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Warum will keiner einen Absolventen einstellen?
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Foren-Übersicht -> Bewerbung & Vorstellungsgespräch -> Warum will keiner einen Absolventen einstellen?
 
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splash2k5
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Anmeldungsdatum: 16.05.2012
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 06 Apr 2015 - 14:28:03    Titel: Re: Warum will keiner einen Absolventen einstellen?

1509MSI hat folgendes geschrieben:
Hallo zs,

nach 125 Bewerbungen, 66 Absagen und 11 Gesprächen ist keiner bereit mir ein faires Angebot zu machen. Zu mir, ich bin ein junger Wirtschaftsingenieur Logistik und suche einen Job im Bereich des Projektmanagements im Transportwesen. Meine Bewerbungen, habe ich mir mehrfach von anderen Personen sagen lassen, sind aussagekräftig und in Ordnung. Mein Abschluss des Studiums ist sehr zufriedenstellend(Note 2,4). Wobei meine Abschlussarbeit eine glatte 1,0 war.

Mir ist bekannt, dass ich ein Rohdiamant bin, der noch formbar ist und null Ahnung in der Praxis(trotz dreier Praktika) hat.

Nun suche ich hier nach Antworten...

Freue mich auch über motivierende Antworten. Wink Wem geht/ging es ähnlich wie mir???

VG 1509MSI


Hallo,

ich bin selbst Personaler daher erlaube ich mir einfach mal einen Beitrag zur unserer Personalauswahlstrategie zu leisten.

Der Bachelor selbst ist für uns als Unternehmen kaum noch Beachtung zu schenken, zum einen ist es das grundlegende Studium und zum anderen haben die meisten kaum bis gar keine praktische Erfahrung. Der Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) stellt, je nach IHK Fachwirt Ausbildung, diesen sogar höher als den Bachelor ein.

Wer also mit einer Ausbildung (verkürzt 2 Jahre = zielstrebig, ehrgeizig) und einer Weiterbildung (Fachwirt/Fachkaufmann (mw)) binnen 3 Jahre fertig ist, hat mehr auf den Kasten als ein Absolvent.

Mein Personalerkollege arbeitet für ein Tochterunternehmen der Ubisoft (Spielehersteller). Seine Frau hat (glaube es ist noch DIpl) in BWL von 1,5 und arbeitslos - trotz massiger Bewerbungsaktivitäten.

Heutzutage wollen die Personaler jemanden der in der Lage ist praxisorienitert zu handeln, wenn ich mir den Stoff anschaue der durchgenommen wird hat das "0" mit der Praxis zu tun. (-> z.B HR Studium)

Also langer Rede kurzer Sinn -> in der Personalauswahl stehen Studenten mit einem Bachelorabschluss zur Zeit auf Rank 2 nach Fachwirt und Co....
1509MSI
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Anmeldungsdatum: 09.04.2012
Beiträge: 85

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2015 - 09:40:15    Titel:

Hallo splash2k5,

Zitat:
Der Bachelor selbst ist für uns als Unternehmen kaum noch Beachtung zu schenken, zum einen ist es das grundlegende Studium und zum anderen haben die meisten kaum bis gar keine praktische Erfahrung. Der Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) stellt, je nach IHK Fachwirt Ausbildung, diesen sogar höher als den Bachelor ein.


Und wofür habe ich dann 3 Jahre studiert??? Was wäre denn eine gute Lösung um sich auf dem Markt zu bewähren? Ich meine, wenn mir niemand die Chance gibt Berufserfahrung sammeln zu dürfen, bekomme ich doch nie welche. Durch mein Studium habe ich doch bewiesen, dass ich lern- und leistungsbereit bin. Meine praktische Erfahrung beläuft sich auf ca. 17 Monate Praktika im Bereich Logistik. Ist das nicht ein Teufelskreis? Würden Sie auch eher einen "
Zitat:
IHK Fachwirt Ausbildung
" für eine Traineestelle einstellen? Welchen Sinn hat dann noch ein Studium? Hätte Sie eine Idee wie ich den Personaler trotz geringer Berufserfahrung überzeugen kann, dass ich der richtige Kandidat bin?
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2015 - 11:36:57    Titel:

