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na endlich, der Wahlkampf ist nun wirklich eröffnet
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jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4136

BeitragVerfasst am: 22 Feb 2017 - 12:31:34    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
jo icke eben hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
jo icke eben hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
jo icke eben hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Nur, wer bezahlt das Ganze dann wieder?


Bund, Länder und Gemeinden können auch in den nächsten Jahren bis 2020 mit immer neuen Rekordeinnahmen rechnen. Gegenüber den bereits ausgesprochen guten Prognosen vom vorigen Jahr haben die amtlichen Steuerschätzer bei ihrem jüngsten Treffen in dieser Woche noch einmal 42 Milliarden Euro hinzuaddiert. Bis 2020 soll das Steueraufkommen nun auf 808 Milliarden Euro steigen, das wären 135 Milliarden Euro oder 20 Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr.

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/steuerschaetzung-135-milliarden-euro-mehr-bis-2020/13549456.html


und den Rest?


Wenn wir Flüchtlinge nicht integrieren, sondern .....hier zählst Du die Gesamtkosten auf...richtig müßtest Du also sagen, wenn wir keinem Flüchtling Hilfe gewähren....Zusammen mit den Steuermehreinnahmen i.H.v. 135 Milliarden Euro bis 2020, können wir das sicher wuppen.


Ja, dann hast Du an einer Zukunftsinvestition gespart, verweigerst der Wirtschaft zusätzliche Arbeitskräfte, obwohl Beschäftigung und freie Stellen Rekordwerte erreichen. Gleichzeitig sollen damit die Rücknahme der Reformen finanziert werden, die die Basis der Rekordsteuereinnahmen bilden. Wem soll das denn nützen?


Lass uns das noch einmal sachlich und differenziert durchgehen:

Die Kosten für die Integration der Flüchtlinge liegen bei 100 Mrd. Euro insgesamt. Wie ich bereits beschrieb, sind wir in der Lage, 40-50 Mrd. Euro einzusparen, wenn wir diejenigen ohne dauerhafte Bleibeperspektive konsequent abschieben. Dadurch sparen wir uns die bereits aufgezählten Kosten für Integrations- und Sprachkurse, die medizinische Versorgung, Rechts- und Prozesskosten, Polizeieinsätze, teure Weiterbildungs- und Studienkosten und die Versorgungskosten.



Besser wäre es also, sich einen Teil der Kosten für Integration zu sparen und die frei gewordenen Mittel für sinnvollere Investitionen zu nutzen.



Sachlich und differenziert betrachtet kosten uns alle Flüchtlinge bis 2020, von diesem Zeitraum reden wir, insgesamt, also nicht nur Integration und Ausbildung, 20 mrd Euro jährlich. Klar, ganz ohne Lebensmittel, Unterkunft oder wie Du vorschlägst, medizinische Versorgung oder eben ganz ohne Asylanten, würden sich von jetzt, 2017, bis 2020 dann auch Deine 50 mrd Euro sparen lassen.


Richtig, da lassen wir aber niemanden verrecken, sondern schicken die Menschen in ihre sicheren Heimatländer zurück. Die Länder müssen wieder aufgebaut werden. Natürlich wird auch die Hilfe in den Heimatländern Geld kosten, keine Frage. Mit Summen von 100 Mio. Euro können wir den Menschen vor Ort wesentlich effektiver, kostengünstiger und insgesamt besser helfen, als in Deutschland.

Zitat:
Auf der anderen Seite, könnte der damals 17 jährige syrische Flüchtling, der 2015 kam, heute schon im 2. Ausbildungsjahr zum Altenpfleger, KFZ Mechaniker oder mitten in der Abiturvorbereitung sein. Weil es in seinem Heimatland eh noch nicht sicher ist. Nach Deinem Modell wäre er bis heute erfroren, verhungert oder kriminell.


Diesen Fall hatte ich bereits beschrieben:
Wirtschaftlich und gesellschaftlich gesehen ist es sinnvoll nur diejenigen zu integrieren, die auch die Integration in die Gesellschaft schaffen und auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Das heisst, diejenigen die bereits in Arbeit sind und gut ausgebildet, können wir integrieren. Diese Menschen können langfristig einen Gewinn für die Gesellschaft darstellen.

