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Informatik?!
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supernova85
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Anmeldungsdatum: 13.03.2013
Beiträge: 311

BeitragVerfasst am: 15 März 2013 - 11:50:46    Titel: Re: Informatik?!

Lenii hat folgendes geschrieben:
Hallo, ich bin gerade in der 10. Klasse und frage mich so langsam, was ich später mal studieren soll..
ich würde gern in Richtung Informatik, Elektrotechnik, Ingenieur, etc.
Glg Lenii Very Happy


Wenn du dich sowohl für Info als auch für Ing interessierst, wäre vielleicht "Computational Engineering Science" abgekürzt (CES) etwas für dich. Das Fach ist eine kombination aus der angewandten Mathematik, Informatik und dem Ingenieurwesen. eine kurze Beschreibung dieses Faches findest du hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Computational_Engineering_Science

Weiter unten auf der Seite findest du auch bessere Quellen.

CES ist relativ neu und hat noch nicht viele Absolventen. Selbst die Profs in diesem Fach sind -zumindest nach meiner Erfahrung- aus anderen Bereichen wie Mathematik oder Physik, da es noch nicht viele promovierte in diesem Fach gibt. Eine typische Arbeit für die absolventen dieses Faches is Computersimulationen im eher technischen und manchmal sogar auch wissenschaftlichen Bereich. Medizintechnik (künstliches Herz), Neurowissenschaften (Human Brain Project), Strömungslehre, Plasmaphysik/Elementarteilchenphysik/Materialforschung (da werden aber meistens Physiker eingesetzt), Biotechnologie, .... sind ein paar Beispiele für Computersimulationen die u.a. von CES-ler gemacht werden können (siehe Webseite von Forschungszentrum Jülich, Institut for Advanced Simulations IAS). Aufgrund noch geringer Anzahl der Absolventen (da das Fach neu ist) und der großen Möglichkeit zur Spezialisierung in verschiedenen Richtungen in diesem Studienfach halte ich die Jobaussichten für die Absolventen dieses Faches für ziemlich gut (zumindest in der Forschung).

Der Studiengang wird aber noch an relativ wenigen Unis angeboten, zwei gute Adressen sind RWTH (sogar mit einer graduierten Schule in diesem Fachbereich für Master und PhD-Studenten und einer Außenstelle in Forschungszentrum Jülich und dadurch Zugang zu dem größten Supercomputer Europas JuQueen Wink ) und TU München.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 15 März 2013 - 11:55:38    Titel:

Nur würde ich persönlich eher weniger irgendwelchen Werbeversprechen irgendwelche Nischen-Studiengänge folgen, wo man dann vieles oberflächlich, aber nichts richtig lernt...

Cyrix
gelber_hamster
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Anmeldungsdatum: 11.02.2012
Beiträge: 284

BeitragVerfasst am: 15 März 2013 - 13:00:47    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
Nur würde ich persönlich eher weniger irgendwelchen Werbeversprechen irgendwelche Nischen-Studiengänge folgen, wo man dann vieles oberflächlich, aber nichts richtig lernt...

Cyrix


Sofern man dabei lernt, sich selbst in Dinge hereinzuarbeiten, spricht doch nichts generell dagegen. Im Job fern der Wissenschaft wird einen das weiter bringen als vertieftes Wissen in Mathe bspw. und auch in der Forschung ist das ein Ausgangspunkt um in Ingenieurswissenschaften zu forschen, denn da muss man sich immer immens viel selbst beibringen. Man muss nur bereit dazu und sich von vornherein darüber im Klaren sein. Industrielle/ingenieurswissenschaftliche Forschung ist etwas anders gestrickt als beispielsweise reine universitäre Forschung (besonders in der reinen Mathematik).
supernova85
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Anmeldungsdatum: 13.03.2013
Beiträge: 311

BeitragVerfasst am: 15 März 2013 - 15:36:05    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
Nur würde ich persönlich eher weniger irgendwelchen Werbeversprechen irgendwelche Nischen-Studiengänge folgen, wo man dann vieles oberflächlich, aber nichts richtig lernt...
Cyrix


