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Hausarbeit Strafrecht Anfänger - Tübingen Frage. .
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katjesohnefett
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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 01 März 2015 - 22:20:45    Titel:

Okay, dann prüfe ich die Täterschaft der B zu Lasten des V und der 22 anderen Personen in einer Prüfung, wobei sie bei V mit Dolus directus und bei den anderen 22 mit dolus eventualis handelt.

Vielen lieben Dank noch einmal für die Hilfe Smile.
katjesohnefett
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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 01 März 2015 - 22:32:09    Titel:

Nach meinem eigenen Gerechtigkeitsempfinden zu urteilen, kann es doch aber nicht sein, dass B eine Person in das Restaurant lockt und sich den Tod der anderen zurechnen lassen muss, oder?
Porfavor
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Anmeldungsdatum: 18.11.2008
Beiträge: 1477
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 02 März 2015 - 00:03:43    Titel:

Nein, muss sie ja auch nicht, in beiden Fällen. So jedenfalls meine Auffassung.

Daneben ist das mit dem Gerechtigkeitsempfinden so eine Sache: Du sagst das, weil du "Absicht" (dolus directus I) als schlimmer empfindest als "Sicheres Wissen" (dolus directus II) oder "Billigendes in Kauf nehmen (ok, das ist jetzt nur die h.M.)" (dolus eventualis)

Wenn B nun hinsichtlich V mit dolus directus I handelt, hinsichtlich der anderen aber mit dolus directus II oder dolus eventualis (Finde die Abgrenzung hier ziemlich schwer, weil beim dolus directus II das Problem ist, dass B nicht weiß, wie viele Objekte dort sein werden, sie also eigentlich nur ein allgemeines sicheres Wissen hat, dass dort anderen sterben werden.).

Du musst aber bedenken, dass das Gesetz für die Begründung einer Strafbarkeit nur Vorsatz verlangt, unabhängig vom Vorsatzgrad - mit Ausnahmen wohl gemerkt.

Stelle dir einmal den Fall so vor, dass B die Bombe selbst zündet, weil sie die Absicht hat, den V zu töten, dabei aber weiß, dass noch andere da sind oder dies zumindest billigend in Kauf nimmt. Würdest du sagen, sie sollte dahingehend straffrei sein?

Der Grad des Vorsatzes wird aber natürlich beim Strafmaß berücksichtigt. Nur bringt das im Falle des Mordes herzlich wenig. Deswegen ja jetzt wohl auch endlich die Reform des § 211 StGB.


Aber wie gesagt: Ich würde es an der Zurechnung bereits scheitern lassen und die Nebentäterschaft ablehnen. Die passt m.E. nur für Fälle kumulativer Kausalität, wenn beide Tathandlungen für sich den Taterfolg herbeigeführt hätten. Davon erfasst sein können aber nicht jegliche Vorbereitungshandlungen (Beihilfe).
katjesohnefett
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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 02 März 2015 - 02:07:19    Titel:

Habe es jetzt folgendermaßen gemacht:

- Prüfung der B; Mord in mittelbarer Täterschaft ( - ), da bei der Person, die die Bombe auslöst kein Defekt vorliegt.

- Prüfung der B wegen Mordes zu Lasten des V --> Hier hab ich Nebentäterschaft geprüft. Hab in einem Lehrbuch nachgelesen, dass man wohl Beihilfe als auch Nebentäterschaft bejahen kann. Eine Mindermeinung bejaht sogar eine mittelbare Täterschaft, weil B dem G ein zusätzliches Opfer "untergeschoben" hat und somit ein Irrtum bei G entfacht hat. Dieser Meinung folge ich aber nicht.

