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Mathe mit Nebenfach Informatik oder Informatik studieren?
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posom
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Anmeldungsdatum: 28.08.2015
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 28 Aug 2015 - 14:32:47    Titel: Mathe mit Nebenfach Informatik oder Informatik studieren?

Eignet sich ein Studium der Mathematik mit Nebenfach Informatik an einer Uni oder ein reines Studium der Informatik an einer FH besser, wenn man seine Zukunft nicht in der Wissenschaft sieht?

Vielen Dank!
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 28 Aug 2015 - 15:07:52    Titel:

Was ist der Unterschied zwischen einem Mathe- und einem Info-Studenten? Der erste wollte Mathe studieren...

Als erstes solltest du dich fragen, ob dich mehr die Konzepte oder mehr die Umsetzung interessiert. Daraus ergibt sich fast direkt die Frge, ob mn ein eher theoretisches Studium an einer Uni, oder eher eine praktischere Ausrichtung an der FH wählt. Da Mathe natürlich theoretisch ist (auch angewandte Mathematik/ jedenfalls im Vergleich zu dem, was so manch anderer unter Anwendung versteht), gibt es den Spaß an FHs auch so im Normalfall nicht.

Sollten dich eher die Konzepte interessieren, ist die nächste Frage, wie viel Abstraktion du suchst. Ein Mathematik-Studium bringt dir eher bei, dich auf einem Level zu bewegen, indem die Problemstellung nur noch als Modell auftaucht, welches du bearbeitest. Das führt dazu, dass du üblicherweise nicht wegen deines Fachwissens, sondern wegen deiner Analyse- und Problemlösefähigkeit eingestellt wirst. Als Informatiker bist du etwas weniger mit diesem, dafür mit anderem Fachwissen (wie Compilerbau u.Ä.) ausgestattet.

Jedenfalls kenne ich als Mathematiker nen Haufen Leute, die danach in der Software-Industrie untergekommen sind -- und m.E. auf den deutlich interessanteren Jobs als als reiner "Programmiersklave", sondern eben auf einer höheren Abstraktionsebene...


Cyrix
supernova85
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Anmeldungsdatum: 13.03.2013
Beiträge: 311

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2015 - 20:50:28    Titel: Re: Mathe mit Nebenfach Informatik oder Informatik studieren

posom hat folgendes geschrieben:
Eignet sich ein Studium der Mathematik mit Nebenfach Informatik an einer Uni oder ein reines Studium der Informatik an einer FH besser, wenn man seine Zukunft nicht in der Wissenschaft sieht?

Vielen Dank!


Wenn man seine Zukunft nicht in der Wissenschaft sieht dann macht ein Mathematikstudium kaum einen Sinn. Während Mathematik bereits ein Massenstudiengang ist,

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61669/studierende

gibt es -im Gegensatz zu den meisten anderen Massenstudiengängen- kaum Bedarf an Mathematikern in der freien Wirtschaft. Es gibt kaum eine Branche, wobei bevorzugt Mathematiker eingestellt werden. Andererseits ist der Bedarf an Informatikabsolventen seit Jahren sehr groß.

Du kannst selber bei irgendeiner Online-Jobbörse nach Stellen für Informatiker und für Mathematiker suchen. Während die Anzahl der Studenten in Informatik vergleichbar zu der Anzahl der Studenten in Mathematik ist, findet man in etwa eine Größenordnung mehr Stellen für Informatiker als für Mathematiker. Selbst dann handelt es sich nur bei den wenigsten Stellen für Mathematiker tatsächlich um eine Mathematikerstelle.

Fast alle meine Bekannte, die Mathematik studiert haben und nicht gerade an der Uni promovieren, haben mir gesagt, dass ihr derzeitiger Job so gut wie gar nichts mit Mathematik (!= Rechnen) zu tun hat. Daraus kann man schlussfolgern, dass sie nicht wegen ihrer Kenntnisse aus dem Mathematikstudium eingestellt sind Exclamation
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 30 Aug 2015 - 22:11:37    Titel: Re: Mathe mit Nebenfach Informatik oder Informatik studieren

supernova85 hat folgendes geschrieben:

Wenn man seine Zukunft nicht in der Wissenschaft sieht dann macht ein Mathematikstudium kaum einen Sinn.


