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Übergang: Nach Studium, vor Berufseinstieg arbeitslos melden
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Caoscrischen
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Anmeldungsdatum: 24.05.2009
Beiträge: 170

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2017 - 17:35:41    Titel: Übergang: Nach Studium, vor Berufseinstieg arbeitslos melden

Moin!
Ich bin jetzt fertig mit meinem Masterstudium und habe die Zeugniserstellung beantragt. Ich würde gerne als wissenschaftlicher Mitarbeiter auch noch meinen Doktortitel machen (Naturwissenschaft). Ich weiß auch schon recht genau wo es thematisch hingehen soll und bin aktuell dabei mich bei verschiedenen Instituten zu bewerben. Ich weiß, dass es in dem Bereich nicht unbedingt Doktorandenstellen wie Sand am Meer gibt (ist nicht der typische Bereich für meine Fachrichtung) und viel wird natürlich auch über Kontakte vergeben. Dennoch möchte ich es versuchen und mir die Zeit nehmen mich bei den in Frage kommenden Instituten zu bewerben. Wenn keines was für mich hat kann man ja immer noch auf Plan B gehen (Plan B wäre eine Promotion auf dem selben Fachgebiet aber zu einem Thema "zweiter Wahl", Plan C wäre keine Promotion sondern mir direkt in der Wirtschaft als M. Sc. etwas suchen).
Nun ist die Situation folgende: Ende des Monats läuft der Zeitraum aus in dem ich über meine Eltern mitversichert bin. Die Miete für mein WG-Zimmer zahlen aktuell meine Eltern, und über einen Studentenjob habe ich mir ein bisschen etwas angespart, so das ich mich auch selbst ernähren kann. Private Haftpflichtversicherung sind 50€ im Jahr, nicht der Rede wert. Nun habe ich aber gelesen, dass Krankenversicherung etwa 150€ im Monat kostet wenn man nichts verdient. Das ist schon ein ordentlicher Batzen Geld wenn ich dann vielleicht zwei oder drei Monate brauche um die richtige Stelle für mich zu finden.
Abhilfe würde es nun schaffen sich arbeitslos zu melden. Wenn ich das richtig verstanden habe würde dann Kranken- und Sozialversicherungsbeiträge sowie meine Miete (liege dann also nicht mehr meinen Eltern auf der Tasche) übernommen werden und ich würde auch noch etwas Geld bekommen für die Lebenshaltungskosten. Allerdings habe ich dazu noch ein paar Fragen:
1. Status als Student: Kann man sich auch arbeitslos melden wenn man offiziell noch als Student gemeldet, also nicht exmatrikuliert, ist? Bei der Zeit die unser Studienbüro zur Zeugniserstellung braucht gibt es wohl eine ziemliche Streuung. Manche hatten ihr Zeugnis nach zwei Wochen, andere haben ein ganzes Quartal darauf gewartet. Wie ist es also wenn es bei mir länger dauert? Kann mich ja ohne Zeugnis nicht exmatrikulieren lassen.
2. Miete: Ist die Übernahme der Mietkosten an Bedingungen geknüpft? Habe mal gehört, dass die Behörde einen zu einem Umzug zwingen kann wenn die Wohnung zu groß ist oder so. Lebe in einer 4er-WG und der gesamte Wohnraum ist für eine WG schon sehr groß. Die Miete ist aber im normalen Bereich da es etwas außerhalb ist und recht starke Lärmbelastung hat. Und günstiger finde ich in dieser Miethölle von Großstadt denke ich auch keine eigene Wohnung. Könnte man mir trotzdem aus der sehr großen Gesamtwohnfläche einen Strick drehen?
3. Zwangsjobs: Ich habe mal gehört die Behörde kann einen zu Jobs zwingen die sie für einen gefunden hat (also das einem Leistungen gekürzt werden wenn man einen Job ablehnt). Stimmt das? Ich weiß ja wie gesagt recht genau was ich machen will und habe entsprechend wenig Lust irgendwas komplett anderes angedreht zu bekommen.

Puh, viel Text aber ich hoffe mir kann hier jemand weiter helfen.
Deniz
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Anmeldungsdatum: 08.07.2004
Beiträge: 3056

BeitragVerfasst am: 04 Jul 2017 - 08:58:23    Titel:

1. Du bist Student und hast somit kein Recht auf Sozialhilfe. Höchstens Wohngeld.

2. Wenn Du nicht gerade in einer 30-Zimmer-Villa wohnst, passiert da nichts.
Wenn die Miete im "Rahmen" ist, (das definieren die), dann ist alles in Butter.
Ob WG oder alleine, spielt dabei keine Rolle.
Wenn ja, dann zahlen die anteilig, für den Rest bist Du verantwortlich.
Zu einem Umzug kommt es, denke ich, nur in "krassen" Fällen, zu denen ich Dich jetzt nicht zähle.

3. Sie machen Dir "Angebote", auf die Du Dich bewerben möchtest, also sollst. Bewirbst Du Dich nicht oder pfeifst nicht nach deren Nase, dann gibt es Kürzungen.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24242

BeitragVerfasst am: 04 Jul 2017 - 09:39:31    Titel:

Hallo!

