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Sind die Medien in Deutschland objektiv?
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Sind die Medien in Deutschland objektiv?
Ja
25%
 25%  [ 9 ]
Nein
74%
 74%  [ 26 ]
Stimmen insgesamt : 35

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tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
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BeitragVerfasst am: 02 Mai 2016 - 12:25:35    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Ja, das ist die Geschichte von Sodom, aus dem alten Testament. Und wenn ich mir die richtigen Kommentatoren des Koran raussuche ist damit eben nicht Homosexualität gemeint.

Es geht hier weder um Deine persoenliche Koran-, Hadith- oder Bibelauslegung, auch nicht um meine, sondern wie die Mehrheitsmeinung in den meisten islamisch gepraegten Laendern ist. Im 'Ernstfall' wirst Du auch nicht mit dem Richter diskutieren koennen, dass seine Koranauslegung falsch ist :

"In sieben islamischen Ländern kann homosexueller Geschlechtsverkehr bei Männern mit dem Tode bestraft werden: im Jemen, Iran, Sudan, Saudi-Arabien, Nigeria (nördliche Landesgebiete), Mauretanien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In vielen anderen islamisch geprägten Staaten werden Haftstrafen verhängt, während nur in wenigen islamisch geprägten Staaten wie in Albanien, in der Türkei, in Indonesien und in Jordanien homosexuelle Akte nicht kriminalisiert werden."

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
... Anders als im Christentum wird vom gläubigen Moslem erwartet die Sprache des Koran zu lernen um ihn zu verstehen und sich von ihm leiten zu lassen. Der Islam setzt also die persönliche Interpretation des "Wort Gottes" als Glaubensbekenntnis voraus. Das Christentum kommt ohne aus und bedient sich zentraler Auslegungen.

Danke fuer dieses Statement. Das Problem mit dem Koran ist, dass er praktisch das erste schriftliche Dokument arabischer Sprache ist und somit in einer ueber 1300 Jahre alten fruehmittelalterlichen Sprache verfasst ist, die heutzutage sogar der Durchschnittsaraber in vielen Punkten weder verstehen noch interpretieren kann. Dadurch ist der Glaeubige also zwangslaeufig auf die Interpretation von Spezialisten angewiesen und daher auch die Behauptung dieser islamischer Theologen :
Zitat:
"Um ein Tafsir [Korankommentar] zu verfassen, egal in welcher Form, muss man den Quran, die Quranwissenschaften und die Tafsirwissenschaft studiert haben." Dazu kommt, dass eine genaue Interpretation oder Uebersetzung in moderne Sprache(n) "unmöglich [ist] da ja der Quran Allahs Wort ist und nicht jedem alle Bedeutungen bekannt sind, außerdem behält Allah einen Teil der Bedeutungen des Qurans für Sich."


koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Und nun zurück zu meiner Behauptung, die Du einfach beiseite wischt, warum sollte sich eine christliche Gesellschaft mit einer ähnlichen Stellung der Familie ein liberaleres Recht zulegen? Es gibt dafür kein Beispiel in der Geschichte.... Die islamische theokratische Machtelite verhält sich dabei auch nicht anders als es die christliche Machtelite in Europa früher tat ...

Wir reden nicht ueber die Geschichte, sondern den jetzigen Zustand. Z.B. hat die Washington Post hat eine Weltkarte ueber Homosexualitaet veroeffentlicht: https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2014/02/24/here-are-the-10-countries-where-homosexuality-may-be-punished-by-death/
Da sind alle 10 Laender mit Todesstrafe islamische Laender. (Uganda hat sie wohl abgeschafft)

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Und wieder einmal muß ich meine Frage wiederholen, warum der Koran wortwörtlich, hier auch noch insbesondere Teile, die aus der Bibelgeschichte stammen, ausgelegt werden muß, die Bibel ausdrücklich nicht, es sei denn sie ist Teil des Korans???

Weil nicht Deine Meinung zaehlt, sondern die jeweiligen Anfueherer der Religionen, also Ayatollas, Bischoefe, Priester oder Imane die jeweilige Meinung propagieren.


koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Die Reformation des Christentums und die danach folgende Ära der Aufklärung war doch auch kein gradliniger Prozess, er dauerte Jahrhunderte und ist bis heute nicht abgeschlossen. Mal sind die einen auf dem Vormarsch mal die anderen.

