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(Jugend) Arbeitslosigkeit in Europa
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jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
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BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 00:14:51    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:

Und warum es für dich ok ist das deine Eltern hier eingewandert sind, während du von Zuwanderungswilligen heute forderst sie sollen erstmal ihre Heimat aufbauen um ihre Qualifikation zu belegen.


Tom, deine Nachfrage ist mir durchaus klar. Ich hatte diesen Punkt explizit angesprochen, weil die Medien mir ein bestimmtes Bild vermitteln. Ich kann hier nur von mir sprechen, du nimmst das sicher anders wahr, was auch völlig in Ordnung ist. Flüchtlinge sollen in Zukunft als Fachkräfte, Ingenieure, und Pflegekräfte hier arbeiten - ich fragte mich wie das gehen soll, wenn es im Heimmatdorf noch nicht mal eine funktionierende Infrastruktur gibt. Bei Flüchtlingen die gut ausgebildet sind und davon gibt es sicher einige, sind diejenigen die die Gesellschaft voranbringen können.

Zitat:

Versteh mich nicht falsch, mich stört es nicht das polnische Einwanderer hierher kommen und arbeiten, ich bin selbst Einwandererkind, sogar ein bildungsfernes, gerade deswegen ist mir unbegreiflich wie du eine These wie die aus deinen Zitaten oben vertreten kannst und damit gleichzeitig deinen eigenen Eltern quasi Rückwirkend ihre "Hierseinsberechtigung" absprichst.


Ich verstehe dich nicht falsch, mir ist völlig klar worauf du hinauswillst. Kommen wir zu meinen Eltern. Sie haben das Land und die Gesellschaft vorangebracht, können in Deutschland mehr verdienen.
Ich denke uns beiden ist klar, das Menschen wie Ronny und Dirk, die den ganzen nur Bier trinken, nix taugen, egal in welchem Land sie leben. Ronny und Dirk sollten in der Uckermark erstmal selbst etwas erreichen, bevor sie woanders etwas erreichen können. Ich denke in diesem Punkt gehen wir konform.
Und es macht schon ein Unterschied, ob meine Eltern in ein Land gehen, weil sie 10€ mehr die Stunden verdienen können.
derTom
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Anmeldungsdatum: 02.11.2014
Beiträge: 1033

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 04:13:43    Titel:

Zitat:
Bei Flüchtlingen die gut ausgebildet sind


Reden wir jetzt über Flüchtlinge, die hier Schutz suchen oder Einwanderer die hier Leben wollen?

Flüchtlinge die hier Schutz suchen und die Zeit bis ihre Heimat wieder sicher ist nutzen um sich zu Bilden und zu integrieren, sei es nur im Berufsleben und damit eine Möglichkeit nutzen die sie in ihrem Heimatland nie gehabt hätten, warum sollen diese in der Zukunft nicht als Fachkräfte arbeiten können? Und wenn sie diese Chance nutzen sollte mMn ihr Bleiberecht auch in ein Aufenthaltsrecht umgewandelt werden.
Und die Flüchtlinge die diese Chancen nicht nutzen haben ein Bleiberecht in Deutschland bis ihre Heimat sicher ist. Mehr ist meines Wissens nicht vorgesehen.

Einwanderer die aus wirtschaftlichem Interesse hier einwandern wollen, werden geprüft auf Qualifikation, Sprachkenntnisse etc. Da mag anpassungsbedarf bestehen, aber das ist ein anderes Thema.

Illegale sind, wie die Bezeichnung schon sagt illegal, ebenfalls ist ihre Bildung dafür belanglos, sie werden, sofern menschlich vertretbar, ausgewiesen.

Das bedeutet das Ronny aus der Uckermark bzw sein ausländisches Gegenstück als Flüchtling hier bleiben darf bis die Lage in seiner Heimat wieder stabil ist, unabhängig von seiner Bildung und Qualifikation, oder als Einwanderer erst gar nicht nach Deutschland kommt. Kommt er illegal und wird erwischt, fliegt er auch raus.

Das man das System bescheißen kann ist unstrittig, aber eine Unterteilung der Flüchtlinge nach Bildung und Qualifikation ist schlicht Sinnfrei. Diese Menschen sind auf der Flucht und brauchen Hilfe und wir können helfen. Punkt.

