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Biologie oder Physik studieren?
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ukulelee
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Anmeldungsdatum: 08.02.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2013 - 15:35:00    Titel: Biologie oder Physik studieren?

Hallo, Very Happy

wieder so ein Thread, der von Entscheidungsfreude zeugt.
Wie der Titel schon sagt, muss ich nun zwischen einem Studium der Biologie oder Physik wählen. Das Hadern kam plötzlich mit den Zulassungen und ich hoffe einfach, dass ich hier evtl. einige Anregungen bekomme.

Ich muss sagen, dass ich gerade keine Ahnung habe, welches Fach mich mehr interessiert.
Ich hab Biologie und Chemie in der Oberstufe abgewählt, könnte mir aber vorstellen, dass es interessant sein kann, sich auf Neues im Studium einzulassen. Im Master könnte man sich ja theoretisch auf ein Gebiet spezialisieren, das einen besonders packt. Umweltschutz, medizinische Grundlagenforschung vielleicht. Ich bin aber etwas skeptisch, ob das auch unproblematisch geht. Das fängt doch bestimmt bei dem geringen Angebot von Masterstudiengängen an. Biologie soll als Studienfach zudem noch ziemlich überlaufen sein.

Physik hatte ich als LK und es hat mir eigentlich Spaß gemacht, wie man Naturvorgänge so gut mathematisch beschreiben konnte. So schön passend, dass man auch Vorhersagen treffen kann. Allerdings hab ich schon etwas Angst, dass mir das Studium dann doch zu trocken sein könnte. Und so weltfremd, wenn man nicht gerade technikaffin ist.
Doch die angeblich so tollen Berufschancen klingen verlockend: Physiker seien fast überall zu gebrauchen (also auch in nicht-primär-physikalischen Fachgebieten) wegen ihres Know-Hows oder ihrer Ausdauer im Umgang mit schwierigen Problemstellungen. Ob das glaubwürdig ist?

Mit Physik wär ich quasi auf der sicheren Seite: Es lag mir in der Schule und Biologie wäre erst mal viel Auswendiglernen. Und wie ist es mit ethisch fragwürdigen Forschungsgebieten? Die Biologie geht nicht so exakt vor wie die Physik in der Erkenntnisgewinnung (klar, kann sie auch nicht), daher habe ich den Eindruck, dass es bedenklich ist, auf noch ungewissen Erkenntnissen Anwendungen o.ä. aufzubauen, die weitreichende Folgen haben könnten. Gentechnik etwa, oder Pränataldiagnostik. Andererseits muss man irgendwo ansetzen bei der Forschung.

Ich werde die Tage versuchen, mir die Studieninhalte nochmal genauer vor Augen zu führen, dennoch wäre ich sehr froh, wenn jemand seine Eindrücke beschreiben könnte, oder was ihn/sie an dem einen Fach so begeistert..

Grüße
Cheater!
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Anmeldungsdatum: 28.10.2007
Beiträge: 5224
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2013 - 17:33:06    Titel:

Wo bzw. als was möchtest du denn später mal arbeiten?
ukulelee
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Anmeldungsdatum: 08.02.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2013 - 20:59:59    Titel:

Wenn ich das wüsste.. Bisher verfolge ich kein konkretes Ziel, nur würde ich gerne etwas "Sinnvolles" tun. Wie bereits erwähnt Umweltschutz oder Forschung in die medizinische Richtung. Möglichst interdisziplinär, glaub ich.
Ich will mich gar nicht festlegen, weil ich noch so wenig über so was Bescheid weiß.

Wichtig wär mir, dass ich hinter dem woran ich arbeite stehen kann, was voraussetzt, dass ich das, was ich tue, auch wirklich verstehe.
Das war auch immer der Reiz an der Physik, dass man auf (meist) völlig logisch nachvollziehbarem Wege zu Erkenntnissen gelangt, wohingegen die Biologie auf mich eher wie eine beobachtende Disziplin wirkt, die größtenteils auf Grundlage von Messdaten auswertet und sich grob gesagt bestenfalls der Chemie bedient. Wobei die wiederum (in der Schule zumindest) für mich den Eindruck von abstrakten Modellen macht, die verwandt wurden, weil sie nun mal Beobachtungen erklären konnten.

