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2 Kinder: MuK, Jura oder Oecotrophologie studieren?
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Foren-Übersicht -> Studium allgemein -> 2 Kinder: MuK, Jura oder Oecotrophologie studieren?
 
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Tildaline
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Anmeldungsdatum: 09.03.2013
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 04:33:38    Titel: 2 Kinder: MuK, Jura oder Oecotrophologie studieren?

Hallo ihr Lieben!

Ich bin 26 Jahre alt, habe 2 Kinder im Alter von 1 und fast 3 und möchte zum Wintersemester 2013 /14 ein Studium aufnehmen. Nach meinem Abitur ( 1,5) bin ich Rumgereist, habe dann eine hauswirtschaftliche Ausbildung gemacht. Danach wollte ich eigentlich Oecotrophologie studieren, bin jedoch am Ende der Ausbildung schwanger geworden. Wir haben uns entschlossen, dass ich erstmal Kinderzeit mache, haben dann noch schnell ein Geschwisterchen nachgelegt.
Nun möchte ich doch noch studieren, obwohl unsere Situation etwas schwierig ist: Mein Freund hat eine Landwirtschaft und damit sind wir eigentlich absolut ausgelastet. Er arbeitet von 6.00 - 18.30, in den Erntezeiten auch gerne mal bis nachts. Unsere Kinder könnten bis 17.00 in die Kita gehen, wobei ich das nicht gerne jeden Tag bis 17 Uhr ausreizen würde und dann lieber lerne, wenn die Kiddies im Bett sind.
Mein Traumstudium wäre mittlerweile Medien- und Kommunikationswissenschaften mit Nebenfach Politik. Nun habe ich aber schon unendlich oft lesen müssen, dass das eine brotlose Kunst sei und man eher als Dauerpraktikant stirbt, bevor es eine Festanstellung gibt. Jura wäre für mich die Vernunftlösung. Oecotrophologie hat mich auch immer sehr interessiert, jedoch traue ich mich kaum mehr, dies in Erwägung zu ziehen, da ich sowas von " raus" bin aus dem Naturwissenschaften.

Welches Studienfach lässt sich am besten viel von Zuhause aus studieren? Ich habe nun von vielen Seiten gehört, dass man Jura auch prima im Selbststudium lernen kann. Ich würde nämlich nicht unbedingt an 5 Tagen die Woche zur Uni, eher an 3 Tagen. Habt ihr eine Meinung dazu? Dann lässt mich teilhaben! Danke.
.rOYAL
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Anmeldungsdatum: 12.12.2012
Beiträge: 325
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BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 09:00:31    Titel:

Ich kann nur für (bzw. gegen) Jus sprechen.
Ganz so frei wie es früher einmal war ist das Jus-Studium heute nicht mehr; freilich immer noch wohl mit dasjenige, das dem Studenten die größten Freiräume bietet.
In den ersten Semestern ist i.d.R. der Besuch einiger AGs Pflicht, dazu ggf. Anwesenheitspflicht für den Fremdsprachennachweis. Auch die Schlüsselqualifikation ist ohne regelmäßige Anwesenheit nicht zu machen.
Hausarbeiten lassen sich nicht von zu Hause aus schreiben, dazu ist der mehrwöchige Aufenthalt in einer juristischen Bibliothek nötig. Dasselbe gilt für die Seminar- und für die Studienarbeit.
Zum Pflichtprogramm gehören ferner drei Monate Praktikum, die du außer Haus abzuleisten hast.

Aber das sei nur nebenbei erwähnt. Zu betonen ist vielmehr:

Jus ist schon lange kein "Vernunftstudium" mehr. Der Markt ist proppevoll. Der Durchschnitts-Absolvent kann mit einem Einkommen rechnen, das mit Länge und Anspruch des Studiums in keinem vernünftigen Verhältnis steht. Wer sich als Einzelanwalt durchschlagen will, macht im Schnitt erstmal jahrelang ein Minus, bevor er überhaupt anfängt Geld zu verdienen. Dazu bist du wegen der LWS noch örtlich unflexibel, was deine Perspektiven noch einmal verschlechtert.

Keine Frage, Jus ist ein großartiges Studium und ich würde es gegen kein anderes eintauschen wollen. Aber die Entscheidung dafür ist alles andere als vernünftig.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 09:24:52    Titel:

Von Jura würde ich dir - so, wie du deine Situation schilderst - auch dringend abraten.

Zum einen musst du bedenken, dass die Ausbildung zum Volljuristen sehr lange dauert - du musst (einschließlich des Referendariates) schon mit etwa sieben Jahren rechnen, bis du ganz fertig bist und endlich "richtig" Geld verdienst.

Das Hauptproblem ist aber folgendes: Die ersten drei Jahre lässt sich Jura zwar noch relativ problemlos und mit moderatem Zeitaufwand in großen Teilen auch von zu Hause aus studieren. Dann beginnt aber irgendwann die Phase der Vorbereitung auf das erste Staatsexamen, die im Regelfall etwa ein Jahr dauert und die äußerst arbeitsintensiv und auch sehr nervenzehrend ist. Wenn du damit durch bist, kommt das erste Staatsexamen, dann beginnt das zweijähriger Referendariat, das gleichzeitig die (ebenfalls sehr arbeitsintensive und nervenzehrende) Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen darstellt, und dann kommt das zweite Examen. Du musst also mit einem Zeitraum von etwa drei Jahren rechnen, in denen du ständig intensiv lernen musst und nervlich stark belastet bist.