Quark. Zwar promoviert ca. ein Drittel aller Mathe-Absolventen, aber das heißt einerseits, dass es zwei Drittel gar nicht erst tun; und dann bleiben davon auch nicht mehr all zu viele wirklich der Hochschule treu: Festanstellungen im Wissenschaftsbetrieb sind ja nun nicht so übermßig stark gesät...

Zitat:

Während Mathematik bereits ein Massenstudiengang ist,
[...]
gibt es -im Gegensatz zu den meisten anderen Massenstudiengängen- kaum Bedarf an Mathematikern in der freien Wirtschaft.


Wieder Quark. Erstens ist die Arbeitslosenquote unter Mathematikern noch unterhalb des Schnitts aller Akademiker (und damit deutlich unter dem der Allgemeinbevölkerung) -- es herrscht Vollbeschäftigung -- und zweitens gibt es sehr wohl viele Stellen, Standard-Gebiete sind in der Software-, Banken- und Versicherungsbranche, die durchaus sehr wohlwollend und besonders Mathematiker einstellen.

Zitat:

Es gibt kaum eine Branche, wobei bevorzugt Mathematiker eingestellt werden. Andererseits ist der Bedarf an Informatikabsolventen seit Jahren sehr groß.


Nun, die Frage ist, ob du als Programmiersklave (das sind nämlich diejenigen, die du in deinem zweiten Satz ansprichst) arbeiten willst, oder auf einer abstrakteren Ebene. Mein Job, als ich zeitweise in der Softwareindustrie gearbeitet habe, war die Optimierung eines Algorithmus', der eine sich in der Entwicklung befindlichen Belichtungsanlage für die Halbleiterindustrie steuern sollte. Ja, ich habe auch programmiert. Aber einen Info-FH-Bachelor hätte man an diese Aufgabe wohl eher nicht gesetzt...

Zitat:

Du kannst selber bei irgendeiner Online-Jobbörse nach Stellen für Informatiker und für Mathematiker suchen. Während die Anzahl der Studenten in Informatik vergleichbar zu der Anzahl der Studenten in Mathematik ist, findet man in etwa eine Größenordnung mehr Stellen für Informatiker als für Mathematiker.


Oho. Als ich mich gekümmert habe, einen Job in der Wirtschaft zu finden, haben sich die Firmen - nach einem Eintrag in ein Job-Portal wie Stepstone - bei mir gemeldet. Darunter übrigens zwei Technik-Unternehmensberatungen. Bei den Vorstellungsgesprächen ging es denen dann, wie man immer so schön über Mathematiker sagt, um die Problemlösefähgikeiten.

btw: Es gibt noch viel mehr Stellen, wenn man in der Minijobzentrale nach "Haushaltshilfe" sucht...

Wie gesagt: Arbeitslose Mathematiker gibt es so nicht. (Klar, wenn man Ansprüche z.B. nach Region hat, dann sucht man vielleicht schonmal nen halbes Jahr. ber es ist bei Weitem nicht so, dass man in irgendwelche Probleme geraten würde. Da sollte man sich vom Vorposter nicht ins Boxhorn jagen lassen!)

Zitat:

Selbst dann handelt es sich nur bei den wenigsten Stellen für Mathematiker tatsächlich um eine Mathematikerstelle.


Und hier zeigst du, dass du nicht begriffen hast, dass der akademische Bildungsweg keine Berufsausbildung ist! Wer eine solche sucht, soll sie mchen. Dafür gibt es in Deutschland das international hochgelobte duale Ausbildungssystem.

Nein, an der Uni lernt man die Wissenschaft des studierten Fachs kennen! Und ja, dieses Wissen wie auch die nebenbei auf diesem Weg erworbenen Soft Skills sind im Anschluss auch sehr gut im Job einsetzbar. Während eine Berufsausbildung auf einen ganz bestimmten Beruf zielt, ist dies bei einem Studium im Allgemeinen nicht der Fall (von Ausnahmen wie Jura, Medizin oder Lehramt mal abgesehen). Und so arbeiten Mathematiker in vielen verschiedenen Bereichen. Das ist auch völlig normal und auch gut so!

Zitat:

Fast alle meine Bekannte, die Mathematik studiert haben und nicht gerade an der Uni promovieren, haben mir gesagt, dass ihr derzeitiger Job so gut wie gar nichts mit Mathematik (!= Rechnen) zu tun hat. Daraus kann man schlussfolgern, dass sie nicht wegen ihrer Kenntnisse aus dem Mathematikstudium eingestellt sind Exclamation


Die erste Aussage ist korrekt: In der Arbeitswelt der freien Wirtschaft betreibt man üblicherweise nicht mehr die Wissenschaft, die man studiert hat. Das trifft aber auf so ziemlich alle Fachbereiche zu! Eben weil die Uni ein anderes Ziel als eine Berufsausbildung verfolgt. Humboldtsches Bildungsideal und so...

Zum letzten Satz: Natürlich wird man nicht eingestellt, weil man eine Differentialgleichung lösen oder den Satz von Wedderburn beweisen kann. Man wird eingestellt, weil man die Fähigkeit erlernt hat, sich in Problemstelungen hineinzudenken, zu abstrahieren und Lösungsstratigen zu entwickeln.

o.O


Cyrix
tokyob
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BeitragVerfasst am: 31 Aug 2015 - 14:45:08    Titel: Re: Mathe mit Nebenfach Informatik oder Informatik studieren

supernova85 hat folgendes geschrieben:

...gibt es -im Gegensatz zu den meisten anderen Massenstudiengängen- kaum Bedarf an Mathematikern in der freien Wirtschaft. Es gibt kaum eine Branche, wobei bevorzugt Mathematiker eingestellt werden. Andererseits ist der Bedarf an Informatikabsolventen seit Jahren sehr groß.

Du kannst selber bei irgendeiner Online-Jobbörse nach Stellen für Informatiker und für Mathematiker suchen. Während die Anzahl der Studenten in Informatik vergleichbar zu der Anzahl der Studenten in Mathematik ist, findet man in etwa eine Größenordnung mehr Stellen für Informatiker als für Mathematiker. Selbst dann handelt es sich nur bei den wenigsten Stellen für Mathematiker tatsächlich um eine Mathematikerstelle.

Aua... Weil es so wenige Mathematiker gibt, werden auch die Stellen entsprechend wenig ausgeschrieben. Bei dem entsprechendem Nebenfach kann man sich durchaus erfolgreich auf Stellen bewerben, die fuer Informatiker, Wiwis,.. etc ausgeschrieben sind.


supernova85 hat folgendes geschrieben:
Fast alle meine Bekannte, die Mathematik studiert haben und nicht gerade an der Uni promovieren, haben mir gesagt, dass ihr derzeitiger Job so gut wie gar nichts mit Mathematik (!= Rechnen) zu tun hat. Daraus kann man schlussfolgern, dass sie nicht wegen ihrer Kenntnisse aus dem Mathematikstudium eingestellt sind Exclamation

Auch das Mathestudium hat wenig mit 'Rechnen' zu tun. Dass sich die Inhalte im Studium von den Anforderungen in der Praxis unterscheiden, ist aber in den meisten Studienfaechern genau so. Es geht ja auch eher darum problemloesendes und selbstaendiges Denken zu lernen...
supernova85
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BeitragVerfasst am: 06 Sep 2015 - 22:22:06    Titel: Re: Mathe mit Nebenfach Informatik oder Informatik studieren

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
supernova85 hat folgendes geschrieben:

Wenn man seine Zukunft nicht in der Wissenschaft sieht dann macht ein Mathematikstudium kaum einen Sinn.


Quark. Zwar promoviert ca. ein Drittel aller Mathe-Absolventen, aber das heißt einerseits, dass es zwei Drittel gar nicht erst tun; und dann bleiben davon auch nicht mehr all zu viele wirklich der Hochschule treu: Festanstellungen im Wissenschaftsbetrieb sind ja nun nicht so übermßig stark gesät...


Na und? Quark ist dein Gegenargument, das meine Aussage nicht widerlegt. Viele studieren Mathematik aus einem falschen Grund (gute Berufsperspektive, Verdienstmöglichkeiten) und werden später bitter enttäuscht Viele promovieren nicht, weil sie keine Chance darin sehen, dort weiter zu kommen. Viele studieren Philosophie und promovieren nicht anschließend, obwohl als Philosophie-Absolvent man nicht unbedingt zu den Absolventen mit den besten Berufschancen in der freien Wirtschaft gehört. Manche wollen eben vorrangig ihr Hobbyfach studieren und nicht etwas womit man später gute Berufschancen hat und womit man später viel Geld verdienen kann.


cyrix42 hat folgendes geschrieben:


Zitat:

Während Mathematik bereits ein Massenstudiengang ist,
[...]
gibt es -im Gegensatz zu den meisten anderen Massenstudiengängen- kaum Bedarf an Mathematikern in der freien Wirtschaft.


Wieder Quark. Erstens ist die Arbeitslosenquote unter Mathematikern noch unterhalb des Schnitts aller Akademiker (und damit deutlich unter dem der Allgemeinbevölkerung) -- es herrscht Vollbeschäftigung -- und zweitens gibt es sehr wohl viele Stellen, Standard-Gebiete sind in der Software-, Banken- und Versicherungsbranche, die durchaus sehr wohlwollend und besonders Mathematiker einstellen.


Wieder ist dein sinnfreies Gelabber keine Widerlegung meiner Aussagen. Wenn du nicht auf die Aussagen eingehst, dann zitiere sie nicht und tu nicht so, als ob du sie widerlegst.



cyrix42 hat folgendes geschrieben:


Zitat:

Es gibt kaum eine Branche, wobei bevorzugt Mathematiker eingestellt werden. Andererseits ist der Bedarf an Informatikabsolventen seit Jahren sehr groß.


Nun, die Frage ist, ob du als Programmiersklave (das sind nämlich diejenigen, die du in deinem zweiten Satz ansprichst) arbeiten willst, oder auf einer abstrakteren Ebene.


Der Threadsteller will zwischen einem Informatikstudium und einem Mathematikstudium (und nicht einer Informatikausbildung und einem Mathematikstudium) entscheiden. Lies die Frage bevor du irreführende Antworten gibst!




cyrix42 hat folgendes geschrieben:


Zitat:

Du kannst selber bei irgendeiner Online-Jobbörse nach Stellen für Informatiker und für Mathematiker suchen. Während die Anzahl der Studenten in Informatik vergleichbar zu der Anzahl der Studenten in Mathematik ist, findet man in etwa eine Größenordnung mehr Stellen für Informatiker als für Mathematiker.



Oho. Als ich mich gekümmert habe, einen Job in der Wirtschaft zu finden, haben sich die Firmen - nach einem Eintrag in ein Job-Portal wie Stepstone - bei mir gemeldet. Darunter übrigens zwei Technik-Unternehmensberatungen. Bei den Vorstellungsgesprächen ging es denen dann, wie man immer so schön über Mathematiker sagt, um die Problemlösefähgikeiten.



Und, hast du einen Job bei einem der beiden kleinen Beratungsunternehmen bekommen? Deine astronomische Beitragszahl weist darauf hin, wie sehr du in den letzten 9 Jahren beschäftigt warst.





cyrix42 hat folgendes geschrieben:


Wie gesagt: Arbeitslose Mathematiker gibt es so nicht. (Klar, wenn man Ansprüche z.B. nach Region hat, dann sucht man vielleicht schonmal nen halbes Jahr. ber es ist bei Weitem nicht so, dass man in irgendwelche Probleme geraten würde. Da sollte man sich vom Vorposter nicht ins Boxhorn jagen lassen!)



Nun ja, deine Glaskugel hat dich diesmal wieder falsch informiert. Ich kenne mehrere promovierte Mathematiker, die seit über einem halben Jahr (zum Teil weit über einem halben Jahr) erfolglos überregional nach einem Job suchen. Von einigen, die ich gut kenne, weiß ich, dass sie fachlich sehr kompetent sind.


cyrix42 hat folgendes geschrieben:


Zitat:

Selbst dann handelt es sich nur bei den wenigsten Stellen für Mathematiker tatsächlich um eine Mathematikerstelle.


Und hier zeigst du, dass du nicht begriffen hast, dass der akademische Bildungsweg keine Berufsausbildung ist! Wer eine solche sucht, soll sie mchen. Dafür gibt es in Deutschland das international hochgelobte duale Ausbildungssystem.



Wieder eine falsche Schlussfolgerung! Hast du schon mal von anderen Forschungsorientierten Studiengängen wie z.B. Chemie oder Physik gehört ?!?! Dabei handelt es sich weder um Berufsausbildung noch um duale Studiengänge. Es gibt dennoch viele (Chemiker-)Stellen für Chemiker in der chemischen Industrie, Pharmazieunternehmen und Lebensmittelunternehmen. Als Physiker kann man später -je nach Spezialisierung- im Bereich der Lasertechnik, Kerntechnik oder Halbleitertechnik arbeiten. Trotz eines wissenschaftlichen Studiums gibt es offenbar relativ (aber auch nicht genug) viele sinnvolle Berufsmöglichkeiten für die Absolventen manch anderer wissenschaftlichen Studiengänge.



cyrix42 hat folgendes geschrieben:


Zum letzten Satz: Natürlich wird man nicht eingestellt, weil man eine Differentialgleichung lösen oder den Satz von Wedderburn beweisen kann. Man wird eingestellt, weil man die Fähigkeit erlernt hat, sich in Problemstelungen hineinzudenken, zu abstrahieren und Lösungsstratigen zu entwickeln.
o.O

Cyrix


Nicht nur Mathematiker können Probleme lösen. Andererseits können zwar fast alle aber -wie man an deinem Beispiel sehen kann- eben nicht alle Mathematiker bzw. Mathematik-Studierte logisch denken. Es geht darum, dass der Threadsteller geschrieben hat, dass er seine Zukunft nicht in der Wissenschaft sieht. Andererseits vermittelt das abstrakte, forschungsorientierte Masthematikstudium (damit meine ich das Mathematikstudium und nicht etwa Wirtschaftsmathematik, Technomathematik, ...) kaum relevante Kenntnisse für einen Beruf in der freien Wirtschaft. Somit ist ein reines Mathematikstudium weniger zielführend für ihn als ein Studium, wobei relativ viele relevante Kenntnisse für viele Berufe in der freien Wirtschaft vermittelt werden. Kenntnisse über Datenbanken und Software-Engineering sind nun mal relevanter für wesentlich mehr Berufe in der freien Wirtschaft als Kenntnisse über Algebraische Topologie oder Funktionalanalysis.

Man sollte nicht aus persönlicher Vorliebe für einen Studiengang/ein Fach Menschen falsch beraten und sie in die Irre führen Exclamation
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Beiträge: 311

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2015 - 22:53:43    Titel: Re: Mathe mit Nebenfach Informatik oder Informatik studieren

tokyob hat folgendes geschrieben:
supernova85 hat folgendes geschrieben:

...gibt es -im Gegensatz zu den meisten anderen Massenstudiengängen- kaum Bedarf an Mathematikern in der freien Wirtschaft. Es gibt kaum eine Branche, wobei bevorzugt Mathematiker eingestellt werden. Andererseits ist der Bedarf an Informatikabsolventen seit Jahren sehr groß.

Du kannst selber bei irgendeiner Online-Jobbörse nach Stellen für Informatiker und für Mathematiker suchen. Während die Anzahl der Studenten in Informatik vergleichbar zu der Anzahl der Studenten in Mathematik ist, findet man in etwa eine Größenordnung mehr Stellen für Informatiker als für Mathematiker. Selbst dann handelt es sich nur bei den wenigsten Stellen für Mathematiker tatsächlich um eine Mathematikerstelle.

Aua... Weil es so wenige Mathematiker gibt, werden auch die Stellen entsprechend wenig ausgeschrieben. Bei dem entsprechendem Nebenfach kann man sich durchaus erfolgreich auf Stellen bewerben, die fuer Informatiker, Wiwis,.. etc ausgeschrieben sind.


Es gibt eben nicht wenige Mathematiker:

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61669/studierende

Es gibt wenige Fächer mit noch mehr Studenten als in Mathematik.


tokyob hat folgendes geschrieben:

Dass sich die Inhalte im Studium von den Anforderungen in der Praxis unterscheiden, ist aber in den meisten Studienfaechern genau so.