Ich will gar nicht über die Fächer urteilen, sondern beschreibe nur, wie sie in der Schule auf mich gewirkt haben und hoffe, dass da jemand widerspricht, weil er einiges anders sieht als ich gerade.
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2013 - 21:35:39    Titel:

wie wärs mit dem studiengang medizintechnik?
LucLeBuc
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Anmeldungsdatum: 06.07.2013
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2013 - 09:08:07    Titel:

ukulelee hat folgendes geschrieben:
... wohingegen die Biologie auf mich eher wie eine beobachtende Disziplin wirkt, die größtenteils auf Grundlage von Messdaten auswertet und sich grob gesagt bestenfalls der Chemie bedient...


Bis jetzt hat kein Forscher nachgewiesen, ob die Theorie mit den Fotosystemen und Komplexen in der Pflanze wirklich so exisiteren, wie sie in Lehrbüchern beschrieben werden.
Niemand konnte bis jetzt den genauen Ablauf der Proteinbiosynthese festhalten/sehen.
In der Evolution gibt es so viel unerforschtes und massenweise (sehr abstrakte) Theorien.
Nicht abstrakt genug?
Und grob bestenfalls der Chemie bedient, wage ich zu bezweifeln. Hast du dir mal Modulhandbücher zum Biostudium angeschaut?
Da gibts Mathe und Physik und das ist im späteren Leben sicher nicht ganz unvorteilhaft.
Und jetzt erzähl mir nicht, dass sich Physik nicht teilweise (je nach Ausrichtung) auch auf die Auswertung von Messdaten bezieht und sich lediglich der Mathematik bedient Wink

Aber so wie das klingt, hast du eh schon beschlossen, Physik zu studieren. Alles über Bio klingt leicht negativ.
supernova85
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Anmeldungsdatum: 13.03.2013
Beiträge: 312

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2013 - 13:42:49    Titel:

Zitat:

Das war auch immer der Reiz an der Physik, dass man auf (meist) völlig logisch nachvollziehbarem Wege zu Erkenntnissen gelangt, wohingegen die Biologie auf mich eher wie eine beobachtende Disziplin wirkt, die größtenteils auf Grundlage von Messdaten auswertet und sich grob gesagt bestenfalls der Chemie bedient. Wobei die wiederum (in der Schule zumindest) für mich den Eindruck von abstrakten Modellen macht, die verwandt wurden, weil sie nun mal Beobachtungen erklären konnten.


Du bringst einiges durcheinander. Beobachtung (Beobachten, Messen, Daten Sammeln, ...) ist der erste Schritt zum Erkenntnisgewinn in den Naturwissenschaften (u.a. Physik). Nicht der Erkenntnisgewinn sondern die Theoriebildung in der Physik entsteht durch mathematische Modellbildung und theoretische Überlegungen auf logischer Basis. Ein großer Unterschied zwischen den Naturwissenschaften und Geistwissenschaften besteht darin, dass in Naturwissenschaften die Theorien durch wiederholbare Experimente falsifiziert werden können (daher kann man dort auch von Erkenntnisgewinn sprechen). Die Auswertung der Daten aus Experimenten ist ein wichtiger Bestandteil -mehr oder weniger- aller Naturwissenschaften. Nicht nur in der Biologie sondern auch in der Physik muss man (in manchen Disziplinen weit mehr als Bio) Daten auswerten. Um ehrlich zu sein ist mir keine Wissenschaftsdisziplin bekannt, wobei man mit der Auswertung größerer Datenmengen als in der Hochenergie- und Elementarteilchenphysik zu tun hat.

Physik ist die grundlegendste Naturwissenschaft. Daher gibt es nicht viele naturwissenschaftliche Forschungszweige oder Technologien, die nicht auf irgendeine Art und Weise zumindest teilweise auf Physik basieren. Trotzdem gehören deine Wunschtätigkeiten (Umweltschutz und Grundlagenforschung in Medizin) wahrscheinlich zu den Forschungsgebieten, in denen sehr wenig Physik angewandt werden kann. Meiner Meinung nach passt ein Biologiestudium viel besser zu deinen Berufswünschen.

