine von Befreiung zu sprechen ist wieder eine Behauptung und zeugt nicht von seriösität


Daher finde ich, dass es keine ausgewogene Berichterstattung gibt. Im Falle Libyens war es viel schlimmer. Mittlerweile habe ich ja bereits mitgeteilt ist die Berichterstattung neutraler geworden.


Zitat:
Ich finde, ihr übertreibt. Vermutlich, weil sich eure Weltbilder nicht in den Medien finden, obwohl es in Deutschland einige Leute mehr gibt, die eure Weltbilder teilen (bedauerlicherweise, aber das steht hier nicht zur Debatte).


Stimmt mittlerweile wird man als Assad oder Gaddafi Getreue bezeichnet, wenn man der Meinung ist, dass die neuen Machthaber oder welche die es gerne werden wollen nicht besser sind als die jetzigen. Man muss sich sich Vorwürfe gefallen lassen wie du schaust nur zu wie Zivilisten abgeschlachtet werden.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Presse die Aufgabe hat Regierungskonform (westkonform) zu berichten.
Denn in Syrien und Libyen ging es nie um Demokratie oder Freiheit..
lediglich um einen Machtwechsel im Interesse der westlichen Staaten...


Auch die Parteien sollten doch die Anliegen der Bevölkerung ernst nehmen, was jedoch ebenfalls nicht geschieht. Sogar linke Parteien befürworten mittlerweile militärische Eingreifen. Und auch fehlt mir eine repräsentative Umfrage in Bezug auf Syrien bei der deutschen Bevölkerung. Werden solche Befragungen nicht derzeit durchgeführt, weil sich die Presse und Politiker bewusst sind, dass sie keinen Rückhalt haben oder haben sie schlichtweg kein Interesse dran?


Zuletzt bearbeitet von rundmc am 14 Aug 2012 - 19:43:16, insgesamt 2-mal bearbeitet
urbanh
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Anmeldungsdatum: 04.09.2006
Beiträge: 136

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2012 - 19:20:09    Titel:

Ich denke, ein gewisser Druck seitens der grossen Werbekunden ist durchaus vorhanden, einigermassen mainstreamkonform zu schreiben. Mit schlechtem Journalismus hat das durchaus nichts zu tun, sind doch die Schreiber Teil dieses Mainstreams. Besorgnisserregend wuerde ich das aber nicht nennen, schade eventuell.
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