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Sind die Medien in Deutschland objektiv?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Sind die Medien in Deutschland objektiv?
 

Sind die Medien in Deutschland objektiv?
Ja
25%
 25%  [ 9 ]
Nein
74%
 74%  [ 26 ]
Stimmen insgesamt : 35

Autor Nachricht
tokyob
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BeitragVerfasst am: 24 Apr 2016 - 10:00:48    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
na so langsam mußt Du Dich mal entscheiden, das eine Mal akzeptierst Du Hinweise nicht, weil es sich dabei ja nur um eine Splittergruppe handelt und jetzt kommst Du selber mit einer Gruppe "Abweichlern" vom wahren Christentum. Der Gedanke, dass auch der Islam aus vielen Splittern und Strömungen besteht, den hingegen lehnst Du vehement ab. Nun noch mal meine Frage, warm tust Du das? Du bist doch mit den Alewiten bei Deiner Pauschalisierung in eine argumentative Sackgasse gerammelt, versuchst es aber trotzdem immer wieder.


Nee, weil erstens selbst die radikalen Freikirchler nicht aus religioeser Ueberzeugung in Deutschland Sikh-Tempel und Synagogen anzuenden oder Leute ermorden wollen wie es die radikalen Muslims tun.

Und zweitens weil wir ja festgestellt haben dass die Mehrheit der christlichen Kirchen mittlerweile sogar den Wahrheitsgehalt der Bibel in Frage stellt, ( "Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testamentes glauben.“ ...Bultmanns programmatische Eliminierung grundlegender Aussagen des Neuen Testamentes machte die Relativierung der Bibel endgültig hoffähig. Die Grundsätze der von ihm propagierten Bibelauslegung wurden an den theologischen Fakultäten und Seminaren mit der Zeit als einzig erlaubte Methode monopolisiert.).

Umgekehrt findest Du die Meinung "der Qur'an ist absolut unfehlbar" in fast allen muslimischen Glaubensrichtungen. Da ist umgekehrt bisher nur eine Minderheit der Geistlichen -wie bei den Alaviten- der Meinung, dass man den Koran nicht so genau nehmen soll. Ganz im Gegenteil propagieren die geistlichen Anfuehrer der grossen islamischen Staaten wie Iran, Agypten und Saudi-Arabien ihre 'wortgetreue' Auslegung des Islams, waehrend liberale Muslims im wahrsten Sinne des Wortes 'mundtot' gemacht werden. Gerade gestern wieder im Spiegel :

"Extremisten haben im Nordwesten von Bangladesch einen Universitätsprofessor erstochen.. Die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amaaq berichtete, IS-Kämpfer hätten den Mann erstochen, weil dieser zum Atheismus aufgerufen habe. Mutmaßliche Islamisten hatten in den vergangenen Jahren mehrere säkulare Blogger und Aktivisten getötet. Erst Anfang April wurde ein Student, der sich gegen islamischen Fundamentalismus eingesetzt hatte, durch Machetenhiebe und einen Schuss getötet."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/bangladesch-islamischer-staat-bekennt-sich-zu-mord-an-professor-a-1088951.html
tokyob
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BeitragVerfasst am: 24 Apr 2016 - 10:58:25    Titel:

Edit : Zu dem Thema passt der folgende Artikel von heute :

"Die Türkei entsendet fast 1000 konservative Imame in hiesige Ditib-Moscheen. Der Protest gegen diese Praxis wächst in allen Parteien. Ankara kontrolliert rund 900 Moscheen in Deutschland."

Heute übersteigt das Budget der Religionsbehörde den Etat von zwölf türkischen Ministerien, darunter den des Innenministeriums (ohne Polizeietat) und des Außenministeriums.

Die deutsche Politik sieht diese Praxis, Imame aus der Türkei nach Deutschland zu entsenden, die dort ausgebildet wurden und häufig nicht Deutsch sprechen, zunehmend kritisch. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte ... der Dachverband selbst "ist nichts anderes als der verlängerte Arm des türkischen Staates. Statt zu einer echten Religionsgemeinschaft zu werden, macht die türkische Regierung die Ditib immer mehr zu einer politischen Vorfeldorganisation der AKP in Deutschland", warnt Özdemir und fordert: "Die Türkei muss die Muslime endlich freigeben."

Die Bürgermeisterin von Berlin-Neukölln, Franziska Giffey (SPD), sagte der "Welt am Sonntag", sie sehe es kritisch, "wenn Moscheevereine fremdgesteuert sind und dort Imame predigen, die nicht nach dem deutschen Werteverständnis ausgebildet und nicht hier aufgewachsen sind".

Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte : "Die Nähe von Ditib zu Erdogan ist bekannt und mehr als bedenklich, denn die Erdogan-Türkei entfernt sich immer weiter von den Grundwerten des aufgeklärten Europas." Man müsse sich stärker und kritischer mit dem politischen Islam auseinandersetzen, "denn er hintertreibt, dass sich Menschen bei uns integrieren. Die Finanzierung von Moscheen oder islamischen Kindergärten aus dem Ausland, etwa aus der Türkei oder aus Saudi-Arabien muss beendet werden. Alle Imame müssen in Deutschland ausgebildet sein und unsere Grundwerte teilen. Wir können und wollen es nicht akzeptieren, dass andere zum Teil extreme Wertvorstellungen aus dem Ausland importiert werden."

http://www.welt.de/politik/deutschland/article154680761/Kritik-an-Erdogans-tuerkischen-Predigern-in-Deutschland.html

[/b]
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 24 Apr 2016 - 13:33:08    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:

Und zweitens weil wir ja festgestellt haben dass die Mehrheit der christlichen Kirchen mittlerweile sogar den Wahrheitsgehalt der Bibel in Frage stellt,


Wir haben gar nichts festgestellt und von welcher Mehrheit sprichst Du? Ausschlaggebend ist der Papst, es gibt keinen höheren christlichen Vertreter. Gern kann ich Dir auch den offiziellen Katechismus herbeten oder was auch immer. Wie gesagt Du suchst es Dir aus, wie es Dir n den Kram passt. Widdewiddewitt-Geblubber. Und meiner Frage weichst Du weiterhin aus.
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 24 Apr 2016 - 13:35:44    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:
Edit : Zu dem Thema passt der folgende Artikel von heute :

"Die Türkei entsendet fast 1000 konservative Imame in hiesige Ditib-Moscheen. Der Protest gegen diese Praxis wächst in allen Parteien. Ankara kontrolliert rund 900 Moscheen in Deutschland."