@splash: wie groß ist das Unternehmen in dem du arbeitest? Wie viele bewerbungen bekommt ihr ungefähr? Deine aussagen klingen mir zu pauschal. Untermauere das doch bitte mit zahlen.
Meine subjektive erfahrung aus der automobilindustrie ist, dass der bachelor sehr wohl ankommt. Auch wenn ich berufsbegleitend den master mache, so hatte ich wie zahlreiche Kollegen mit dem bachelor keine probleme beim berufseinstieg. Auch machen wir die gleiche arbeit wie Kollegen mit diplom oder master, sind bloss im tarif eine Gruppe tiefer eingeordnet. Das ist bei kleineren Unternehmen aber verhandlungssache.

Es kommt auch sehr auf die stelle an, ob man überhaupt einen fachwirt oder meister einsetzen kann. Es gibt theoretische stellen, da fehlen dir ohne studium einfach zu viele kenntnisse. Bei uns gibt es abteilungen, wo techniker/Meister zusammen mit Ingenieuren arbeiten, aber auch abteilungen mit ausschließlich akademikern. Ein kfz mechaniker mit meister ist z.b. bei der bordnetzauslegung, Aufbau und Verlegung oder Fehlersuche aufgrund seiner praktischen kenntnisse in der werkstatt hilfreich, aber sobald es an themen die regelungstechnik und software geht, kommst du an akademikern nicht vorbei.

Nenn mir mal eine ausbildungsalternative zum studium wirtschaftsingenieurwesen. Willst du dafür einen kaufmann einsetzen?
Mark87
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Anmeldungsdatum: 21.03.2015
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2015 - 17:52:28    Titel:

@1509MSI: Ich kenne mich leider im Hinblick auf Wing Logistik nicht ganz so gut aus, muss ich vorweg sagen. Aber ich bin schon der Meinung, dass die Fakten deines Lebenslaufs recht gut sind. Die Noten sind wirklich in Ordnung. 2,x ist im Ing.-bereich alles andere als eine Schande, auch wenn der Fokus in deinem Studium wohl eher auf BWL/Logistik lag. Und mit deinen 3 Praktika hast du deutlich mehr Praxis, als viele andere Studenten.
Ich bin da auch etwas ratlos.
Bin selbst grad im Master Wing - Maschinenbau und da scheint es wenig Probleme zu geben bei den Absolventen. Habe bisher jedenfalls keinen kennengelernt, der länger als ein halbes Jahr gesucht hat.
Vielleicht ist die Kombi Wing - Logistik aktuell nicht ganz so gefragt? Ich weiß es nicht...
Zur Not rate ich dir: Mach einen Master hinterher, bevor du zu lange "nichts" gemacht hast und versuche im Master schon Kontakt zu einem Unternehmen zu knüpfen, was dich vielleicht langfristig einplant.


@splash2k5: Die Frage von Konstantin interessiert mich auch.

Ohne das in irgendeiner Art und Weise werten zu wollen (muss jeder Unternehmer selbst entscheiden), erinnert mich deine Sichtweise (bzw. die Auswahlstrategie in deinem Unternehmen) sehr stark an ein typisches, inhabergeführtes KMU, bei dem nur persönliche Beziehungen ausschlaggebend sind. Der Papa kennt den Chef und der Sohnemann macht einen IHK-Betriebswirt und fühlt sich dann als großer Mann, gleichauf mit den Akademikern. Ist er zwar nicht, reicht aber, weil der Papa halt den Chef kennt. Ich selbst habe das erlebt in der Phase meiner Ausbildung als Industriekaufmann, bzw. meines Bachelors als Werkstudent (in ein und dem selben Unternehmen, Zulieferer ca. 350 MA, mittlerweile knapp 500).

Zum einen: Der junge Mann hat Wing studiert, mit der Spezialisierung auf Logistik. Er hat also einige MINT-Fächer absolviert und eine geballte (akademische) Kompetenz im Fachbereich Logistik. KEIN IHK Fachwirt/Kaufmann o. Ä. kann dieses Wissen annähernd ausfüllen. A weil ein IHK Absolvent kein akademisches Niveau mitbringt und B inbesondere der von dir erwähnte Fachwirt/Kaufmann keinerlei Wissen im Bereich Ingenieurwissenschaft hat.
Heißt also der Vergleich hinkt massiv, weil man diese beiden Dinge überhaupt nicht miteinander vergleichen kann. Wenn in deinem Unternehmen IHK Absolventen auf die Stellenbeschreibung eines Ingenieurs gesetzt werden, dann Helm ab zum Gebet...

