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Wahrer Fortschritt in der Geschichte der Menschheit ?
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Foren-Übersicht -> Geschichte-Forum -> Wahrer Fortschritt in der Geschichte der Menschheit ?
 
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Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 29 Sep 2012 - 20:07:40    Titel: Wahrer Fortschritt in der Geschichte der Menschheit ?

Martin Meyer - NZZ:

"Was 1989 als Aufbruch in Richtung Freiheit begann, verliert sich heute in die Verästelungen teilweise gelingender, häufiger scheiternder Versuche, der Ordnung der Welt ein verlässliches Rationale einzufügen. Und wie figurae zeigen, hat auch «der» Westen kaum Gründe, auf sich selber stolz zu sein. Schon scheint es, dass Apathie die Geschichte einzuholen droht, weil die Stimme der Vernunft sowohl der Sprecher wie des Publikums entbehrt. Und nicht weniges deutet darauf hin, dass ein neues Mittelalter seitwärts anzuschleichen beginnt – was wir hier weiterhin mit Argwohn verfolgen werden."

Meine Meinung ist:

Die Geschichte der Menschheit weist sicher Fortschritte auf (Aufklaerung, Demokratie etc.), doch die Grundzuege von Gewalt und Ausbeutung haben sich kaum veraendert.... Willst du nicht mein Bruder sein, so schlage ich Dir den schaedel ein....das gilt bei Rekligionen und Ideologien leider immer noch.... manchmal subversiv, meist aber doch erkennbar und gewollt.....
Porfavor
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Anmeldungsdatum: 18.11.2008
Beiträge: 1477
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 02 Okt 2012 - 03:34:34    Titel:

Ich muss mich dem leider anschließen. Der Unterschied ist nur, dass alles global und unkontrollierbar sein wird.
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3096
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 02 Okt 2012 - 08:28:05    Titel: Re: Wahrer Fortschritt in der Geschichte der Menschheit ?

Multivista hat folgendes geschrieben:
die Grundzuege von Gewalt und Ausbeutung haben sich kaum veraendert....

So ? In den letzten 150 Jahren passierte z.B. die Aufhebung der Sklaverei in Amerika und Brasilien, Verbot von Kinderarbeit in Europa, Arbeitszeitverkuerzung, etc. In Deutschland gab es seit 1945, also seit 67 Jahren keinen Krieg mehr mit den Nachbarlaendern. Und das bezeichnest Du als 'kaum veraendert' ?

Multivista hat folgendes geschrieben:
Fortschritte auf (Aufklaerung, Demokratie etc.) ... Willst du nicht mein Bruder sein, so schlage ich Dir den schaedel ein....das gilt bei Rekligionen und Ideologien leider immer noch.... manchmal subversiv, meist aber doch erkennbar und gewollt.....

Da stimm ich Dir zu - solche Religionen und Ideologien sind leider eigentlich immer undemokratisch und anti-aufklaererisch.
Issomad
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Anmeldungsdatum: 13.05.2012
Beiträge: 411

BeitragVerfasst am: 03 Okt 2012 - 22:18:07    Titel:

Es gab immer wieder Fortschritte in der Geschichte der Menschheit genauso wie es auch Rückschläge gab ...

Es ist eine Wellenbewegung, die insgesamt gesehen von der Reife und der Moral gesehen jedoch immer weiter nach oben geht.

Noch vor 100 Jahren war es z.B. undenkbar, dass fast ganz Europa sich zu einer Union zusammenschließt ...
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2012 - 12:20:23    Titel:

"Wir brauchen mehr Demokratie in Europa"
Geert Mak: Deutschland sollte in Europa die Führungsrolle übernehmen

Die Europäische Union hat keine wirklich gute demokratische Legitimation, sagt
der niederländische Schriftsteller und Publizist Geert Mak ("Was, wenn Europa
scheitert"). Zudem seien die kulturellen und politischen Unterschiede zwischen
den EU-Ländern noch lange nicht überwunden.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1883239/
Seal_Br
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Anmeldungsdatum: 13.02.2010
Beiträge: 121

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2012 - 12:39:40    Titel:

Multivista hat folgendes geschrieben:
"Wir brauchen mehr Demokratie in Europa"
Geert Mak: Deutschland sollte in Europa die Führungsrolle übernehmen

Die Europäische Union hat keine wirklich gute demokratische Legitimation, sagt
der niederländische Schriftsteller und Publizist Geert Mak ("Was, wenn Europa
scheitert"). Zudem seien die kulturellen und politischen Unterschiede zwischen
den EU-Ländern noch lange nicht überwunden.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1883239/


Glaubst du nicht, dass er recht hat? Die Länder Europas sind zu unterschiedlich um eine richtige Einigung zu erreichen.