Heute übersteigt das Budget der Religionsbehörde den Etat von zwölf türkischen Ministerien, darunter den des Innenministeriums (ohne Polizeietat) und des Außenministeriums.

Die deutsche Politik sieht diese Praxis, Imame aus der Türkei nach Deutschland zu entsenden, die dort ausgebildet wurden und häufig nicht Deutsch sprechen, zunehmend kritisch. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte ... der Dachverband selbst "ist nichts anderes als der verlängerte Arm des türkischen Staates. Statt zu einer echten Religionsgemeinschaft zu werden, macht die türkische Regierung die Ditib immer mehr zu einer politischen Vorfeldorganisation der AKP in Deutschland", warnt Özdemir und fordert: "Die Türkei muss die Muslime endlich freigeben."

Die Bürgermeisterin von Berlin-Neukölln, Franziska Giffey (SPD), sagte der "Welt am Sonntag", sie sehe es kritisch, "wenn Moscheevereine fremdgesteuert sind und dort Imame predigen, die nicht nach dem deutschen Werteverständnis ausgebildet und nicht hier aufgewachsen sind".

Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte : "Die Nähe von Ditib zu Erdogan ist bekannt und mehr als bedenklich, denn die Erdogan-Türkei entfernt sich immer weiter von den Grundwerten des aufgeklärten Europas." Man müsse sich stärker und kritischer mit dem politischen Islam auseinandersetzen, "denn er hintertreibt, dass sich Menschen bei uns integrieren. Die Finanzierung von Moscheen oder islamischen Kindergärten aus dem Ausland, etwa aus der Türkei oder aus Saudi-Arabien muss beendet werden. Alle Imame müssen in Deutschland ausgebildet sein und unsere Grundwerte teilen. Wir können und wollen es nicht akzeptieren, dass andere zum Teil extreme Wertvorstellungen aus dem Ausland importiert werden."

http://www.welt.de/politik/deutschland/article154680761/Kritik-an-Erdogans-tuerkischen-Predigern-in-Deutschland.html

[/b]


Wieviele Imame zur Ausübung eines islamischen Unterrichts bildet Deutschland denn derzeit aus? Man kann natürlich weiterhin so tun als könne man eines Tages statt der Juden die Moslems einer Endlösung zuführen aber Du bist ja kein ..... Laberblubber!
tokyob
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BeitragVerfasst am: 24 Apr 2016 - 14:33:27    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Wir haben gar nichts festgestellt und von welcher Mehrheit sprichst Du? Ausschlaggebend ist der Papst, es gibt keinen höheren christlichen Vertreter. Gern kann ich Dir auch den offiziellen Katechismus herbeten oder was auch immer. Wie gesagt Du suchst es Dir aus, wie es Dir n den Kram passt. Widdewiddewitt-Geblubber. Und meiner Frage weichst Du weiterhin aus.

Deine Unkenntnis ist erschreckend. Nur die Katholiken (in Deutschland sowie weltweit etwa 50 % der Christen) erkennen den Papst als 'hoechsten Vertreter' an.

Aber na gut, was sagt denn die offizielle Website der Katholiken ueber die Bibel :

katholisch.de hat folgendes geschrieben:
"Deren bis zu 3.000 Jahre alte Geschichte ist vielfach nur lückenhaft bekannt. Viele Texte wurden zunächst mündlich überliefert und erst später aufgeschrieben, kopiert, überarbeitet und abgeändert. Was heute Bibel genannt wird, ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Prozesses von Übersetzungen sowie theologischer und textgeschichtlicher Arbeit.

"Durch die Zeitgebundenheit haben wir häufig ein Zugangsproblem zum Text", sagt [emeritierter Professor] Fabry. "Wir müssen uns fragen: Was wollte der Text damals sagen?" Das Musterbeispiel ist für ihn die Frage nach den sieben Tagen der Schöpfung. "Wenn ich auf dem wörtlichen Text beharre, wird man mich unter Umständen nicht mehr ernst nehmen. Wir müssen damalige Denkformen bemühen, um das Ganze ins Heute zu übersetzen".

Obgleich die Bibel in der heutigen Vielstimmigkeit von Religionen, Kulturen und Überzeugungen in Europa nicht mehr die Bedeutung früherer Zeiten hat, steht für Fabry ihre gesellschaftliche Relevanz außer Frage. Viele Texte der Schrift seien im historischen Kontext von Krisenzeiten entstanden, sagt Fabry: "So wie die Heilige Schrift einst Antworten auf tiefe Depressionszeiten gab, müssen wir sie heute wieder verstehen – als Ratgeber und als Weg zu dem, der dieser Welt wirklich Neues zu sagen hat, zu Jesus Christus."

Also auch die Katholiken behaupten keineswegs, dass die Bibel das buchstabengetreue Wort Gottes ist, sondern ueber die Jahrhunderte geaendert wurde und "im historischen Kontext" zu sehen ist.

GENAU DAS ist der Unterschied zwischen Mainstream Christentum und Mainstream Islam.

http://www.katholisch.de/glaube/unsere-bibel/kein-altes-buch
tokyob
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BeitragVerfasst am: 24 Apr 2016 - 15:33:23    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Man kann natürlich weiterhin so tun als könne man eines Tages statt der Juden die Moslems einer Endlösung zuführen aber Du bist ja kein ..... Laberblubber!

Gaehn...den Spruch 'die Moslems sind die neuen Juden' bringst Du immer dann, wenn Dir die Argumente ausgehen :

"De facto sind Muslime meilenweit davon entfernt, die neuen Juden Europas zu sein. Das war schon falsch, als es der damalige Chef des Essener Zentrums für Türkeistudien Faruk Sen 2008 geschrieben hatte, und es ist es auch heute noch. Um das zu belegen, braucht man nicht gleich auf den Zivilisationsbruch Holocaust zu verweisen. Juden schauen auf eine fast 2000-jährige Geschichte der Verfolgung und Diskriminierung in Europa zurück. Muslime sind mit Ausnahme der Mittelmeerregion erst seit ein paar Jahrzehnten in nennenswerte Anzahl zugegen.