Das stimmt. Ich habe auch nicht anders behauptet. Das Problem des Mathematikstudiums ist nicht, dass einige Inhalte sich von den Anforderungen in der Praxis unterscheiden. Das Problem ist vielmehr, dass es keinen Studiengang (erst recht nicht einer mit noch mehr Studenten) in MINT gibt, der noch praxisferner als Mathematik ist. Natürlich mögen Fächer wie Philosophie, Mathematik oder Theaterwissenschaften für viele sehr interessant sein. Einem, der eins dieser Fächer studiert, soll aber klar sein, dass seine Fachkenntnisse in der freien Wirtschaft nicht so begehrt sind wie die Fachkenntnisse eines Informatikers, Chemikers oder Maschinenbauers.
cyrix42
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BeitragVerfasst am: 06 Sep 2015 - 23:37:44    Titel:

Ich lasse mich mal jetzt nicht provozieren; bringt ja auch nichts. Supernova hat seine Meinung, die auf eben seinem Hörensagen basiert.

Fragen wir doch mal diejenigen, die den Spaß beruflich untersuchen: Die DMV (Deutsche Mathematiker-Vereinigung):

Zitat:
2012 waren 75.000 Menschen mit einem Hochschulabschluss der Hauptfachrichtung Mathematik erwerbsfähig. Dem gegenüber stehen etwa 600 arbeitslos gemeldete Mathematikerinnen und Mathematiker. Dies ergibt eine Arbeitslosenquote von 0,8%. Damit ist ein Abschluss im Bereich Mathematik zwar keine Jobgarantie, doch die Jobaussichten für Mathematikerinnen und Mathematiker sind generell gut. Allgemein geht man im Zusammenhang mit Arbeitslosenquoten davon aus, dass immer eine bestimmte Menge der Arbeitnehmer gerade seinen Job wechselt. Deshalb spricht die Arbeitsagentur bereits bei einer Arbeitslosenquote von unter 3% wie in diesem Fall von Vollbeschäftigung.


http://dmv.mathematik.de/index.php/studium-und-beruf/daten-zahlen/arbeitsmarkt

(Hervorhebung durch mich.)

Übrigens heißt das auch, dass alle diejenigen, die nicht im Wissenschaftsbetrieb landen, in der freien Wirtschaft ihre Anstellung finden. (Und da nicht die schlechteste, wie man an den Gehaltszahlen auf der verlinkten Seite sieht.) Was nun also wiederum bedeutet, dass die steile These, dass man mit einem Mathe-Studium in der freien Wirtschaft nichts anfangen könne, zur Genüge als widerlegt betrachtet werden kann.

Und nur zur Info: Jep, ich hatte von den zwei Unternehmensberatungen eine Zu- und eine Absage. Dem ersten Unternehmen habe dann ich abgesagt, da mir das Auftragsfeld (insbesondere der Arbeit im Militär-Umfeld) nicht zugesagt hat. Nach einer Tätigkeit in der Software-Branche bin ich dann wieder an die Hochschule zurückgekehrt, um nun in der Theoretischen Informatik zu promovieren. Wen es interessiert: Das erste Paper gibt es hier.


Was supernova nicht verstehen will, ist, dass es durchaus Generalisten braucht. Das können Mathematiker sein, müssen aber nicht. Das ist schon so richtig. Nur seine Argumentation läuft eben an der Realität vorbei... Denn auch Chemiker, Physiker oder sonst irgendwelche Studienabsolventen müssen, ganz normal, erst einmal eine Einarbeitungsphase zum Berufseinstieg durchlaufen, in welchem sie die für das sie einstellende Unternehmen wichtigen und notwendigen Kenntnisse erlernen. (Gern auch durch "Learning by Doing".) Man wird eben nicht für das Unternehmen ausgebildet, sondern studiert eine Wissenschaft!

Richtig ist aber, dass man Mathe nicht aufgrund irgendwelcher Berufsaussichten studieren sollte, sondern weil man das Fach mag und sich intensiver damit auseinandersetzen will. Sonst wird man an der Materie scheitern.


Cyrix
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BeitragVerfasst am: 07 Sep 2015 - 02:49:11    Titel: Re: Mathe mit Nebenfach Informatik oder Informatik studieren

supernova85 hat folgendes geschrieben:
tokyob hat folgendes geschrieben:
supernova85 hat folgendes geschrieben:

...gibt es -im Gegensatz zu den meisten anderen Massenstudiengängen- kaum Bedarf an Mathematikern in der freien Wirtschaft. Du kannst selber bei irgendeiner Online-Jobbörse nach Stellen für Informatiker und für Mathematiker suchen. Während die Anzahl der Studenten in Informatik vergleichbar zu der Anzahl der Studenten in Mathematik ist, findet man in etwa eine Größenordnung mehr Stellen für Informatiker als für Mathematiker.