Weder habe ich CES studiert noch arbeite ich momentan in einem Bereich was etwas damit zu tun hat. Also ich habe keinen persönlichen Grund dafür Werbung zu machen Wink

Computersimulationen und scientific computing haben seit einiger Zeit sehr stark an Bedeutung gewonnen und ihre Bedeutung in den Naturwissenschaften und der Technik wächst weiterhin. Während es viele Studiengänge im Bereich der theoretischen und der experimentellen Wissenschaften gibt, gibt es kaum irgendwelche Studiengänge, die sich sehr stark mit scientific computing beschäftigen. Da zeichnet sich CES als ein Studiengang aus, der diese "Marktlücke" füllt. Ich glaube sogar, dass diese Marktlücke ein Grund für die Entstehung dieses Studienganges war. Aufgrund einer großen Auswahl an verschiedenen Spezialisierungsrichtungen in diesem Studiengang wurde ich ihn nicht als einen Nischen-Studiengang bezeichnen.

Der Vorwurf zum oberflächlichen Lernen in diesem Studiengang ist nicht fair. Einige Freunde von mir haben festgestellt, dass -streng genommen- ein Physikstudium ein komplettes Mathematikstudium voraussetzen würde. Keiner kommt aber auf die Idee, dass Physik/Informatik/Ingenieurwesen nicht ernstzunehmende Studiengänge sind, weil die Studenten dort Mathematik (sehr) oberflächlich lernen. Man lernt doch hauptsächlich das, was man braucht. In den interdisziplinären Wissenschaften und Studiengängen kann man nicht alles tiefgründig lernen. Ich denke aber nicht, dass hier ein Bedarf zur Diskussion über ihre Bedeutung besteht.

In Mathematikdiplom hat man ein breites Wissen über sehr viele verschiedenen Fächer im Bereich der reinen und der angewandten Mathemathik bekommen. In CES lernt man -so weit ich weiß- hauptsächlich nur Numerik (also nur einen engen Bereich der angewandten Mathematik). Ich würde sogar sagen, dass ein durchschnittlicher Diplom CES-ler in seinem Studium mehr Numerik gelernt hat als ein durchschnittlicher Diplom-Mathematiker insbesondere wenn er sich nicht dafür entscheidet weitere Numerikvorlesungen im Hauptstudium zu wählen. Also wie man sieht lernen CES-ler nicht alles oberflächlich Cool
App_consulting
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Anmeldungsdatum: 11.10.2012
Beiträge: 1033

BeitragVerfasst am: 15 März 2013 - 16:10:52    Titel:

Zitat:
Der Vorwurf zum oberflächlichen Lernen in diesem Studiengang ist nicht fair. Einige Freunde von mir haben festgestellt, dass -streng genommen- ein Physikstudium ein komplettes Mathematikstudium voraussetzen würde. Keiner kommt aber auf die Idee, dass Physik/Informatik/Ingenieurwesen nicht ernstzunehmende Studiengänge sind, weil die Studenten dort Mathematik (sehr) oberflächlich lernen. Man lernt doch hauptsächlich das, was man braucht. In den interdisziplinären Wissenschaften und Studiengängen kann man nicht alles tiefgründig lernen. Ich denke aber nicht, dass hier ein Bedarf zur Diskussion über ihre Bedeutung besteht.


ich als Diplom-Informatiker sehe das ähnlich wie cyrix. Auch aus Jobsicht engt man seine Perspektiven sehr ein. Normale IT Jobs gibt es recht viele, aber auf so einem speziellen Markt wird es sehr eng. Wobei ich z.B. in der IT Beratung Kollegen mit allen möglichen HIntergründen habe. Da gibt es auch einen der hauptsächlich Datenbanken macht und Bioinformatik studiert hat. Sein Chef ist promovierte Kernphysiker

dennoch denke ich, dass ein reines Informatik Studium, ggf. auch noch Wirtschaftsinformatik ( zwar Bindestrich fach, hat sich aber etabliert ) besser ist als sich schon so früh zu spezialisieren.