Prüfung der B wegen Mordes zu Lasten der anderen 22 Leute muss ich doch überhaupt nicht prüfen, oder?
Da scheitere ich doch bereits an der objektiven Zurechnung. B hat durch das herlocken des V nicht die Gefahr geschaffen, dass andere Leute zu Tode kommen.
katjesohnefett
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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 02 März 2015 - 02:20:43    Titel:

Du sagst, du würdest die Beihilfe bejahen. Die Beihilfe zum Mord an V bejahen oder die Beihilfe zum Mord an allen d.h. den ganzen 23 Leuten?
Porfavor
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Anmeldungsdatum: 18.11.2008
Beiträge: 1477
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 02 März 2015 - 04:03:01    Titel:

Ja, das ist natürlich richtig. Hier hat sie nur Vorsatz. Du scheiterst aber bereits vorher an der objektiven Zurechnung. Die Beihilfe hinsichtlich V würde ich bejahen.
katjesohnefett
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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 03 März 2015 - 00:32:38    Titel:

@Porvafor

Es hat sich meinerseits doch noch eine Frage ergeben.

Und zwar bezüglich der Kausalität des Todes des V.

Ist das "In das Restaurant locken" kausal für den Tod des V?

Eigentlich doch eher nicht, oder? Alleine das locken in das Restaurant hat den Tod des V noch nicht herbeigeführt, vielmehr aber das auslösen der Bombe.

Meine Frage:

Liegt hier eine kumulative Kausalität vor?

Falls ja, würde das doch bedeuten, dass die obj. Zurechnung zu verneinen ist und B nur wegen Versuchs strafbar ist?!
Porfavor
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Anmeldungsdatum: 18.11.2008
Beiträge: 1477
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 03 März 2015 - 05:11:29    Titel:

Man merkt, dass das 'ne Anfänger-Hausarbeit ist. Very Happy

Dir sei schon mit der üblichen juristischen Definition der Kausalität geholfen (zu naturwissenschaftlichen oder philosophischen wollen wir nicht gehen, aber die sagen da im Ergebnis wohl das gleiche):

Kausal ist jede Handlung, die nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele.

Hier kann das Anlocken der B nicht hinweggedacht werden, ohne dass der konkrete Erfolg des Todes des V gerade durch diese Bombe entfiele. Denn dann wäre V nicht dort gewesen.

Das führt natürlich dazu, dass wir zum Urknall zurückkommen. Denn auch der kann nicht hinweggedacht werden.

Genau deswegen gibt es ja das korrektiv der objektiven Zurechnung oder mit dem BGH des Vorsatzes über den wesentlichen Kausalverlauf.

Natürlich sind das auch kumulativ kausale Handlungen hier, das ist immer der Fall, siehe Definition.

Aber die "kumulative Kausalität" meint solche Fälle, in denen zwei Handlungen alleine rein potenziell nicht geeignet wären, den Erfolg herbeizuführen (halbe Dosis tödlichen Giftes), aber eben zusammen.
Hier ist die Bombe rein potenziell schon geeignet, den V zu töten.
Es geht bei der "kumulativen Kausalität" darum, dass zwei Ursachen gleichzeitig wirken.
Dort scheidet bereits die Zurechnung aus, hier dann aus meiner Sicht erst recht.

Das ist jetzt sprachlich schwer auszudrücken...ich hoffe, du verstehst es.
Porfavor
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Anmeldungsdatum: 18.11.2008
Beiträge: 1477
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 03 März 2015 - 05:20:41    Titel:

Das mit dem Versuch ist ein interessanter Gedanke, greift aber wohl nicht durch.

Wir haben hier sog. "rechtliche Nichtvollendung", weil die Strafbarkeit aus vollendetem Delikt an der objektiven Zurechnung scheitert.

Für den Versuch brauchen wir nun noch einen Tatentschluss und ein unmittelbares Ansetzen. Wenn wir hier von der gängigen Definition des unmittelbares Ansetzens ausgehen, müssen wir aber sagen, dass die Handlung der B nicht ohne weitere wesentliche Zwischenschritte in die Tatbestandverwirklichung eintreten kann. Es geht also darum, dass die Handlung des Täters aus seiner Sicht bereits geeignet ist, den Erfolg unmittelbar herbeizuführen.

Aber das steht so nicht im Gesetz. Das definiert nicht, wann ein Versuch vorliegt. Man kann hier also sicherlich auch anderes vertreten.
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