Bleiben wir bei deinem Fall: Die Integration in den Ausbildungsmarkt macht in natürlich Sinn. Wenn der Junge aus Syrien bereits eine Ausbildung angefangen hat, wäre es selbstverständlich Humbug, ihn abzuschieben. Davor muss man, wie gesagt, schauen ob er für eine Ausbildung überhaupt in Frage kommt. Darüber hinaus muss man weiter schauen, ob er seine Ausbildung auch beendet, denn die Abbrecherquote unter Flüchtlinge ist genauso hoch, wie bei Deutschen Jugendlichen. Nach meinem Modell wäre er nicht erfroren, sondern im Heimatland. Wie ich bereits sagte, erfolgt die Abschiebung nur, wenn das Heimatland sicher ist.

Zitat:
Darum noch mal meine Frage, wem soll das denn nützen?


Die Gesellschaft und der Steuerzahler profitieren zweierlei, weil 50 Mrd. Euro an Aufwendungen bis 2020 eingespart werden. Das Geld kann für anderweitige Investitionen verwendet werden.

Darüber hinaus hat die Gesellschaft einen weiteren Nutzen, weil sie zwar 50 Mrd. Euro an Integrationskosten investieren muss, aber nur für diejenigen, die auch große Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt haben und langfristig hier Fuß fassen werden. Diejenigen werden eines Tages Steuern zahlen und die Investitionen zurückzahlen können.

Zitat:
Jetzt schon verzichten wir großzügig auf die Steuern und Sozialabgaben von 1 mio potenziellen Arbeitnehmern durch den Fachkräftemangel


Selbst wenn es diesen gebe, können Flüchtlinge, wie bereits beschrieben, diesen nicht lösen.

Zitat:
zum Wahlkampf, Deinen Wählern erklärst Du "kein Problem, mit 4.0 werden sowieso 5 mio von Euch arbeitslos aber bis dahin bekommt ihr alle von mir ein bedingungsloses Grundeinkommen....".


Salopp gesagt, ja. Wenn in den nächsten 5-10 Jahren bspw. Zehntausende Taxifahrer, Busfahrer, Chauffeure und Fernfahrer aufgrund des selbstfahrenden Autos überflüssig werden, brauchen wir sinnvolle Alternativen. Der 53-jährige Fernfahrer Mike wird kaum als Entwickler im Frontend bei Firma XY anfangen können. Als Alternative sehe ich das Grundeinkommen.

Zitat:
Im Übrigen ist hier das Thema Wahlkampf, Deine "Vorschläge" zur Hilfeverweigerung von Menschen in Not sind genügend im Flüchtlingsthema diskutiert worden.


Dies ist eine glatte Lüge und das weisst du ganz genau. Diejenigen, deren Heimatland unsicher ist, werden nicht abgeschoben. Sie bleiben hier, solange bis das Heimatland wieder sicher geworden ist. In dieser Zeit wird niemand verhungern, weil er versorgt wird und niemand muss obdachlos sein, weil er hier in einer Sammelunterkunft wohnt.
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 22 Feb 2017 - 15:23:56    Titel:

jo icke eben hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Darum noch mal meine Frage, wem soll das denn nützen?


Die Gesellschaft und der Steuerzahler profitieren zweierlei, weil 50 Mrd. Euro an Aufwendungen bis 2020 eingespart werden. Das Geld kann für anderweitige Investitionen verwendet werden.


Ja, kommen wir zurück zu den "Investitionen" von der der künftige SPD Kanzlerkandidat spricht. Erhöhung Renten, Erhöhung Arbeitslosengeld und weitere Sozialleistungen sind keine Investitionen, in nichts. Die Ausbildung von arbeitsfähigen Menschen, ist hingegen eine der sinnvollsten Zukunftsinvestitionen.
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 22 Feb 2017 - 15:40:22    Titel:

jo icke eben hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Darum noch mal meine Frage, wem soll das denn nützen?


Die Gesellschaft und der Steuerzahler profitieren zweierlei, weil 50 Mrd. Euro an Aufwendungen bis 2020 eingespart werden. Das Geld kann für anderweitige Investitionen verwendet werden.


Hatten wir zwar nun schon unzählige Male aber insgesamt, wird die Flüchtlingsaufnahme bis 2020 noch 60 mrd Euro kosten. Pro Jahr also 20 mrd Euro. Nur ein Teil davon werden für Integrationsleistungen ausgegeben.

