Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Bald Leistungskurswahl / Mathe oder Spanisch? Zwiegespalten
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Abi-Forum -> Bald Leistungskurswahl / Mathe oder Spanisch? Zwiegespalten
 
Autor Nachricht
qedblacksquare
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 05.04.2015
Beiträge: 15
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2015 - 01:42:03    Titel: Bald Leistungskurswahl / Mathe oder Spanisch? Zwiegespalten

Hallo!

Danke erstmal fürs Anklicken meines Threads. Ich würde gerne kurz und präzise mein Problem erläutern.
Die Leistungskurs-Wahl steht unmittelbar bevor und ich komme auf argumentativer Basis zu keiner eindeutigen Entscheidung.

Mein erster Leistungskurs wird Englisch sein. Hieran gibt es keinen Zweifel. Die Sprache war für mich schon immer kinderleicht und generell finde ich Gefallen an dem kulturellen Hintergrund dieser Sprache. Die Noten lagen immer im (sehr) guten Bereich, ohne bzw. mit geringem Lernaufwand.

Nun muss man hier in Hessen zwei Leistungskurse wählen. Die Fächer, welche noch zur Auswahl stehen(andere Fächer wurden argumentativ ausgeschlossen), sind Spanisch oder Mathematik.

Spanisch war eigentlich schon immer ziemlich einfach für mich. Jedoch muss man sich auch intensiv mit der Sprache auseinandersetzen, um sie völlig zu verstehen. Denn ich vermute, dass das Niveau im Leistungskurs sicher ordentlich angezogen wird. Ich behaupte, dass ich damit auf längerem Zeitraum keine Problem haben würde. - Dadurch könnte aber auch folgen, dass, aufgrund des stärker bewerteten (u.a Fehlerquotient) ,meine Noten schlechter werden. Momentan stehe ich so zwischen 2 bis 1- ohne außerordentliche Lernleistungen.

In der Mathematik sieht das ganze schon etwas anders aus. Bis zur 9. Klasse respektive Einstieg in die gymnasiale Oberstufe (1 Jahr her) wollte ich mit Mathe absolut nichts zu tun haben. Nun dies hat sich - glücklicherweise - schlagartig geändert. Ich habe nachdem ich in Physik zwei fehlerfreie Klausuren geschrieben habe, meine Selbstauffassung gegenüber dem Fach Mathematik komplett neu überdacht. Die Klausuren in der Physik waren wirklich ziemlich einfach, aber hier geht es ums Prinzip. Sie waren der Initiator dafür, dass ich jetzt hier bin.
Ich habe angefangen Mathe-Aufgaben ruhig und bedacht anzugehen. Dies hat sich dann fortgeführt und als kausale Folge stieg meine Mathe-Note von den Vorjahren in der Mittelstufe (meist 4 im Zeugnis, Klausuren oftmals 5 oder auch nicht selten 6) auf 12-13 Punkte an.
Ich merke, dass ich mittlerweile mathematische Sachverhalte immer tiefgründiger betrachten und verstehen kann. Ich spüre wie sich mein logisches, abstrakte und analytische Denkvermögen steigert. Es öffnen sich mir neue Hemispheren. Seitdem ist auch in mir ein Interesse an der Mathematik herangewachsen. Ich bin vielleicht noch nicht so schnell im Verstehen von komplexer (u.a was räumliches Denken angeht) Aufgaben wie Mathe-Asse in meinem Alter, aber ich verstehe sie auch recht schnell und dann auch richtig.

Meine größte Befürchtung hingegen einem Mathe-LK wäre, dass ich ab einem gewissen Punkt im Unterricht nicht mehr schnell genug folgen könnte, und somit sozusagen abgehängt werde. Zuhause hätte ich natürlich Zeit um das Verständnis zu Vertiefen. Aber der mündlichen Note hilft das ja nicht direkt, oder? Könnte es sein, dass das Niveau eine solche Steigerung im Gegensatz zum GK hat, dass ich Probleme bekommen könnte? Auch ist es ja so, dass die Denkweisen von Mathe und Sprachen komplett gegensätzlich sind. Das merke ich auch, es dauert immer etwas sich von dem einen auf das andere komplett konzentrieren zu können. Aber das klappt eigentlich problemlos.
Was jedoch auch noch für Mathe spricht, um als LK zu wählen, ist, dass es kein Fehlerquotient und keine subjektive Bewertung gibt. Es gibt richtig oder falsch. Das macht es möglich, sehr gute Noten zu erreichen, solange man alles richtig verstanden hat.

