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Beiderseitige Unmöglichkeit
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Charlaine
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Anmeldungsdatum: 27.08.2011
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2014 - 20:46:50    Titel: Beiderseitige Unmöglichkeit

Also ich habe mir nun einige Lehrbücher zur beiderseitigen Unmöglichkeit durch gelesen- aber es ist doch relativ verwirrend bzw sogar unterschiedlich, je nach Meinung, die das Lehrbuch folgt- wie nun dieses Problem zu lösen ist bzw, wie sich das auf die Rechtsfolge auswirkt.

Folgender Beispielsfall

Wir haben einen wirks KV zwischen A und B über ein KFZ.
Übergabe soll am nächsten Tag auf dem Hof des B sein, der eine Werkstadt führt.
Am besagten Tag kommt A mit dem Wagen des B, findet B jedoch nicht auf dem Grundstück, da dieser in der Werkstadt war. Da es weder eine Briefkastenvorrichtung noch eine Klingel gibt, lässt A den nicht abgeschlossenen Wagen auf dem Hof stehen mit den Autopapieren im Handschuhfach, mit dem gedanken, dass B sicherlich bald auftaucht.

B taucht tatsächlich irgendwann auf- ist jedoch zu faul bis ans andere Ende des Hofes zu laufen und vergisst auch noch das Tor zum Hof abzuschliessen. In der Nacht kommt Dieb D und entwendet das Auto.

Hat A einen Anspruch gegen B aus § 433 II ?
Judginator
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Anmeldungsdatum: 23.06.2014
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2014 - 23:35:13    Titel:

Wie Du bereits gesagt hast, gibt es zu diesem Problem zahlreiche Ansichten. Im Fall der beiderseits zu verantwortenden Unmöglichkeit ist nach wohl richtiger Ansicht der Anspruch auf den Kaufpreis nach § 326 I 1 BGB erloschen. Es besteht dann ein Schadensersatzanspruch des Verkäufers gegen den Käufer aus § 280 I 1 BGB auf Zahlung in Höhe des Kaufpreises, da Letzterer eine Nebenpflicht vor Übergang der Preisgefahr verletzt hat. Auf der anderen Seite hat der Käufer einen Schadensersatzanspruch gegen den Verkäufer nach §§ 280 I, III, 283 BGB, sofern er den Pkw an einen Dritten teurer hätte verkaufen können, also in Höhe des Gewinns, den er verdient hätte. Beide Ansprüche sind jedoch nach dem jeweiligen Mitverschulden gem. § 254 I BGB zu kürzen. Diese Ansprüche können sodann entweder verrechnet werden oder es kann eine Aufrechnung erklärt werden. Falls eine Partei danach noch einen überschießenden Anspruch hat, kann sie diesen gegen den anderen geltend machen.
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