Hier kannst Du Dich informieren. Bitte halte Dich an die dort ausgegebenen Summen, wenn Du mögliche Einsparmöglichkeiten bei den Integrationskosten suchst.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2017/01/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-1-Asyl-Fluechtlingspolitik-aus-Sicht-des-Bundeshaushalts.html?nn=14404&view=pdf

Witzig auch, in den 20 mrd Kosten für Flüchtlinge in 2016 sind allein 7 mrd in die Bekämpfung der Fluchtursachen vor Ort geflossen. Ich glaube fast 3 Mal so viel, wie für Integrationsleistungen ausgegeben wurden.
jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4136

BeitragVerfasst am: 22 Feb 2017 - 17:02:13    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
jo icke eben hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Darum noch mal meine Frage, wem soll das denn nützen?


Die Gesellschaft und der Steuerzahler profitieren zweierlei, weil 50 Mrd. Euro an Aufwendungen bis 2020 eingespart werden. Das Geld kann für anderweitige Investitionen verwendet werden.


Ja, kommen wir zurück zu den "Investitionen" von der der künftige SPD Kanzlerkandidat spricht. Erhöhung Renten, Erhöhung Arbeitslosengeld und weitere Sozialleistungen sind keine Investitionen, in nichts. Die Ausbildung von arbeitsfähigen Menschen, ist hingegen eine der sinnvollsten Zukunftsinvestitionen.


Nur, wenn die Menschen auch arbeitsfähig sind. Investitionen in Menschen, die ihre Ausbildung nicht schaffen bzw. wieder abbrechen, sind verschwendete Steuergelder. Bei den Ausgaben der SPD stimme ich dir zu, das sind keine Investitionen. Ich denke, es muss ein guter Mix aus Investitionen und Sozialleistungen gefunden werden. Bis zu einem gewissen Maß, sind Rentenerhöhungen vertretbar.
jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4136

BeitragVerfasst am: 22 Feb 2017 - 18:06:37    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
jo icke eben hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Darum noch mal meine Frage, wem soll das denn nützen?


Die Gesellschaft und der Steuerzahler profitieren zweierlei, weil 50 Mrd. Euro an Aufwendungen bis 2020 eingespart werden. Das Geld kann für anderweitige Investitionen verwendet werden.


Hatten wir zwar nun schon unzählige Male aber insgesamt, wird die Flüchtlingsaufnahme bis 2020 noch 60 mrd Euro kosten. Pro Jahr also 20 mrd Euro. Nur ein Teil davon werden für Integrationsleistungen ausgegeben.


Ja sicher, 20 Mrd. haben wir bereits ausgegeben. Aber wie kommst du auf 60 Mrd. Euro an weiteren Kosten? Wenn wir jetzt konsequent abschieben, kommen zwar immer noch Kosten auf uns zu, aber definitiv keine weiteren 60 Mrd. Euro.

Zitat:
Witzig auch, in den 20 mrd Kosten für Flüchtlinge in 2016 sind allein 7 mrd in die Bekämpfung der Fluchtursachen vor Ort geflossen. Ich glaube fast 3 Mal so viel, wie für Integrationsleistungen ausgegeben wurden.


Du vergisst die Kosten, die über die reinen Integrationskosten hinausgehen, wie Polizeieinsätze oder die medizinische Versorgung. Das sind Kosten, die nirgends separat erfasst werden, aber natürlich steigen.
cyrix42
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Beiträge: 24251

BeitragVerfasst am: 08 März 2017 - 14:44:16    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Das Schulz noch kein Programm hat scheint ihn selbst ja kaum zu stören,


Natürlich wird das Programm derzeit entwickelt. Jede Partei baut da derzeit daran; und mir ist noch von keiner relevanten Partei ein Wahlprogramm für die Bundestagswahl im September bekannt, wohl aber von jeder eine gewisse Stoßrichtung. So eben auch von der SPD...

Zitat:

wie seine berühmten 58 jährigen, die länger ALG1 erhalten sollen und nachqualifiziert werden sollen.


