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Punkteabzug für falsch gesetzte Tatkomplexe u.A.
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Thakos89
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Anmeldungsdatum: 10.09.2012
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2012 - 15:25:57    Titel: Punkteabzug für falsch gesetzte Tatkomplexe u.A.

Ich wollte mal nachfragen, ob es in Hausarbeiten und Klausuren gravierenden Punkteabzug für das Setzen von Tatkomplexen an Stellen gibt, die ungünstig für eine Trennung durch eben diese Komplexe sind. Schließlich gibt es ja gewisse Kriterien wie Änderung des Ortes oder Personen, nach denen man die TKe setzt.

Zudem möchte ich wissen, ob es legitim ist, zwischen Tatkomplexen zu "springen". Zur Erläuterung: A hat sich im TK1 wegen § 242 strafbar gemacht. Im TK 2 ist er schuldig nach §§ 252, 251. Als Vortat gilt der Diebstahl aus dem ersten TK.

Jetzt wollte ich in den Konkurrenzen darauf verweisen, dass die §§252, 251 den §242 verdrängen. Problematisch ist aber, dass sich dann auf die Vortat im ersten TK verweisen müsste. Daher die Frage, ob das zulässig ist.

Danke im voraus
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1202
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2012 - 18:40:28    Titel:

Das könnte man m.E. negativ bewerten, wenn ein eigentlich zusammengehöriges Geschehen auseinandergerissen wird.

In der Regel wird sich wohl bei Delikten, die zueinander in Tatmehrheit stehen, eine Trennung anbietet. (Aber auch das muss nicht zwingend sein; so z.B., wenn es sich zwar um zwei selbständige Taten handelt, die aber dennoch zeitlich und/oder örtlich nahe beieinander liegen.)

Du kannst im Übrigen bei den Konkurrenzen auch auf unterschiedliche Tatkomplexe verweisen. Z.B. die Tat X _TK1 tritt gegenüber Tat_Y_TX als mitbestrafte Vortat zurück. (Jedenfalls, wenn du die Konkurrenzen richtig geprüft hast. Smile )
Thakos89
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Anmeldungsdatum: 10.09.2012
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2012 - 14:27:16    Titel:

Erstmal danke für die Antwort. Ich hoffe wirklich, dass das, was du schreibst, möglich ist. Das studieren von Fallbüchern hat mir bisher wenig geholfen, weil da alles fein säuberlich in Tatkomplexe eingeteilt ist, die für sich abgeschlossen sind und es keiner Verweisung "nach oben" bedarf.

Kennst Du (oder jemand anders) evtl. (Musterhaus-)arbeiten, wo es den Fall gab, dass zwischen zwei Tatkomplexen gesprungen wird?
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2012 - 15:18:17    Titel:

Wenn eine Strafbarkeit nach §§ 252, 251 StGB in Rede steht, muss diese Tat im selben Tatkomplex geprüft werden wie die Vortat. Gerade der mögliche Zusammenhang zwischen Diebstahl und Gewaltanwendung verknüpft das Geschehen zu einem einheitlichen Handlungsabschnitt. Reißt du das Geschehen auseinander, hast du genau das Problem, das du beschreibst.
Thakos89
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Anmeldungsdatum: 10.09.2012
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2012 - 14:25:53    Titel:

Klingt vernünftig. Problematisch ist aber, dass A den §242 in einem Juwelier begeht, der Verkäufer ihm auf die Straße nacheilt und A dort §§252, 251 verwirklicht. Im Juwelier werden noch weitere Straftaten begangen, ebenso wie auf der Straße gegen den Verkäufer.

Es ist hier also offensichtlich, dass der TK1 IM Laden angesiedelt ist und der TK2 VOR dem Laden. Somit bin ich gezwugen, den §242 von seinen Anschlusstaten im TK2 zu trennen.

Jetzt habe ich entweder die Option, gar keine Tatkomplexe zu bilden, was aber bei einer Fortgeschrittenen-HAm.E. nicht gebracht werden kann.
Oder ich setze die TKs künstlich so, dass §242 noch bei §252,251 steht. Wirkt dann aber unnatürlich und ich weiß eben nicht, ob das mit Punkteabzug bestraft wird.
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