Zitat:
Und es macht schon ein Unterschied, ob meine Eltern in ein Land gehen, weil sie 10€ mehr die Stunden verdienen können.


Da sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema, gleiche Bedingungen. Welchen Sinn es macht das jemand 10m östlich einer gedachten Linie weniger verdient als 10m westlich davon wird mir nie jemand erklären können. Das überschreiten dieser gedachten Linie wir kaum die Leistung der Person noch die Qualität seiner Arbeit nenneswert verändern. Aber das ist ein anderes Thema.
jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4295

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 12:50:19    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Bei Flüchtlingen die gut ausgebildet sind


Reden wir jetzt über Flüchtlinge, die hier Schutz suchen oder Einwanderer die hier Leben wollen?


Genau das ist die Differenzierung die ich anmahne. Flüchtlinge sind Menschen, die vor Verfolgung und Krieg aus ihrem Heimatland flüchten, um hier Schutz zu suchen. Das ist richtig und legitim. Momentan finden wir allerdings eine völlig andere Situation vor!
In der öffentlichen Debatte entsteht der Eindruck, das Flüchtlinge hier nicht nur Schutz suchen, sondern auch dauerhaft arbeiten und leben sollen - und genau an diesem Punkt verwischt die Differenzierung, dann sind sie keine Flüchtlinge mehr, sondern reguläre Einwanderer, die hier leben und arbeiten wollen. Sie können auch dauerhaft hier leben und arbeiten, dann muss die Gesellschaft und das Land aber auch nach ihrem Nutzen fragen.

Zitat:
Flüchtlinge die hier Schutz suchen und die Zeit bis ihre Heimat wieder sicher ist nutzen um sich zu Bilden und zu integrieren, sei es nur im Berufsleben und damit eine Möglichkeit nutzen die sie in ihrem Heimatland nie gehabt hätten, warum sollen diese in der Zukunft nicht als Fachkräfte arbeiten können?


Genau das war doch mein Vorschlag...wenn sie die Zeit hier nutzen und nach 3 Jahren entscheiden hier dauerhaft zu leben, in Ordnung. Dann sollte ihre Qualifikation (z.B. Punktesystem) überprüft werden. Werden die Kriterien erfüllt, kein Problem. Werden sie nicht erfüllt, sollte es wieder ins Heimatland gehen, sobald der Bürgerkrieg vorbei ist.

Zitat:
Und wenn sie diese Chance nutzen sollte mMn ihr Bleiberecht auch in ein Aufenthaltsrecht umgewandelt werden. Und die Flüchtlinge die diese Chancen nicht nutzen haben ein Bleiberecht in Deutschland bis ihre Heimat sicher ist. Mehr ist meines Wissens nicht vorgesehen.


Stimme ich zu.

Zitat:
Einwanderer die aus wirtschaftlichem Interesse hier einwandern wollen, werden geprüft auf Qualifikation, Sprachkenntnisse etc. Da mag anpassungsbedarf bestehen, aber das ist ein anderes Thema.


Jein. Ist es Einwanderung aus der EU, nein, ist es Einwanderung von außerhalb der EU, ja.

Zitat:
Illegale sind, wie die Bezeichnung schon sagt illegal, ebenfalls ist ihre Bildung dafür belanglos, sie werden, sofern menschlich vertretbar, ausgewiesen.


Stimme ich zu. In der Praxis werden diese Abschiebungen nur noch unzureichend durchgeführt.

Zitat:
Das man das System bescheißen kann ist unstrittig, aber eine Unterteilung der Flüchtlinge nach Bildung und Qualifikation ist schlicht Sinnfrei. Diese Menschen sind auf der Flucht und brauchen Hilfe und wir können helfen. Punkt.