Nun: Berufstechnisch ist es schwer abzuschätzen, was hier günstiger wäre. Ich werde nichts in der Wirtschaft oder in Sachen Ingenieurswesen machen. Etwas wissenschaftliches wäre wahrscheinlich genau das Richtige für mich. Studieren, auf jeden Fall! Was genau? Keine Ahnung. Ich kann mir vorstellen, dass die Mathematik mich weiter nebensätzlich begleiten wird. Aber ich möchte auch nicht mein Fremdsprachen-Talent wegwerfen.

Somit wäre abschließend meine Frage an Sie/Euch:

Würde sich ein Mathe-LK für mich eher anbieten als eine Vertiefung in Spanisch?
Wenn ich mich fest in Mathe hineinversetze, verstehe ich alles, aber ich weiß nicht, ob sich das so im LK fortsetzen würde. Spanisch würde ich sicher vom Niveau schaffen, aber die Noten könnten aufgrund subjektiver Bewertung und Fehlerquotient nicht so gut sein wie sie in Mathe möglicherweise sein würden. Auch müsste bei Spanisch mit dem Fach in dem ich zusätzlich geprüft werde, eine Naturwissenschaft oder dann eben Mathe verpflichtend als mündliche Leistung verbunden sein. Das wäre nicht optimal, denn Mathe ist ja schriftlich ideal. (Physik könnte in diesem Fall auch alternativ dienen)

Ich danke jetzt schon im Vorraus fürs Lesen und ich hoffe auf hilfreiche Antworten! Diese Entscheidung wird für mich von großer Bedeutung sein.

Liebe Grüße und
Frohes Ostern!
Ingo30
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2096

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2015 - 12:20:52    Titel:

Moin,

normalerweise ist es so, dass man irgendwo eine Grundbegabung hat. Beim einen sind das eher die Sprachen (Deutsch / Englisch) oder halt die Naturwissenschaften. Ich kenne sehr wenige Menschen, die alle Bereiche gleich gut beherrschen.

Wenn Du in Mathe vorher nicht gut warst (war ich z.B. auch nicht) fehlen oft Grundlagen. In der Oberstufe hatte ich im Mathe-GK auch ein Hoch. Meist kann man das aber nicht durchhalten.

Hätte ich Mathe-LK gewählt, wäre ich ganz schön auf die Fresse geflogen. Wenn Dir Sprachen liegen, nimm diese. Ich würde immer Deutsch / Englisch -LK empfehlen, da sich die Inhalte (zumindest damals) sehr ähnlich waren (Interpretationen fertigen, texte analysieren). Mathe als Drittes Fach GK und dann noch was einem gefällt als mündliches Fach (z.B. Geschichte).

P.S. Mit dieser hier oft gesehenen "ich muss nie lernen, mir fliegt alles zu" Einstellung fliegst Du spätestens im Studium gewaltig auf die Nase.
qedblacksquare
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 05.04.2015
Beiträge: 15
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 06 Apr 2015 - 01:32:16    Titel: Antwort

Hallo Ingo. Ich danke erstmal fürs Antworten Smile

Ich stimme deiner Auffassung, dass es tendentiell überwiegend Leute mit Begabung in einer der beiden Richtungen gibt, zu. Bei mir ist es jedoch nicht so klar eindeutig... (Fremd)sprachen fallen mir zwar leicht zu sprechen, aber in Sachen Interpretation sieht das wieder anders aus. Ich bin kein "Drauflaber-Typ". Ich versuche Dinge präzisiert mit Sprache auszudrücken und damit zu untermauern. Es muss nicht mehr gesagt werden wie nötig. Konkret sein und auf den Punkt kommen, sind mein ständiges Bestreben. In Sachen Mathematik... Mir fehlen glücklicherweise keine Grundlagen, die habe ich alle seitdem aufgearbeitet und dieses Mal sogar erfolgreich Very Happy

Der Deutsch-LK würde für mich auf keinen Fall in Frage kommen. In den letzten drei Klausuren habe ich mich progressiv verschlechtert. Von 10 auf 9 auf 7. Mit dem LK würde ich mich direkt abschießen. Das mündliche rettet meine Note hier.