Muslime mussten hier noch nie Pogrome befürchten geschweige denn erleben. Der Antisemitismus vor dem Zweiten Weltkrieg wurde von oben, von staatlichen Stellen geschürt. Die Islamfeindlichkeit heute wird von staatlichen Stellen bekämpft - auch wenn hier und da noch mehr Engagement nötig ist. Es gibt zahlreiche muslimische Staaten auf der Welt. Vor allem während der Sarrazin-Debatte spielten einige Muslime mit dem Gedanken, sicherheitshalber lieber in diese Länder auszuwandern. Die Juden hatten bis zur Staatsgründung Israels über Jahrhunderte keinen einzigen sicheren Rückzugsort. Sie waren ihren Peinigern ausgeliefert oder gelangten nach ihrer Flucht über kurz oder lang vom Regen in die Traufe."

Lamya Kaddor ist Publizistin, Islamwissenschaftlerin und Pädagogin. Sie hat mehrere Bücher zum Islam in Deutschland geschrieben und ist Vorsitzende des Liberal-islamischen Bundes.

http://www.tagesspiegel.de/politik/sind-muslime-die-neuen-juden-reden-wir-ueber-antisemitismus-und-islamfeindlichkeit/10687226-all.html
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 25 Apr 2016 - 07:07:05    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Wir haben gar nichts festgestellt und von welcher Mehrheit sprichst Du? Ausschlaggebend ist der Papst, es gibt keinen höheren christlichen Vertreter. Gern kann ich Dir auch den offiziellen Katechismus herbeten oder was auch immer. Wie gesagt Du suchst es Dir aus, wie es Dir n den Kram passt. Widdewiddewitt-Geblubber. Und meiner Frage weichst Du weiterhin aus.

Deine Unkenntnis ist erschreckend. Nur die Katholiken (in Deutschland sowie weltweit etwa 50 % der Christen) erkennen den Papst als 'hoechsten Vertreter' an.

Aber na gut, was sagt denn die offizielle Website der Katholiken ueber die Bibel :

katholisch.de hat folgendes geschrieben:
"Deren bis zu 3.000 Jahre alte Geschichte ist vielfach nur lückenhaft bekannt. Viele Texte wurden zunächst mündlich überliefert und erst später aufgeschrieben, kopiert, überarbeitet und abgeändert. Was heute Bibel genannt wird, ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Prozesses von Übersetzungen sowie theologischer und textgeschichtlicher Arbeit.

"Durch die Zeitgebundenheit haben wir häufig ein Zugangsproblem zum Text", sagt [emeritierter Professor] Fabry. "Wir müssen uns fragen: Was wollte der Text damals sagen?" Das Musterbeispiel ist für ihn die Frage nach den sieben Tagen der Schöpfung. "Wenn ich auf dem wörtlichen Text beharre, wird man mich unter Umständen nicht mehr ernst nehmen. Wir müssen damalige Denkformen bemühen, um das Ganze ins Heute zu übersetzen".

Obgleich die Bibel in der heutigen Vielstimmigkeit von Religionen, Kulturen und Überzeugungen in Europa nicht mehr die Bedeutung früherer Zeiten hat, steht für Fabry ihre gesellschaftliche Relevanz außer Frage. Viele Texte der Schrift seien im historischen Kontext von Krisenzeiten entstanden, sagt Fabry: "So wie die Heilige Schrift einst Antworten auf tiefe Depressionszeiten gab, müssen wir sie heute wieder verstehen – als Ratgeber und als Weg zu dem, der dieser Welt wirklich Neues zu sagen hat, zu Jesus Christus."

Also auch die Katholiken behaupten keineswegs, dass die Bibel das buchstabengetreue Wort Gottes ist, sondern ueber die Jahrhunderte geaendert wurde und "im historischen Kontext" zu sehen ist.

GENAU DAS ist der Unterschied zwischen Mainstream Christentum und Mainstream Islam.

http://www.katholisch.de/glaube/unsere-bibel/kein-altes-buch


ja, Christen sind also der Meinung, dass die Bibel Auslegungssache sei, Moslems übrigens auch, sie begannen schon 100 Jahre nach Mohamed mit der Auslegung. Dabei gab und gibt es unterschiedliche Strömungen, unterschiedliche Härtegrade, viel Streit über die wahre Auslegung und Abspaltungen die sich über die unterschiedlichen Auslegungen definierten. Es gab Anpassungen der Auslegung an moderne Gegebenheiten und es gibt, wie im Christentum auch, Anhänger einer wortwörtlichen Interpretation. Keinen Zweifel gibt es bei beiden zur Entstehung "herabgesandt als göttliche Offenbarung" trotzdem konnten man sich in beiden Religionen nicht auf eine einheitliche Auslegung festlegen. Immer wurde im entsprechenden Zeitgeist ausgelegt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Koranexegese

und nun noch mal meine Frage, warum mußt Du unbedingt an Deiner falschen Einschätzung festhalten, dass alle Moslems eine homogene Masse mit einheitlicher Religiosität darstellen, obwohl Du hierbei schon mehrfach in Deine eigene Klischeefalle getappt bist. Du kennst unterschiedliche Strömungen im Islam, Du weißt, dass sie sich in der Auslegung des Koran unterscheiden, behauptest aber das Gegenteil. Was bezweckst Du damit? Vor allem auch, weil Du den verschwindend geringen Anteil, die islamischen Hardliner, also die der wortwörtlichen Auslegung, zum allgemeinen Maßstab erhebst.
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 25 Apr 2016 - 07:29:14    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Man kann natürlich weiterhin so tun als könne man eines Tages statt der Juden die Moslems einer Endlösung zuführen aber Du bist ja kein ..... Laberblubber!

