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Jura Abbruch - BWL Neustart ?
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RatteR
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Anmeldungsdatum: 28.09.2014
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2015 - 20:01:28    Titel: Jura Abbruch - BWL Neustart ?

Hallo,

ich wollte mich grundsätzlich über diverse Möglichkeiten erkundigen, die einem mit einem abgebrochen Jura Studium offen stehen könnten ?

Kurz zu mir:

Ich studiere Jura im 5. Semester. Eigentlich macht mir das Studium grundsätzlich schon Spaß, trotzdem mache ich mir mangels fehlender Noten Sorgen. Mein Schwerpunkt habe ich noch nicht belegt, da ich ausschließlich das 5 und 6 Semester mit den großen Scheinen verwenden wollte.

An manchen Tagen denke ich schon öfters an einen Abbruch. Gerade dann wenn ich höre was meine WG Mitbewohner lernen müssen. (studieren alle BWL)
Da bekomme ich teilweise ein Grinsen ins Gesicht, da ich vieles schon bereits kenne aufgrund meiner Erfahrung am Wirtschaftsgymnasium.
BWL war an der Schule immer mein Profilfach gewesen und ich habe da stets zu den Besten im Jahrgang gehört. Teils erkläre ich den BWL´er in den Anfangssemester grundsätzliche Dinge wie Abschreibungen, BAB oder oder oder.

Irgendwie bin ich aber dann bei Jura gelandet weil
a) Interssant, mit Jura stehen einem Viele Wege offen
b) mich teilweise die Gerüchte um "BWL ist so viel Mathe" abgeschreckt haben.


Baaaam .. jetzt bin ich wohl voll der typische Durchschnitts Jura Student.
Nicht desto trotz habe ich in der Zeit eine Leidenschaft für Jura entwickelt. Mir gefällt wirklich das Fach. Nur leider nicht so ganz dass System etc pp.

Irgendwie habe ich Schiss nicht mehr den Turn Around schaffen zu können und dann am Ende gerade mal um 4 oder 5 Punkte im Staatsexamen kämpfe.

Deswegen denke ich mir dann manchmal wirklich: "Mh hättest du vielleicht eher etwas in Richtung BWL Studieren sollen."
Dort hatte ich stets zweistellige Klausuren gehabt und die ersten Semester sind zumindest hier an unserer Uni sehr ähnlich. Hinzu kommt das ich in nem Monat 24 werde. Mit 24 nen BWL Studium anfangen ? Oder doch Jura durchziehen und versuchen den Turn Around zu schaffen ?

jemand mal in einer ähnlichen "Krise" gewesen ?


Danke
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5983

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2015 - 20:42:33    Titel:

es hat nicht viel aussagekraft, dass du aufgrund deiner grundlagen vom wg den erstsemestern nachhilfe gibst. du könntest ja wie von dir befürchtet an mathe scheitern.

im bwl-studium mag das lernpensum niedriger sein und evtl. auch der schwierigkeitsgrad, aber die konkurrenz ist größer. letztlich können nicht alle top-noten nachhause bringen.
was bringt dir ein 2,4er bwl-abschluss im alter von 29-30 jahren? du musst deswegen nicht arbeitslos werden, aber der rote teppich wird eben auch nicht ausgerollt. vergiss die gerüchte, dass bwl zu überlaufen sei. angebot und nachfrage regeln den markt. bwler werden nun mal in jedem unternehmen gebraucht und die arbeitslosigkeit ist nur minimal höher als unter ingenieuren, aber unter dem bundesdurchschnitt aller berufstätigen.

letztlich kann dir bei dieser fragestellung niemand helfen. nur du kennst dich selbst, und auch das reicht nicht für eine vorhersage. aber mal ehrlich: was kannst du verlieren? außer 1-2 bwl semester nichts. du kannst ja jederzeit zu jura zurück.
ich würde an deiner stelle überhaupt den unternehmensjuristen in mannheim bzw. ein wirtschaftsrecht-studium anstreben, wo einiges anerkannt werden kann.
Gozo
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Anmeldungsdatum: 11.09.2007
Beiträge: 5739
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2015 - 08:42:55    Titel: Re: Jura Abbruch - BWL Neustart ?