Warst du zuvor lang genug (mindestens ein Jahr) sozialversicherungspflichtig (d.h. > 450€/Monat brutto) beschäftigt? Wenn ja, dann solltest du nach deiner Exmatrikulation (und nicht einen Tag vorher!) Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben. Das beläuft sich dann auf 60% deines Netto-Lohns, wovon dann noch Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden. Diese sind aber dann in aller Regel nicht so hoch, als wenn man sich "freiwillig" selbst versichern muss (knapp 200€/Monat für Kranken- + Pflegeversicherung). Einen Mietzuschuss gibt es hier nicht. Den könnte man aber über das Wohngeld erhalten, welches als Voraussetzung hat, dass man den Lebensunterhalt erst einmal prinzipiell selbst decken kann (also nicht auf Grundsicherung angewiesen ist).

Wenn du nicht lang genug sozialversicherungspflichtig beschäftigt warst, käme noch das Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") als Grundsicherung in Betracht. Hier müsstest du deine finanziellen Verhältnisse dem Amt völlig offen legen. Insbesondere gibt es nur ein sehr geringes Schonvermögen von, wenn ich mich richtig erinnere, 150€/Lebensjahr. Alles darüber ist erst einmal selbst für den eigenen Lebensbedarf aufzubrauchen, bevor man diese Unterstützungsleistung erhält. Wenn man aber Anspruch hat (dafür muss man auch lang genug außerhalb des Elternhauses gewohnt haben, denn sonst sind erst einmal diese bis zu einem gewissen Alter weiter unterhaltspflichtig), dann wird da auch bis zu einem von der Kommune festgelegten Maximalbetrag die Miete (nicht aber die Kosten für Strom und Telefon/ Internet) getragen.


Unabhängig davon: Solang du eingeschriebener Student und unter einer gewissen Altersgrenze (30? 35? Müsste man mal nachschauen) bist, solltest du dich nach Angeboten der Krankenversicherungen extra für Studenten umschauen. Die sind meist mit um die 80-100€/Monat für die "freiwillige" Selbstversicherung deutlich billiger als für die Normalperson.


Für dein Promotionsvorhaben noch Viel Erfolg! btw: Auch Stipendien könnten eine Möglichkeit der Finanzierung sein...

Cyrix
Caoscrischen
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Anmeldungsdatum: 24.05.2009
Beiträge: 170

BeitragVerfasst am: 04 Jul 2017 - 18:45:46    Titel:

Also ALG I kommt nicht in Frage. War nach der Schule erstmal Zivi und habe dann direkt das Studium begonnen.

Weißt du denn ob beim Schonvermögen nur zählt was man gerade auf dem Konto hat, oder durchleuchten die auch die Überweisungen der letzten Zeit? Habe schon etwas angespart was da dann wohl drüber liegt, das ist aber gedacht für den Umzug, Kaution, Möbel & Haushaltsgeräte für die erste Wohnung etc gedacht. Da würde ich jetzt nur ungern ran. Wenn ich das Geld aber bei meinen Eltern "parken" könnte wäre das kein Problem.
Also bei meinen Eltern bin ich vor ca. 1,5 Jahren ausgezogen. Muss mich da dann wohl mal informieren was da genug ist.

Zur Studentenkrankenversicherung: Nunja, wenn ich ich zwei Wochen nach deren Beginn Exmatrikuliert werde ist das wohl wenig sinnvoll.

Und für ein Stipendium bin ich zu normal. Das bekommt man ja nur wenn man exzellent ist, einer Partei angehört, einer ethnischen Gruppe bzw. einer gesellschaftlichen Minderheit angehört oder eine Frau in einem Bereich mit geringem Frauenanteil ist. Keines dieser Kriterien erfülle ich Rolling Eyes Und geht mir ja auch weniger um Geld während der Doktorarbeit sondern halt um die Überbrückung.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24242

BeitragVerfasst am: 04 Jul 2017 - 22:40:57    Titel:

@Exmatrikulation: In erster Linie entscheidest du den Zeitpunkt, nämlich dadurch, mit welchem Datum du dein Exmatrikulationsantrag stellst. Üblicherweise ist es völlig unproblematisch, das Semester, in welchem man die Abschlussarbeit abgegeben hat, noch vollständig immatrikuliert zu bleiben. (Oft ist es eher anders herum, dass man schon mitten im nächsten Job steht, also die Arbeit als "schon Ex-Student" abgibt, was auch häufig toleriert wird.)

@Schonvermögen bei ALG II: Da kannst du dir sicher sein, dass solche Geschenke (und formal wäre alles andere als ein Geschenk, d.h. ohne Recht auf Rückgabe) kurz vor Anmeldung der Bedürftigkeit nicht einfach so toleriert werden. Möglicherweise fallen sie nicht auf. Wenn doch, dürftest du dich irgendeines Betrug-Vorwurfs strafbar gemacht haben. Und das dürfte es nicht wert sein...

@Überbrückung: Deshalb kümmert man sich ja auch schon vor dem absehbaren Ende einer Lebensphase um die Gestaltung der nächsten. o.O Oder ist dir heute erst aufgefallen, dass du mit deinem Studium "plötzlich" fertig bist?!

Cyrix
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