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Wie zukunftssicher ist Patentanwalt
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fortdr
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Anmeldungsdatum: 03.02.2014
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 18 Dez 2014 - 09:55:04    Titel: Wie zukunftssicher ist Patentanwalt

Mir wurde eine Ausbildung zu einem Patentanwaltsanwärter angeboten. European Patent Attorney und Patentanwalt, konkret.

Frage: Wie zukunftssicher ist sowas, bzw. verglichen mit Controlling.

Einer meiner Profs sagte, jedes Patent sei umgehbar, mit entsprechendem Aufwand. Daher einfach mal die Frage....


Was würde mich denn erwarten?
Ein Schreibtischjob, klar. Aber sonst?

MSc Uni Elektrotechnik habe ich
markusob
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 601

BeitragVerfasst am: 19 Dez 2014 - 22:26:45    Titel:

Patentanwälte verdienen sich dumm und dämlich. Du kannst als Patentanwalt um Welten mehr verdienen als im Controlling. Allerdings ist die Ausbildung sehr langwierig. Ein Partner einer solchen Patentanwaltskanzlei verdient locker mehrere hunderttausend Euro. Selbst als bloßer Angestellter dürftest du so 120.000 - 160.000 € verdienen. Als Controller kann man froh sein, wenn man irgendwann bei 70.000 € ist und mehr ist dann nur noch drin, wenn du wirklich ganz hoch kommst im Konzern. Das schaffen aber die wenigsten. Bei den Verdienstmöglichkeiten liegen daher Welten zwischen den beiden Berufen.

Ich halte den Patentanwalt für viel zukunftssicherer als den Controller. Im Controlling bist du doch oft nur ein Bürosklave, der Daten mit dem Computer verarbeitet. Das kann auch jeder Elektrotechnik-Meister machen, der nicht Besseres gefunden hat. Dazu muss man nicht mal ein Studium haben. Außerdem ist fraglich, ob in Zukunft nicht die Software schlauer wird und viele Routinetätigkeiten im Controlling wegfallen werden. Bei den Patenten ist dagegen hauptsächlich Expertenwissen gefragt, das nicht durch Software ersetzt werden kann.

Als Ingenieur wirst du vor allem die technische Seite eines Patents betrachten und im Team mit Juristen arbeiten. Die Patentanwälte, die Juristen sind, kümmern sich wiederum mehr um die rechtliche Seite. Der Beruf liegt an der Schnittstelle zwischen Technik und Recht.

Dein Professor hat übrigens in dem Punkt keine Ahnung. Nur weil man Patente u. U. umgehen kann, heißt das doch nicht, dass man keine Patentanwälte braucht. Hat der gute Mann in den letzten Jahren überhaupt mal eine Zeitung aufgeschlagen? Diese ganzen Patentstreitigkeiten zwischen den Firmen hat gar nicht mitbekommen?
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5978

BeitragVerfasst am: 19 Dez 2014 - 22:57:54    Titel:

markusob hat folgendes geschrieben:
Dein Professor hat übrigens in dem Punkt keine Ahnung. Nur weil man Patente u. U. umgehen kann, heißt das doch nicht, dass man keine Patentanwälte braucht. Hat der gute Mann in den letzten Jahren überhaupt mal eine Zeitung aufgeschlagen? Diese ganzen Patentstreitigkeiten zwischen den Firmen hat gar nicht mitbekommen?


das war doch gar nicht die behauptung vom prof., sondern aus der unten genannten behauptung entstand beim threadersteller die von ihm hier gestellte frage.

fortdr hat folgendes geschrieben:
Einer meiner Profs sagte, jedes Patent sei umgehbar, mit entsprechendem Aufwand. Daher einfach mal die Frage....


zum thema: als patentanwalt kann man zwar sehr viel geld verdienen, aber muss auch dementsprechend länger ausgebildet werden und auch hart arbeiten. auch dort bzw. besonders dort wird einem nichts geschenkt. niemand gibt einem über 100k p.a. für einen chilligen 9 to 5-job, das sollte hier niemand vergessen.
viele ingenieure wählen doch ersten diesen weg, weil ihn diese ganze bwl- und jura-nummer nicht liegt.
markusob
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 601

BeitragVerfasst am: 20 Dez 2014 - 09:33:49    Titel:

Als Patentanwalt kann man auch bei einer Behörde oder bei einem Unternehmen angestellt sein. So stressig wie in einer Kanzlei ist das dann sicher nicht und trotzdem um mehrere Hausnummern besser bezahlt als so ein Job im Controlling. Ich finde, dass die beiden Alternativen von der Wertigkeit her überhaupt nicht vergleichbar sind und eindeutig der Patentanwalt die bessere Ausbildung ist.

Wenn man später eigene Mandanten hat, dann kann man sich auch die Zeit selbst einteilen. Selbst wenn man dann nicht voll arbeitet, verdient man immer noch 1,5-Mal so viel wie ein in Vollzeit arbeitender Controller.

Nur die Ausbildungszeiten sind wirklich lange (8 Jahre oder so?). Aber so schlimm ist das doch auch nicht. Habe noch nie gehört, dass da jemand bei den Prüfungen durchgefallen wäre. In den ersten Jahren im Controlling macht man doch auch nur langweiliges Zeug. Da würde ich lieber die Ausbildung zum Patentanwalt machen.
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5978

BeitragVerfasst am: 21 Dez 2014 - 15:13:13    Titel:

markusob hat folgendes geschrieben:
Als Patentanwalt kann man auch bei einer Behörde oder bei einem Unternehmen angestellt sein. So stressig wie in einer Kanzlei ist das dann sicher nicht und trotzdem um mehrere Hausnummern besser bezahlt als so ein Job im Controlling. Ich finde, dass die beiden Alternativen von der Wertigkeit her überhaupt nicht vergleichbar sind und eindeutig der Patentanwalt die bessere Ausbildung ist.