RatteR hat folgendes geschrieben:

ich wollte mich grundsätzlich über diverse Möglichkeiten erkundigen, die einem mit einem abgebrochen Jura Studium offen stehen könnten ?

Grundsätzlich ist mit einem Jurastudium viel möglich. Es hat gute Grundlagen für einiges gelegt aber - abgebrochen ist abgebrochen und Du offiziell "ungelernt".

Eher stellt sich mir die Frage: Was willst du machen/erreichen?

Zitat:
Ich studiere Jura im 5. Semester. Eigentlich macht mir das Studium grundsätzlich schon Spaß, trotzdem mache ich mir mangels fehlender Noten Sorgen. Mein Schwerpunkt habe ich noch nicht belegt, da ich ausschließlich das 5 und 6 Semester mit den großen Scheinen verwenden wollte.

So what?
Jura ist eben etwas anders als andere Studiengänge. Aber nur wegen fehlender Noten würde ich es nicht an den Nagel hängen.
Ich persönlich würde wenigstens bis zu einem Abschluß machen, Diplom Jurist bspw.

Zitat:
An manchen Tagen denke ich schon öfters an einen Abbruch. Gerade dann wenn ich höre was meine WG Mitbewohner lernen müssen. (studieren alle BWL)

Jura, habe ich schon oft gehört - ich selbst habe es nie studiert, ist viel Lernerei...ok. Aber Jura gilt vielen auch, wenn man ein gutes Verständnis dafür hat, auch als relativ einfach. Getreu dem Motto: Viel, nicht immer logisch aber einfach.

BWL gilt grundsätzlich als das einfachste Studium der Welt. Ich kenne diese Vorurteile gut. Interessanterweise studieren es auch viele Deppen - ja, richtig. Und bei kaum einem anderen Fach ist die Abbruchquote höher - warum eigentlich, wenn es so einfach ist? Mal einfach darüber nachdenken.
Aber etwas ernster: Ja, BWL mag Dir vom Niveau derzeit sehr leicht oder oberflächlich vorkommen. Vielleicht auch aufgrund Deiner WG-Erfahrung. Gute BWLer sind aber ebenso rar wie gute Juristen. Die wenigsten bilden im Studium wirklich ein Verständnis dafür aus, was sie dort lernen und wie es zusammenhängt - die meisten Lernen einfach um der Noten willen.

Zitat:
Da bekomme ich teilweise ein Grinsen ins Gesicht, da ich vieles schon bereits kenne aufgrund meiner Erfahrung am Wirtschaftsgymnasium.

Vorsicht, überschätz Dich nicht. Ich habe auch das WG absolviert, später noch einen IK drangehangen und studiert (an FH und universitär). Natürlich sind die absoluten Grundlagen schon mehr oder minder alle im WG drangekommen, aber das Studium umfasst doch sehr, sehr viel mehr.
Es ist im Grunde so als ob Du einen alten VW-Käfer reparieren kannst. Das Prinzip Auto ist Dir bekannt, mit einer modernen S-Klasse dürftest Du auch Schwierigkeiten haben.

Zitat:
BWL war an der Schule immer mein Profilfach gewesen und ich habe da stets zu den Besten im Jahrgang gehört. Teils erkläre ich den BWL´er in den Anfangssemester grundsätzliche Dinge wie Abschreibungen, BAB oder oder oder.

Das erkläre ich heute noch manchmal gestandenen BWL-Doktoren. Bild Dir nichts darauf ein.

Zitat:
Irgendwie bin ich aber dann bei Jura gelandet weil
a) Interssant, mit Jura stehen einem Viele Wege offen
b) mich teilweise die Gerüchte um "BWL ist so viel Mathe" abgeschreckt haben.