Ein Kompromiss wäre z.B. das Biophysikstudium. Falls es jetzt zu spät ist dich für Biophysik zu bewerben, kannst du ein oder zwei Semester Physik oder Biologie studieren und dann zu Biophysik wechseln damit du deinen Berufswünschen näher kommst.
ukulelee
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Anmeldungsdatum: 08.02.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2013 - 19:50:21    Titel:

Oh, danke euch für eure Antworten!

konstantin87 hat folgendes geschrieben:
wie wärs mit dem studiengang medizintechnik?

Bisher hab ich noch keine Zulassung für den Studiengang (Medizinphysik) erhalten, vorher würde ich aber doch gerne wissen, in welche Richtung es mich eher verschlagen soll. Ich bin nicht gerade sehr interessiert in Technik und abgesehen von einigem medizinischen Grundwissen, schätze ich, ist sie dann Hauptbestandteil späterer Berufe. Dennoch beworben hab ich mich dafür, weil ich nicht ausschließen kann, dass es mir doch gefallen könnte.. Ich bin mir soo unsicher.

LucLeBuc hat folgendes geschrieben:
Aber so wie das klingt, hast du eh schon beschlossen, Physik zu studieren. Alles über Bio klingt leicht negativ.

Nicht ganz. Ich kann mir schon vorstellen, dass Biologie interessant sein könnte und Physik zu trocken. Mit Physik fühle ich mich nur eher auf der sicheren Seite, weil sie so logisch aufgebaut ist.
Mir ist schon bewusst, dass Datenauswertung auch dort unerlässlich ist. Aber man konnte die Ergebnisse nachvollziehen, weil sie so gut mathematisch zu berechnen waren (auf Grundlage der Theorien).
In Chemie hingegen wurden uns - zumindest in der Schule (aber ich weiß ja nicht, ob das im Studium auch so aussehen wird) - pseudologische Zusammenhänge aufgetischt, die man dann auswendig lernen konnte, weil sie ja nicht irgendwie herleitbar waren. Die eine Molekülgruppe hat mit dieser reagiert, obwohl sie genauso gut mit einer anderen hätte können, aber es ist halt so. Punkt. Keine weitere Erklärung.
Ich hab Angst, dass das Studium auch so aussehen könnte, dass Modelle einfach nicht nachvollziehbar sind und ich auf Grundlage von stur Auswendiggelerntem weiterarbeiten muss. Das meinte ich eigentlich mit "beobachtend", aber ich merk schon, dass das sehr missverständlich war. Auch weil ich die Theorien in der Physik fast schon als selbstverständlich angesehen und nicht bedacht habe, dass in den anderen Fächern auch eine Theorie als Grundlage dient. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt wirklich verständlich machen konnte. Grob gesagt sind meine größten Bedenken, dass ich die Theorien in der Biologie und Chemie einfach nicht logisch nachvollziehen kann und mich von einem Auswendiggelerntem zum anderen hangeln muss. Das würde mir wahrscheinlich keinen Spaß machen und daher will ich gerne wissen, wie die Eindrücke von anderen Leuten sind. Vielleicht stellt sich ein tieferes Verständnis noch ein?

Und kennt niemand Physiker, die in einem nahezu völlig anderem Gebiet tätig sind, nur weil sie so wegen ihres Know-Hows begehrt sind?
Hm mir wird gerade auch beim Thema Tierversuche mulmig zumute. Soweit ich mich bisher informiert hab, scheint es so, als würden die meisten Biostudiengänge und die Forschung sowieso gar nicht ohne Experimente auskommen, die nicht gerade sehr.. korrekt klingen. Confused
Maluues
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Anmeldungsdatum: 26.11.2008
Beiträge: 66

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2013 - 23:36:23    Titel:

Hallo.

Vorweg, ich studiere Chemie und parallel Mathematik, habe jedoch gewisse Physikvorlesungen aus Interesse gehört.

Aus der Biologie weiß ich von Freunden, dass die Mathe- und Physikvorlesungen ziemlich grundlegend sind.
Ferner hörst du Fächer wie Pflanzenphysiologie, Zoologie o.ä, was dir wohl nicht so liegen würde.
Molekularbiologie, Zellbiologie etc. hören sich ansprechend an, jedoch ist es scheinbar nicht so einfach in diese Bereiche zu kommen, da Biologie scheinbar ziemlich überlaufen sein soll; wie gesagt -> Hörensagen.