Ich glaube nun verstehe ich das Missverständnis. Ich versuche an der Stelle es so exakt wie möglich zu formulieren. Flüchtlinge werden, wenn sie Asylberechtigt im Sinne unserer Gesetzgebung sind, ohne Wenn und Aber aufgenommen, da gibt es keine Diskussion!
Wird der Asylantrag bewilligt, erhält der- bzw. diejenige ein 3-jähriges Aufenthaltsrecht. Entscheidet der Flüchtling dauerhaft in Deutschland zu leben und arbeiten zu wollen, ist das in Ordnung, genau ab diesem Punkt ist er aber kein Flüchtling mehr, sondern regulärer Einwanderer!!
Nun fragt die Gesellschaft nach Qualifikation und Bildung, denn er entschließt sich nun ein Einwanderer zu sein (ich hoffe der Unterschied ist klar). Oder mit anderen Worten: Der Mensch sucht dann keinen Schutz mehr, sondern Arbeit - und dann fragen wir natürlich nach seiner Qualifikation!
Erfüllt er die Kriterien, darf er hier leben. Erfüllt er sie nicht, geht er wieder in sein Heimatland, wenn der Krieg vorbei ist.
An dieser Stelle sei nochmal betont, jeder Flüchtling bekommt Schutz und Hilfe von uns (!!), hier bedarf es auch keiner weiteren Diskussion.

Zitat:
Da sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema, gleiche Bedingungen. Welchen Sinn es macht das jemand 10m östlich einer gedachten Linie weniger verdient als 10m westlich davon wird mir nie jemand erklären können.


Macht für mich auch keinen Sinn. Ich sehe aber erstmal keine Lösung für dieses Problem.
derTom
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Anmeldungsdatum: 02.11.2014
Beiträge: 1033

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 14:00:51    Titel:

Zitat:
Entscheidet der Flüchtling dauerhaft in Deutschland zu leben und arbeiten zu wollen, ist das in Ordnung, genau ab diesem Punkt ist er aber kein Flüchtling mehr, sondern regulärer Einwanderer!!


Verstehe ich dich richtig das ein Flüchtling der nicht 3-X Jahre hier alimentiert werden möchte sondern in der Zeit hier arbeiten will sich bilden will um vielleicht hier bleiben zu dürfen, ab dem Augenblick wo er sagt; ich will was machen und nicht nur warten; seinen Flüchtlingsstatus verliert?

Das würde ich wieder verneinen, er darf, solange man der Ansicht ist es ist notwendig, die Gründe sind ja vielfältig und teilweise auch.. eigenwillig, hier bleiben, egal ob nun "Fachkraft und kein Bock" oder "motiviert und unqualifiziert".
Erst wenn seine Heimat wieder sicher ist, dann verliert er den Flüchtlingsstatus und erst dann kann man ein Punktesystem anwenden, wobei ich da z.B. sagen würde wer nen Job hat und eine Wohnung und offenkundig bemüht ist auch die Sprache zu sprechen, da kann man sich dann die Suche nach Punkten sparen.
Auch wenn es nur nen Job als unausgebildeter Helfer auf dem Bau oder im Lager oder sonst was ist. Wer es schafft sich binnen von 3 Jahren hier eine Exsistenz aufzubauen hat sich das meiner Meinung nach verdient.

Zitat:
Stimme ich zu. In der Praxis werden diese Abschiebungen nur noch unzureichend durchgeführt.


Dafür können die Flüchtlinge/Einwanderer aber nichts.

Zitat:
Jein. Ist es Einwanderung aus der EU, nein, ist es Einwanderung von außerhalb der EU, ja.


Auch das ist wieder ein Thema für sich und kein Thema über die Flüchtlinge.

Das ist übrigens das erste Mal das ich bei einem Beitrag von Dir nicht das Gefühl habe du willst nur die braune Keule schwingen, sondern dich mal sachlich austauschen. Bislang klang es für mich so als würdest Du die Flüchtlinge 10min nach ihrer Ankunft gleich nach Qualifikation durchsieben und bei nichtgefallen gleich wieder ins Mittelmeer schmeißen, etwas überspitzt.
jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4295

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 15:40:38    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:

Verstehe ich dich richtig das ein Flüchtling der nicht 3-X Jahre hier alimentiert werden möchte sondern in der Zeit hier arbeiten will sich bilden will um vielleicht hier bleiben zu dürfen, ab dem Augenblick wo er sagt; ich will was machen und nicht nur warten; seinen Flüchtlingsstatus verliert?


Nene, für die 3 Jahre die er hier ist, behält er natürlich seinen Flüchtlingsstatus und kann sich fortbilden. Nach den 3 Jahren wird die Gefahrensituation in seinem Heimatland neu bewertet und er sollte zurückgehen. Entscheidet er sich hier zu bleiben - und genau ab dem Zeitpunkt ist er kein Flüchtling mehr, sondern ein normaler Einwanderer der hier leben möchte, fragen wir natürlich nach seiner Qualifikation.

Zitat:
Das würde ich wieder verneinen, er darf, solange man der Ansicht ist es ist notwendig, die Gründe sind ja vielfältig und teilweise auch.. eigenwillig, hier bleiben, egal ob nun "Fachkraft und kein Bock" oder "motiviert und unqualifiziert".


Sehe ich auch so. Solange er Flüchtling ist und die Gefahr in seinem Heimatland besteht, darf er hierbleiben.

Zitat:
Erst wenn seine Heimat wieder sicher ist, dann verliert er den Flüchtlingsstatus und erst dann kann man ein Punktesystem anwenden


Ich stimme zu.

Zitat:
wobei ich da z.B. sagen würde wer nen Job hat und eine Wohnung und offenkundig bemüht ist auch die Sprache zu sprechen, da kann man sich dann die Suche nach Punkten sparen.


Ein Punktesystem ist so aufgebaut, z.B. Kanada, wenn jemand bereits einen Job hat bzw. einen Arbeitsvertrag, gelten die Kriterien de facto als erfüllt.
Zitat:

Dafür können die Flüchtlinge/Einwanderer aber nichts.


Richtig.

Zitat:
Bislang klang es für mich so als würdest Du die Flüchtlinge 10min nach ihrer Ankunft gleich nach Qualifikation durchsieben und bei nichtgefallen gleich wieder ins Mittelmeer schmeißen, etwas überspitzt.


Wobei man hier nochmal etwas differenzieren muss:
Bei "echten" Flüchtlingen, deren Leib und Leben bedroht sind, gibt es keine Diskussion, denen müssen wir helfen.
Hingegen sind 70% der "Flüchtlinge" sind eben keine Flüchtlinge im Sinne unserer Asylgesetzgebung. In den Medien werden die Menschen häufig als "Wirtschaftsflüchtlinge" tituliert.
derTom
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Anmeldungsdatum: 02.11.2014
Beiträge: 1033

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 17:49:35    Titel:

jo icke eben hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Bislang klang es für mich so als würdest Du die Flüchtlinge 10min nach ihrer Ankunft gleich nach Qualifikation durchsieben und bei nichtgefallen gleich wieder ins Mittelmeer schmeißen, etwas überspitzt.


Wobei man hier nochmal etwas differenzieren muss:
Bei "echten" Flüchtlingen, deren Leib und Leben bedroht sind, gibt es keine Diskussion, denen müssen wir helfen.
Hingegen sind 70% der "Flüchtlinge" sind eben keine Flüchtlinge im Sinne unserer Asylgesetzgebung. In den Medien werden die Menschen häufig als "Wirtschaftsflüchtlinge" tituliert.


Damit haben wir dann mal eine Grundlage auf der sich eine Debatte lohnt.

Über die 70% müsste ich jetzt mal recherchieren, erscheint mir doch sehr hochgegriffen. Zudem wüsste ich nicht welche rechtliche Grundlage es gibt Flüchtlinge aufzunehmen die keine sind.

Oft hört man z.B. von Ex-Jugoslawien, für mich ein Land aus dem ich eine Flucht absolut nachvollziehbar finde, aber überzeugt bin das die allgemeine Lage doch sicher genug ist für eine Rückkehr. Was nicht heist das im Einzelfall die Definition Flüchtling nicht noch greifen würde. Krawalle zwischen Bosniern, Albanern, Serben, Kosovaren und wer weiß als was die sich noch unterteilen sind zwar nicht mehr besonders extrem, aber dennoch mehr oder minder Alltag.
Nur wohin schickt man die Leute? Im Falle Kosovo praktisch ins Nichts. Wer geflohen ist hat kein Haus, kein Geld, keine Arbeit und zu geschätzten 90% auch kein soziales Netz das ihn fängt. Oft ist es sogar so das ganze Familien durch den/die Geflohenen aus Deutschland finanziert werden. Würde man also diese "Ex-Flüchtlinge" nach Hause schicken, wäre da menschlich vertretbar?
Und das Argument dann müssen sie es wieder aufbauen zieht mMn nicht, den womit? Stell dir vor du bist ab Morgen ohne Geld, Wohnung, Job und staatliche Hilfe, wie würdest du was aufbauen?
Der Nachkriegsaufbau in Deutschland war durch die Allierten finanziert, ohne diese Hilfe würd es hier heute noch finster aussehen, davon bin ich überzeugt, wobei mir klar ist das das kaum zu belegen ist.

Ich denke die Lage wird für Flüchtlinge aus anderen Ländern nicht anders sein. Angenommen die IS wird in 2 Wochen zerschlagen, komplett ohne Gefahr einer Rückkehr und der Bürgerkrieg in Syrien ist zeitgleich auch vorbei. Auch da stellt sich die Frage alle wieder zurück schicken, wortwörtlich auf verbrannte Erde bzw in die Wüste?

Finanziell sicher angenehm, aber menschlich?
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24256

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 19:44:30    Titel:

Da werden mal wieder Zahlen behauptet...

Zitat:
Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 202.834 Asylanträge gestellt. Es wurden 128.911 Entscheidungen getroffen. 1,8 % der Anträge führten zu einer Anerkennung nach Artikel 16a GG als Asylberechtigte. Weitere 24,1 % wurden als Flüchtlinge nach § 3 Abs. 1 AsylVfG anerkannt, weitere 4 % erhielten subsidären Schutz nach § 4 Abs. 1, bei weiteren 1,6% wurde ein Abschiebungsverbot festgestellt. Im weitesten Sinne „erfolgreich“ endeten somit 31,5% der Asylanträge (sog. „Gesamtschutzquote“). 33,4% der Anträge wurden nach Sachprüfung abgelehnt. Abzüglich der formellen Erledigungen, ergibt sich nach Berechnungen von Hilforganisationen eine bereinigte Gesamtschutzquote von 48,5%. Werden erfolgreiche Klagen gegen Behördenentscheidungen mit einbezogen, wurden demnach mehr als die Hälfte der Flüchtlinge 2014 als schutzberechtigt anerkannt.


http://de.wikipedia.org/wiki/Asylrecht_%28Deutschland%29#Erfolg_der_Asylantr.C3.A4ge

Also haben wir, über den Daumen gepeilt, eine Dreiteilung: Ein Drittel der Asylverfahren gehen positiv für die Antragssteller aus, ein weiteres Drittel wird (nach Dublin II) in das Land, in welchem die Personen die EU betreten haben, zurückverwiesen und nur bei einem Drittel der Verfahren wird kein Asylgrund festgestellt...

Nimmt man also einmal an, dass die Fälle, die gar nicht geprüft werden, aus welchem Grund Asyl in der EU beantragt wird, sich ähnlich verteilen wie dieenigen, bei denen das geprüft wird, dann geht das etwa 1:1 aus.

Cyrix
jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4295

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 22:35:01    Titel:

derTom hat folgendes geschrieben:

Zudem wüsste ich nicht welche rechtliche Grundlage es gibt Flüchtlinge aufzunehmen die keine sind.


Joa dafür gibts auch keine rechtliche Grundlage, das hast du schon richtig erkannt. Da Flüchtlinge nur unzureichend bis garnicht abgeschoben werden, kann fast jeder Flüchtling der nach Deutschland kommt, auch hier bleiben.

Zitat:
Nur wohin schickt man die Leute? Im Falle Kosovo praktisch ins Nichts. Wer geflohen ist hat kein Haus, kein Geld, keine Arbeit und zu geschätzten 90% auch kein soziales Netz das ihn fängt.


Naja, die Kosovaren wollten ja unbedingt einen eigenen Staat und waren der Meinung, sie bekommen das schon irgendwie alleine hin.

Zitat:
Würde man also diese "Ex-Flüchtlinge" nach Hause schicken, wäre da menschlich vertretbar?