Aua... Weil es so wenige Mathematiker gibt, werden auch die Stellen entsprechend wenig ausgeschrieben. Bei dem entsprechendem Nebenfach kann man sich durchaus erfolgreich auf Stellen bewerben, die fuer Informatiker, Wiwis,.. etc ausgeschrieben sind.


Es gibt eben nicht wenige Mathematiker:

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61669/studierende

Es gibt wenige Fächer mit noch mehr Studenten als in Mathematik.


Leider scheint das Auswerten von Zahlen und Daten nicht eine Deiner Staerken zu sein. Erst redest Du von 'Stellen fuer MATHEMATIKERN' und jetzt ziehst Du zur Begruendung Deiner Aussage die Zahl der MathematikSTUDENTEN an.

Dabei uebersiehst Du aber zwei wesentliche Dinge :

a) In der Zahl der Studierenden sind auch die Lehramtstudenten enthalten, die Mathematik als erstes Fach angebenen haben. Die allein machen ca 40-50 % aus, die in den Staatsdienst gehen und somit nicht als Mathematiker einen Job auf dem 'freien Markt' suchen oder finden. Dazu kommen noch mal 10 -20 % Wirtschaftsmathematiker und Wirtschaftsinformatiker.

b) Die hohe Abbrecherquote, naemlich dass nur 20 % der Studenten ihr Studium auch erfolgreich beenden. ( Quelle : http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/toerner-erklaert-warum-80-prozent-der-mathematik-studenten-abbrechen-a-863412.html ).

Uebrigens habe ich einen anderen Grund fuer die 'wenigen' Stellenausschreibungen fuer Mathematiker vergessen. Viele haben schon einen Job, bevor sie die Uni verlassen hatten. So hat z.B. bei uns der (externe) Dozent fuer Versicherungsmathematik schon in seiner Vorlesung massiv Werbung fuer seinen Konzern gemacht.


supernova85 hat folgendes geschrieben:
Natürlich mögen Fächer wie Philosophie, Mathematik oder Theaterwissenschaften für viele sehr interessant sein. Einem, der eins dieser Fächer studiert, soll aber klar sein, dass seine Fachkenntnisse in der freien Wirtschaft nicht so begehrt sind wie die Fachkenntnisse eines Informatikers, Chemikers oder Maschinenbauers.

Erstmal begehst Du den Fehler, Mathe mit Philosphie und Theaterwissenschaften gleichzusetzen. Diese Studiengaenge unterscheiden sich doch deutlich. So kann man z.B. von einem Mathematiker erstmal prinzipiell davon ausgehen, dass er sich gut mit Computern und Progammieren auskennt, was bei den anderen beiden nicht unbedingt der Fall ist.

Dann sind die Anforderungsprofile anders. Du wirst keinen Chemiker als Aktuar bei einer Versicherung oder Risikomanager bei einer Bank einstellen, nur um mal zwei typische Mathematikerberufe zu nennen.
Maluues
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Anmeldungsdatum: 26.11.2008
Beiträge: 66

BeitragVerfasst am: 15 Sep 2015 - 15:38:57    Titel:

Das ist etwas allgemein gefasst.
Ein theoretischer Chemiker, kann sich durchaus in der Versicherungsbranche wiederfinden, ebenso wie es Physiker können.
Passiert sicherlich seltener, aber ist dennoch möglich.

Ansonsten halte ich mich aus der Diskussion raus, mit dem Kommentar, dass es mir schwerfällt einem Beitrag von jemanden zu glauben, der die Meinung vertritt, dass nicht alle Mathematikstudenten über ein überdurchschnittliches, logisches Denkvermörgen verfügen.
Gerade hierauf basiert doch die Mathematik. Logik.

Die Behauptung ist gleichzusetzen mit dem Vergleich eines Festkörperphysikers/chemikers, der über keinerlei räumliches Denkvermögen verfügt...
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