Zur Chemie:
Was sind pseudologische Zusammenhänge?
In der Chemie benutzt man Modelle, um sich Sachverhalte zu erklären.
In der Schulchemie sollte man grundlegende Dinge, wie z.B die Oktettregel wohl einigermaßen verinnerlicht haben.
Man fand einen Zusammenhang für bestimmte Elemente des PSE und konnte damit andere Zusammenhänge erklären -> Modell.

Das Chemiestudium beinhaltet viel Stoffchemie, die es zu Lernen gilt.
Bestimmte Reaktionen zeigen nicht unbedingt gleich verlaufende Muster (in der Anorganik z.B), sodass man sich Konzepten bedient (HSAB).
In der Organik findet man dann bspw. gewisse Reaktionsmechanismen, die mit der Zeit und der Tiefe des Studiums mehr Sinn machen.
Die theoretische Chemie beschreibt versucht solche Reaktionsmechanismen durch quantenmechanische Näherungen zu beschreiben.
In der physikalischen und theoretischen Chemie findet man eine stärker physikalische (wie der Name bereits sagt) orientierte Schnittstelle der Chemie.
So sind bspw. die Methoden zur Analyse und Strukturaufklärung von Molekülen (Spektroskopie) nicht gerade einfach im Verständnis.

Chemie ist breit gefächert und schlicht interessant.
Gerade weil es so breit gefächert ist, kann man die dazugehörige Theorie, je nach Spezialisierung, nur oberflächlich betrachten.


Vieles ist logisch, vieles ist einfach zu lernen und anzuwenden und auch ein gewisses Vorstellungsvermögen für den dreidimensionalen Raum sollte man mitbringen.
Dazu eben auch den Willen und eine gewisse Frustresistenz für Praktika, die gut und gerne mal 6 Wochen lang 8h am Tag andauern und zusätzlich noch Protokolle beinhalten.
Zeit bleibt dennoch genug.

Physik:
Physik ist hinsichtlich der Theorie mMn wesentlich schwerer als Chemie.
Für Experimentalphysik (zumind. 1+2) gilt dies nicht unbedingt (natürlich gibt es auch hier schwerere und leichtere Aufgaben, je nach Professor etc.), aber Mathematik und Theoretische Physik sind ein hartes Stück Sitzarbeit.
In Chemie habe ich für meine Übungen 1-2h benötigt (im Schnitt).
In Mathematik sitze ich gut und gerne mal 4-6h an einem Übungsblatt, ggf. mehr.
Dazu kommt noch die Zeit in der man mal zwischendurch an die Aufgaben denkt.
Und z.T hört man eben noch Analysis , Lineare Algebra , Dgl. Vektorana. etc. mit Mathematikern , z.T eben Mathematik für Physiker 1-4 oder so.
Dennoch sind die Aufgaben, besonders im Gegensatz zur Schule, anders.
Zur theo. Physik kann ich nicht viel sagen, da mir hierfür bisher keine Zeit blieb; angeblich soll es aber ein gutes Maß an Mathematik erfordern und ähnlich lernintensiv sein.

Im Übrigen würde ich nicht erwarten, dass man in Physik nichts auswendig zu lernen hat.
Formeln, Sätze, Lemmata müssen sitzen und wiederholt werden.
Physik ist ein hartes Stück Arbeit.

Was ich bisher als sehr interessante Mischung empfunden habe, ist das Studienfach Biophysik.
Man hört hier ziemliche viele ExPe - Vorlesungen, etwas theoretische Physik, etwas Mathematik, viel Chemie und etwas Biologie.
Besonders wenn man in die physikalische Chemie / Biochemie möchte, könnte das Fach durchaus interessant sein.

