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Überstuden Verbot durch Arbeitgeber
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starter_ges_oek
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Anmeldungsdatum: 12.01.2013
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2013 - 17:27:49    Titel: Überstuden Verbot durch Arbeitgeber

Hallo,

ich habe ein auf den ersten Blick etwas kuriose Frage zum Thema Überstunden...

Kann der Arbeitgeber Überstunden verbieten, obwohl man diese nur freiwillig macht um seine Aufgaben gewissenhaft und gründlich fertig stellen zu können und man dabei freiwillig sogar auf Bezahlung oder Freizeitausgleich verzichtet?
Otscho
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1429

BeitragVerfasst am: 19 Jul 2013 - 09:34:46    Titel:

Zur Begrifflichkeit:
Eine Überstunde ist nur das, was der Arbeitgeber anordnet. Wenn du freiwillig länger arbeitest, dann ist das keine Überstunde, der Arbeitgeber kann also auch keine Überstunde verbieten.

Ansonsten gilt das Arbeitszeitgesetz, du darfst nur 10h am Tag arbeiten. Der Arbeitgeber muss auch seiner Pflicht nachkommen und überprüfen, ob du dies einhältst. Wenn du also schon 10h am Arbeitsplatz sitzt muss er dich im Grunde nach Hause schicken. Dass das in der Praxis nicht immer so läuft ist klar...
anuki
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 12.08.2013
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 12 Aug 2013 - 15:45:13    Titel:

das its ja mal interessant. hab ich noch nie gehört!
giusii
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 28.08.2013
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 28 Aug 2013 - 21:14:30    Titel:

das ist ja heftig..
quatsch
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Moderator


Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3497

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2013 - 11:04:51    Titel:

Man kann das auch etwas weiter fassen: Letztlich handelt es sich hier um eine Arbeitsschutzvorschrift, und für deren Einhaltung ist der Arbeitgeber verantwortlich, auch wenn der Arbeitnehmer Dinge freiwillig macht. Es kommt natürlich immer wieder vor, dass Leute aus Übereifer z. B. ohne geeignete Schutzkleidung arbeiten (wollen). Wenn der Arbeitgeber davon Kenntnis hat, muss er das unterbinden, sonst kann er Ärger kriegen (ebenso muss er natürlich bis zu einem gewissen Grade aktiv werden, einfach Augen und Ohren zu geht nicht, dabei sind die Grenzen natürlich schwer festzulegen).
golomjanka
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Anmeldungsdatum: 14.12.2012
Beiträge: 2449
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2013 - 16:19:21    Titel: Re: Überstuden Verbot durch Arbeitgeber

starter_ges_oek hat folgendes geschrieben:
Hallo,

Kann der Arbeitgeber Überstunden verbieten, obwohl man diese nur freiwillig macht um seine Aufgaben gewissenhaft und gründlich fertig stellen zu können und man dabei freiwillig sogar auf Bezahlung oder Freizeitausgleich verzichtet?


Ja!
Und zwar aus folgenden Gründen:

1. Der AN in Vollzeit unterliegt in seinen Handlungen um seine Arbeitskraft der Verpflichtung, sie bestmöglich zu erhalten und zu reproduzieren, sie während der Vertragszeit zumindest nicht ungewöhnlich einzuschränken. Deshalb ist zum Beispiel für AN eine Anzeigepflicht von Nebentätigkeit beim AG Pflicht. Der AG kann sie auch untersagen und bei Verstößen fristlos kündigen. Das trifft auch zu, wenn die Arbeit selbständigen Charakter hat, also nicht für andere getätigt wird oder sogar nur Hobby-Charakter hat.
Tatsächlich hängt also die Einschätzung der Erhaltung der Leistungsfähigkeit hier von der subjektiven Einschätzung des AG ab, der relativ willkürlich Arbeitsbelastungen für seine AN ausschließen kann.
Wenn der AG einschätzt, dass eine freiwillige Arbeit über die normale Arbeitszeit hinaus die Arbeitskraft des AN beschädigt, kann er sie verbieten.