Gaehn...den Spruch 'die Moslems sind die neuen Juden' bringst Du immer dann, wenn Dir die Argumente ausgehen :

"De facto sind Muslime meilenweit davon entfernt, die neuen Juden Europas zu sein. Das war schon falsch, als es der damalige Chef des Essener Zentrums für Türkeistudien Faruk Sen 2008 geschrieben hatte, und es ist es auch heute noch.


nachdem sich eure politischen Arme europaweit verbünden, insbesondere mit den russischen Faschisten um Putin ist doch wohl klar in welche Richtung ihr im Augenblick arbeitet. Natürlich derzeit alles noch unter dem Deckmantel eines zur Schau gestellten "ich bin zwar kein, aber...." Gelabers. Darum ist es Dir auch so wichtig, den Islam nur auf seine härtesten Ausprägung zu reduzieren, Dir ist es wichtig dem Islam jegliche Liberalität und Modernität abzusprechen, Du nimmst natürlich stattfindende Pogrome nicht nur nicht wahr, Du verleugnest sie. Nach und nach werden Forderungen lauter oder sind bereits Realität, die die freie Religionsausübung einschränken und dem Gleichnis Moslem = Terrorist wird völlig ungehindert freien Lauf gelassen. Wir wissen zu was dieses Vorgehen bei den Juden führte und mit diesem Wissen kann man und kannst Du, Dich nicht damit herausreden es ja nicht so zu meinen , wie damals bei den Juden. Doch, es ist absolut identisch und die Folgen dieses "Rassismus" werden die selben sein wie die des Rassismus gegenüber den Juden.

http://www.deutschlandfunk.de/muslime-russlands-ungeliebte-minderheit.724.de.html?dram:article_id=289724

>>Im vergangenen Herbst kam es in der Moskauer Vorstadt Birjuljowo zum ersten großen Pogrom gegen die Migranten, von denen die Mehrheit Muslime sind.

Die Menge zerstörte einen großen Gemüse-Markt, der viele Migranten beschäftigte. Die Polizei schritt, wie meistens in solchen Fällen, nur unwillig ein. Hätte sie noch länger gezögert, wären Todesopfer zu beklagen gewesen. Als Reaktion auf den Pogrom entschieden die Behörden, den Großhandel zu schließen. Die randalierenden Anwohner hatten erreicht, was sie wollten.

Rechtsradikale Gruppierungen, die sich bei solchen Ausschreitungen beteiligen, kämpfen dafür, ganz Russland von sogenannten "Schwarzen" zu befreien. Stolz dokumentieren sie ihre Aktionen im Internet.<<

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_77636868/afd-jugend-und-putin-jugend-verbuenden-sich-offiziell.html
tokyob
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BeitragVerfasst am: 28 Apr 2016 - 12:14:40    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
tokyob hat folgendes geschrieben:
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Also auch die Katholiken behaupten keineswegs, dass die Bibel das buchstabengetreue Wort Gottes ist, sondern ueber die Jahrhunderte geaendert wurde und "im historischen Kontext" zu sehen ist.

GENAU DAS ist der Unterschied zwischen Mainstream Christentum und Mainstream Islam.

http://www.katholisch.de/glaube/unsere-bibel/kein-altes-buch


ja, Christen sind also der Meinung, dass die Bibel Auslegungssache sei, Moslems übrigens auch, sie begannen schon 100 Jahre nach Mohamed mit der Auslegung. Dabei gab und gibt es unterschiedliche Strömungen, unterschiedliche Härtegrade, viel Streit über die wahre Auslegung und Abspaltungen die sich über die unterschiedlichen Auslegungen definierten.

Es gab Anpassungen der Auslegung an moderne Gegebenheiten und es gibt, wie im Christentum auch, Anhänger einer wortwörtlichen Interpretation.


Diese Aussage ist zwar korrekt, aber -wie bereits ausfuehrlich dargestellt- sind diese Anhaenger der 'woertlichen Auslegung' im Christentum nur bei kleinen Randgruppen zu finden, waehrend dies bei den muslimischen Religionen den 'Mainstream' darstellt, insbesondere bei den Staatsreligionen in Saudi-Arabien und Iran.

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
und nun noch mal meine Frage, warum mußt Du unbedingt an Deiner falschen Einschätzung festhalten, dass alle Moslems eine homogene Masse mit einheitlicher Religiosität darstellen... Du weißt, dass sie sich in der Auslegung des Koran unterscheiden, behauptest aber das Gegenteil. Was bezweckst Du damit? Vor allem auch, weil Du den verschwindend geringen Anteil, die islamischen Hardliner, also die der wortwörtlichen Auslegung, zum allgemeinen Maßstab erhebst.


Ich behaupte nicht, dass die Muslims eine religioese Einheit darstellen, gerade die meisten Tuerken sind da eher liberal. Das Problem sind hauptsaechlich die Golfstaaten, die ihren Fundamentalismus exportieren, z.B. Saudi-Arabien :

Zitat:
"Seit den 1960er Jahren hat sich Saudi-Arabien zum größten islamischen Bildungsexporteur entwickelt.
Die staatlichen Bildungsinstitutionen propagieren neben dem Wahhabismus ein positives Image der Königsfamilie und beschreiben Saudi-Arabien als ein von Gott bestimmtes Zentrum des Islam und als Führungsmacht in der islamischen Welt. Generell steht die in Saudi-Arabien angewandte Pädagogik einem freien kritischen Denken konträr gegenüber, da bedingungsloser Gehorsam und Unterwerfung gegenüber der bestehenden religiös-politischen Ordnung gelehrt werden.

