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Jurastudium als Ausländer
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sentrix1
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Anmeldungsdatum: 29.01.2014
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 03 März 2014 - 17:25:06    Titel: Jurastudium als Ausländer

Ich habe letztes Jahr mein Abitur auf einer deutschen Auslandsschule in Prag gemacht und habe vor, im Wintersemester 2014 mit dem Studium in Deutschland anzufangen. Ich möchte entweder VWL oder Jura studieren und habe ein paar Fragen zu der zweiten Variante.

Persönlich denke ich, dass das Profil des Studienfachs Jura ein bisschen mehr meiner Persönlichkeit und Fähigkeiten entspricht, da ich eher eine Vorliebe für die Sozialwissenschaften als Mathematik auf dem Gymnasium hatte.

Weil ich ein Ausländer bin, ist meine Muttersprache natürlich anders als Deutsch. Obwohl ich die letzten sieben Jahre in der deutschen Umgebung verbracht habe, habe ich nicht das Gefühl, dass meine Deutschkompetenzen "ausreichend" sind. Es ist mir gleichzeitig klar, dass die die Sprache, bzw. die Fähigkeit, die (deutsche) Sprache zu beherrschen eine notwendige Vorraussetzung eines erfolgreichen Studiums ist. Wass die Muttersprache betrifft, muss ich feststellen, dass meine Kompetenz im Vergleich zu den Anderen sehr gut ist. Das Schreiben und Formulieren von Essays und anderen Texte in der Muttersprache macht mir aufgrund dieser Kompetenz keine Probleme, ganz im Gegenteil. Ich kann allerdings sagen, dass dies nicht der Fall in der Deutschunterricht war, obwohl meine Deutschnote immer überdurchschnittlich (12 Punkte in einer Klasse von Muttersprachler) war.

Trotzdem würde ich gerne fragen: Denken Sie, dass das Sprachhindernis zu bewältigen ist? Ich bin damit einverstanden, dass zumindest die ersten Semestern extrem Schwer wären, bis ich mich an die Nuancen der deutschen Sprache gewöhnt mache. Sollte ich etwas konkreter sprechen, habe ich eine besondere Furcht vor der langsameren Stoffaufnehmung und vor der Schwierigkeiten mit der Formulierung von juristischen Texte, die genau im Jura eine ziemlich wichtige Rolle spielt. Und zweitens, falls sie denken, dass dies zu überwinden ist, welche Uni würden sie bevorzugen? Aufgrund der Lage würde ich gerne nach München (LMU) gehen, allerdings habe ich auch gute Referenzen über Heidelberg, Berlin und Hamburg (Bucerius) empfangen.

Vielen Dank für alle Antworten und bitte um Entschuldigung für alle Sprachfehler.
Sentrix
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 03 März 2014 - 17:54:10    Titel: Re: Jurastudium als Ausländer

sentrix1 hat folgendes geschrieben:

Weil ich ein Ausländer bin, ist meine Muttersprache natürlich anders als Deutsch. Obwohl ich die letzten sieben Jahre in der deutschen Umgebung verbracht habe, habe ich nicht das Gefühl, dass meine Deutschkompetenzen "ausreichend" sind. Es ist mir gleichzeitig klar, dass die die Sprache, bzw. die Fähigkeit, die (deutsche) Sprache zu beherrschen eine notwendige Vorraussetzung eines erfolgreichen Studiums ist.

Trotzdem würde ich gerne fragen: Denken Sie, dass das Sprachhindernis zu bewältigen ist? Sollte ich etwas konkreter sprechen, habe ich eine besondere Furcht vor der langsameren Stoffaufnehmung und vor der Schwierigkeiten mit der Formulierung von juristischen Texte, die genau im Jura eine ziemlich wichtige Rolle spielt.


Jura ist einer der wenigen Studiengänge, wo es für Ausländer richtig schwierig wird, weil dieser Sprachstil (Beamtendeutsch) in Gesetzen selbst für die meisten Deutschen nicht einfach verständlich ist.

Ich zeige dir ein Beispiel: http://dejure.org/gesetze/UStG/3c.html
Wie verständlich ist das für dich?

Es ist sicherlich nicht unmöglich für einen Ausländer, aber ich schätze ein Ausländer muss vergleichsweise deutlich intelligenter und fleißiger als ein Muttersprachler sein um ein Jura-Studium zu schaffen, abhängig davon wie lange er bereits im Land lebt bzw. wie gut seine Deutschkenntnisse sind.
FlyingCircus
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Anmeldungsdatum: 05.08.2009
Beiträge: 469

BeitragVerfasst am: 04 März 2014 - 12:22:44    Titel:

Ich habe sehr viele internationale Studenten betreut, die in Deutschland begonnen haben Jura zu studieren. Auch in meinem Freundeskreis gibt es ein paar. Es war nicht einfach für sie, aber für wen ist Jura das schon? Wenn du Spaß an dem Studiengang hast, denke ich, dass du es schaffen kannst.
Die Texte, die du im Studium schreiben wirst, verlangen Übung. Das heißt, alle Studenten, egal ob Deutscher oder nicht, fangen bei Null an.

Wichtig ist nur, dass du dich traust mit anderen Jura-Studenten zu sprechen.

@konstantin87: Gleich das UStG auszupacken, ist hart. Mit dem BGB kann man sich ja erst einmal in das "Beamtendeutsch" hineinlesen.
Schlumpfine29
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Anmeldungsdatum: 24.02.2014
Beiträge: 38
Wohnort: Mannheim

BeitragVerfasst am: 05 März 2014 - 16:30:58    Titel:

Hallo!

Auch ich kenne ein paar, die aus dem Ausland nach Deutschland kamen, um Jura zu studieren. Und das teilweise mit geringen Deutschkenntnissen. Das war für sie natürlich nicht leicht und manche brauchten auch ein Semester länger. Aber indem man viel mit anderen kommuniziert und liest, kann man in diesem Bereich sehr schnell besser werden.

In deinem Text waren kaum Fehler; wenn du dich also in einer Klausur unter Zeitdruck genauso gut ausdrücken kannst: Versuche es Smile

Ich wünsche dir viel Erfolg Smile
Flauschi
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Senior Member


Anmeldungsdatum: 30.06.2008
Beiträge: 505

BeitragVerfasst am: 06 März 2014 - 11:27:43    Titel:

ich schließ mich schlumpfi an: so gut wie du deinen post formuliert hast, reichts für jura allemal. ich hab an der uni bzw. auch später einige nicht-deutsch-muttersprachler erlebt, und die haben deutlich holpriger gesprochen als du und sind trotzdem durchgekommen. man muss sich halt durchbeißen. und gerade wenn du gut polnisch kannst, ist das im anwaltsberuf ein extremer vorteil. wichtig ist halt die fähigkeit, sich in sprache einzuarbeiten. das müssen auch die deutschen; denn dass es einen unterschied macht, ob "aufgrund eines gesetzes" oder "durch gesetz" gehandelt wird, blickt man auch als deutscher nicht gleich.

bezüglich unis kann ich dir nicht viel sagen, ich glaube die genannten haben alle nen guten ruf. die buccerius in HH ist allerdings glaub ich privat, d.h. teuer...
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