2. Bestimmte rechtliche Verpflichtungen obliegen dem AG auch dann, wenn er keinen Lohn bezahlt. Angefangen von Versicherungen während der Tätigkeit bis hin zu Aufsichts- und Kontrollpflichten bestimmter Tätigkeiten. Verletzung dessen können sowohl gegen ihn, als auch gegen Dritte zu Haftungen führen.

3. Der AG hat die Hoheit über die Produktion von Waren und Dienstleistungen seines Unternehmens. Der AN hat in der Regel weder Einblick, ob seine Arbeit gerade dienlich dem Unternehmen ist oder nicht, noch die prinzipielle Rahmenbedingungen im Auge. So kann zum Beispiel eine frühere Fertigstellung höhere Kosten verursachen. Man stelle sich mal vor, ein Ernte-Mitarbeiter beginnt ohne betriebliche Abstimmung mit der Ernte und erntet und erntet in freiwilligen Überstunden mehr, als vielleicht an Kühlfläche zur Verfügung steht. Nicht jede Arbeit, die dem AN als sinnvoll erscheint, ist sinnvoll. Sie kann auch großen Schaden bedeuten.
Ein AN verletzt prinzipiell seine Arbeitspflichten, wenn er nicht genau das macht, was ihm für eine bestimmte Zeit aufgetragen wurde.
Weitere Stichworte sind Ressourceneinteilung, Nebenkosten und Opportunitätskosten

4. Ein eher seltener Grund, aber durchaus nachvollziehbar wäre, dass der AG, gerade in kleineren Betrieben, keine moralische Schuld der zusätzlichen Ausbeutung anderer Arbeitskraft aufhalden will. Es ist einfach auch unangenehm, wenn sich Einzelne in ein Licht besonderer Arbeitshingabe stellen und damit ihren Wert in der Firma dem Schein nach erhöhen. Das sind ja dann auch meistens die, die dann an späterem Zeitpunkt dem Unternehmen bewusst oder unbewusst Schaden zufügen, weil sie unter vermeintlicher Nichtwürdigung ihrer besonderen Leistungen leiden.
Mit gewissen Einschränkungen kann sowas wegen der Verletzung des Betriebsklimas zu Abmahnungen führen. Ziemlich bekannt sind die Beispiele von Pausendurcharbeitung, die von AG als unerwünscht erklärt sind und trotzdem missachtet werden. Der AG verliert damit die Möglichkeit, Leistungen zwischen AN zu vergleichen.
julia2013
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 02.10.2013
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 02 Okt 2013 - 13:14:13    Titel:

als was arbeitest du bitte nochmal....aber du willst deine arbeit richtig machen und das freiwillig länger...da klingelt bei mir die versicherung der firma und fragt das die mitabrbeiter nicht versichert sind
Rita985
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Anmeldungsdatum: 23.11.2013
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2013 - 11:48:45    Titel:

Um es kurz zu machen ja das kann er so machen
konstantin87
Valued Contributor
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Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5985

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2013 - 12:42:44    Titel:

Rita985 hat folgendes geschrieben:
Um es kurz zu machen ja das kann er so machen


der arbeitgeber kann es verbieten, aber eine kontrolle ist nur schwierig möglich, ausser wenn man nicht nur den arbeitsbeginn sowie -ende stempelt, sondern auch jede pause.

es macht aber kein sinn, dass der arbeitgeber dies verbietet, ausser wenn ihm der betriebsrat im nacken sitzt, weil es derart viele überstunden gibt oder immer mehr arbeitnehmer vor dem "burnout"/depressionen stehen. dann macht man die mehrarbeit aber selten völlig freiwillig. davon abgesehen würde sich normalerweise jeder arbeitgeber über einen so motivierten angestellten freuen, ausser haufenweise betriebsunfälle gehen auf sein konto.
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