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Trigger-Strategie
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MasterWizz
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Anmeldungsdatum: 02.09.2013
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2013 - 12:02:04    Titel: Trigger-Strategie

Hi Leute,
wisst ihr, warum wir in der VWL in wiederholten Spielen als Bestrafungsstrategie die Trigger-Strategie ("Wenn du mich einmal betrügst, kooperiere ich nie wieder mit dir") verwenden? Ich habe gelesen, dass es weitaus effizientere Vergeltungsmethoden gibt. Warum gehen soviele Autoren von dieser Annahme aus?

Liebe Grüße und danke für eine schnelle Antwort Smile
punktmatze
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Anmeldungsdatum: 17.04.2009
Beiträge: 168

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2013 - 16:49:52    Titel:

Naja die Idee ist ja zu zeigen, dass eine Situation (Kooperation) die beim Einmaligenspielen in keinem Nashgleichgewicht auftritt. Beim wiederholten Spiel im NGG auftreten kann. Die simpelste Form der Bestrafung ist eben die Grim-Trigger Strategie die du beschrieben hast. Es sind noch etliche weitere Strategien und NGG denkbar, aber was meinst du mit effizientere Vergeltungsmethode?
MasterWizz
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Anmeldungsdatum: 02.09.2013
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2013 - 20:13:33    Titel:

Es gibt ja noch viele andere Bestrafungsstrategien, wie zum Beispiel die Tit for Tat Strategie von Axelrod, die nachgewiesener Maßen eine "bessere" Bestrafungsstrategie darstellt, als die Trigger-Strategie. Warum beziehen wir uns dann nicht auf diese Strategie bei der Untersuchung der Stabilität kollusiver Absprachen?

Es gibt so gut wie keinen Ökonomen, der eine andere Vergeltungsstrategie untersucht. Wisst ihr warum das so ist?
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3096
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 24 Okt 2013 - 01:09:11    Titel:

Der Erfolg von 'Tit for Tat' geht ja davon aus, dass man mehrere Runden mit immer demselben Partner spielt.
+ In der Realitaet sind aber solche 'partnerbeschraenkten' Transaktionen nicht immer vorhanden. Das mag z.B. in der Familie so sein (ich kann mir die Geschwister nicht aussuchen), aber wenn ich umgekehrt einen unzuverlaessigen Internethaendler habe, sind da genug andere, die ich stattdessen auswaehlen kann, anstelle ihm eine 'zweite Chance' zu geben. Hingegen ist in der Diplomatie das 'Tit for Tat' verbreitet, weil es da nur begrenzte Partner gibt.
+ Dann kann ich bei wiederholten Transaktionen nicht immer merken/ueberwachen, ob der Partner seinen Teil des Handels ueberhaupt einhaelt. Wenn also ein Arbeitgeber merkt, dass ein Mitarbeiter eine Ware klaut, wird er auch (idR) fristlos entlassen.
MasterWizz
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Anmeldungsdatum: 02.09.2013
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 24 Okt 2013 - 10:08:42    Titel:

Vielen Dank!!! Eine sehr schöne Antwort Smile
punktmatze
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Anmeldungsdatum: 17.04.2009
Beiträge: 168

BeitragVerfasst am: 24 Okt 2013 - 21:50:05    Titel:

In der VWL versucht man Gleichgewichte zu finden, als Kriterium für das was passieren wird. Hier gibt es entsprechend keine besseren Strategien. Was die beste Strategie ist hängt immer von den Annahmen über die Strategie des Gegenübers ab, kann man natürlich dann einfach welche treffen und austesten, spielt in der Spieltheorie aber keine Rolle, da aufgrund von Rationalitätsannahmen direkt gegenseitig beste Antworten gespielt werden. Das Ergebnis der Nashggwe endet auch jeweils (GrimTrigger, Tit for Tat) im selben Spielverlauf und ist entsprechend gleich gut für die Spieler im NGG. Die Spieltheorie und VWL beschäftigt sich nicht damit herauszufinden welche Strategie wann am besten ist, das ist eher triviales Nebenprodukt. Ziel und Grund der Auseinandersetzung mit Triggerstrategien ist, Kooperationen die man in Experimenten oder in der Realität beobachtet, mit Hilfe der Spieltheorie erklären zu können.

Zitat:
Der Erfolg von 'Tit for Tat' geht ja davon aus, dass man mehrere Runden mit immer demselben Partner spielt.

Davon geht auch die Grim-Trigger Strategie aus (zumindest im klassischen cooperation/defection-spiel), nicht nur das man öfters sondern unendlich oft (bzw mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nochmal) gegen den selben Gegner spielt.
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