Oder : einen Bachelor in allg. Informatiker dann einen spezialisierten Master. Nach einem Bachelor weiß man vllt. auch eher wo es mal hin gehen soll.
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 15 März 2013 - 19:01:03    Titel:

ich habe zumindest noch keinen informatiker gesehen, der mit systemmodellierung seine brötchen verdient. bei uns sind das immer ingenieure, mathematiker oder physiker. deswegen halte ich diesen studiengang für durchaus berechtigt, also auf so eine stelle kommt man als winf sicherlich schwieriger als mit CES auf eine winf-stelle. kenntnisse über datenbanken und bwl kann man sich einfacher selbst beibringen als die aufeinander aufbauenden kenntnisse aus dem CES studiengang.

es gibt viele modestudiengänge mit denen man sich eventuell sehr einschränkt, aber ich finde gerade solche studiengänge wie CES oder beispielsweise embedded systems gehören nicht dazu. die sind nicht nur zur zeit sehr gefragt, sondern auch quereinstiege sind durchaus möglich, zumindest für die automobilindustrie kann ich das bestätigen. bei uns sitzen auch fahrzeuginformatiker, wirtschaftsingenieure und nachrichtentechniker auf stellen für energietechniker oder mechatroniker.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 15 März 2013 - 19:13:11    Titel:

WInf sind, soweit ich das in meiner bescheidenen Umgebung mitkriege, die ungefragtesten Leute überhaupt...

Man muss sich vergegenwärtigen:
Hier schreiben vor allem erfolgreiche ITler, die in der Beratung arbeiten. Aber Beratung macht vielleicht 10% der Branche aus. Es muss auch Leute geben, die den Kram produzieren, den die Berater vollmundig verkaufen...

CES ist meines Erachtens ein absoluter Top-Studiengang, der genau auf den Bedarf der Privatiwrtschaft ausgelegt ist...

Wenn ich mal aus dem Nähkästchen plaudern darf:
95% unserer ernsten Probleme mit Anlagen haben mit Schwingungsproblemen zu tun. Das kann mit einer immer besseren FEM-Berechnung von vornherein vermeiden. FEM und CES ist der Zukunftsmarkt überhaupt...

Im elektrischen Bereich trifft das ebenso auf die Simulation/Berechnung von EMV-Problemem zu...

Das Informatiker/Mathematiker davon keinen Schimmer haben, ist klar. Das ist auch gar nicht schlimm... aber es gibt diese Probleme und daher auch in jedem Fall einen großen Anwendungsbereich für Fachleute in der computergestützten Simulation solcher Phänomene...
App_consulting
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Anmeldungsdatum: 11.10.2012
Beiträge: 1033

BeitragVerfasst am: 15 März 2013 - 20:04:54    Titel:

Zitat:
WInf sind, soweit ich das in meiner bescheidenen Umgebung mitkriege, die ungefragtesten Leute überhaupt...



kann ich, der in der Branche arbeitet, überhaupt nicht bestätigen. Es gibt sehr viele gut bezahlte Wirtschaftsinformatiker und der Markt sieht sehr gut aus. Auch ich habe nach meinem reinen Informatik Studium noch ein Aufbau Studium in Wirtschaft absolviert.

Wer IT + Wirtschaft kann, ist extrem gefragt und je nach Winf Studiengang stimmt auch die Mischung. Ein Winf braucht z.B. keine Mikrocontroller programmieren zu können und braucht auch weniger Ahnung von Hardware zu haben.


Zitat:
Man muss sich vergegenwärtigen:
Hier schreiben vor allem erfolgreiche ITler, die in der Beratung arbeiten. Aber Beratung macht vielleicht 10% der Branche aus. Es muss auch Leute geben, die den Kram produzieren, den die Berater vollmundig verkaufen..



von IT Beratung haben viele einfach ein komplett falsches Bild. Ich bin KEIN Verkäufer ! das mache ich höchstens nebenbei, dafür haben wir Vertriebler.