Ist es vor dem Steuerzahler vertretbar, arbeiten zu gehen und Menschen im Kosovo zu finanzieren?
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24256

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 22:42:17    Titel:

jo icke eben hat folgendes geschrieben:
derTom hat folgendes geschrieben:

Zudem wüsste ich nicht welche rechtliche Grundlage es gibt Flüchtlinge aufzunehmen die keine sind.


Joa dafür gibts auch keine rechtliche Grundlage, das hast du schon richtig erkannt. Da Flüchtlinge nur unzureichend bis garnicht abgeschoben werden, kann fast jeder Flüchtling der nach Deutschland kommt, auch hier bleiben.


Woher kommen nur immer diese falschen Behauptungen?!

Zitat:
Rechtsstaatliche Hürden

"In der Debatte wird unterschlagen, dass es eine Vielzahl von Sachverhalten gibt, die ein Abschiebungshindernis darstellen", ärgert sich der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der rheinland-pfälzische Amtsinhaber Roger Lewentz (SPD). "Ich habe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Abschiebungen nicht durchgeführt werden, wenn die Voraussetzungen hierfür gegeben sind", sagte er ZEIT ONLINE. Die Rechtsprechung von Verwaltungs- und europäischen Gerichten habe nun mal rechtsstaatliche Hürden für Abschiebungen formuliert.

Mögliche Gründe können zum Beispiel die fehlende Aufnahmebereitschaft im Herkunftsland sein oder auch fehlende Ausweispapiere. Auch wenn sich ein naher Angehöriger noch im Asylverfahren befindet, führt das zu einer Duldung. Darüber hinaus haben die Behörden einen Ermessensspielraum. So können sie eine Abschiebung vorläufig aussetzen, damit ein Jugendlicher seine Ausbildung beenden kann. Das Gleiche gilt, wenn eine notwendige medizinische Behandlung ansteht oder enge Angehörige gepflegt werden müssen.


http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-04/abschiebungen-maiz-re-cdu-spd

Cyrix
jo icke eben
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Anmeldungsdatum: 08.09.2010
Beiträge: 4295

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2015 - 22:50:38    Titel:

[quote="cyrix42"]Da werden mal wieder Zahlen behauptet...

Zitat:
Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 202.834 Asylanträge gestellt. Es wurden 128.911 Entscheidungen getroffen. 1,8 % der Anträge führten zu einer Anerkennung nach Artikel 16a GG als Asylberechtigte. Weitere 24,1 % wurden als Flüchtlinge nach § 3 Abs. 1 AsylVfG anerkannt, weitere 4 % erhielten subsidären Schutz nach § 4 Abs. 1, bei weiteren 1,6% wurde ein Abschiebungsverbot festgestellt. Im weitesten Sinne „erfolgreich“ endeten somit 31,5% der Asylanträge (sog. „Gesamtschutzquote“). 33,4% der Anträge wurden nach Sachprüfung abgelehnt. Abzüglich der formellen Erledigungen, ergibt sich nach Berechnungen von Hilforganisationen eine bereinigte Gesamtschutzquote von 48,5%. Werden erfolgreiche Klagen gegen Behördenentscheidungen mit einbezogen, wurden demnach mehr als die Hälfte der Flüchtlinge 2014 als schutzberechtigt anerkannt.


Im weitesten Sinne „erfolgreich“ endeten somit 31,5% der Asylanträge

Das heisst, 68.5% aller Antragssteller sind nicht Asylberechtigt im Sinne unserer Gesetzgebung. Danke für den Beleg.

Nun steht noch die zweite Zahl im Raum:
Abzüglich der formellen Erledigungen, ergibt sich nach Berechnungen von Hilforganisationen eine bereinigte Gesamtschutzquote von 48,5%.

Diese Zahl stammt von ProAsyl. Nun führst du als Erklärung dies an:
Nimmt man also einmal an, dass die Fälle, die gar nicht geprüft werden, aus welchem Grund Asyl in der EU beantragt wird, sich ähnlich verteilen wie dieenigen, bei denen das geprüft wird, dann geht das etwa 1:1 aus.

Das kannst du vermuten, ja, solange du aber nicht zweifelsfrei meine genannte Zahl widerlegen kannst, bleibt sie dementsprechend auch völlig korrekt.
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