Hat sich daran etwas geändert?
Interessant ist es wohl immer noch und ja, viele Wege stehen Dir offen und auch ja, Mathe ist in BWL nicht weniger geworden.

Zitat:
Baaaam .. jetzt bin ich wohl voll der typische Durchschnitts Jura Student.
Nicht desto trotz habe ich in der Zeit eine Leidenschaft für Jura entwickelt. Mir gefällt wirklich das Fach. Nur leider nicht so ganz dass System etc pp.

Vielleicht wärst Du auch einfach nur der Durchschnitts-BWLer?
Ich gebe zu, das Jurastudium gehört dringend reformiert, aber so ist das System leider...

Zitat:
Irgendwie habe ich Schiss nicht mehr den Turn Around schaffen zu können und dann am Ende gerade mal um 4 oder 5 Punkte im Staatsexamen kämpfe.

Damit wärst Du ja gar nicht in so schlechter Gesellschaft...aber mal im Ernst, wieviel geht, liegt an Dir. Aber aus einem ominösen Schiss heraus alles hinzuschmeißen und in ein Abenteuer zu stürzen, dessen Ende genau so wenig abzusehen ist, würde ich mir nicht geben. Lieber probier es doch mit dem 1. Staatsexamen aus und dann kannst Du doch immer noch gucken, ob Du nich tein BWL-Ergänzungsstudium machst....

Zitat:
Deswegen denke ich mir dann manchmal wirklich: "Mh hättest du vielleicht eher etwas in Richtung BWL Studieren sollen."
Dort hatte ich stets zweistellige Klausuren gehabt und die ersten Semester sind zumindest hier an unserer Uni sehr ähnlich. Hinzu kommt das ich in nem Monat 24 werde. Mit 24 nen BWL Studium anfangen ? Oder doch Jura durchziehen und versuchen den Turn Around zu schaffen ?

Ganz ehrlich? Ich habe schon mit vielen geschrieben und gesprochen, bei denen der Abbruch des Studiums sinnvoller erschien. Dir macht das Studium Spaß aber Du magst das System nicht. Aber deswegen alles auf Null?
Würde ich nicht machen.


Kleine Anmerkung zu Konstantin: Die Konkurrenz ist in Jura extrem stark. Es wäre in der Tat so, dass er mit 4 oder 5 Punkten im Staatsexamen schon seine Probleme bekommen wird an die wirklich interessanteren Juristenjobs zu kommen. Juristen gibt es im Verhältnis zu den sinnvoll zu besetzenden Stellen echt viele, viel zu viele. Ihr großes Glück ist nur, dass sie sehr universell einsetzbar sind. Aufgrund der systemischen Ausrichtung des deutschen Jurastudiums ist da BWL schon fast mehr möglich.
Nichts desto trotz würde ich an seiner Stelle trotzdem nicht abbrechen, sondern wenigstens bis zum Diplom bzw. 1. StE durchziehen und es probieren. Er ist ja nicht der einzige Jurastudent in dem System mit diesen Problemen.
RatteR
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Anmeldungsdatum: 28.09.2014
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2015 - 10:55:06    Titel:

Danke euch beiden für die rasche Antwort. Smile

Grundsätzlich ist es so das ich gerne weiter Jura studieren möchte, mich aber schlechte Noten immer dermaßen herunterziehen das es mich zu Verzweiflung bringt.
Beispielsweise hatte ich in der Strafrecht Hausarbeit für Fortgeschrittene 11 Punkte. Alles schön und gut. In der ersten Klausur für Fortgeschrittene bin ich dann trd sang und klanglos mit 3 durchgerasselt. Allerdings habe ich hier wohl im Nachhinein wirklich geschlampt.