Zum anderen geht mir generell dieses (von Teilen der Wirtschaft) "Absolventen haben keine Berufserfahrung"-rumgeheule massiv auf die Nerven. Wie soll ein Absolvent (Bachelor oder Master ist erst einmal egal) jahrelange Erfahrung mitbringen, wenn er grad aus dem Studium kommt? Diejenigen Personaler, die das heutzutage fordern, haben die Sommersemesterferien in den 70er oder 80er Jahren garantiert in Italien oder Südfrankreich verbracht und nicht in einem Unternehmen als (nicht bezahlter) Praktikant.
Praktika, Ausbildungen, Werkstudentenjobs oder Duale Studiengänge sind eine Top-Sache, keine Frage. Einem Uniabsolventen aber vorzuwerfen, keine Berufserfahrung zu haben ist absoluter Schwachsinn. Ein Oxymoron, dass sich nicht lohnt auszusprechen. Besonders eine universitäre Ausbildung ist in der Regel derart anspruchsvoll ausgelegt, dass eine Beschäftigung nebenher nicht vorgesehen ist.
Ganz ehrlich, wenn ich deinen Ausführungen folge "keine Berufserfahrung, da setzen wir lieber einen IHK-Absolventen auf die Stelle des Ingenieurs" kann ich nur sagen: In so einem Unternehmen möchte ich gar nicht erst arbeiten, aber zum Glück ist sowas nicht die Regel. Zumindest ist das meine Erfahrung...
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 08 Apr 2015 - 15:05:46    Titel:

splash lobt nur den eigenen weg: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/309559,0.html
markusob
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 601

BeitragVerfasst am: 10 Apr 2015 - 18:03:34    Titel:

Fachwirt wird man frühestens nach 5-6 Jahren im Beruf (wenn man die Ausbildung als Berufsjahre dazu zählt). Das entspricht einem Bachelor mit 2-3 Jahren Berufserfahrung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Bachelor mit 2-3 Jahren Berufserfahrung von der Wertigkeit her deutlich! über dem Fachwirt anzuordnen ist. Das Problem ist nur, dass manche unsinnige Vergleiche anstellen.

Wenn ihr schon den Bachelor ohne Berufserfahrung vergleichen wollt, dann nehmt doch bitte euren Azubi ohne Berufserfahrung. Letzterem muss man erst zeigen, wie man tackert........
Bobby-r
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Anmeldungsdatum: 11.09.2015
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2015 - 16:57:03    Titel:

Ach ja... es wird immer schwerer für Studenten
1509MSI
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Anmeldungsdatum: 09.04.2012
Beiträge: 85

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2015 - 13:49:38    Titel:

leider Sad
konstantin87
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Anmeldungsdatum: 08.08.2008
Beiträge: 5968

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2015 - 14:45:33    Titel:

Immer noch nichts gefunden? Bewerbe dich im Süden. Dort wird mehr gesucht als im Norden. Mit Ausnahme von Bertrandt in Tappenbeck bei Wolfsburg. Die stellen sogar Fachfremde ein um den Bedarf an VW-Outsourcing zu decken.
1509MSI
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Anmeldungsdatum: 09.04.2012
Beiträge: 85

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2015 - 22:10:02    Titel:

Also bei Bertrandt bei Tappenbeck habe ich esbereits versucht....leider erfolglos.....Man hat mir auch keine Begründung genannt.

Ich bewerbe mich bundesweit. Im Moment arbeite ich übergangsweise bei einem Serviceunternehmen im Kundenservice, um aus dem Hartz4 herauszukommen. Ist zwar beschissen bezahlt aber allein den Spaß, den wir bei der Arbeit haben, lohnt es sich zur Arbeit zu gehen. Leider ist die Stelle nur auf 4 Monate befristet.
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