Ja, leider sind die konservativen Kraefte im Islam, die Kritiker, Unglaeubige und Karrikarturisten toeten, zur Zeit auf dem Vormarsch. Aber da sollte man m.E. nicht tatenlos zusehen und hoffen, dass sich das Problem in ein paar Jahrhunderten von selbst erledigt, sondern staendig auf die Probleme und Misstaende hinweisen und progressive und liberale Kraefte unterstuetzen.
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
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BeitragVerfasst am: 02 Mai 2016 - 12:43:38    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Und wieder einmal muß ich meine Frage wiederholen, warum der Koran wortwörtlich, hier auch noch insbesondere Teile, die aus der Bibelgeschichte stammen, ausgelegt werden muß, die Bibel ausdrücklich nicht, es sei denn sie ist Teil des Korans???

Weil nicht Deine Meinung zaehlt, sondern die jeweiligen Anfueherer der Religionen, also Ayatollas, Bischoefe, Priester oder Imane die jeweilige Meinung propagieren.


was Deiner früheren Aussage, man müsse nur in den Koran sehen um den Islam zu verstehen ja völlig widerspricht.

tokyob hat folgendes geschrieben:

Fur glaeubige Muslime ist der Koran das direkte und unfehlbare Wort Gottes :

Das Heilige Buch, der Qur'an, ist das Wort Allah's; das einzige, das seit seiner Offenbarung unverfälscht und vollkommen erhalten geblieben ist... Der Qur'an ist absolut unfehlbar, denn er ist übernatürlicher und übermenschlicher Herkunft.

Selbst fuer glaeubige Christen ist aber die Bibel NICHT Gottes Wort, sondern die von MENSCHEN aufgeschriebene goettliche Offenbarung.

Die Bibel bedarf also der Auslegung und Interpretation, gerade 2,000 Jahre spaeter. Dazu kommt insbesondere, dass sich einige Geschichten, wie z.B. die Schaffung der Welt in 7 Tagen, Erschaffung von Adam und Eva, Arche Noah, etc. als vollkommen falsch erwiesen haben.


Und die Bibel ist natürlich nur dann wortwörtlich zu übernehmen, wenn sich Passagen von ihr im Koran wiederfinden. Dabei gelten die aber nicht für Christen, denn die müssen sich an Interpretationen halten, anders als die Moslems, wo nur die wortwörtlichen Interpretationen der Salafisten und Islamisten gelten, außer es handelt sich um Randgruppen, die beim Islam natürlich volles Gewicht erhalten und als gute Beispiele gelten, während man sie im Christentum unbedingt vernachlässigen müsse, da sonst ja das ganze AFD Weltbild ins Wanken geraten könnte...
tokyob
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BeitragVerfasst am: 02 Mai 2016 - 13:59:21    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
was Deiner früheren Aussage, man müsse nur in den Koran sehen um den Islam zu verstehen ja völlig widerspricht.

Da ist kein Widerspruch. Nicht nur die Salafisten, sondern auch die religioesen Fuehrer und Geistlichen von islamischen Laendern wie Iran, Aegypten, etc. betonen ja immer wieder, dass der Koran das buchstabengetreue Wort Gottes ist, dessen Aussagen fuer immer und ewig gelten.
Wenn jemand wie Salman Rushdie das in Frage stellt, konmt sofort eine Todesfatwa.

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Und die Bibel ist natürlich nur dann wortwörtlich zu übernehmen, wenn sich Passagen von ihr im Koran wiederfinden.

Ja, das ist interessant. So wird z.B. in Sure 3:49 beschrieben wie Jesus angeblich Tontauben zum Leben erweckte, was in aber der Bibel gar nicht zu finden ist.
Aber somit muss aber der glaeubige Muslim nicht nur den Bloedsinn aus dem eigentlichen Koran wie die Dschinn-Geister und Paradiesjungfrauen glauben sondern leider auch diese Jesus-Wunder wie Jungfrauengeburt, Totenauferstehung, etc.
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
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BeitragVerfasst am: 02 Mai 2016 - 15:58:12    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
was Deiner früheren Aussage, man müsse nur in den Koran sehen um den Islam zu verstehen ja völlig widerspricht.