Wissenschaftliche Analysen haben die Ideologie in saudi-arabischen
Schulbüchern untersucht. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass diese
Bücher ein antipluralistische auf Feindbildern basierendes Weltbild vermitteln.
Ziel der Lehrmaterialien ist, die Loyalität zu einem vermeintlich einzig wahren, unveränderbaren Islam zu festigen. Dieses Islamverständnis grenzt sich gegen alle Außenstehenden ab und propagiert eine Ideologie des Hasses gegenüber Atheisten, Juden, Christen, Hindus und allen muslimischen Gruppierungen, die nicht der saudischen Interpretation des Islam folgen, insbesondere gegen insbesondere gegenüber dem Sufismus und dem schiitischen Islam.
Die Schulbücher vermitteln zudem das Bild einer permanenten Bedrohung der Muslime, die seit den Kreuzzügen vom Westen ausgehe, und durch den internationalen Zionismus, welcher die Weltherrschaft anstrebe und die Muslime in die Defensive dränge. Zusätzliche Bedrohungen seien die vom Westen ausgehenden Ideologien wie Nationalismus, Kommunismus, Sozialismus, Säkularismus, Humanismus und Existentialismus.
Die Schulbücher legen großen Wert auf ein als korrekt verstandenes muslimisches Verhalten sowie strikte Handlungsverbote im Alltag, die sich an wahhabitischen Traditionen orientieren, wie etwa dem Verbot von Musik, Singen, dem Tragen seidener Kleidung und dem Gebrauch goldener und silberner Gefäße. Insbesondere werden schiitische und mystische religiöse Praktiken als Götzendienerei kritisiert. Es wird die strikte Einhaltung der Geschlechtertrennung und die korrekte Frauenkleidung, welche auch die Verhüllung des Gesichts bis auf einen Augenschlitz und der Hände beinhaltet, propagiert. Neben der wahhabitischen Lehre verbreiten saudische Schulbücher politische Propaganda. Deren Ziel ist, die Widersprüchlichkeiten des saudischen Staates zwiischen wahhabitischem Glauben und westlicher Moderne zu kaschieren.

Als Reaktion und Gegenstück zur al-Azhar wurde die Islamische Universität von Medina gegründet. Die Leitungsfunktionen dieser Universität übernahmen wahhabitische Gelehrte; als Ziel wurde die internationale Mission formuliert. Bis heute geschieht dies vor allem durch die großzügige Vergabe von Stipendien an ausländische Studenten.

Zusätzlich wurde im Jahr 1962 die Islamische Weltliga in Mekka gegründet. Offiziell wird die Liga als Nichtregierungsorganisation dargestellt. Da jedoch alle wichtigen Positionen innerhalb der Organisation von Saudis besetzt sind und der saudische Staat mit Abstand der größte Geldgeber ist, handelt es sich faktisch um ein Organ der saudischen Außenpolitik. Die Islamische Weltliga unterhält ein globales Netzwerk an Bildungseinrichtungen, Kulturzentren, Moscheen, Verlagen und Hilfsorganisationen, die den wahhabitisch-salafistischen Islam und die Legitimierung des saudischen Herrschaftshauses verbreiten. "

https://www.giga-hamburg.de/en/system/files/publications/gf-nahost-5-2014-kovacs.pdf


Konkret ist das z.B.

"Basel, Freitagnachmittag. In einem Nebenraum der radikalen König-Faysal-Moschee empfangen uns die syrischen Brüder A., 16, und N., 14. Sie wirken scheu, grüßen höflich. Zwei Jugendliche, die mit ihr Weigerung, ihrer Lehrerin die Hand zu geben, weltweit Schlagzeilen machten. Die Moscheebesucher gratulieren den beiden. Ältere, bärtige Männer klopfen ihnen anerkennend auf die Schultern. Wer hierher zum Gebet kommt, hält sich streng an die Gesetze des Islam. Als Imam fungiert der Vater der zwei Schüler, ein fundamentalistischer Muslim, ausgebildet an einer wahhabitischen Koranschule in Saudi-Arabien.

Das Gotteshaus ist als Stiftung organisiert und wurde von Saudi-Arabien finanziert. Der saudische Staat unterstützte die König-Faysal-Stiftung während Jahren direkt oder indirekt, wie der Basler Geschäftsführer, Nabil Arab, dem «Tages-Anzeiger» erklärt. Aus der König-Faysal-Stiftung sind im Raum Basel acht Moscheen hervorgegangen.

Laut Angaben der Stiftung nehmen an den in Arabisch gehaltenen Freitagsgebeten rund 200 bis 300 Gläubige aus zahlreichen Ländern teil. Ein anonymer Gönner der Islamischen Weltliga in Mekka, finanziere die Stiftung sowie die laufend anfallenden Kosten. "

http://www.welt.de/vermischtes/article154635519/Niemand-kann-uns-zwingen-Haende-zu-beruehren.html

http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/baselbiet/haendedruck-debatte-vater-war-bei-den-muslim-bruedern-130183505

http://www.blick.ch/news/schweiz/basel/konservative-vorstellungswelt-das-ist-die-moschee-der-handschlag-verweigerer-id4892284.html
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 28 Apr 2016 - 12:25:56    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
tokyob hat folgendes geschrieben:
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Also auch die Katholiken behaupten keineswegs, dass die Bibel das buchstabengetreue Wort Gottes ist, sondern ueber die Jahrhunderte geaendert wurde und "im historischen Kontext" zu sehen ist.

GENAU DAS ist der Unterschied zwischen Mainstream Christentum und Mainstream Islam.

http://www.katholisch.de/glaube/unsere-bibel/kein-altes-buch


ja, Christen sind also der Meinung, dass die Bibel Auslegungssache sei, Moslems übrigens auch, sie begannen schon 100 Jahre nach Mohamed mit der Auslegung. Dabei gab und gibt es unterschiedliche Strömungen, unterschiedliche Härtegrade, viel Streit über die wahre Auslegung und Abspaltungen die sich über die unterschiedlichen Auslegungen definierten.

Es gab Anpassungen der Auslegung an moderne Gegebenheiten und es gibt, wie im Christentum auch, Anhänger einer wortwörtlichen Interpretation.


Diese Aussage ist zwar korrekt, aber -wie bereits ausfuehrlich dargestellt- sind diese Anhaenger der 'woertlichen Auslegung' im Christentum nur bei kleinen Randgruppen zu finden, waehrend dies bei den muslimischen Religionen den 'Mainstream' darstellt, insbesondere bei den Staatsreligionen in Saudi-Arabien und Iran.


Der Islam hanbalitischer Rechtsschule in der speziellen Ausprägung des Wahhabismus spielt in Saudi-Arabien eine große Rolle

Es wird geschätzt, dass sich 89 % bis 95 % der Iraner zur Staatsreligion der Zwölfer-Schia und die verbleibenden 4 % bis 10 % zum sunnitischen Islam bekennen;[64] das Bekenntnis zum Schiitentum gehört zu den Eigenschaften, die den Iran am stärksten von seinen Nachbarn unterscheiden.