Mittlerweile glaube ich das Mathe und Englisch die optimale Kombi wäre. Zwei Fachgebiete, die in unserer heutigen Welt unersätzlich sind.
Ingo30
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2096

BeitragVerfasst am: 06 Apr 2015 - 12:28:27    Titel:

Moin qed,

wenn man vor dem Abi steht, erscheint es immer sehr groß. Nachher merkt man, dass es erst der allererste Schritt war und das Niveau in einem Studium doch ganz anders ist bzw. andere Art der Vorbereitung verlangt.

Du solltest die Fächerkombination wählen, wo Du dich sicher fühlst und im Notfall immer noch Optionen / Reserven hast. Ich bin mit Sprachen sehr gut gefahren und würde dies deshalb empfehlen.
Auch mit Mathe als drittes Fach kannst Du Deine Leistungen voll ins Abi einbringen, wirst aber nicht überfordert.

In Mathe gibt es halt nur falsch oder richtig (zumindest in der Schulmathematik). Dem einen liegt sowas, für mich wäre es nichts gewesen.
qedblacksquare
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 05.04.2015
Beiträge: 15
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 06 Apr 2015 - 19:25:45    Titel:

Vielen Dank für deinen sehr fundierten und rationalen Standpunkt Smile Ich werde bescheid geben, wann ich meine schlussendliche Erscheinung gefällt habe.
tokyob
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3103
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2015 - 00:19:05    Titel:

Wenn Du sowohl in Sprachen, als auch im 'logischen Denken' begabt bist, waere doch die Konsequenz, beides als LK zu waehlen, anstelle 2 Sprachen. Ausserdem hast Du dann mehr Auswahlmoeglichkeiten fuer die anderen 2 Pruefungsfaecher.
Jura waere ein Beispiel fuer ein Studienfach, in dem beide Faehigkeiten gebraucht werden.
qedblacksquare
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 05.04.2015
Beiträge: 15
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2016 - 18:42:47    Titel:

Rückmeldung: Nun ist fast die Q1 vorbei. Ich habe den Mathe-LK gewählt und ich bin begeistert. Besonders die innermathematischen Zusammenhänge, die man behandelt, machen den Unterricht extrem spannend und interessant.
Ingo30
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2096

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2016 - 19:32:45    Titel:

Super das es bei Dir passt und Danke für die Rückmeldung ans Forum Smile
qedblacksquare
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 05.04.2015
Beiträge: 15
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 24 Aug 2017 - 22:14:43    Titel:

Hallo allerseits. Ich dachte, ich wäre diesem Thread eine finale Antwort schuldig.

Nach fast zweieinhalb Jahren (wow wie schnell die Zeit einfach vergeht!) seitdem ich diesen Thread geschrieben habe, habe ich am 06.06.2017 mein Abitur mit der Endnote 1,6 bestanden.

Meine Noten im Leistungskurs Mathematik waren: Q1: 13 Punkte, Q2: 12 Punkte, Q3: 12 Punkte, Q4: 14 Punkte. In der schriftlichen Abiturprüfung habe ich 14 Punkte geschafft, welches zwei andere Schüler ebenfalls erreichen konnten. 14 Punkte war die höchste Punktzahl, die in der Mathe-LK Abiturprüfung in diesem Jahr erreicht wurde.

Spanisch hatte ich letztendlich als Grundkurs genommen und mit 13P in der Q1 und 12P in der Q2 in das Abiturzeugnis eingebracht. Danach habe ich das Fach abgewählt, da ich meine Wochenstunden von ca. 40 Stunden auf <28 Stunden nach der Q2 herunterfahren wollte. Ich hatte dazu noch zwei andere Fächer abgewählt. Dies war eine sehr gute Entscheidung im Nachhinein, da ich so mehr Zeit hatte, um fürs Abitur zu lernen Very Happy Andere Schüler hatten mich des Öfteren beneidet, dass ich manchmal erst so spät kommen musste und schon wieder früh gehen durfte Very Happy

