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Urlaubsentgelt? Einige Unklarheiten!
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Daywalk3r
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Anmeldungsdatum: 18.03.2006
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 20 Jan 2015 - 19:52:02    Titel: Urlaubsentgelt? Einige Unklarheiten!

Habe einige Fragen zum Urlaubsentgelt.

1. Wenn jemand z.B. nur 2 Tage die Woche arbeitet und sich dann 2 Wochen Urlaub nimmt, bekommt er dann von den 2 Wochen nur 4 Tage (die er sonst gearbeitet hätte) oder 10 Tage (2x5 Werktage Mo-Fr) bezahlt?

2. Wie berechnet sich das Urlaubsentgelt, wenn die Stundenanzahl an den beiden Tage auch variiert. Gibt es dazu eine Formel?
Marinkäfer
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Anmeldungsdatum: 25.03.2012
Beiträge: 324

BeitragVerfasst am: 20 Jan 2015 - 21:17:42    Titel:

Zitat:
1. Wenn jemand z.B. nur 2 Tage die Woche arbeitet und sich dann 2 Wochen Urlaub nimmt, bekommt er dann von den 2 Wochen nur 4 Tage (die er sonst gearbeitet hätte) oder 10 Tage (2x5 Werktage Mo-Fr) bezahlt?


Wenn jemand der zwei Tage die Woche arbeitet, über einen Zeitraum von zwei Wochen Urlaub macht, dann macht er ja nur insgesamt 4 Tage Urlaub. Nur diese 4 Tage werden dann auch bezahlt.

Zitat:
2. Wie berechnet sich das Urlaubsentgelt, wenn die Stundenanzahl an den beiden Tage auch variiert. Gibt es dazu eine Formel?


Ich glaube, du verwechselt das Urlaubsentgelt mit dem Urlaubsgeld. Ersteres, also das Urlaubsentgelt ist nicht anderes, als die Lohnfortzahlung für den vereinbarten Urlaubsanspruch, sprich es wird das normale Gehalt gezahlt; vgl. § 11 Bundesurlaubsgesetz. Beim Urlaubsgeld stellt es sich demgegenüber um eine Gratifikation dar, die auf freiwilliger Basis, die dann in einem Vertrag oder einer Tarifvereinbarung festgelegt weurde, möglicherweise auch durch langjährige Übung verpflichtend gezahlt wird. Die Sätze ergeben sich dann aus dem Vertrag, der Tarifvereinbarung oder der Übung.

Beste Grüße
Daywalk3r
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Anmeldungsdatum: 18.03.2006
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 20 Jan 2015 - 22:30:57    Titel:

Ich kenne den Unterschied zwischen Urlaubsgeld und Urlaubsentgelt. Ich meine letzteres. Das bemisst sich doch nach § 11 BUrlG oder nicht?

Dort ist die Rede, dass der Durchschnitt der letzten 13 Wochen herangezogen wird. Nur wie wird das letzlich berechnet, wenn man in der einen Woche z.B. 2x8 Stunden und in der nächsten Woche 3x10 Stunden und in der übernächsten Woche z.B. nur 1x15 Stunden gearbeitet hat etc. und man nimmt sich dann 2 Wochen Urlaub?

Mir ist einfach nicht klar wie das berechnet wird, wenn jemand nach Stunden bezahlt wird und jede Woche die Anzahl der Arbeitstage aber auch die Anzahl der Arbeitsstunden des jeweiligen Arbeitstages variiert.

1. Rechnet man dann die Anzahl der Arbeitstage der letzten 13 Wochen (letzten 3 Monate) zusammen und teilt dies durch 13, um auf die Druchnittsarbeitstage pro Woche zu kommen? Falls ja, kommen da ja unter Umständen total krumme Kommazahlen mit etlichen Stellen raus.

oder

2. Macht man dann das gleiche mit den Arbeitsstunden, um die Durchschnittsarbeitsstunden pro Woche zu bekommen?
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3096
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2015 - 07:05:21    Titel:

Daywalk3r hat folgendes geschrieben:
Ich kenne den Unterschied zwischen Urlaubsgeld und Urlaubsentgelt. Ich meine letzteres. Das bemisst sich doch nach § 11 BUrlG oder nicht?

Dort ist die Rede, dass der Durchschnitt der letzten 13 Wochen herangezogen wird. Nur wie wird das letzlich berechnet, wenn man in der einen Woche z.B. 2x8 Stunden und in der nächsten Woche 3x10 Stunden und in der übernächsten Woche z.B. nur 1x15 Stunden gearbeitet hat etc. und man nimmt sich dann 2 Wochen Urlaub?