Hinsichtlich der Forschung raten unsere Doktoranden ab, wenn du nicht gerade ein Überflieger bist.
D.h Regelstudienzeit + Stipendiat + Praktika an Forschungsins. -> Doktor + Stipendiat + Auslandsaufenthalt an renommierter Uni. -> Postdoc. + Stipendiat
Und selbst dann ist die Konkurrenz noch sehr groß.
Festanstellungen sind rar und ab einem gewissen Alter kommt man nicht mehr in die Industrie, da die Konkurrenz jünger ist und Erfahrungen im Bereich von bspw. GMP hat, was einem dann selbst fehlt.
Großes Geld macht man damit meist nicht und einen gewissen Lebensstandard möchte man nach 8 Jahren Studium in der Regel beziehen.

Schau dir mal am Besten Studienpläne der Physik, Chemie, Biologie an und die dazugehörigen Module.
Besuch eine Uni in deiner Nähe und gehe in Fachschaft.
Dort triffst du meist Leute, die gerne plaudern, wenn sie gerade Zeit haben; am Besten mal per Mail einen Termin ausmachen.

Ansonsten helfen ggf. folgende Bücher, um einen Einblick in das Studium zu bekommen:

Für Experimentalphysik:
Giancoli / Halliday

Für Mathematik:
Wirtmüller Skript -> google -> zeigt mMn einen guten Einblick was auf einen zukommt
Forster Analysis -> bereits nach Satz/Beweis/Satz/Beweis; Bedarf etwas Gewöhnung

Für Chemie:
Allgemein -> Mortimer für allg. Chemie Housecroft für Anorganische Chemie

Über die Bücher kannst du ja mal rüberfliegen und die ersten paar Kapitel lesen und ggf. Aufgaben lösen.
Sollte die Physik und Mathematik Spaß machen, dann würde ich wohl stark für ein Physik Studium sprechen.

Gruß
ukulelee
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Anmeldungsdatum: 08.02.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 17 Aug 2013 - 11:43:24    Titel:

Danke für die ausführliche Antwort. Ich hatte schlechte Erfahrungen mit der Schulchemie.Razz

Ich tendiere gerade echt Richtung Biologie, denn ich habe mich schon relativ oft mit Physik- und Mathebüchern fürs Studium auseinandergesetzt, auch Aufgaben bearbeitet, und ich hätte mal Lust auf mehr praktisches Wissen. Physik könnte mir stellenweise zu theoretisch vertieft und daher trocken sein, nicht zuletzt auch wegen der Hochschulmathelastigkeit.
Ich muss den Wunsch aber auch kritisch betrachten, vielleicht hab ich auch nur für den Moment die Nase voll davon, weil ich die letzten Jahre viel damit beschäftigt war und auch mal mit Biologen oder Medizinern mitreden will. Ich bin bin so verwirrt.Confused

Allerdings macht mir jetzt die Arbeitsmarktsituation von Biologen Angst. Ich finde auch in sachlichen Quellen (also nicht nur Foren, in denen die Erfahrungsberichte teilweise echt gruselig ausfallen), dass es stets mehr Absolventen als Stellenangebote gibt. Und die derzeit Berufstätigen sind meist nur befristet beschäftigt.
Ich weiß nicht ganz, ob ich meine Entscheidung dadurch beeinflussen lassen soll. Es gibt sicher einige Leute, die es aus reinem Interesse in das Studienfach gezogen hat, ohne Berufswunsch in dem Gebiet.
Muss mich innerhalb einer Woche nun entscheiden und werd noch irre..

Den Vorschlag von supernova85 hab ich mir im Hinterkopf behalten. Die Uni, an der ich studieren will, bietet im Physikstudium den Schwerpunkt Biophysik an, wobei es auch wieder nur nach einem reinen Physikstudium mit Einführung in die Struktur von Proteinen klingt.
supernova85
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Anmeldungsdatum: 13.03.2013
Beiträge: 312

BeitragVerfasst am: 17 Aug 2013 - 13:34:57    Titel:

ukulelee hat folgendes geschrieben:
In Chemie hingegen wurden uns - zumindest in der Schule (aber ich weiß ja nicht, ob das im Studium auch so aussehen wird) - pseudologische Zusammenhänge aufgetischt, die man dann auswendig lernen konnte, weil sie ja nicht irgendwie herleitbar waren. Die eine Molekülgruppe hat mit dieser reagiert, obwohl sie genauso gut mit einer anderen hätte können, aber es ist halt so. Punkt. Keine weitere Erklärung.