Da ist kein Widerspruch. Nicht nur die Salafisten, sondern auch die religioesen Fuehrer und Geistlichen von islamischen Laendern wie Iran, Aegypten, etc. betonen ja immer wieder, dass der Koran das buchstabengetreue Wort Gottes ist, dessen Aussagen fuer immer und ewig gelten.
Wenn jemand wie Salman Rushdie das in Frage stellt, konmt sofort eine Todesfatwa.


Wenn der Papst ähnliches sagt, führst Du den einen oder anderen Bischof aus dem Lager der Protestanten an und das reicht als Beweis völlig, dass "Die Christen" das ja nicht so eng sehen. Auf der anderen Seite reicht Dir eine Todesfatwa völlig aus, um nachzuweisen, dass die wörtliche Auslegung des Koran oberstes Ziel und Pflicht jeden Moslems zu sein hat. Und alle folgen auch nur einer Auslegung, nämlich einer wortwörtlichen, egal ob diese auch aus der Bibel stammen könnte.
Die unterschiedlichen Strömungen des Islam (unterschiedliche Koranauslegung) ignorierst Du dabei genauso wie die mio toten Moslems, die für ihre jeweilige Koranauslegung gestorben sind. Für jeden Koranausleger gilt das selbe für wie für jeden Bibelausleger. Für ihn persönlich gilt seine Auslegung als die einzig wahre. Darunter fällt auch Rushdie, auch er legte nur den Koran aus.

Aber was sagt der Koran oder der Prophet eigentlich selbst zu seiner gottgegebenen Unfehlbarkeit:

>>Der Koran selbst übergeht die spätere Abänderung von Korantexten nicht stillschweigend, sondern greift sie selbst auf. Sure 2,106 lautet z. B.: "Wenn wir einen Vers auch austilgen oder in Vergessenheit geraten lassen, bringen wir einen besseren dafür bei oder einen, der ihm gleichwertig ist" (2,106). Sure 22,52 berichtet ganz unumwunden, daß es dem Satan gelungen sei, jedem Gesandten in der Geschichte seine eigenen Wünsche als Gottes Offenbarung unterzuschieben, daß Gott dann aber diese falsche Botschaft auslöschte und die richtige Offenbarung endgültig festlegte. Auch Sure 87,6-7 spricht von der Möglichkeit einer Abänderung des ursprünglichen Korantextes, allerdings durch Gottes Willen: "Wir werden dich vortragen lassen, und du wirst nicht vergessen, außer dem, was Gott will! Wahrlich, er weiß, was offen, und was verborgen ist". Auch wenn Sure 20,114 Muhammad ermahnt "Übereile dich nicht mit dem Korantext, bevor er dir endgültig eingegeben worden ist!", läßt diese Anweisung vermuten, daß von Muhammad nach einer ersten Offenbarung selbst das Abwägen des Vortragstextes und ein Abwarten erwartet wurde, ob dies wohl die endgültige Offenbarung sei.

Umgekehrt berichtet Sure 10,15 davon, daß Muhammad von seinen Zeitgenossen aufgefordert wurde, den Text des Korans selbst zu verändern. Gegen dieses Ansehen wehrte sich Muhammad jedoch, ohne jedoch grundsätzlich abzustreiten, daß der Korantext verändert werden könnte: "Sprich: Ich darf ihn nicht von mir aus abändern. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird. Wenn ich mich meinem Herrn widersetze, habe ich die Strafe eines gewaltigen Tages zu fürchten" (10,15).

Der Koran nennt selbst also drei Gründe für die Abänderung von Korantexten nach ihrer ursprünglichen Offenbarung:

1. Muhammad vergaß etwas davon.
2. Der Satan schob Muhammad eine falsche Offenbarung unter.
3. Gott selbst tauschte einige Passagen gegen bessere Offenbarungen aus.

Aus der frühislamischen Literatur und deren Koranzitaten können Tausende von Korantextvarianten entnommen werden, die sich im heute offiziell gültigen Korantext nicht mehr finden. Windrow Sweetman zählt im Anhang seiner umfassenden Studie zum Vergleich zwischen Islam und Christentum insgesamt über 260 Verse des Korans auf, die sich gegenseitig aufheben. Man kann davon ausgehen, daß nur die wenigsten Suren an einem Stück, wie sie heute der Koran enthält, offenbart worden sind. Vielmehr deutet vieles darauf hin, daß die einzelnen Suren Kompilationen aus mehreren Bruchstücken darstellen, deren ursprünglicher Text von Muhammad oder späteren Koransammlern überarbeitet worden ist. Daß diese Komposition der Suren trotz ihrer Zusammenstellung aus häufig zu verschiedenen Zeiten entstandenen Teilen nicht dem Zufall überlassen blieb, sondern bewußte Kompilation war, ist in neuerer Zeit auch von der westlichen Islamwissenschaft aufgegriffen und vertreten worden.<<
Kanzlerakte
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BeitragVerfasst am: 02 Mai 2016 - 17:20:52    Titel:

Herzlich willkommen Türke!




koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
tokyob hat folgendes geschrieben:
Edit : Zu dem Thema passt der folgende Artikel von heute :

"Die Türkei entsendet fast 1000 konservative Imame in hiesige Ditib-Moscheen. Der Protest gegen diese Praxis wächst in allen Parteien. Ankara kontrolliert rund 900 Moscheen in Deutschland."

Heute übersteigt das Budget der Religionsbehörde den Etat von zwölf türkischen Ministerien, darunter den des Innenministeriums (ohne Polizeietat) und des Außenministeriums.

Die deutsche Politik sieht diese Praxis, Imame aus der Türkei nach Deutschland zu entsenden, die dort ausgebildet wurden und häufig nicht Deutsch sprechen, zunehmend kritisch. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte ... der Dachverband selbst "ist nichts anderes als der verlängerte Arm des türkischen Staates. Statt zu einer echten Religionsgemeinschaft zu werden, macht die türkische Regierung die Ditib immer mehr zu einer politischen Vorfeldorganisation der AKP in Deutschland", warnt Özdemir und fordert: "Die Türkei muss die Muslime endlich freigeben."

Die Bürgermeisterin von Berlin-Neukölln, Franziska Giffey (SPD), sagte der "Welt am Sonntag", sie sehe es kritisch, "wenn Moscheevereine fremdgesteuert sind und dort Imame predigen, die nicht nach dem deutschen Werteverständnis ausgebildet und nicht hier aufgewachsen sind".

Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte : "Die Nähe von Ditib zu Erdogan ist bekannt und mehr als bedenklich, denn die Erdogan-Türkei entfernt sich immer weiter von den Grundwerten des aufgeklärten Europas." Man müsse sich stärker und kritischer mit dem politischen Islam auseinandersetzen, "denn er hintertreibt, dass sich Menschen bei uns integrieren. Die Finanzierung von Moscheen oder islamischen Kindergärten aus dem Ausland, etwa aus der Türkei oder aus Saudi-Arabien muss beendet werden. Alle Imame müssen in Deutschland ausgebildet sein und unsere Grundwerte teilen. Wir können und wollen es nicht akzeptieren, dass andere zum Teil extreme Wertvorstellungen aus dem Ausland importiert werden."

http://www.welt.de/politik/deutschland/article154680761/Kritik-an-Erdogans-tuerkischen-Predigern-in-Deutschland.html

[/b]


Wieviele Imame zur Ausübung eines islamischen Unterrichts bildet Deutschland denn derzeit aus? Man kann natürlich weiterhin so tun als könne man eines Tages statt der Juden die Moslems einer Endlösung zuführen aber Du bist ja kein ..... Laberblubber!
tokyob
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BeitragVerfasst am: 03 Mai 2016 - 05:02:44    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
tokyob hat folgendes geschrieben:
koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
was Deiner früheren Aussage, man müsse nur in den Koran sehen um den Islam zu verstehen ja völlig widerspricht.

Da ist kein Widerspruch. Nicht nur die Salafisten, sondern auch die religioesen Fuehrer und Geistlichen von islamischen Laendern wie Iran, Aegypten, etc. betonen ja immer wieder, dass der Koran das buchstabengetreue Wort Gottes ist, dessen Aussagen fuer immer und ewig gelten.
Wenn jemand wie Salman Rushdie das in Frage stellt, konmt sofort eine Todesfatwa.


Wenn der Papst ähnliches sagt, führst Du den einen oder anderen Bischof aus dem Lager der Protestanten an und das reicht als Beweis völlig, dass "Die Christen" das ja nicht so eng sehen.

Nee, ich habe nicht 'irgendeinen protestantischen Bischof' zitiert, sondern die offiziellen Websiten der ev. und kath. Kirche in Deutschland :

www.ekhn.de hat folgendes geschrieben:
„Gottes Wort“ bedeutet also nicht, dass die Inhalte der Bibel die absolute Wahrheit beanspruchen. Die Geschichte der Bibel wurde aufgeschrieben, „weil Menschen in ihr das Wirken Gottes erkannten und weil die Erzählung davon anderen die Augen für Gottes Wirken auch in ihrem Leben öffnen kann.“... Die Bibel ist tatsächlich kein historischer Tatsachenbericht. Sie wurde von Menschen aufgeschrieben, die von ihrem Glauben, von Sehnsüchten und Ängsten, von Erinnerungen und Hoffnung berichten. Viele der Texte widersprechen einander, so wie sich Menschen widersprechen, die ihre Lebensgeschichten erzählen. Andere Texte sind später mit einer bestimmten Absicht gekürzt, umgeschrieben oder zusammengefasst worden.


katholisch.de hat folgendes geschrieben:
"Deren bis zu 3.000 Jahre alte Geschichte ist vielfach nur lückenhaft bekannt. Viele Texte wurden zunächst mündlich überliefert und erst später aufgeschrieben, kopiert, überarbeitet und abgeändert. Was heute Bibel genannt wird, ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Prozesses von Übersetzungen sowie theologischer und textgeschichtlicher Arbeit.

Wir müssen uns fragen: Was wollte der Text damals sagen?
. Wir müssen damalige Denkformen bemühen, um das Ganze ins Heute zu übersetzen"

Auch der Papst selbst besteht nicht mehr auf der 'Woertlichkeit' der Bibel wie 'der Erschaffung der Welt in 7 Tagen' :

"The Catholic Church no longer teaches creationism - the belief that God created the world in six days - and says that the account in the book of Genesis is an allegory for the way God created the world."

http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2809915/The-Big-Bang-evolution-real-carried-God-says-Pope-embraces-modern-science.html

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Auf der anderen Seite reicht Dir eine Todesfatwa völlig aus, um nachzuweisen, dass die wörtliche Auslegung des Koran oberstes Ziel und Pflicht jeden Moslems zu sein hat.

Na, ich bitte Dich, diese Fatwa wurde nicht von irgendeinem Eremiten in der Wueste verfasst, sondern vom Staatsoberhaupt der Islamischen Republik Iran.

Aber es gibt massiv andere Beispiele, auch in Europa z.B. ein Iman in London der Todesdrohungen erhielt und entlassen wurde, weil er in seiner Predigt die nicht-Koran-konforme Evolutionstheorie vertrat :

"An imam of an east London mosque has been subject to death threats and intimidation for expressing his views on evolution...The trouble started when a Saudi cleric, Salir al-Sadlan, visited England and declared that an imam should not believe in human evolution. Shortly afterward, a group of fifty protesters disrupted a lecture Hasan was delivering at his mosque. They handed out leaflets demanding the death penalty be applied to anyone who believes in or promulgates evolution. The mosque responded by removing him from his post for fomenting discord.

http://www.theguardian.com/world/2011/mar/06/usama-hasan-london-imam-death-threats-evolution
http://www.firstthings.com/article/2012/04/evolution-and-islam

Wie sagt auch die offizielle Website von Saudi-Arabien :

What Is The Qur'an?
The Qur'an is a record of the exact words revealed by God through the Angel Gabriel to the Prophet Muhammad. It was memorized by Muhammad and then dictated to his Companions, and written down by scribes, who cross-checked it during his lifetime. Not one word of its 114 chapters, Suras, has been changed over the centuries, so that the Qur'an is in every detail the unique and miraculous text which was revealed to Muhammad fourteen centuries ago.