Im Nachhinein würde ich immer wieder die gleiche Entscheidung treffen. Der Mathe-LK hat mir unheimlich geholfen meine "Problem-Solving" Skills zu verbessern. Den Spanisch-LK, wäre er zustande gekommen (es ist ohne mich nämlich keiner zustande gekommen; es waren zu wenige Leute), hätte ich wahrscheinlich auch überlebt, aber ich hätte es bereut, da ich für die Sprache im Gegensatz zu vor zwei Jahren heute weniger Interesse und Nutzen habe. Außerdem wären die Anforderungen im Spanisch-LK ziemlich hoch gewesen (man hätte relativ lange Bücher lesen müssen, wobei man durch die anderen Fächer schon eine sehr hohe Belastung hatte). Die Sprache kann man sich bei Bedarf durch Selbstlernen immer noch selber beibringen. Im Unterricht lernt man Sprachen sowieso nicht vernünftig. Dafür muss man sie im echten Leben in realen Kontexten anwenden!

Nun kläre ich noch ein paar Fragen:

Wieso antworte ich nochmals auf den Thread?

Ich habe mich zufällig dran erinnert, wie ich vor zwei Jahren hier verzweifelt hereingeschrieben habe.
Im Nachhinein scheint das Ganze so banal gewesen zu sein, obwohl ich damals tatsächlich ziemlich aufgeregt war. Damit möchte ich anderen zeigen, dass man bei einer solchen Entscheidung nicht so viel Angst haben muss. Man wird halt dann in zwei Kurse gesteckt, wo man mehr Zeit drin verbringt als in den anderen Fächern. Wählt Fächer, die Ihr mögt und wofür Ihr euch zumindest teilweise begeistern könnt, da Ihr viel Zeit und Nerven in den nächsten zwei Jahren dort reinvestieren wird. Aber mehr ist das Ganze auch letztendlich auch nicht.

Man sollte sich im Mathe-LK bewusst sein, dass man dort ziemlich klar denken muss und das man stets nach der Realität und Wahrheit argumentieren muss. Daher denke ich, dass der Mathe-LK mir am meisten gebracht hat, da ich gelernt habe, klarer zu denken. Vorher war das Ganze vergleichsweise wesentlich schwammiger. Im Mathe-LK versucht man immer herauszufinden, wie man Probleme geschickt angehen kann und man lernt auch selber dafür passende und kreative Lösungswege zu finden. Das ist wie ich finde unfassbar nützlich gewesen und hat mir viel gebracht.

Außerdem kriegt man einen Einblick in viele interessante und auch uninteressante Themengebiete Very Happy Die Aufgaben waren teilweise manchmal echt ziemlich stupide und repetitiv (z.B. Kurvendiskussion). Aber die manchmal langweiligen Aufgaben konnte man gut überleben, da wir uns öfters mit den Nachbarn zusammentun mussten, um Lösungswege oder Themengebiete gemeinsam zu erarbeiten. Das hat sehr Spaß gemacht und ich hatte vielleicht auch Glück, dass ich einen sehr guten Lehrer und richtige witzige und sympathische Nachbarn hatte. Es hat jedoch auch gezeigt, dass der Mathe-LK nichts nur für "Nerds" oder "Super-Hirne" ist. Im Vornerein war das auch mein größtes Bedenknis, was für Leute man dort anfinden wird. Das ist ein absolutes Gerücht, was sich bei uns nicht bewahrheitet hat. In meinem Mathe-LK waren mehr als ca. 65% Mädchen, welches keine "Nerds" sind. Man muss versuchen, sich für die Themen interessieren zu können, engagiert sein und das ist dann schon die halbe Miete. Es gab auch nicht nur sehr starke Schüler, sondern auch schwächere Schüler. D.h. es ist nicht nur ein Klub der "Eliten" oder was auch immer für Stereotyps existieren. Jeder schafft mindestens 5P im Mathe-LK mit etwas Engagement. Das kann ich versprechen. Wenn man mal etwas nicht versteht (das war bei mir des öfteren), kann zu dem Ganzen einfach auf Youtube sich nochmals Videos anschauen. Ich kann die Youtuber Daniel Jung und Jörn Loviscach sehr empfehlen. Die haben mir sehr geholfen. Wenn man Langeweile hat (und fies sein will), kann man sich den Lehrplan ansehen und schon "Vorlernen", damit man im Unterricht einen Vorsprung hat. Das habe ich einmal beim Integrieren der Funktion ln(x) gemacht. Da muss man nämlich einen Trick anwenden, worauf man selber kaum kommen kann (mit 1 multiplizieren und dann partiell integrieren). Das war ziemlich lustig das Gesicht des Lehrers zu sehen, da er kaum erwartet hatte, dass sich dort jemand melden wird. Es zeigt auf jeden Fall dem Lehrer, dass man engagiert ist, aber man sollte es auch vielleicht nicht übertreiben, da es "unfair" ist, wenn man davon ausgeht, dass die Mitschüler ihre Freizeit nicht damit verbringen wollen, den Rest der Klasse schon im Lehrplan und Lehrmaterial abzuhängen. Das ist jedoch ein Trick, wie sich auch leistungsschwächere Schüler, einen "Boost" verschaffen können.