Wenn man später eigene Mandanten hat, dann kann man sich auch die Zeit selbst einteilen. Selbst wenn man dann nicht voll arbeitet, verdient man immer noch 1,5-Mal so viel wie ein in Vollzeit arbeitender Controller.

Nur die Ausbildungszeiten sind wirklich lange (8 Jahre oder so?). Aber so schlimm ist das doch auch nicht. Habe noch nie gehört, dass da jemand bei den Prüfungen durchgefallen wäre. In den ersten Jahren im Controlling macht man doch auch nur langweiliges Zeug. Da würde ich lieber die Ausbildung zum Patentanwalt machen.


im unternehmen kann es sehr wohl auch für einen angestellten sehr stressig sein. auch wenn es gesetzliche grenzen gibt, so ist doch wohl jedem klar, dass bei wichtigen projekten die deadline gehalten werden muss. auch wenn das wochenende durchgeackert wird oder man mal eine 80h-woche hinlegt. gerade bei einem patentanwalt kann ich mir vorstellen, dass es da auch mal zeitkritische aufgaben gibt.

das eine behörde 1,5 mal mehr bezahlt als z.b. dax30-konzerne einem studierten controller, wage ich zu bezweifeln. du kannst es mir aber sicherlich anhand von besoldungstabellen aufzeigen. bei behörden ist sowas ja öffentlich und über das internet abrufbar.

ich bleibe dabei: über 100k p.a. gibt es nirgends geschenkt.

8 jahre ist wohl auch die idealzeit. in der regel haben patantanwälte auch promoviert (5 jahre zum master, 3-4 jahre für die promotion und 3 jahre für den patentanwalt sind realistischer). diese 6-7 jahre an controller-gehältern musst du danach erst mal aufholen.
markusob
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 601

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2014 - 09:07:49    Titel:

Ich bin jetzt auch kein Spezialist für das Thema Patentanwalt. Einer unserer Mandantin ist eben eine Patentanwaltskanzlei und ich kann deshalb in deren Jahresabschluss / Gehaltsabrechnungen hineinschauen und das ist schon der Hammer, was man da verdient.

Ich wollte dem Fragesteller nur vermitteln, dass Patentanwalt von der Wertigkeit der Ausbildung her um Welten höher ist als der ziemlich schwammige Beruf des "Controllers". Wenn man im Konzern im Controlling anfängt, ist man erst mal einer von vielen, die halt irgendwie Daten auswerten. Auch mit einem Studium kann man am Anfang kein sehr hohes Gehalt verlangen. Wie es dann mit der Karriere weitergeht, ist auch ziemlich unklar.
Jannismai
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Anmeldungsdatum: 17.10.2014
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 22 Dez 2014 - 11:15:43    Titel:

Wenn du erstmal angekommen bist, ist das mitm Arbeitsaufwand nicht mehr so schlimm, mein Exchef hat von 9 bis 5 gearbeitet, ab und an, wenn Fristen einzuhalten waren und Aufträge von großen Mandanten knapp reinkamen oder man im Urlaub war (und das war er viel, da er Kinder hat) auch am WE oder abends. Es ist sehr viel Schreibtischarbeit, man arbeitet viel mit Papier. Aber man ist auch mal bei Gericht, berät auch usw. Alles in allem schon spannender als viele andere Bürojobs. Und was meinst du wie man ein Patent "umgeht"? Genau das machen ja Patentanwälte, Patente anmelden, durchsetzen, aufrechterhalten, zu Fall bringen. Außerdem arbeitet man meist ja auch noch it anderen Schutzrechten. Markenrecht ist nochmal was ganz anderes und auch sehr spannend. Ich würds sofort machen, wenn ich jetzt grad Abi gemacht hätte. Nur nicht Chemie, Chemiepatente sind die Pest. Very Happy
fortdr
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Anmeldungsdatum: 03.02.2014
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 23 Dez 2014 - 12:51:24    Titel:

Danke für die Antworten.

Von der Anwaltskanzlei wurde mir gesagt, sie übernehmen die Ausbildungskosten. Weiters wird der Job mit 2700 brutto angeboten.

Frage: Ist das als Einstiegsgehalt "gut"? (Man beachte die Anführungszeichen)

Es wird ja auch die Ausbildung bezahlt aber das Einstiegsgehalt eines Ing. (was ich ja derzeit in der Tasche habe) ist etwas höher. (3k -3,5k)
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5978

BeitragVerfasst am: 23 Dez 2014 - 13:07:18    Titel:

das einstiegsgehalt nach ausbildung beträgt 2700 brutto? oder würdest du 2700 brutto während der 3-jährigen ausbildung zum patentanwalt erhalten? als übergangsgeld wäre es in ordnung, aber danach meiner meinung nach abzocke. ich kenne ungelernte schichtarbeiter, die mehr verdienen.
ich empfinde aber auch 3k brutto für einen elektrotechniker mit einem MSc (uni) als abzocke. außer du bist bei einer behörde und zahlst als beamter keine sozialversicherungsbeiträge.
fortdr
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Anmeldungsdatum: 03.02.2014
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 23 Dez 2014 - 14:28:33    Titel:

Sorry, ich meinte Anfangsgehalt.
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