Genau das sind Investitionen in Bildung. Hier geht es um die Nachqualifizierung von arbeitslos Gewordenen. M.E. könnte man durchaus schon früher ansetzen, und die Leute in ihrer Weiterqualifikation unterstützen, bevor sie ihren Job verlieren. Aber das dürfte schwierig werden. Schon jetzt gab es ja einen großen Aufschrei der Arbeitgeberseite, wenn sie ihre Mitarbeiter pro Jahr bis zu 5 Arbeitstage für "Bildungsurlaub" aka eben solcher Weiterbildungsmaßnahmen freistellen sollen...

Zitat:

Aber mich stören Dinge die nach den höchsten Rentenerhöhungen seit Bestehen der Bundesrepublik


Soweit ich das verstehe, geht es um eine "Stabilisierung des Renten-Niveaus", d.h., es geht darum, dessen stetige Absenkung abzufangen. Es geht also eher nicht um die aktuellen oder baldigen Renter, sondern um "unsere Genereation". (Und es geht - das dürfte für den typischen Selbständigen und damit zumeist FDP-affinen Menschen auch interessant sein - auch um die Frage, ob und wie man als Selbständiger hier abgesichert ist/ wird.)

Zitat:

der Rücknahme der Rente mit 67


Soweit ich das verstehe, geht es weiterhin in die Richtung, die auch von der FDP befürwortet wird: Eine Flexibilisierung des Renteneintritts. Wer jahrzehntelang schwer körperlich gearbeitet hat, kann seinen Job nicht ähnlich lang ausüben wie du und ich, die da zumeist im Büro sitzen und ihrer Tätigkeit nachgehen... Umgekehrt: Wer länger arbeiten kann, der wird auch als Fachkraft mit Erfahrung länger gebraucht, und sollte als Wissensträger dem Unternehmen auch länger zur Verfügung stehen können.


Zitat:

und Angleichung der Altersrenten zwischen Ost und West beinhalten, obwohl der Löhne noch unterschiedlich liegen.


Also hier kann ich dich jedenfalls beruhigen: Die "Angleichung der Altersrenten zwischen Ost und West", wie sie die GroKo jüngst beschlossen hat, heißt nicht etwa, dass gleiche Renten ausgezahlt werden. Das heißt nur, dass ein Renten-Entgeldpunkt Ost nun nicht nur 93% eines Renten-Entgeldpunkts West bringt, sondern bis 2020 dann volle 100%. Dafür wird aber auch gleichzeitig die "Höherwertung" abgeschafft, d.h., man muss für einen Renten-Entgeldpunkt Ost dann genauso viel in die Rentenversicherung eingezahlt haben, wie eben auch in den alten Bundesländern.

Tatsächlich führt diese Abschaffung der Sonderbehandlung der Löhne in Ostdeutschland bezüglich der Rentenanwartschaften dazu, dass die dortigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geringere Rentenansprüche erhalten, da sie ja weiterhin weniger Gehalt als die Menschen in den alten Bundesländern beziehen.

Zitat:

Also ausnahmslos die größte Wählergruppe, die Vergangenheit und eben nicht die Zukunft betreffen.


Wie gesagt: Der Großteil der geplanten Mehrausgaben, die die SPD vorschlägt (bzw., was man erahnen kann), drehen sich um die beiden Bereiche Bildung und Infrastruktur.

Die Rente ist ein heißes Eisen, aber das auch schon seit mindestens den 1990ern. Hier ist es eher die Fixierung auf die vierjährige Legislatur-Periode, die die Probleme immer weiter in die Zukunft verlagern lässt. Es war auch schon zur Einführung der Agenda-Reformen klar, dass man im derzeitigen System mit dem demographischen Wandel nicht sowohl vernünftige Renten (die einem zumindest ermöglichen, in etwa den Lebensstandard halten zu können) als auch vernünftige Höhen der Sozialabgaben (aka Beiträge zur Rentenversicherung) auf Dauer ermöglichen kann. Schlussendlich wird man m.E. nicht darum herum kommen, hier der durch verschiedene Maßgaben beschränkten Beitrags-Finanzierung auch einen wesentlichen Steuerzuschuss zu leisten. (Den gibt es für "versicherungsfremde Leistungen" wie etwa die fiktiven Beiträge für Kindererziehungszeiten oder bei Erwerbsminderung schon derzeit. Und der Anteil wird einfach steigen müssen.)

Zitat:

Ohne solche Aktionen würde uns die Demographie jetzt nicht so drohen wie sie uns droht.