Noch eine Frage, die ich beantworten möchte, ist die, ob man denn jetzt wirklich nur Sinnloses lernt. Die meisten Dinge sind tatsächlich so fingiert, dass Sie immer um einen fiktiven Anwendungskontext spielen. Die Konzepte, die man lernt, sind jedoch nicht fiktiv. Ableitungen, Integrale, Vektoren, Wahrscheinlichkeitsverteilungen usw. haben alle essentielle Anwendungen in sämtlichen Wissenschaften und realen Anwendungskontexten. Was schade ist, dass durch die vielen fingierten Anwendungskontexte, diese Wahrheit oft verborgen wird. Man kommt sich manchmal echt dumm vor; "Für was werd' ich das Zeug denn dann im echten Leben brauchen?".

Ein Beispiel eines echten Anwendungskontexts:

Im November 16 hatten wir einen Tag nachdem Donald Trump zum US-Präsident (Trivia) gewählt worden wurde, unsere 4-stündige Abiturvorbereitungsklausur. Diese war ausschließlich zum Thema Stochastik. Der Lehrer hatte in diese Klausur einen Extrateil inkorperiert, welcher von der sogenannten Poisson-Verteilung handelt. Diese Verteilung mussten wir uns unter gegebenem Material dann in der Klausur eigenständig erarbeiten und dazu Aufgaben lösen. Dies hatte er uns jedoch vorher schon gesagt, dass so etwas kommen wird (also keine Angst).

Nach dem Ende der Klausur hatte ich die Verteilung dann schnell wieder vergessen, da Sie nicht auf dem Lehrplan und daher auch nicht im Abitur vorkommen kann Very Happy.

Kurz vor den Abiturprüfungen Ende Februar 17 bin ich relativ zufällig auf das P2P-Protokoll Bitcoin gestoßen, welches bis jetzt neben anderen Kryptowährungen fast meine ganze Freizeit in Anspruch nimmt, da ich ziemlich fasziniert davon bin. Daher habe ich dann das Whitepaper des anonymen Erfinders Satoshi Nakamoto gelesen, worin auf Seite 7 die Poisson-Verteilung benutzt wird.

Man lernt also nicht nur Sinnloses im Mathe-LK. Insbesondere, wenn man programmiert, sich in der Informatik interessiert oder einfach nur verstehen will, wie Software wie Tor, Bitcoin usw. funktioniert, dann hilft einem das (erlernte) logische Denken aus dem Mathe-LK schon enorm.

Im Nachhinein hätte ich wahrscheinlich auch noch Informatik gewählt und dies in der Oberstufe zu mindestens als Grundkurs belegt. Ich glaube, dass mein Interesse an der Informatik jedoch durch das Interesse an der Mathematik logisch (Very Happy) gefolgt ist.

Ich danke fürs Lesen. Vielen Dank für die Hilfe aus dem Forum und jeder der vor der LK-Wahl steht; don't panic! Es sieht schlimmer aus als es tatsächlich ist.
jh8979
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 04.07.2012
Beiträge: 2143

BeitragVerfasst am: 25 Aug 2017 - 00:37:15    Titel:

qedblacksquare hat folgendes geschrieben:
Hallo allerseits. Ich dachte, ich wäre diesem Thread eine finale Antwort schuldig.

...

Ich danke fürs Lesen. Vielen Dank für die Hilfe aus dem Forum und jeder der vor der LK-Wahl steht; don't panic! Es sieht schlimmer aus als es tatsächlich ist.

Danke fürs nochmal Antworten hier. Das ist sicherlich hilfreich für viele.

Dir weiterhin alles Gutes Smile
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Abi-Forum -> Bald Leistungskurswahl / Mathe oder Spanisch? Zwiegespalten
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum