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Schwerpunktfach Controlling oder Marketing?
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schwukele
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Anmeldungsdatum: 25.05.2014
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 25 Mai 2014 - 12:58:12    Titel: Schwerpunktfach Controlling oder Marketing?

Hallo zusammen,

ich habe ein sehr großes Problem, was mich sehr stark belastet und wo die Zeit zur Entscheidung immer weniger wird.

Ich studiere berufsbegleitend BWL (2. Semester). Wir müssen uns jetzt für einen Schwerpunkt entscheiden, ich schwanke zwischen Finance / Controlling und Marketing.

Meine Ausbildung und mein derzeitiger Beruf haben nichts mit den beiden Schwerpunkten gemeinsam. Wenn überhaupt, könnte man eine leichte Tendenz zu Zahlen und Finance herleiten. Gleichzeitig aber hatte ich schon immer ein sehr großes Interesse an Marketing. Zwar habe ich null Berufserfahrung in Marketing, aber es interessiert mich wirklich (insbes. Brand Management, Cooperate Identity, Cooperate Design).

Nun hört man überall, dass Marketing überlaufen ist und man dort sehr schwer einen gutbezahlten Job erhält. Die Stellenanzeigen bestätigen das auch, es gibt deutschlandweit ca. doppelt so viele Controllingstellen als Marketingstellen.

Dazu kommt, dass ich derzeit auch ohne Studium recht gut verdiene (40.000 Brutto / Jahr). Wenn ich höre, dass die Einstiegsgehälter im Marketingbereich bei 30.000€ liegen, habe ich wieder sehr starke Zweifel.

Was soll ich tun? Bei Controlling komme ich inhaltlich problemlos mit (habe im Grundstudium auch sehr gute Noten), aber mir fehlt die Leidenschaft dafür.

Wenn ich aber Marketing nehme, kann ich Controlling für immer abhaken. Sollte ich aber Controlling nehmen, kann ich immer noch im Marketingbereich unterkommen.

Ich weiß, dass es keine richtige und falsche Entscheidung gibt. Aber ich habe bislang schon zwei "falsche" Entscheidungen bezüglich meiner Karriere getroffen, die ich rückblickend nicht getroffen hätte. Ich hätte mir auch nie vorstellen können, da zu arbeiten, wo ich jetzt seit 4 Jahren bin (inkl. Ausbildung).

Danke euch und Gruß
schwukele
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3096
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 26 Mai 2014 - 01:59:59    Titel: Re: Schwerpunktfach Controlling oder Marketing?

Diese Entscheidung musst Du letztlich selbst treffen.
Natuerlich ist Marketing mehr 'sexy' als Controlling, daher gibt es auch mehr Absolventen und mehr Konkurrenz.
Es ist aber nicht jedermanns Sache, taeglich mit Zahlen zu jonglieren und seine Konten glattzustellen. Wenn Dir das auch Spass macht, Glueckwunsch.
Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5739
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 26 Mai 2014 - 08:34:32    Titel: Re: Schwerpunktfach Controlling oder Marketing?

schwukele hat folgendes geschrieben:

Meine Ausbildung und mein derzeitiger Beruf haben nichts mit den beiden Schwerpunkten gemeinsam. Wenn überhaupt, könnte man eine leichte Tendenz zu Zahlen und Finance herleiten. Gleichzeitig aber hatte ich schon immer ein sehr großes Interesse an Marketing. Zwar habe ich null Berufserfahrung in Marketing, aber es interessiert mich wirklich (insbes. Brand Management, Cooperate Identity, Cooperate Design).

Nun hört man überall, dass Marketing überlaufen ist und man dort sehr schwer einen gutbezahlten Job erhält. Die Stellenanzeigen bestätigen das auch, es gibt deutschlandweit ca. doppelt so viele Controllingstellen als Marketingstellen.

tokyob hat das entscheidende Argument schon bereits gebracht: Letztlich musst DU die Entscheidung selbst treffen.

Es ist richtig, dass im Moment im Moment eher Controller als Marketingfachleute gesucht werden. Allerdings gibt es da ein paar Wenn und Aber.
1.) Stand heute - DU wirst frühestens in 4 Semestern Dich für eine Stelle umgucken... Aber eine Wettervorhersage reicht kaum bis nächste Woche ohne signifikante Fehlprognosen.
2.) Marketing ist schon immer etwas konjunkturabhängiger gewesen. Geht es den Unternehmen gut, gibt es viele Stellen, ist die Zukunft ungewiss - eher weniger. An Marketing wird schnell ausgegeben und gespart. Controlling ist da konstanter, denn die Unternehmen wollen wissen weswegen sie Pleite gegangen sind.
3.) Marketing ist, wie tokyob gesagt hat, hipp. Die Konkurrenz dort ist recht groß, zumal auch viele aus anderen Bereichen wie Medien-, Kommunikationswissenschaften, Psychologie usw. versuchen in den Bereich zu drängen. Bei Controlling gibt es das zwar auch, aber es ist nicht ganz so extrem ausgeprägt.
4.) Viel entscheidender ist - aus meiner Sicht - was DU willst und wofür DU DICH begeistern kannst. Meine Erfahrung ist, dass vor allem die Leute auf in ihren gewünschten Bereichen unterkommen, die eine gewisse Leidenschaft mitbringen. Durchschnittliche und schlechte Mitarbeiter sind vor allem die, die ihren Job einfach nur machen. Aber das sind dann auch die potentiellen Kandidaten für die Jobsuche zum Problem werden kann.
5.) Kleiner Tipp: Du kannst beides sogar recht gut verbinden, wenn Du es schaffst Dich, evtl. über Hausarbeiten etc. auf Marketingcontrolling zu spezialisieren. Das Feld ist in Deutschland relativ unbesetzt und für klassische Controller und klassische Marketingler nicht ohne weiteres zu besetzen, weil zu komplex. Allerdings ist auch die Forschung da immer noch am knobeln...

Zitat:
Dazu kommt, dass ich derzeit auch ohne Studium recht gut verdiene (40.000 Brutto / Jahr). Wenn ich höre, dass die Einstiegsgehälter im Marketingbereich bei 30.000€ liegen, habe ich wieder sehr starke Zweifel.

Na ja...Einstiegsgehälter musst Du sehr differenziert sehen. Das hängt von sehr vielen Faktoren ab, bspw. Größe, Gewinnsituation, Region usw. des Unternehmens, aber auch davon wie Du Dich verkaufst, wieviel Vorerfahrung Du mitbringst etc. Ich kenne auch Leute, die sind mit dem Bachelor und knapp über 40.000 p.a. in Großunternehmen eingestiegen (Marketing) und auch Controller, die bei einem KMU auch nach fünf Berufserfahrung die 40.000 nicht erreicht haben.

Du hast allerdings auch gesagt, dass Du aus einem anderen Berufsfeld stammst. Wenn man solche Felder wechseln möchte, dann muss man sich darauf gefasst machen, dass man (gehaltliche) Rückschritte macht. Das kann Dir beim Controlling auch passieren.

Zitat:
Was soll ich tun? Bei Controlling komme ich inhaltlich problemlos mit (habe im Grundstudium auch sehr gute Noten), aber mir fehlt die Leidenschaft dafür.

Ich bspw. hatte für Personal oder Marketing nie wirklich leidenschaft während meines Studiums entwickelt, was beim Marketing nicht mal am Prof lag - der war klasse. Ich habe auch meine 1,0 dort geschrieben....und hätte mir dort einen Job nie vorstellen können. Ich habe nie einen Job oder Bereich gemacht oder forciert, für den ich keine Leidenschaft (mehr) hatte. Mache ich nicht einmal bei meinen Hobbies.

Zitat:
Wenn ich aber Marketing nehme, kann ich Controlling für immer abhaken.

Jain. Es wird schwer zu wechseln, aber wie gesagt - bspw. Stichwort Marketingcontrolling. Die paar wirklich guten Leute die ich kenne, kommen alle ursprünglich aus dem Marketing (und waren ursprünglich auch in einer Medieagentur).

Zitat:
Sollte ich aber Controlling nehmen, kann ich immer noch im Marketingbereich unterkommen.

Glaub das ja nicht, dass das unbedingt einfacher ist. Auch wenn es immer so dargestellt wird ist ordentliches Marketing kein Laberfach. Letztlich ist so ein Wechsel nicht einfacher als umgekehrt.

Zitat:
Ich weiß, dass es keine richtige und falsche Entscheidung gibt. Aber ich habe bislang schon zwei "falsche" Entscheidungen bezüglich meiner Karriere getroffen, die ich rückblickend nicht getroffen hätte. Ich hätte mir auch nie vorstellen können, da zu arbeiten, wo ich jetzt seit 4 Jahren bin (inkl. Ausbildung).

Guter Punkt. Es gibt keine richtige oder falsche Entscheidung und schon gar keine, wo Du die Konsequenzen definitiv über die nächsten 10 Jahre überschauen kannst. Auch wirst Du später nicht sagen können, die eine war besser als die andere - weil Du nie wissen kannst, was mit der (nicht gewählten) anderen passiert wäre. Diese Spielchen sollte man ablegen.

Ich kann nur eine Sache mit auf den Weg gehen.

Überleg Dir, was Du später eigentlich genau machen möchtest, wo Du Dich in fünf, zehn, fünfzehn Jahren siehst und nimm das, was DICH evtl. besser dorthin führen könnte. Geh von Dir aus, nicht von evtl. vorhandener Kaffeesatzleserei bzgl. Stellen, Einstiegsgehälter usw. Denn eines kann ich Dir aufgrund langer Erfahrung bescheinigen: Machst Du etwas aus dem Willen von anderen (bspw. Eltern) heraus oder weil der "Arbeitsmarkt" soviel besser auf der anderen Wiese aussieht, wirst Du vielleicht nicht kurz- aber langfristig Dir in den A*** beißen.
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