Ob man sich das mit zwei kleinen Kindern antun will, würde ich mir wirklich sehr gut überlegen, gerade wenn - wie es bei dir anklingt - Jura dich eigentlich gar nicht so sehr interessiert, sondern das ist, was du für eine "Vernunftlösung" hältst.

Um Jura zu studieren, sollte man wirklich "voll hinter dem Fach" stehen, sonst wird die sehr lange Examensphase noch härter, als sie ohnehin schon ist.

Und vor allem sollte man sich bewusst sein, dass die meisten Juristen ihr Examen mit "ausreichend" oder "befriedigend" abschließen und der Arbeitsmarkt wirklich ziemlich überlaufen ist. Man sollte sich auch unbedingt schon vorher überlegen, welches berufliche Ziel man am Ende eigentlich anstrebt und wie die Perspektiven dort aussehen - und ob sich der ganze Aufwand und das Risiko wirklich lohnen.

Versteh mich nicht falsch, ich will nicht generell vom Jura-Studium abraten (ich bin selbst Juristin und sehr glücklich in meinem Beruf), aber in deiner Situation - so quasi als "Notlösung" mit zwei kleinen Kindern und einem Partner, in dessen Betrieb du vielleicht auch mal einspringen musst - scheint mir die Idee wirklich ziemlich problematisch.

Wenn du Jura trotz allem ernsthaft in Betracht ziehst, dann überleg dir unbedingt vorher, was du damit am Ende eigentlich machen willst, und erkundige dich zielgerichtet nach den diesbezüglichen Jobaussichten in deiner Region.
Tildaline
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Anmeldungsdatum: 09.03.2013
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 09:47:16    Titel:

Danke schonmal für eure Antworten. Das hört sich nicht so an, als ob ich Jura studieren könnte. Und ihr habt recht, als Not- oder Vernunftslösung nicht zu empfehlen. Aber vielleicht gibt es ja noch jemanden, der das ganz anders sieht... Aber ich denke, ihr schildert es schon recht objektiv.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 10:02:42    Titel:

Ja, wie gesagt... ich selbst würde Jura jederzeit wieder studieren, für mich ist es einfach ein tolles Fach.

Aber ich weiß eben auch, welche Abstriche ich in Bezug auf Dinge wie etwa meine Partnerschaft während der sehr langen Examensphasen machen musste, um die Noten zu bekommen, die ich für meinen Wunschberuf brauchte - und wenn ich dazu noch zwei kleine Kinder gehabt hätte, hätte ich wirklich kaum gewusst, wie ich das hätte machen sollen. Den Partner kann man - wenn er ein gewisses Verständnis mitbringt - ja schon mal einige Zeit vernachlässigen, aber bei kleinen Kindern ist das aus meiner Sicht einfach Zeit, die man später nicht mehr nachholen kann. In deinem Fall käme zudem ja noch hinzu, dass dein Partner einen sehr zeitaufwendigen Betrieb hat, bei dem er selbst für die Kinderbetreuung auch nicht viel Zeit hat und zudem vermutlich in Stoßphasen auch gerne mal deine Hilfe hätte.

Und bei Jura sind wegen des ziemlich überlaufenen Arbeitsmarktes die Chancen, dass man am Ende trotz aller Mühen nicht den Beruf erreicht, den man gerne gehabt hätte, eben nicht so gering.

Was für eine Art von Tätigkeit würde dir nach einem Jurastudium denn überhaupt vorschweben?
Tildaline
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Anmeldungsdatum: 09.03.2013
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 11:10:24    Titel:

Wie man an diesem Thread sieht, ist der Markt wirklich von Juristen überschwemmt! Wink Danke nochmal für die ausführlichen Antworten und das ich eure Zeit stehlen darf.
Wenn ich Jura studieren würde, dann wäre ich am liebsten im politischen Bereich tätig. Oder als Rechtsberater in einem Wirtschaftsunternehmen. Richterin käme für mich 0,0 n Frage.

Gibt's denn Oecos oder WuK Studenten hier? Wie ist hier die Vereinbakeit mit Kindern?
wasp
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Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beiträge: 2718

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 19:46:38    Titel:

Ich bin selbst zwar kein Jurist, aber kenne das Studium von einem guten Bekannten und seinen Freunden. Die sind gerade mit dem zweiten Staatsexamen fertig bzw. durchgefallen und wenn ich die ganzen Jahre zurückblicke, wüsste ich keinen einzigen Grund dieses Studium studieren zu wollen. Klar, es ist sehr interessant und die möglichen Berufe danach sicherlich auch. Aber das Studium ist so unberechenbar, schwer und frustrierend...da würde ich jedes in Frage kommende Alternativstudium vorziehen. Und bei deiner geschilderten Situation würde ich mir diesen Schuh nicht anziehen.

Wie schon geschrieben wurde: Selbst wenn es am Anfang klappt, kommt der Kracher gegen Ende. Wenn du jetzt schon Kinder und somit einen gewissen Druck hast, einen Beruf schnell und möglichst problemlos erreichen zu müssen, dann ist das Jurastudium definitiv die schlechteste Möglichkeit: Viel zu gefährlich es nicht oder erst nach vielen Jahren zu beenden. Ein Studium mit Aufbau Bachelor+MAster würde mir an deiner Stelle ein wesentlich beruhigerendes Gefühl geben.
An dieser Stelle rate ich dazu dich ausfühlich mit dem Studienaufbau (Staatsexamen) zu beschäftigen und mit dem anderen genannten Modell zu vergleichen.

Kurz gesagt:
Bei Jura merkst du erst am Ende, ob du es schaffst oder nicht. Bei einem BAchelor+Master-Studium merkst du es in den ersten Semestern. Daher das mit der Unsicherheit.
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