Viele Regeln in der Chemie basieren auf aufwendigen Berechnungen in der Quantenphysik. Z.B. die Form der Atomorbitale können dort bestimmt werden. Wie energiegünstige Bindungsorbitale entstehen, kann (zumindest für sehr einfache Moleküle) dort berechnet werden. Diese Regel sind historisch zwar nicht immer auf der Basis solcher Berechnungen entstanden, aber man konnte später sie besser erklären. Ich weiß allerdings nicht, ob alle Chemiestudenten unabhängig von ihrer Spezialisierung alle solche Berechnungen in Details lernen. Dass man in der Schule ohne solche Berechnungen diese Regeln einführt, ist selbsterklärend. Das ist die Aufgabe der Naturwissenschaftler und Grundlagenforscher allgemeine Regeln und Gesetze zu finden, auf deren Basis die Anwender (Ingenieure, Mediziner, andere Naturwissenschaftler, ...) arbeiten können, damit nicht jedes Mal das Rad neu erfunden wird Wink .

Übrigens, auch in der Physik verwendet man die Distributionen in den Berechnungen, ohne Vorlesungen wie Fourieranalysis II oder Distributionentheorie gehört zu haben.

Zitat:
Und kennt niemand Physiker, die in einem nahezu völlig anderem Gebiet tätig sind, nur weil sie so wegen ihres Know-Hows begehrt sind?


Eine ganze Menge. Zumindest in der Forschung. In vielen Forschungsinstituten, die fast nichts direkt mit der physikalischen Forschung zu tun haben (Biotechnologie, Atmosphärenforschung, Supercomputing, Neurowissenschaftliche Institute, ...), habe ich oft viele Physiker (nicht selten in leitenden Positionen) gesehen. Manche Physiker machen ihre Doktorarbeiten in anderen Fächern wie Mathematik, Chemie oder Ingenieurwesen (ein bekanntes Beispiel ist Frau Merkel, die als Physikerin in Chemie promoviert hat). Ich glaube, dass die meisten solcher Fälle nicht geplant waren. Ein Mitstudent von mir, der später in Mathe promoviert hat, hat erst gegen Ende seines Studiums sich für den Wechsel entschieden. Trotz einer Promotion in Mathematik werden ihm viel Wissen aus einem Mathematikstudium fehlen. I.A. ist es relativ einfach auf der Basis eines Physikstudiums später in einem anderen (Forschungs-)Bereich zu arbeiten. In diesem Fall muss du allerdings -teilweise- viel Wissen nachholen, was natürlich ärgerlich ist. Daher ist es effektiver etwas zu studieren, was zu deinem Berufswunsch passt.

Zitat:

Den Vorschlag von supernova85 hab ich mir im Hinterkopf behalten. Die Uni, an der ich studieren will, bietet im Physikstudium den Schwerpunkt Biophysik an, wobei es auch wieder nur nach einem reinen Physikstudium mit Einführung in die Struktur von Proteinen klingt.


Vorsicht! Das Nebenfach in einem Physikstudium kommt sehr kurz. In Bachelorphysik hast du fast ausschließlich Grundlagenvorlesungen (bis auf sehr wenige Ausnahmen). Voraussichtlich wird der Bioanteil in einem Physikstudium mit späteren Spezialisierung (in Master) in Biophysik weniger als 10% sein (entspricht in etwa 30 ETCS bzw. insgesamt nur eins von 6+4 Semestern). Wie ich gehört habe (genau weiß ich es leider nicht) besteht ein Biophysikstudium fast zur Hälfte aus Physik und Biologie+Chemie. Daher gibt es ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Physikstudium (mit einer späteren Spezialisierung in Biophysik) und einem Biophysikstudium. In einem Physikstudium hast du i.A. keine andere Naturwissenschaften, es sei denn du eine Naturwissenschaft als Nebenfach wählst, wobei der Umfang eines Nebenfachs in einem Physikstudium sehr begrenzt ist. Falls du später etwas in Richtung Umweltschütz oder Medizinische Forschung machen willst, müsstest du als reiner Physiker später viel Stoff nachholen.
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