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Steuerrecht - Uni Mainz
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roht
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Anmeldungsdatum: 02.03.2011
Beiträge: 254

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2012 - 14:20:28    Titel: Steuerrecht - Uni Mainz

Unternehmen müssen ihre Bilanz nach dem Steuerrecht erstellen. Darüber hinaus müssen sie auch eine Bilanz nach HGB erstellen, wobei für die Steuerbilanz es ja auch für die HGB-Bilanz ankommt.

Daneben gibt es eine EU-Verordnung, die vorschreibt, dass Unternehmen eine Bilanz nach den Regeln der IFRS aufzustellen haben. Einige Unternehmen, die dieser Pflicht nicht unterliegen, können nach § 315a HGB aber auch eine Bilanz nach IFRS aufstellen.

Bedeutet dies für die Unternehmen, die eine Bilanz nach IFRS aufstellen, dass sie dann keine Bilanz nach HGB aufzustellen brauchen?
Hat die Aufstellung der Bilanu nach IFRS Auswirkungen auf die Steuerbilanz?
rOYAL.
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 2093
Wohnort: Heidelberg

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2012 - 15:27:24    Titel:

Jeder Kaufmann (Ausnahme: §§ 242 IV, 241a HGB) hat eine HGB-Bilanz aufzustellen.
Zusätzlich kann eine Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschluss nach HGB bestehen, § 290 I HGB. Diese Pflicht besteht nach § 315a I HGB nicht, wenn ein Abschluss nach IFRS-Standards vorgeschrieben ist. Gleiches gilt nach § 315a III 2 HGB für Konzerne, die von dem Wahlrecht des § 315a III 1 HGB Gebrauch machen.

Die Ansatz- und Bewertungsvorschriften nach IFRS haben keine Auswirkung auf die Steuerbilanz. Hier bilden die Ansatz- und Bewertungsvorschriften des nationalen Rechts abschließende Regelungen.
Sollte sich eigtl. auch automatisch erschließen: Hätten die IFRS Auswirkungen auf die Steuerbilanz, gäben die Nationalstaaten einem internationalen privaten Gremium wesentliche Elemente ihrer Steuerhoheit ab!
roht
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Anmeldungsdatum: 02.03.2011
Beiträge: 254

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2012 - 23:18:32    Titel:

Zitat:
Sollte sich eigtl. auch automatisch erschließen: Hätten die IFRS Auswirkungen auf die Steuerbilanz, gäben die Nationalstaaten einem internationalen privaten Gremium wesentliche Elemente ihrer Steuerhoheit ab!


So ganz stimmt diese Aussage doch nicht. Die Standarts wurden zwar von einer privaten Organisation entwickelt, mussten aber von der EU-Kommission verabschiedet werden, damit sie auch wirklich Wirkung entfalten können. Damit hat die Verordnung ihre Legitimation erfahren. Richtig ist allerdings, dass der EU derartige (steuerrechtliche) Kompetenzen nicht zustehen, sodass im Ergebnis die EU dies nicht dürfte. Außerdem wäre es ja sinnwidrig, wenn man die IFRS für die Besteuerung zu Grunde legen könnte, denn es würden sich Unterschiede in der Steuerhöhe zur eigentlichen Steuerbilanz ergeben.
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