Ich sehe hier nun schon drei Auslegungsformen des Koran. Woran also erkennst Du "den" Mainstream, ich sehe in Deinen zwei Beispielen schon drei. Obwohl sie also Deiner Meinung nach alle wortwörtlich auslegen, kommt jede Strömung zu einem jeweils eigenen Ergebnis der Auslegung.

hier mal eine Übersicht an unterschiedlichen wortwörtlichen Koranauslegungen...

Charidschiten

→ Hauptartikel: Charidschiten

Die Charidschiten, die „Auszügler“, sind die älteste religiöse Strömung des Islams. Kennzeichnend für ihre Position war die Ablehnung des dritten Kalifen ʿUthmān ibn ʿAffān als auch des vierten Kalifen ʿAlī ibn Abī Tālib. Die Charidschiten lehnten außerdem die Vorherrschaft der Quraisch ab und vertraten die Auffassung, dass der „beste Muslim“ das Kalifenamt erhalten solle, unabhängig von dessen familiärer oder ethnischer Zugehörigkeit.

Ihre Bewegung zersplitterte bereits um 685 in mehrere Untergruppen, von denen die der Azraqiten die radikalste und gewalttätigste war. Sie befand sich in permanentem Krieg mit dem Gegenkalifen ʿAbdallāh ibn az-Zubair und den Umayyaden. Nach und nach wurden die einzelnen Gruppierungen jedoch von den regierenden Kalifen zerschlagen oder ins Exil an die Peripherie des arabischen Reichs getrieben. So war der Großteil der Charidschiten unter den ersten Kalifen der Abbasiden bereits vernichtet.

Nur die moderate Strömung der Ibaditen hat bis in die Gegenwart überlebt, besitzt aber insgesamt weniger als zwei Millionen Anhänger, die vor allem in Oman, in der algerischen Sahara (Mzab), auf der tunesischen Insel Djerba, im libyschen Dschabal Nafusa und in Sansibar leben.

Schiiten

→ Hauptartikel: Schia

Die Schia ist die zweite religiös-politische Strömung, die sich im Islam bildete. Namengebend ist der arabische Begriff schīʿa (شیعه / šīʿa / ‚Anhängerschaft, Partei‘), der verkürzt für „Partei Alis“ steht. Die Schiiten sind der Auffassung, dass nach dem Tode des Propheten nicht Abū Bakr, sondern Mohammeds Cousin und Schwiegersohn ʿAlī ibn Abī Tālib Kalif hätte werden müssen.

Innerhalb der Schia gibt es zahlreiche Untergruppen. Die zahlenmäßig größte Gruppe sind die Zwölferschiiten, die vor allem im Iran, Irak, Aserbaidschan, Bahrain, Indien, Pakistan und dem Libanon weit verbreitet sind. Sie sind der Auffassung, dass sich das Imamat, d. h. der Anspruch auf die islamische Umma, unter zwölf Nachkommen Mohammeds weitervererbt hat. Der zwölfte Imam Muhammad al-Mahdi ist Ende des 9. Jahrhunderts verschwunden und wird erst am Ende der Zeiten wiederkehren. Die zwölf Imame gelten den Zwölfer-Schiiten als heilig, und die Orte, an denen sie begraben sind (u. a. Nadschaf, Karbala, Maschhad, Samarra) sind wichtige zwölfer-schiitische Wallfahrtsorte.

Die zweitwichtigste schiitische Gruppe sind die Ismailiten, die überwiegend auf dem indischen Subkontinent (Mumbai, Karatschi und Nordpakistan) sowie in Afghanistan, Tadschikistan, Jemen und Ostafrika leben. Eine Abspaltung von den Ismailiten ist das im frühen 11. Jahrhundert entstandene Drusentum.

Weitere schiitische Gruppen sind die Zaiditen, die Nusairier und die Aleviten. Die Zaiditen sind wie die anderen Schiiten zwar der Überzeugung, dass Ali besser war als die ersten beiden Kalif Abu Bakr und Umar ibn al-Chattab, doch erkennen sie deren Kalifat als rechtmäßig an. Das Verhältnis der Aleviten und Drusen zum Islam ist ambivalent. Während sich einige Anhänger dieser Gemeinschaften noch als Muslime betrachten, sehen sich andere als außerhalb des Islam stehend.[38]

Auf der Grundlage der Zwölfer-Schia haben sich im 19. Jahrhundert Babismus und Bahaitum entwickelt. Während der Babismus schon im 19. Jahrhundert wieder untergegangen ist, hat sich das Bahaitum zu einer eigenständigen Religion weiterentwickelt.

Theologische Schulen

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich im Islam auch verschiedene theologische Schulen herausgebildet. Eine der frühesten dieser Schulen war die Qadarīya, die im frühen 8. Jahrhundert entstand und nach dem arabischen Begriff Qadar benannt ist, der allgemein einen Akt der Festlegung bezeichnet; er wird normalerweise mit Schicksal oder Bestimmung (Vorsehung) übersetzt. Die Qadariten waren der Auffassung, dass nicht nur Gott, sondern auch der Mensch einen eigenen Qadar hat und wollten damit die Allmacht Gottes einschränken. Sie erscheinen damit als Vertreter einer Lehre menschlicher Willensfreiheit. Mit dieser Lehre standen sie damals einer anderen Gruppe gegenüber, den Murdschi'a, die sich neben anderen politischen Ansichten durch eine prädestinatianische Lehre hervortat.[39]

Nachdem die Abbasiden im späten 8. Jahrhundert begonnen hatten, das theologische Streitgespräch (Kalām) als Mittel zur Bekämpfung nicht-islamischer Lehren zu fördern, entwickelte sich die Muʿtazila, die diese Form des Streitgesprächs kultivierte, zur wichtigsten theologischen Schule. Die muʿtazilitische Dogmatik war streng rationalistisch ausgerichtet und maß dem Prinzip der „Gerechtigkeit“ (ʿadl) und der Lehre von der Einheit Gottes (tauhīd) grundlegende Bedeutung zu. Mit „Gerechtigkeit“ meinten Muʿtaziliten hierbei nicht soziale Gerechtigkeit, sondern die Gerechtigkeit Gottes in seinem Handeln. Nach der muʿtazilitischer Lehre ist Gott selbst an die ethischen Maßstäbe, die der Mensch mit Hilfe des Verstandes entwickelt, gebunden. Dazu gehört, dass Gott die Guten belohnt und die Bösen bestraft, denn auf diese Weise haben die Menschen mit ihrem freien Willen die Möglichkeit, Verdienste zu erwerben. Die hauptsächlichen Konsequenzen, die sich aus dem zweiten Prinzip, der Lehre von der Einheit Gottes ergaben, waren das Leugnen des hypostatischen Charakters der Wesensattribute Gottes, z. B. Wissen, Macht und Rede, die Leugnung der Ewigkeit bzw. Ungeschaffenheit der Rede Gottes, sowie die Leugnung jeglicher Ähnlichkeit zwischen Gott und seiner Schöpfung. Sogar der Koran selbst als Rede Gottes konnte nach der muʿtazilitischen Lehre keine Ewigkeit beanspruchen, da es neben Gott nichts Ewiges und damit Göttliches geben darf.[40]

Die Muʿtazila hat unter den drei abbasidischen Kalifen al-Ma'mūn (813–833), al-Muʿtasim (833–842) und al-Wāthiq (842–847) sowie später unter der Dynastie der Buyiden herrscherliche Unterstützung erhalten. Bis heute wird außerdem die muʿtazilitische Theologie im Bereich der Zwölfer-Schia und der zaiditischen Schia weitergepflegt.

Sunnitentum als Mehrheitsislam

→ Hauptartikel: Sunniten

Das Sunnitentum hat sich zwischen dem späten 9. und frühen 10. Jahrhundert als Gegenbewegung zur Schia und zur Mu'tazila herausgebildet. Der zugrundeliegende arabische Ausdruck ahl as-sunna (أهل السنة / ‚Leute der Sunna‘) betont die Ausrichtung an der Sunnat an-nabī, der Handlungsweise des Propheten. Die ebenfalls gängige erweiterte Form ahl as-sunna wa-l-dschamāʿa (أهل السنة والجماعة / ‚Leute der Sunna und Gemeinschaft‘) betont die umfassende Gemeinschaft der Muslime.[41]

Zu den Gruppierungen, die Ausdrücke wie ahl as-sunna oder ahl as-sunna wa-l-dschamāʿa am frühesten für sich verwendeten, gehörten die Hanbaliten, die Anhänger des Traditionsgelehrten Ahmad ibn Hanbal. Sie lehrten im Gegensatz zu den Mu'taziliten die Unerschaffenheit des Korans, lehnten die Kontroverstheologie des Kalām ab und sahen allein die Aussagen in Koran und Hadithen sowie die Überlieferungen über die „Altvorderen“ (ahl as-salaf) als maßgeblich an. Alle darüber hinausgehenden theologischen Aussagen lehnten sie als unzulässige Neuerung ab.[42] Um die Wende zum 10. Jahrhundert versuchten verschiedene Theologen wie al-Qalānisī und Abū l-Ḥasan al-Aschʿarī diese Lehre mit rationalen Argumenten zu begründen. Die von al-Aschʿarī entwickelte Lehre wurde von späteren Gelehrten wie al-Bāqillānī und al-Ghazali weiterentwickelt und ist zur wichtigsten sunnitischen theologischen Schule geworden. Die zweite sunnitische theologische Schule neben dieser Aschʿarīyya ist die Maturidiyya, die sich auf den transoxanischen Gelehrten Abū Mansūr al-Māturīdī zurückbezieht.[43]

Heute bilden die Sunniten mit etwa 85 Prozent die zahlenmäßig größte Gruppierung innerhalb des Islams.[44] Kennzeichnend für die Sunniten insgesamt ist, dass sie die vier ersten Nachfolger des Propheten als „rechtgeleitete Kalifen“ (chulafāʾ rāschidūn) verehren, im Gegensatz zu der von den meisten Schiiten geteilten Auffassung, wonach ʿUṯmān durch seine Handlungsweise zum Ungläubigen geworden ist, und der Auffassung der Charidschiten und Ibaditen, wonach sowohl ʿUṯmān als auch ʿAlī Ungläubige waren und deswegen ihre Tötung legitim war. Daneben knüpft sich das Sunnitentum an eine bestimmte Anzahl von Hadith-Sammlungen, die als kanonisch betrachtet werden, die sogenannten Sechs Bücher. Das wichtigste davon ist der Sahīh al-Buchari. Schließlich ist für das Sunnitentum die Beschränkung der Koranrezitation auf eine bestimmte Anzahl anerkannter Lesarten des Korans charakteristisch.

Richtungen der islamischen Normenlehre

→ Hauptartikel: Madhhab

Schon wenige Jahrzehnte nach dem Tode des Propheten ergab sich bei den Muslimen das Bedürfnis, Auskunft zu bestimmten Fragen der Lebensführung zu erhalten. Diese betrafen sowohl den gottesdienstlichen Bereich als auch das Zusammenleben und die rechtlichen Beziehungen mit anderen Menschen. Anerkannte Autoritäten wie der Prophetencousin ʿAbdallāh ibn ʿAbbās bedienten dieses Bedürfnis, indem sie zu den fraglichen Punkten Gutachten (Fatwas) erteilten. Diese Gutachten stützten sich anfangs noch zum großen Teil auf eigene subjektive Anschauung (Raʾy).[45] Im Laufe des 8. Jahrhunderts bildeten sich an verschiedenen Orten – neben Mekka vor allem Medina, Kufa und Syrien – lokale Gelehrtenschulen heraus, die Auffassungen früherer Autoritäten zu bestimmten Fragen sammelten und gleichzeitig Prinzipien für die Normenfindung (Fiqh) festlegten. Während die Schule von Medina mit Mālik ibn Anas dem Konsens (Idschmāʿ) eine sehr wichtige Bedeutung zumaß, arbeitete Abū Hanīfa in Kufa stärker mit der Methoden des Analogieschlusses (Qiyās) und der eigenen Urteilsbemühung (Idschtihād). Die Schule von Mālik verbreitete sich vor allem in Ägypten, die Schule von Abū Ḥanīfa in Chorasan und Transoxanien.

Im frühen 9. Jahrhundert bemühte sich der Gelehrte asch-Schāfiʿī, eine Synthese zwischen der malikitischen und der hanafitischen Richtung herzustellen, und entwickelte in diesem Rahmen eine umfassende Theorie der Normenfindung, die auch bestimmte Prinzipien der Texthermeneutik einschloss, die bei der Auslegung von Koran und Hadithen zur Anwendung kommen sollten.[46] Da sich asch-Schāfiʿī in seinen Werken sehr stark gegen das Prinzip des Taqlid, der unreflektierten Übernahme der Urteile anderer Gelehrter, ausgesprochen hatte, dauerte es bis zum frühen 10. Jahrhundert, dass sich um seine Lehren eine eigene Schule bildete. Das erste Zentrum der Schafiiten war Ägypten. Von dort verbreitete sich die schafiitische Lehrrichtung (Madhhab) später auch in den Irak und nach Chorasan sowie in den Jemen.[47]

Nachdem das Hanbalitentum im 11. Jahrhundert unter der Wirkung des Bagdader Kadi Ibn al-Farrā' (st. 1066) eine eigene Normenlehre entwickelt hatte,[48] wurden im Bereich des sunnitischen Islams vier Lehrrichtungen der Normenlehre als orthodox anerkannt: die Hanafiten, die Malikiten, die Schafiiten und die Hanbaliten. Heute besteht die Tendenz, insgesamt acht Lehrrichtungen als rechtmäßig anzuerkennen. Hierbei werden die Ibadiyya und die schiitische Zaidiyya als eigene Lehrrichtungen gezählt. Die Salafiten lehnen dagegen das Festhalten an einem Madhhab als unrechtmäßige Neuerung ab. Heute wird die islamische Normenlehre in internationalen Gremien weitergebildet, von denen die Internationale Fiqh-Akademie in Dschidda, die zur Organisation für Islamische Zusammenarbeit zugehört, das wichtigste ist.

Sufische Strömungen

→ Hauptartikel: Sufismus

Der Sufismus (تصوف / taṣawwuf) ist eine religiöse Bewegung, die im 9. Jahrhundert unter den Muslimen des Irak entstand. Die Sufis pflegten verschiedene asketische Ideale wie Weltentsagung (zuhd) und Armut (faqr) und führten den Kampf gegen die Triebseele. Entsprechend koranischer Aufforderungen (vgl. Sure 2:152; 33:41f) widmeten sie dem Gedenken (Dhikr) und Lobpreis (Tasbih) Gottes größte Aufmerksamkeit. Weitere wichtige sufische Prinzipien sind das unbedingte Gottvertrauen (tawakkul) und das Streben nach dem Entwerden (fanāʾ) in Gott. Der Scharia als äußeres Normensystem des Islams wird in der Sufik die Tariqa als mystischer Weg gegenübergestellt. Gelehrte aus dem ostiranischen Raum wie al-Quschairi arbeiteten die Sufik im 10. und 11. Jahrhundert in Handbüchern zu einem umfassenden spirituellen Lehrsystem aus. Dieses Lehrsystem mit seiner spezifischen Terminologie für Seelenzustände und mystische Erfahrungen verbreitete sich im Laufe des 12. Jahrhunderts auch in den anderen Gebieten der islamischen Welt, fand zunehmenden Zuspruch bei Rechtsgelehrten, Theologen und Literaten und wurde zu einem der wichtigsten Bezugspunkte des religiösen Denkens der Muslime.

Innerhalb der Sufik gibt es mit dem Scheich bzw. Pir ein eigenes Autoritätsmodell. Er leitet diejenigen, die den spirituellen Weg beschreiten wollen, an. Derjenige, der sich einem solchen Scheich anschließt und sich seiner Autorität unterwirft, wird umgekehrt als Murid (arab. „der Wollende“) bezeichnet. Menschen, die auf dem spirituellen Weg zur Vollkommenheit gelangt sind, werden als „Gottesfreunde“ Auliyāʾ Allāh betrachtet. In Nord- und Westafrika werden sie auch Marabouts bezeichnet. Die Verehrung für derartige Personen hat dazu geführt, dass sich im Umfeld der Sufik eine starke Heiligenverehrung entwickelt hat. Grabstätten von Gottesfreunden und Marabouts bilden wichtige Ziele von lokalen Wallfahrten.

Ab dem späten Mittelalter haben sich zahlreiche sufische Orden herausgebildet. Einige von ihnen wie die Naqschbandīya, die Qadiriyya und die Tidschaniyya haben heute eine weltweite Anhängerschaft.

Puritanischen Gruppen wie die Wahhabiten lehnen die Sufis als Ketzer ab. Sie kritisieren einerseits solche Praktiken wie den Dhikr, der etwa in der Tradition Kunta Haddschi Kischijew und anderer mit Musik und Körperbewegungen einhergeht, andererseits aber auch die sufische Heiligenverehrung, weil ihrer Auffassung nach kein Mittler zwischen dem Menschen und Gott stehen darf. Solche Konflikte sind bis in die Gegenwart zu finden, etwa in der tschetschenischen Unabhängigkeitsbewegung.[49] Der Sufi Kunta Haddschi gilt auch als eines der Vorbilder und Beispiele für gewaltlose Traditionen und Strömungen im Islam.[50]

Ahmadiyya

→ Hauptartikel: Ahmadiyya

Als eine islamische Bewegung mit messianischem Charakter bildete sich Ende des 19. Jahrhunderts in Britisch-Indien die Ahmadiyya heraus. Ihr Gründer Mirza Ghulam Ahmad erhob den Anspruch, der „Mudschaddid (Erneuerer) des 14. islamischen Jahrhunderts“, der „Verheißene Messias“, der von Muslimen erwartete Mahdi der Endzeit und ein „(Muhammad nachgeordneter) Prophet“ zu sein. Vor allem der letztgenannte Punkt führte dazu, dass andere Muslime die Ahmadiyya als häretisch betrachten, denn aufgrund von Sure 33:40 gilt Mohammed als das „Siegel der Propheten“. Seitdem 1976 die Islamische Weltliga die Ahmadiyya als „ungläubige Gruppierung“ aus dem Islam ausgeschlossen hat,[51] ist es in mehreren islamischen Ländern zu Angriffen auf Angehörige dieser Sondergemeinschaft gekommen.
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