Was aber tatsächlich mein Nerv im Studium trifft, ist die Tatsache, dass man beim abweichen des richtigen Aufbaues sofort im unteren Segment landet.
Du kannst praktisch alles Wissen und prinzipiell verstanden haben, sobald du falsch aufbaust, 3 Punkte.
Und das stinkt mir so dermaßen, weil man immer im ersten Moment denkt, man könne nichts. Crying or Very sad
So ist wie gesagt Jura definitiv eine Leidenschaft geworden. Diese hat sich aber erst im Verlauf des Studiums entwickelt. Ich mag es halt wirklich. (Arbeite nebenbei auch ehrenamtlich in ner studentischen Rechtsberatung.)
Vor allem lernt man durch Jura ja wirklich eines besonders:
DENKEN !
Alles ganz nett dass man weiß, wann man vom Kaufvertrag zurücktreten kann, wann ein Mord vorliegt, wer in Notwehr handelt etc. pp.
Aber eine wirkliche Fähigkeit die durch das Studium erlernt wird ist das eigentliche Denken. Daher werden ja auch Juristen in vielen anderen Bereichen eingesetzt aufgrund ihrer analytischen Fähigkeit.
Trotzdem mag ich auch die BWL. Werde immerhin im Sommer hier auch ne Zusatzquali machen " BWL für Juristen".


Mein großes Ziel war/ist es immer eine Kombi aus Jura und BWL zu finden:
-Wirtschaftskanzlei
-Unternehmen
......

Hier dann klassische juristische Probleme im Zusammenhang mit der Wirtschaft lösen. Das wäre echt toll.

Vielleicht sollte ich einfach dran bleiben und weiter an mir arbeiten.
Es ist ja nicht so als könne ich nichts, oder mir würde ALLES überhaupt NICHTS sagen. Mir fehlen einfach die Noten. Ich muss mir hierfür die Gründe erarbeiten und dann versuchen ne bessere Umsetzung zu finden. Lerne gerade wohl einfach nur die berühmte Jura-Frustationstoleranz kennen :/


grüße
hank2.0
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Anmeldungsdatum: 30.08.2014
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2015 - 19:33:04    Titel:

Also auf deine rudimentären BWl kenntnisse würde ich jetzt nicht so viel geben, denn Rechnungswesen ist am Anfang halt wirklich das einfachste Fach.
Wenn du schon so weit bist, dann würde ich das Jurastudium einfach durchziehen. Vorallem wenn dir Jura eigentlich Spaß macht.
markusob
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 601

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2015 - 19:48:19    Titel:

Es klingt so, als hättest du nur noch nicht die richtige Klausurtechnik für dich gefunden. Klar bekommst du eine sehr schlechte Note, wenn du die Lösung falsch aufbaust. An der Reihenfolge deiner Prüfungsschritte sieht man ja, ob du die logischen Zusammenhänge verstanden hast. Wenn du falsch aufbaust, dann sieht es so aus, als hättest du den Stoff nicht verstanden, sondern nur "Stichworte" auswendig gelernt. Bei Jura kommt es halt sehr stark auf die Argumentation an.

Mich hat am BWL-Studium genervt, dass man hier in vielen Klausuren gar nicht erkennen konnte, ob der Prüfling den Stoff wirklich verstanden oder ob er nur auswendig gelernt hat. Man musste da nur irgendwelche Stichworte oder Zahlen hinknallen und fertig. Mir hat das Studium persönlich wenig gebracht. Bei BWL hast du auch noch das Problem, dass 2,0 schon eine mittelmäßige Note ist. Die Klausuren sind nicht ganz so schwer, aber du darfst dir nur wenig Fehler erlauben.

Ich würde es so einschätzen, dass du als schlechter Jurist immer noch leicht bessere Berufschancen hast als ein X-beliebiger BWL-Bachelor ohne roten Faden im Lebenslauf. Von daher würde ich das Studium jetzt einfach durchziehen. Du kannst später immer noch ein BWL-Master machen oder dich auf wirtschaftsnahe Rechtsgebiete spezialisieren. Ein BWL-Bachelor ist nicht viel Wert - so viel wie früher eine kaufmännische Ausbildung.
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