Mir ist einfach nicht klar wie das berechnet wird, wenn jemand nach Stunden bezahlt wird und jede Woche die Anzahl der Arbeitstage aber auch die Anzahl der Arbeitsstunden des jeweiligen Arbeitstages variiert.

1. Rechnet man dann die Anzahl der Arbeitstage der letzten 13 Wochen (letzten 3 Monate) zusammen und teilt dies durch 13, um auf die Druchnittsarbeitstage pro Woche zu kommen? Falls ja, kommen da ja unter Umständen total krumme Kommazahlen mit etlichen Stellen raus.

oder

2. Macht man dann das gleiche mit den Arbeitsstunden, um die Durchschnittsarbeitsstunden pro Woche zu bekommen?


"Im Einzelfall kann die korrekte Bestimmung des Urlaubsanspruches (z. B. bei rollierenden Arbeitszeiten) mangels einschlägiger Regelungen im Bundesurlaubsgesetz durchaus schwierig sein, weshalb qualifizierter Rechtsrat in Anspruch genommen werden sollte. Den-noch sollen die folgenden Beispiele die eingangs dargestellten Grundsätze veranschaulichen helfen:

2.1
Arbeitet die Aushilfs- bzw. Teilzeitkraft an allen Tagen der Woche (wenn auch nur stundenweise), so stehen ihr genauso viele Tage Urlaub wie der Vollzeitkraft zu. Das Gesetz kennt insoweit nur volle Tage; bei der Vergütung einer z. B. lediglich von 14 bis 18 Uhr tätigen Aushilfs- bzw. Teilzeitkraft betragen Arbeitsverpflichtung und Urlaubsanspruch gleichermaßen vier Stunden am Tag.

2.2
Arbeitet die Aushilfs- bzw. Teilzeitkraft nicht an allen Wochentagen, so berechnet sich der Urlaubsanspruch nach folgender Formel:

Urlaubstage bei x Arbeitstage pro Woche : Arbeitstage pro Woche
Vollzeitbeschäftigung der Teilzeitkraft der Vollzeitkraft


Berechnungsbeispiel:

Im Betrieb gilt eine Fünf-Tage-Woche und die Vollzeitkräfte haben 20 Arbeitstage Urlaub pro Jahr, was dem gesetzlichen Mindesturlaub entspricht. Dann steht einem lediglich dienstags und donnerstags von 7 Uhr 30 bis 12 Uhr in Teilzeit beschäftigten Arbeitnehmer ein Urlaubsanspruch von acht Tagen (20 x 2 : 5 = 8 Tage) zu. Unerheblich für die Ermittlung des Urlaubsanspruches ist demnach die tägliche Arbeitszeit, gleichgültig ob sie eine oder sieben Stunden beträgt. Die unterschiedliche Arbeitszeit von Voll- und Teilzeitkräften kommt nur beim Urlaubsentgelt zum Tragen.

Wenn die Arbeitszeit des Teilzeitbeschäftigten nicht in jeder Woche gleich, sondern über das ganze Jahr unregelmäßig verteilt ist (an manchen Wochen nur ein Tag, aber manchmal auch zwei oder drei Tage) ist für die Urlaubsberechnung die Jahresarbeitszeit zugrunde zu legen. Bei einer 6-Tage-Woche (52 x 6) bestehen 312 Werk-/Arbeitstage, bei einer 5-Tage-Woche (52 x 5) bestehen 260 Arbeitstage. In diesen Fällen lautet die Formel wie folgt:

gesetzliche od. tarifliche Urlaubsdauer: Jahreswerktage x Arbeitstage der Teilzeitkraft

Berechnungsbeispiel: (Ausgangssituation wie im Beispiel zuvor)

Der Teilzeitbeschäftigte arbeitet 22 Wochen im Jahr an zwei Tagen, 14 Wochen an drei Tagen und 16 Wochen an vier Tagen. Damit steht ihm ein Urlaubsanspruch von 11,54 Tagen (20 : 260 x 150 = 11,53845) zu. Bei unregelmäßiger Verteilung der Arbeitszeit je Woche ist der Urlaub im ermittelten Umfang zu gewähren. Eine Aufrundung hat in diesem besonderen Fall laut Bundesarbeitsgericht zu unterbleiben."
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