(https://www.saudiembassy.net/about/country-information/Islam/understanding_Islam.aspx)


koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Die unterschiedlichen Strömungen des Islam (unterschiedliche Koranauslegung) ignorierst Du dabei genauso wie die mio toten Moslems, die für ihre jeweilige Koranauslegung gestorben sind. Für jeden Koranausleger gilt das selbe für wie für jeden Bibelausleger. Für ihn persönlich gilt seine Auslegung als die einzig wahre. Darunter fällt auch Rushdie, auch er legte nur den Koran aus.

Du wiederholst immer die gleiche Leier. So gut wie kein Muslim kann den Koran selbst lesen oder auslegen, weil er in der altertuemlichen arabischen Sprache des 7. Jahrhunderts verfasst ist und praktisch das erste Schriftstueck auf Arabisch ueberhaupt ist. (Das ist auch ein Grund, warum er von den Arabern immer wieder als 'Wunder' angesehen wird.) . Dass Muslims -wie der Iman oben- weiterhin wegen angeblich falscher Koranauslegung sterben muessen, ist bezeichnend.
Rushdie legt den nicht aus, sondern weist auf Problem mit dem 'goettlichen Ursprung' hin und macht ihn laecherlich.

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:

Aber was sagt der Koran oder der Prophet eigentlich selbst zu seiner gottgegebenen Unfehlbarkeit:

Der Koran selbst übergeht die spätere Abänderung von Korantexten nicht stillschweigend, sondern greift sie selbst auf. [b]Sure 2,106 lautet z. B.: "Wenn wir einen Vers auch austilgen oder in Vergessenheit geraten lassen, bringen wir einen besseren dafür bei oder einen, der ihm gleichwertig ist"...

Ja im Koran selbst finden sich Widersprueche, z.B. ueber Alkohol oder den Umgang mit Unglauebigen. Da aber im Islam 'Gottes Wort' nicht widerspruechlich sein kann, zog sich Mohammed damit aus der Klemme, dass er behauptet "Neuere Verse heben aeltere auf."
Da aber Kalif Uthman in seiner 'Weisheit' die Verse im Koran grob der Laenge nach ordnete, ist auch heute relativ unklar, welches die 'Neueren' und was die 'Aelteren' sind, ein zusaetzliches Problem fuer eine 'persoenliche' Koranauslegung der einfachen Glaeubigen.
koenig_ludwig73
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BeitragVerfasst am: 03 Mai 2016 - 10:14:53    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:

Ja im Koran selbst finden sich Widersprueche, z.B. ueber Alkohol oder den Umgang mit Unglauebigen. Da aber im Islam 'Gottes Wort' nicht widerspruechlich sein kann, zog sich Mohammed damit aus der Klemme, dass er behauptet "Neuere Verse heben aeltere auf."
Da aber Kalif Uthman in seiner 'Weisheit' die Verse im Koran grob der Laenge nach ordnete, ist auch heute relativ unklar, welches die 'Neueren' und was die 'Aelteren' sind, ein zusaetzliches Problem fuer eine 'persoenliche' Koranauslegung der einfachen Glaeubigen.


Und vor allem ein Problem für Leute wie Dich, die aus wenigen Sätzen des Koran seine inhaltliche Gefährlichkeit ableiten, die gegensätzlichen Formulierungen aber ignorieren. Bei der Bibel gehst Du genau umgekehrt vor, dabei ist Entstehung von Bibel und Koran ziemlich gleich an beiden wurde nachgebessert ergänzt und zusätzliches hinzugefügt, beide behaupten von sich gottgegeben zu sein. In beiden Glaubensrichtungen gibt es härtere und schwächere Worttreue und am Ende, egal ob Christ oder Moslem ist die höchste Kontrollinstanz das eigene Gewissen und die innere Einstellung. Das Ergebnis wird beiden erst nach Ablauf des irdischen Lebens mitgeteilt, dem Moslems jedoch fehlt eine abschließende irdische Absolution, warum er wohl strenger mit sich selbst ist, als die Christen allgemeinhin scheinen. Trotzdem beharrst Du auf Deiner Behauptung, dass Moslems generell wortwörtlich nach dem Koran leben müssten, was angesichts seiner inhaltlichen Widersprüche genauso unmöglich ist wie wortgetreu nach der Bibel zu leben. Im Gottvertrauen jedoch, das gilt wieder für beide, soll beim Lesen des Buches auch die von Gott gewollte Rechtleitung stattfinden. Alleroberste Instanz der Buchauslegung ist also am Ende immer der Gläubige selbst, egal ob er sich dabei den Interpretationen anderer bedient oder seine eigene sucht.
tokyob
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BeitragVerfasst am: 03 Mai 2016 - 11:18:06    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
Trotzdem beharrst Du auf Deiner Behauptung, dass Moslems generell wortwörtlich nach dem Koran leben müssten, was angesichts seiner inhaltlichen Widersprüche genauso unmöglich ist wie wortgetreu nach der Bibel zu leben. Im Gottvertrauen jedoch, das gilt wieder für beide, soll beim Lesen des Buches auch die von Gott gewollte Rechtleitung stattfinden. Alleroberste Instanz der Buchauslegung ist also am Ende immer der Gläubige selbst, egal ob er sich dabei den Interpretationen anderer bedient oder seine eigene sucht.

Du kannst hier hundertmal Deine eigene persoenliche Bibel- Talmud- oder Koranauslegung herbeten. Die ist aber vollkommen unerheblich. Was zaehlt ist, was von den religioesen (Ver)Fuehrern gepredigt, von den Anhaengern geglaubt und was sich in der Praxis wie Sharia-Gesetzen und Terroranschlaegen niederschlaegt.

So hat ja auch der 'schwule Iman' Ludovic-Mohamed Zahed, mit seiner pro-gay Auslegung des Korans, Angst um seine Sicherheit : ""I had been threatened, people wanted to kill me, and so on… some people wanted to impose a fascist ideology through Islam... The Islamic society is lost"
https://margaridasantoslopes.com/2015/06/10/the-former-salafist-who-opened-the-first-gay-friendly-mosque-in-europe/

Oder der pro-Evolution Iman aus London wurde auch mit dem Tode bedroht:
"An imam of an east London mosque has been subject to death threats and intimidation for expressing his views on evolution..".
http://www.theguardian.com/world/2011/mar/06/usama-hasan-london-imam-death-threats-evolution
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BeitragVerfasst am: 03 Mai 2016 - 11:41:34    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:

So hat ja auch der 'schwule Iman' Ludovic-Mohamed Zahed, mit seiner pro-gay Auslegung des Korans, Angst um seine Sicherheit : ""I had been threatened, people wanted to kill me, and so on… some people wanted to impose a fascist ideology through Islam... The Islamic society is lost"
https://margaridasantoslopes.com/2015/06/10/the-former-salafist-who-opened-the-first-gay-friendly-mosque-in-europe/

Oder der pro-Evolution Iman aus London wurde auch mit dem Tode bedroht:
"An imam of an east London mosque has been subject to death threats and intimidation for expressing his views on evolution..".
http://www.theguardian.com/world/2011/mar/06/usama-hasan-london-imam-death-threats-evolution


und selbst Salafisten wie Jan Vogel....

Trotzdem sind extreme Erscheinungen kein Hinweis auf das Verständnis aller Moslems.
tokyob
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BeitragVerfasst am: 03 Mai 2016 - 11:49:54    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:
und selbst Salafisten wie Jan Vogel....

Trotzdem sind extreme Erscheinungen kein Hinweis auf das Verständnis aller Moslems.


Ja, aber auch hier gilt 'Wer schweigt stimmt zu', sodass sich ein Klima der Angst ausgebreitet hat. Nach den Todesdrohungen gegen den Londoner Iman, wurden nicht etwa seine Kritiker aus der Moschee ausgeschlossen, sondern er selbst. Seine Unterstuetzer trauen sich nicht fuer ihn einzutreten, weil sie selbst Angst um Ihre Sicherheit haben.


Der 'schwule Iman' ist offenbar zu einem Vortrag in Deutschland :

http://www.spiegel.de/schulspiegel/islam-und-homosexualitaet-schwuler-imam-coacht-muslime-a-1090412.html
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