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Behandlungsfehler
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Rephlax
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Anmeldungsdatum: 15.02.2013
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 12:04:23    Titel: Behandlungsfehler

Guten Tag,
Angenommen ein Arzt behandelt eine Schnittverletzung und vergisst diese fachmännisch zu reinigen, woraufhin sich diese entzündet und er sie ein weiteres mal öffnen muss um die hygienische Behandlung nachzuholen. Nun bleibt aufgrund dieses Umstandes eine schlimme Narbe zurück, welche ohne Probleme behandelt werden könnte.

Wäre die Entfernung der Narbe eine "Nacherfüllung"?

Angenommen man verweigerte diese kosmetische Behandlung, kann ich dann Schadenersatz "statt" der Leistung fordern
Question
Porfavor
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Anmeldungsdatum: 18.11.2008
Beiträge: 1477
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 22:07:18    Titel:

Nacherfüllung gibt es nur beim Kaufvertrag und Werkvertrag, nicht beim Dienstvertrag. Wink (wobei das dann wohl der weitergehende primäre Erfüllungsanspruch wäre). Der Arzt erfüllt vermutlich eher einen Dienstvertrag, sollte aber wohl im Einzelfall zu beurteilen sein. Der Arzt kann also auch beim Dienstvertrag noch erfüllen. Schadensersatz statt der Leistung sollte dann kaum mehr möglich sein, ist doch aber auch nicht notwendig, kann ja neben der Leistung wegen Schlechtleistung geltend gemacht werden.

Ich hatte jetzt einen Fall bzgl. § 223 StGB erwartet. Wink
.rOYAL
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Anmeldungsdatum: 12.12.2012
Beiträge: 325
Wohnort: FFM

BeitragVerfasst am: 10 März 2013 - 23:29:25    Titel:

Es besteht ein Behandlungsvertrag, auf den gem. § 630b die Vorschriften über den Dienstvertrag anwendbar sind.

Das Dienstvertragsrecht kennt kein eigenes Haftungsregime. Hinsichtlich der pflichtwidrigen Behandlung kommen demnach die allgemeinen Regeln über die Leistungsstörung zur Anwendung.

Die Narbe ist mittelbare Folge des Behandlungsfehlers, der eine PV nach § 280 I 1 darstellt, und verletzt das Integritätsinteresse des Patienten. Die Entfernung kann demnach als SE neben der Leistung verlangt werden.
Rephlax
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Anmeldungsdatum: 15.02.2013
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 11 März 2013 - 20:09:17    Titel:

Vielen Dank! Habt ihr zufällig auch eine Ahnung, ob ich dann "Schmerzensgeld" in voller Höhe oder lediglich in der Höhe der Operationskosten für eine Entfernung des Behandlungsfehlers beanspruchen kann. Nach § 253 II BGB würde ich eher auf ersteres tippen.
MfG
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