Mein Job ist ähnlich wie der eines Architekten. Ich fahre zum Kunden, höre mir sein Problem an, analyisiere die bestehende Systemlandschaft, entwickle mit Kollegen zusammen eine IT bzw. SW Architektur, plane Arbeitspakete und teilweise entwickle ich auch noch wirklich am Quellcode direkt selber mit.

IT Beratung hat nichts mit heißer Luft a la Managementberatung zu tun.

Viele IT Berater sind eigentlich nichts anderes als Software Entwickler, die halt bei unterschiedlichen Kunden tätig sind. Einige meiner Beraterkollegen sitzen zu 80 - 90 % ihrer Arbeitszeit nur vor Quellcode und sind am entwickeln, nennen sich dennoch IT Berater.

Zitat:
Im elektrischen Bereich trifft das ebenso auf die Simulation/Berechnung von EMV-Problemem zu...

Das Informatiker/Mathematiker davon keinen Schimmer haben, ist klar. Das ist auch gar nicht schlimm... aber es gibt diese Probleme und daher auch in jedem Fall einen großen Anwendungsbereich für Fachleute in der computergestützten Simulation solcher Phänomene..


dennoch setzt man auf ein relativ enges Feld. Darum sagte ich ja, lieber einen generallistischeren Bachelor machen, z.B. Informatik oder Mathe oder Physik, dann ggf. etwas arbeiten oder gleich einen entsprechenden Master. Ansonsten engt man sich von anfang an zu sehr ein.

Allerdings wie schon gesagt, ist der IT Bereich recht dynamisch und es kommt nicht so sehr auf den genauen Studiengang an wie woanders.

noch was zur IT Beratung : 10 % ? wie schon gesagt, Du verwechselst IT Beratung mit IT Vertrieb. Generell ist der Anteil von Businesssoftware und administrativer Software bei ca. 60 - 70 % vom gesamten Software Markt. Also keine kleine Nische.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 16 März 2013 - 10:57:33    Titel:

Ich halte nichts davon erst einen Mathe-Bachelor zu machen, wenn man weiss, dass man später mal im Bereich FEM oder mathematische Modellierung von Feldern arbeiten möchte. Euch mag das nicht so gegangen sein, aber manch einer weiss schon recht früh, was er mal machen möchte...

So nen Mischstudiengang mit Numerik, Physik und Ingenieurswesen ist sicherlich auch interessanter und abwechslungsreicher als ein reiner Ein-Fach-Bachelor...

Und wenn das Universitäten wie die TUM oder die RWTH anbieten, dann besteht an diesen Leuten auch Bedarf...

Ich verstehe nicht, warum immer alle was Generelles studieren sollen...
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 16 März 2013 - 12:49:05    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:

Ich halte nichts davon erst einen Mathe-Bachelor zu machen, wenn man weiss, dass man später mal im Bereich FEM oder mathematische Modellierung von Feldern arbeiten möchte. Euch mag das nicht so gegangen sein, aber manch einer weiss schon recht früh, was er mal machen möchte...

So nen Mischstudiengang mit Numerik, Physik und Ingenieurswesen ist sicherlich auch interessanter und abwechslungsreicher als ein reiner Ein-Fach-Bachelor...


ausserdem beschneidet man seine möglichkeiten damit nicht zwangsläufig. man kann sich im master immer noch umorientieren, so wie ich beispielsweise mit einem wing etechnik bachelor einer fh zu den uni master programmen ingenieurinformatik (uni paderborn) oder elektro-/informationstechnik (uni hannover, paderborn, tu braunschweig) zugelassen werde. die eigene fh ermöglicht dann auch einen master in bwl und die wing-programme stehen auch offen.
mit CES stehen die chancen für einen ingenieurwissenschaftlichen master bestimmt gut (mechatronik, maschinenbau, informationstechnik...).

allerdings hat Lenii niemals erwähnt, dass sie unbedingt CES studieren will. ich würde den studiengang niemandem empfehlen, der sich noch orientieren will und gar nicht weiß, wo es hingehen soll.
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