Meinst du das jetzt ernst Glaubst du daran, dass, wenn vor ein paar Jahrzehnten ein paar End-Fünziger länger arbeiten gegangen wären, gäbe es jetzt keine Überalterung in der BRD, d.h., es würde deutlich mehr Kinder geben?! Den Zusammenhang musst du mir mal erklären...

Zitat:

Und was verspricht Schulz? Mehr für alle von Allem und meint dabei aber nur wieder die treuen alten Wähler, "die mit einer nach uns die Sintflut Mentalität" die Agenda Politik beerdigen möchten. Darum geht es, nicht darum in unsere Kinder zu investieren.


Die "Agenda-Politik" wird nicht beerdigt. Auch nicht durch Schulz, der sie im SPD-Parteivorstand auch mitgetragen hat. So wird beispielsweise - und das bemängelt ja etwa die Linke, die genau das will, was du der SPD hier vorwirfst - das System "ALG II" nicht angetastet. Es geht eher um Reform, nicht um Revolution.

Von Arbeitgeberseite wird beispielsweise an der Ausgestaltung der Agenda-Gesetze hervorgehoben, dass es positiv sei, dass die Menschen mehr Angst vor einem Absturz ins ALG II hätten, sich also auch mit niedrigerer und vor allem schlehcter bezahlter Arbeit auf ihrer Jobsuche zufrieden geben würden, während sie früher solche Jobs eher abgelehnt hätten. Klar, natürlich hat die Absenkung der Standards im Sozialsystem die Position der Arbeitgeber (insbesondere auch in Fragen der Lohnpolitik -- erst recht im Niedriglohnbereich) gestärkt. Ob dies aber im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft nun die richtige Richtung (oder auch nur zu weit in diese) ist; das darf jeder selbst beurteilen. Hier ist aber natürlich klar, dass die FDP als Partei, die sich gerade durch und unter Westerwelle deutlich auf einen wirtschaftsliberalen Kurs konzentriert hat, eine andere Position vertreten wird als die SPD, die sich weiterhin (und wieder) als "Anwalt der kleinen Leute" verstehen will.

Das halte ich aber auch nicht für problematisch. In diesem Kontext geht es genau um die Pluralität, die eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft ausmacht.


Cyrix
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BeitragVerfasst am: 09 März 2017 - 10:26:52    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Das Schulz noch kein Programm hat scheint ihn selbst ja kaum zu stören,


Natürlich wird das Programm derzeit entwickelt. Jede Partei baut da derzeit daran; und mir ist noch von keiner relevanten Partei ein Wahlprogramm für die Bundestagswahl im September bekannt, wohl aber von jeder eine gewisse Stoßrichtung. So eben auch von der SPD...

Cyrix


Genau, warum also verweist Du angesichts seiner Aussagen dann darauf, dass es ja noch kein Programm gibt. Sind sie Dir unangenehm und Du hoffst das das Programm da etwas realistischer wird oder versuchst Du Kritik bereits im Vorfeld zu ersticken durch einen völlig unnötigen Hinweis, weil natürlich das Programm sich danach ausrichten wird, wie seine Aussagen beim vornehmlich älteren Wähler ankommen werden?
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 09 März 2017 - 10:30:10    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:


wie seine berühmten 58 jährigen, die länger ALG1 erhalten sollen und nachqualifiziert werden sollen.


Genau das sind Investitionen in Bildung. Hier geht es um die Nachqualifizierung von arbeitslos Gewordenen. M.E. könnte man durchaus schon früher ansetzen, und die Leute in ihrer Weiterqualifikation unterstützen, bevor sie ihren Job verlieren. Aber das dürfte schwierig werden. Schon jetzt gab es ja einen großen Aufschrei der Arbeitgeberseite, wenn sie ihre Mitarbeiter pro Jahr bis zu 5 Arbeitstage für "Bildungsurlaub" aka eben solcher Weiterbildungsmaßnahmen freistellen sollen...

