Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

§§989,990 Bösgläubigkeit
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> §§989,990 Bösgläubigkeit
 
Autor Nachricht
allround
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 19.08.2006
Beiträge: 833

BeitragVerfasst am: 23 Aug 2016 - 14:39:02    Titel: §§989,990 Bösgläubigkeit

Guten Tag zusammen!

Neuer Lerntag, neue Fragen.
Ich habe nun eine Frage im Rahmen des SE bei §§989,990.

Fall (kurz): Der minderjährige Sohn K klaut von seinem Vater V einen Geldschein, welchen er sodann an F weiterveräußert.

Lösungsvorschlag u.a. §§989,990 (V->K)

Meine Frage:

IRd. §990 wird dann bei der Bösgläubigkeit thematisiert auf wessen Kenntnis es nun ankommt.

Var. 1) Auf die Kenntnis des K selbst, §828 III, d.h. dann auf dessen Einsichtsfähigkeit im Einzelfall -> hier: Bösgläubigkeit (+)

Var. 2) Auf die Kenntnis der gesetzlichen Vertreter gem. §166 BGB -> dann auf die Kenntnis der Eltern des K -> somit de facto des V -> laut SV wäre hier dann Bösgläubigkeit (-)

Zwar wird Var. 2) im Ergebnis abgelehnt wegen der Deliktsähnlichkeit, ABER mir will nicht in den Kopf wieso idF die Bösgläubigkeit abgelehnt wird? Immerhin hätte der V doch Kenntnis davon, dass K kein Besitzrecht hat??

Es ist zwar nur eine vielleicht gar nicht mal relevante Frage, aber ich hänge mich da gerade auf...wo liegt mein Denkfehler? ^^


Vielen Dank...
Judginator
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 23.06.2014
Beiträge: 74

BeitragVerfasst am: 23 Aug 2016 - 15:34:45    Titel:

Für die Bösgläubigkeit kommt es darauf an, ob der Besitzer beim Besitzerwerb weiß oder infolge grober Fahrlässigkeit nicht weiß, dass er zum Besitz nicht berechtigt ist. Wenn Du mit einer Mindermeinung in der Literatur auf die Kenntnis des Vaters abstellen willst: Zur Zeit des Diebstahls weiß der Vater doch noch gar nichts von der Tat seines Sohns und musste das auch nicht wissen, also ist auch keine Bösgläubigkeit gegeben. Die generelle Kenntnis, dass man nichts stehlen darf, reicht dafür nicht aus.

Nach dem Besitzerwerb schadet nur positive Kenntnis, was aber aus dem Sachverhalt nicht hervorgeht.
allround
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 19.08.2006
Beiträge: 833

BeitragVerfasst am: 23 Aug 2016 - 15:44:46    Titel:

Ahaaa!
Ich wusste, dass es eine doofe Frage ist, aber ich stand auf dem Schlauch...
Ich habe irgendwie unterstellt, dass der Vater die Situation des Sohnes K kenne und diesbezgl. die Bösgläubigkeit bestimmt wird.

Ich gehe zwar mit der h.L., weil die mMn auch schlüßiger ist, aber bin an dieser Stelle immer gestolpert und wollte das gerne klären, da jede beantwortete Frage zu einem besseren Durchblick führt.

Vielen Dank, Dir! Smile Super!
Ronnan
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2293
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 24 Aug 2016 - 10:29:42    Titel:

über § 992 ist hier im übrigen ohnehin § 823 anwendbar
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> §§989,990 Bösgläubigkeit
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum