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Philosophie als Zweifach-Bachelor
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Gedankenblase
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Anmeldungsdatum: 04.09.2015
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2015 - 13:56:11    Titel: Philosophie als Zweifach-Bachelor

Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und mache in diesem Schuljahr mein Abitur. danach möchte ich studieren und auch wenn es meinen Eltern nicht sehr zusagt würde ich gerne Philosophie studieren. Die beruflichen Perspektiven sind ja sehr wage, wenn sie denn vorhanden sind, weshalb ich Philosophie gerne mit etwas anderem kombinieren würde.
Soweit ich weiß kann man Philosophie mit einem weiteren Hauptfach oder einem Nebenfach studieren. Aber woher weiß ich was sinnvoll ist? Mich würde der Bereich Medienkommunikation oder Kommunikationswissenschaften interessieren.
Ansonsten fände Psychologie oder Jura auch interessant, allerdings glaube ich, dass das als Kombination sehr anstrengend und auch nicht ratsam wäre.
Kann mich jemand aufklären, was ein Studiengang als Hauptfach oder eben Nebenfach bedeutet und ob meine Überlegungen in dieser Hinsicht sinnvoll sind?

LG Smile
Ingo30
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Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2095

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2015 - 16:42:54    Titel:

Moin Gedankenblase,

auch wenn das Interesse an einem Studiengang von großer Bedeutung ist, sollte man auch die späteren Berufsaussichten nicht gänzlich außer Acht lassen. Generell tun sich Geisteswissenschaftler schon auf dem Arbeitsmarkt schwer (bin selber einer). Dann aber auch noch Philosophie - das stell ich mir schon extreeeem schwierig vor.
Also würde ich mir persönlich eher etwas "gängigere" Studiengängen anschauen.
Jura: entweder hasst Du es oder liebst es. Dazwischen gibt es eigentlich kaum etwas. Oftmals sind Leute am Ende des Studiums scheinfrei, haben aber aufs Staatsexamen keinen Bock mehr.
Psychologie: Ziemlich überlaufen, Du kannst hoffentlich auch Mathe wg. der Statistikanteile, Therapeutenausbildung kostet noch extra Kohle später, etc.
Also Vor-und Nachteile, die Du genau auswerten solltest.
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3096
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2015 - 18:08:01    Titel:

Hallo und willkommen im Forum,

Das Studium dauert vielleicht 3-5 Jahre aber das spaetere Berufsleben eher 30-40. Insofern solltest Du Dir auch Gedanken machen, wie Du Deine Zukunft in 10,20,30 Jahren siehst.

Prinzipiell sind in der Tat die Stellen fuer Philosphen sehr rar gesaet. Absolventen arbeiten - bei entsprechender Zusatzqualifikation- in Jobs wie Lehrer, Journalistik, Personalwesen oder Berater.

Allerdings ist das Studium sehr anspruchsvoll. Laut hier
http://www.philosophie.hu-berlin.de/de/lehrbereiche/anthro/mitarbeiter/keil/pdfs/d19volltext liegt die Abbrecherquote bei 90 %. Das deckt sich auch mit dem, was mir ein Bekannter mit NF Philosophie geagt hat, naemlich viel 'Formale Logik" im mathematischen Sinn.

Ob und wie weit man das mit anderen Gebieten kombinieren kann, haengt von der Uni ab und dem NC ab. (Psychologie meist bei 1.0-1.3). Ich wuerde Dir empfehlen mal zum Studientag oder 'einfach so' mal zu Deiner 'Wunschuni' zu gehen, mit der Studienberatung zu sprechen und Dich auch mal in die Anfaengerveranstaltungen der jetzigen Studenten zu setzen.
Gedankenblase
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Anmeldungsdatum: 04.09.2015
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2015 - 21:04:23    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:
Hallo und willkommen im Forum,

Das Studium dauert vielleicht 3-5 Jahre aber das spaetere Berufsleben eher 30-40. Insofern solltest Du Dir auch Gedanken machen, wie Du Deine Zukunft in 10,20,30 Jahren siehst.

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie meine Zukunft wirklich aussehen soll, allerdings interessiert mich Philosophie und ich sehe mich sonst nirgendwo..

Prinzipiell sind in der Tat die Stellen fuer Philosphen sehr rar gesaet. Absolventen arbeiten - bei entsprechender Zusatzqualifikation- in Jobs wie Lehrer, Journalistik, Personalwesen oder Berater.

Eben wegen der schlechten beruflichen Perspektiven möchte ich ja etwas in Verbindung mit Philosophie studieren, ich weiß aber eben nicht inwiefern dieses Konzept auch aufgeht.

Allerdings ist das Studium sehr anspruchsvoll. Laut hier
http://www.philosophie.hu-berlin.de/de/lehrbereiche/anthro/mitarbeiter/keil/pdfs/d19volltext liegt die Abbrecherquote bei 90 %. Das deckt sich auch mit dem, was mir ein Bekannter mit NF Philosophie geagt hat, naemlich viel 'Formale Logik" im mathematischen Sinn.

Ja, ich stelle mir das auch sehr anspruchsvoll vor und habe natürlich auch Zweifel, aber irgendwie glaube ich, dass das mein Ding ist.

Ob und wie weit man das mit anderen Gebieten kombinieren kann, haengt von der Uni ab und dem NC ab. (Psychologie meist bei 1.0-1.3). Ich wuerde Dir empfehlen mal zum Studientag oder 'einfach so' mal zu Deiner 'Wunschuni' zu gehen, mit der Studienberatung zu sprechen und Dich auch mal in die Anfaengerveranstaltungen der jetzigen Studenten zu setzen.


Sich in Anfängerveranstaltungen zu setzen, das klingt richtig gut, kann man das einfach so? Naja, da informier ich mich mal, ich weiß auch, dass es sehr kritisch gesehen wird diesen Studiengang zu studieren. Ich stehe noch vor der Entscheidung das zu wählen was mir mein Gefühl sagt oder auf Nummer sicher zu gehen, aber etwas zu studieren was man nicht wirklich will macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn.

Aber Danke schon mal für die Anregungen!Smile
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3096
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2015 - 03:05:26    Titel:

Gedankenblase hat folgendes geschrieben:
Iich weiß auch, dass es sehr kritisch gesehen wird diesen Studiengang zu studieren. Ich stehe noch vor der Entscheidung das zu wählen was mir mein Gefühl sagt oder auf Nummer sicher zu gehen, aber etwas zu studieren was man nicht wirklich will macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn.


Lass Dich von anderen nicht beirren und bilde Dir selbst eine Meinung. Ich dachte zunaechst auch, das Philosphiestudium sei eher 'sanftes Gelaber', aber dieser Bekannte hat meine Meinung zurechtgerueckt. Mittlerweile habe habe ich Respekt davor, weil es wohl eher ein 'Elite-Studium' ist.
Nicht zuletzt stehen auch in den IQ-Rankings (z.B. http://www.statisticbrain.com/iq-estimates-by-intended-college-major/ ) die Philosophen auf Platz 2 der Liste, hinter den Physikern und noch vor den Mathematikern. Daher werden sie z.B. auch von Unternehmensberatungen genommen.

Gedankenblase hat folgendes geschrieben:
Sich in Anfängerveranstaltungen zu setzen, das klingt richtig gut, kann man das einfach so?

Klar, als Studieninteressierte(r). Besser sollte man vorher nachzufragen, also beim Studiensekretariat, e-mail oder am Anfang der Vorlesung. Bei 'Massenveranstaltungen' wie 'Einfuehrung in die BWL' faellt einer mehr oder weniger nicht weiter auf, aber bei kleineren VL ist das anders.
Ingo30
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Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2095

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2015 - 12:23:37    Titel:

Moin,

es hilft aber auch nichts, wenn der TO am Ende mit einem schönen Abschluss dasteht, dann aber keinen Job bekommt, weil kein Bedarf da ist. Das Problem ist immer dann gegeben, wenn keine festen Berufsfelder mit dem Studiengang bedient werden. Das soll den TO keinesfalls von seinen Vorlieben abhalten - man muss es sich aber leisten können (reiches Elternhaus, hohe Absicherung durch gespartes Geld, etc.). Sind diese Faktoren nicht gegeben, sollte der TO sich etwas gängigeres Suchen, wenn er später mal Geld verdienen möchte (ohne langen Bewerbungsmarathon).
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 3096
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2015 - 14:33:28    Titel:

Lass mich mal zitieren :

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/geisteswissenschaftler-auf-jobsuche-philosophie-ist-keine-ego-therapie-a-392177.html

"Trotzdem ist die Warnung, die Philosophie sei eine "brotlose Kunst", oft ein Missverständnis. ...Vorurteile liegen nicht nur am allgemeinen Unverständnis, sondern auch am Philosophen selbst. Er muss eben bereit sein, sich auch mit der Praxis zu beschäftigen....
Der Philosophiestudent lerne vor allem formale Qualifikationen, die in den unterschiedlichsten Berufen eingesetzt werden können, sagt er. Dazu gehöre neben dem strukturierten Denken das Argumentieren, die Kritikfähigkeit und Kreativität.
Da er Ahnung von formalen Systemen habe, könne er nach einer zusätzlichen Ausbildung zum Beispiel in der Computerbranche arbeiten. Nicht zu unterschätzen sei der spezielle Bonus des Philosophen: "Er hat seine Füße in der Realität, denn er hat sämtliche Gegenwartsfragen von der Medizin- oder Medienethik bis zur Politik behandelt", so Birnbacher.
"Dem Philosophiestudenten steht ein breites und flexibles Spektrum von Anwendungsmöglichkeiten offen", meint auch Halfwassen. Seine Möglichkeiten reichen vom Verlagswesen über die Medienarbeit bis zur Tourismus- oder Werbebranche. Nicht selten folgen dem Philosophiestudium auch Jobs in der Wirtschaft, etwa im Personalwesen, in der Verwaltung oder in einer Unternehmensberatung.