Cyrix


Ja, darum geht's ja nicht, sondern darum, dass der 58 jährigen bereits jetzt all das bekommen würde, was Schulz verspricht. Eine längere Bezugsdauer, Mittel zur Qualifizierung usw. Sein Beispiel taugt nicht um eine soziale Schieflage darzustellen, weil seine vorgeschlagene Lösung bereits Realität ist.
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 09 März 2017 - 10:42:09    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:


Aber mich stören Dinge die nach den höchsten Rentenerhöhungen seit Bestehen der Bundesrepublik


Soweit ich das verstehe, geht es um eine "Stabilisierung des Renten-Niveaus", d.h., es geht darum, dessen stetige Absenkung abzufangen. Es geht also eher nicht um die aktuellen oder baldigen Renter, sondern um "unsere Genereation". (Und es geht - das dürfte für den typischen Selbständigen und damit zumeist FDP-affinen Menschen auch interessant sein - auch um die Frage, ob und wie man als Selbständiger hier abgesichert ist/ wird.)

Cyrix


So wie ich das sehe, wurde dank der SPD ohne Rücksicht auf unsere Generation und den Rentenbeitrag den wir zu leisten haben eben diese historisch hohe Rentenerhöhung im deutlich zweistelligen Mrd Bereich in den letzten Regierungsbeteiligungen der SPD umgesetzt. Sprich Eure Wähler hatten ihre Geschenke schon. Trotzdem hatten sie Euch lange Zeit nicht mehr lieb, bis Schulz schon wieder anfing Mrd zu verteilen und die gerade Beschenkten wieder zum Sozialfall machte.

In unseren Diskussionen weise ich schon seit Jahren darauf hin, dass ebenfalls durch die SPD, neben der gesetzlichen Rente und den betrieblichen Renten,eine dritte Säule, die private Altersvorsorge, eingeführt und gefördert wurde. Ein heutiger Durchschnitts-Rentner hat bereits weitere Alterseinkünfte als einzig die gesetzliche Rentenversicherung. Eine ehrliche Betrachtung wäre sinnvoller und würde auch dem eher gerecht, was die SPD da in der Vergangenheit umgesetzt hat. Ihr macht Euch selbst das Leben schwerer als es eigentlich sein müsste, indem Ihr selber die größten Kritiker Eurer eigenen Politik seid. Auch hier ist Euch die Vergangenheit lieber als die Zukunft, denn die Zahl armer Kinder ist 3-4 mal so hoch wie die Zahl armer Rentner nur eben können Kinder nicht wählen.
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
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BeitragVerfasst am: 09 März 2017 - 10:56:15    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:


Ohne solche Aktionen würde uns die Demographie jetzt nicht so drohen wie sie uns droht.


Meinst du das jetzt ernst Glaubst du daran, dass, wenn vor ein paar Jahrzehnten ein paar End-Fünziger länger arbeiten gegangen wären, gäbe es jetzt keine Überalterung in der BRD, d.h., es würde deutlich mehr Kinder geben?! Den Zusammenhang musst du mir mal erklären...

Cyrix


Natürlich hätte das nicht die Geburtenrate erhöht, ich denke das weißt Du auch selbst. Die Frühverrentung kaschierte Probleme, die letztendlich nur durch die Agenda-Politik gelöst werden konnten. Meine Aussage ist die, dass die Frühverrentung, die schon damals offensichtlich gewesenen kommenden demographischen Probleme noch verschärft hat. Ist doch logisch, angesichts immer weniger Nachwuchses die älteren Arbeitnehmer bereits mit 55 in Rente zu schicken war einen sozialpolitische unfinanzierbare Sackgasse unter der heute noch alle zu leiden haben. Schulz hingegen hat schon den Blinker gesetzt und biegt gerade wieder mit Vollgas in diese Sackgasse ein. Darum auch meine Frage, wer den Arbeitsmarkt zurück in die 70er und 80er Jahre bringen möchte indem er den Arbeitsmarkt wieder über reguliert, gleichzeitig die stabilisierenden Rentenreformen rückabwickelt, wird auch die Arbeitslosenquoten und Steuerausfälle aus dieser Zeit wieder bekommen.

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&ved=0ahUKEwjP4ofng8nSAhVHGsAKHZBwD7MQFggnMAI&url=http%3A%2F%2Fwww.comparativepopulationstudies.de%2Findex.php%2FCPoS%2Farticle%2Fdownload%2F134%2F159&usg=AFQjCNH7TVw_4Hcfg0wpMHjeaSaLQOJmlg&bvm=bv.149093890,d.bGs
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