Sogar mit den verschiedenen Innenregionen eines Landes ist es schwer zu Einverständnisse zu kommen, stell dir vor mit Ländern mit verschiedenen Kulturen und Sprachen und die keine gemeinsame Geschichte haben.

Die Europäische Union ist eigentlich nicht mehr als eine wirtschaftliche Vereinbarung von der alle ihre Mitglieder profitieren sollten. Es ist wie eine Ehe. Zwei Personen sind zusammen solange beide was aus dieser Bindung kriegen. Ist einer der Pärtner mit der Ehe nicht zufrieden, dann bricht es auf.

Und das wird mit uns auch mal bald passieren, weil unsere Länder zu unterschiedlich sind.
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2012 - 18:13:09    Titel:

Ja - nur eine wirtschaftliche und eben keine kulturelle Einheit/Gemeinschaft!

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/selbstbestimmung-und-gegenseitigkeit-1.17661065
Issomad
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Anmeldungsdatum: 13.05.2012
Beiträge: 411

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2012 - 18:29:07    Titel:

Multivista hat folgendes geschrieben:
Ja - nur eine wirtschaftliche und eben keine kulturelle Einheit/Gemeinschaft!

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/selbstbestimmung-und-gegenseitigkeit-1.17661065


Wer sagt, dass man eine kulturelle Einheit braucht ?? Reicht es nicht, wenn man untereinander regen Handel treibt, keine bewaffneten Konflikte mehr untereinander hat und eine gemeinsame Außenpolitik betreibt ??

Eine kulturelle Gleichmacherei innerhalb Europas ist sicher nicht zielführend und auch nicht erwünscht ...
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 07 Okt 2012 - 12:56:27    Titel:

Der Vorteil der USA gegenueber dem SOGENANNTEN Vereinigten EUropa ist der, dass dort eien kulturelle Einheit (mit Ausnahmen) besteht. "Wir sind Amerika" - Das fehlt in EU sehr.

Der Italiener, Spanier oder Pole tickt nun mal anders als der Deutsche, Hollaender....usw.
Das zieht eine ganz andere Welt- und Wirtschaftsanschauung nach sich.
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2012 - 14:24:41    Titel:

Geschichte? Stetiger Fortschritt?

Oder gar kein Fortschritt?

MultiVista :

Die Geschichte als "Produkt der ewigen Vernunft"

... vollkommene Freiheit der Menschen ist

das Ziel der Weltgeschichte.

Hegel nennt dies auch das Ziel des Geistes, denn die Weltgeschichte ist ja nichts anderes als die Manifestation des Weltgeistes:

...

Die Epochen der Weltgeschichte werden von Hegel als Stufen auf dem Weg zur Vervollkommnung der Freiheit begriffen. Von den Orientalen über die Griechen bis zur christlichen Welt führt in seiner Schematisierung diese Stufenleiter:

"Die Weltgeschichte ist der

Fortschritt

im Bewußtsein der Freiheit....

Besonderen Augenmerk schenkt Hegel den "welthistorischen Individuen" wie Alexander, Cäsar, Napoleon (!!!),

in denen dieser Weltgeist auf besondere Weise zum Ausdruck kommt.

"Dies sind die großen Menschen in der Geschichte, deren eigne partikulare Zwecke das Substantielle enthalten, welches Wille des Weltgeistes ist.
....

wird deutlich, daß der Mensch bei Hegel nicht nur bewußtloser Vollstrecker des Weltgeistes ist,

sondern mittels seines Verstandes am Geistigen
teilhaben kann.

...

Weltgeist?
Geschichte?
Fortschritt?

Thomas Manns
Dr. Chaim Breisacher im „Doktor Faustus“:

Ein Kulturphilosoph, dessen Gesinnung aber gegen die Kultur gerichtet war, insofern, als dass er in ihrer ganzen Geschichte nichts als einen Verfallsprozess zu sehen vermochte.

Die verächtlichste Vokabel in seinem Munde war das Wort ,Fortschritt‘;

vielmehr galt Spenglers „Untergang des Abendlandes“…

Na?
Wer hat wohl recht?

Fortschrittsgläübige (Idealisten) wie Napoleon-Fan Hegel - oder doch Thomas Manns "Breisacher" ??