Um sich für die "fachfremden" Berufe das erforderliche Handwerk anzueignen, muss man sich aber schon früh durch Praktika ein zweites Standbein aufbauen. Außerdem ist es sinnvoll, neben Philosophie weitere praxisnahe Fächer zu studieren.
... generell ist die Zahl der Absolventen im Verhältnis zu den Studienanfängern sehr gering: 2003 haben an deutschen Universitäten nur 500 Studenten in Philosophie ihren Abschluss gemacht - Lehramtsstudenten nicht mitgezählt. Die Rate der Abschlüsse liegt bundesweit bei maximal zehn Prozent.

"Philosophie ist ein schwieriges Studium, das man nicht unterschätzen soll", meint Michael Weegen. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium seien Neugier und Hartnäckigkeit. Eine Erfolgsprognose kann man rechtzeitig stellen: Gute Schulnoten in Mathematik weisen auf Kompetenz in Logik, in Deutsch auf gute Sprachfähigkeiten hin, sagt Birnbacher. Bringt der Student im Studium gute Leistungen, schließt er häufig mit einem Doktortitel ab: Immerhin hat laut einer ISA-Studie aus dem Jahr 2003 knapp die Hälfte aller Absolventen in Philosophie promoviert."
Gedankenblase
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Anmeldungsdatum: 04.09.2015
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 11 Sep 2015 - 20:44:12    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:
Lass mich mal zitieren :

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/geisteswissenschaftler-auf-jobsuche-philosophie-ist-keine-ego-therapie-a-392177.html

"Trotzdem ist die Warnung, die Philosophie sei eine "brotlose Kunst", oft ein Missverständnis. ...Vorurteile liegen nicht nur am allgemeinen Unverständnis, sondern auch am Philosophen selbst. Er muss eben bereit sein, sich auch mit der Praxis zu beschäftigen....
Der Philosophiestudent lerne vor allem formale Qualifikationen, die in den unterschiedlichsten Berufen eingesetzt werden können, sagt er. Dazu gehöre neben dem strukturierten Denken das Argumentieren, die Kritikfähigkeit und Kreativität.
Da er Ahnung von formalen Systemen habe, könne er nach einer zusätzlichen Ausbildung zum Beispiel in der Computerbranche arbeiten. Nicht zu unterschätzen sei der spezielle Bonus des Philosophen: "Er hat seine Füße in der Realität, denn er hat sämtliche Gegenwartsfragen von der Medizin- oder Medienethik bis zur Politik behandelt", so Birnbacher.
"Dem Philosophiestudenten steht ein breites und flexibles Spektrum von Anwendungsmöglichkeiten offen", meint auch Halfwassen. Seine Möglichkeiten reichen vom Verlagswesen über die Medienarbeit bis zur Tourismus- oder Werbebranche. Nicht selten folgen dem Philosophiestudium auch Jobs in der Wirtschaft, etwa im Personalwesen, in der Verwaltung oder in einer Unternehmensberatung.

Um sich für die "fachfremden" Berufe das erforderliche Handwerk anzueignen, muss man sich aber schon früh durch Praktika ein zweites Standbein aufbauen. Außerdem ist es sinnvoll, neben Philosophie weitere praxisnahe Fächer zu studieren.
... generell ist die Zahl der Absolventen im Verhältnis zu den Studienanfängern sehr gering: 2003 haben an deutschen Universitäten nur 500 Studenten in Philosophie ihren Abschluss gemacht - Lehramtsstudenten nicht mitgezählt. Die Rate der Abschlüsse liegt bundesweit bei maximal zehn Prozent.

"Philosophie ist ein schwieriges Studium, das man nicht unterschätzen soll", meint Michael Weegen. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium seien Neugier und Hartnäckigkeit. Eine Erfolgsprognose kann man rechtzeitig stellen: Gute Schulnoten in Mathematik weisen auf Kompetenz in Logik, in Deutsch auf gute Sprachfähigkeiten hin, sagt Birnbacher. Bringt der Student im Studium gute Leistungen, schließt er häufig mit einem Doktortitel ab: Immerhin hat laut einer ISA-Studie aus dem Jahr 2003 knapp die Hälfte aller Absolventen in Philosophie promoviert."


Danke für die Antowrten, auch wenn mich die Fakten, die mir ja schon irgendwo bewusst sind, verunsichern. Ich denke mir gefällt Philosophie, aber wohin ich praktisch möchte weiß ich leider nicht.
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