ICH vermut mal,
der letztere

Fortschritt in der Geschichte?
http://de.wikipedia.org/wiki/Fortschritt
Die Deutung von Geschichte unter der Interpretation einer Fortschrittsentwicklung bezeichnet man als fortschrittstheoretische Geschichtsdeutung, der gegensätzliche Ansatz wird als verfallstheoretischer Geschichtsdeutungsansatz bezeichnet (z. B. Goldenes Zeitalter, Ende der Geschichte).

Das Fortschrittsdenken beinhaltet folgende geschichtsphilosophischen Axiome:

Die geschichtliche Entwicklung verläuft linear.
Der allgemeine Zustand wird zunehmend besser, eventuell durch Rückschläge unterbrochen („Kulturoptimismus“).

Eventuell kommt noch die Vorstellung hinzu, dass die Veränderungen einem Ziel zusteuern („Teleologie“).

Oft ist mit dem Fortschrittsglauben die Vorstellung verbunden, dass sich Geschichte planvoll entwickle.
Der Kulturoptimismus unterstellt, dass Veränderung im Regelfall eine Verbesserung ist. Daraus resultiert eine positive Bewertung des "Neuen" sowie eine negative Bewertung des "Alten", also "Überholten". Entsprechend diesem Denken wird unsere heutige Zivilisation als besser als frühere bewertet und es wird angenommen, dass zukünftige Zivilisationen besser als unsere heutige sind.

Das Fortschrittsdenken beinhaltet oft auch die Vorstellung, "Utopien", etwa gesellschaftspolitischer Art, verwirklichen zu können. Noch nie Dagewesenes erscheint dem Kulturoptimisten als grundsätzlich erreichbar, ja geradezu als Inhalt des politischen Denkens.

Teleologie....

ist die Lehre, dass Handlungen Entwicklungsprozesse an Zwecken orientiert sind und durchgängig zweckmäßig ablaufen.

Der Glaube an ein Endziel der geschichtlichen Veränderungen ist sehr alt und beruht in unserem Kulturkreis auf alten biblischen Vorstellungen. Die Vorstellungen, wie dieses Endziel aussehen werde (deskriptiv) oder auszusehen habe (normativ) gehen weit auseinander. Gleichwohl ist ein vom Ende her gedachter Zweck eine verbreitete Vorstellung. Religiös gibt es den Glauben an ein "Drittes Reich" (nach dem ersten bis Jesus Christus und dem zweiten danach), das ewig ("tausendjährig") besteht. Adolf Hitler griff diese mythischen Vorstellungen auf und machte sie sich zunutze, indem er suggerierte, das von ihm geplante bzw. begonnene Reich sei ein Endziel und verfolge Endzwecke.

Nicht immer ist mit dem Fortschrittsdenken ein teleologisches Konzept verbunden: Fortschritt kann auch ohne bestimmtes Ende, also ergebnisoffen, gedacht werden.

Dem Kulturoptimismus des (ständigen) Fortschritts der Menschheitszivilisation steht der Kulturpessimismus derer gegenüber, die einen ständigen Abstieg von einem als gut oder paradiesisch empfundenen Urzustand zu erkennen glauben. Kulturpessimisten gibt es aus christlicher Sicht (siehe Paradies) ebenso wie aus einer Hochachtung des "edlen Wilden" ("bon sauvage") im Gegensatz zum verderbten zivilisierten Menschen. "Zurück zur Natur" ist einer der Schlachtrufe. Auch Bewunderer der Antike wie der dem Faschismus nahestehende Kulturphilosoph Julius Evola (Buchtitel "Inmitten von Ruinen", womit die antiken Ruinen gemeint sind) zählen zu denen, die im "Zurück!" eine moralische Verbesserung der Menschheit erhoffen (siehe auch Dekadenz; Goldenes Zeitalter).

Zyklischer Verlauf der Geschichte?

Wiederum eine andere geschichtsphilosophische Vorstellung ist die vor allem in östlichen, d.h. von Indien beeinflussten, Ländern vorherrschende Vorstellung, Geschichte laufe zyklisch ab. Nach dieser Vorstellung gibt es weder Fortschritt zum Guten noch ein Abgleiten ins Schlechte, aber auch keinen Stillstand, sondern eine kreisartige Bewegung. (Anm.: Nietzsche als Buddhist )
Was ist das Wesen des FORTSCHRITTS ?

MultiVista meint:
Sicher ist die Frage nach einem "Fortschritt" in der Geschichte (Evolution) auch immer abhängig davon, ob man eher einem positiven Weltbild anhängt.. oder ein KULTURPESSIMIST ist!!

Und entsprechend werden dann "reale" Beobachtungen eingefärbt und be- bzw. ge - w e r t e t.
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