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Mord und Totschlag
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Matt009
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Anmeldungsdatum: 18.09.2017
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2017 - 19:46:29    Titel: Mord und Totschlag

Wie gehe ich exakt vor wenn ich Mord über mittelbare Täterschaft zu prüfen habe? Leider weiß ich nicht wie ich die mittelbare Täterschaft unterzubringen habe und ob der Totschlag auch geprüft werden muss und wie das ganze aussehen würde. Da ich morgen Klausur schreibe würde ich mich über eine schnelle Antwort freuen.

Vielen Dank im Voraus.


Ergänzend Hier ein Artikel zur Selbstständigkeit des Morddeliktes:
1. Theorie der Selbständigkeit des Mordtatbestandes
Vertreter: Rechtsprechung: BGHSt 1, 368 (370); 2, 251 (255); 6, 329 (330); 22, 375 (377); 36, 231 (233).
M.M. Literatur: LK-Busch, 9. Aufl., § 48 Rn. 31; Pfeiffer-Maul-Schulte, § 211 Rn. 1; Woesner, NJW 1978,
1025.
Inhalt: Mord, § 211 StGB, und Totschlag, § 212 StGB, sind zwei selbständige, voneinander unabhängige Tatbestände.
Argument: Mord und Totschlag sind selbständige Tatbestände mit verschiedenem Unrechtsgehalt. Indiz hierfür ist die Verwendung
der Täterbezeichnungen „Mörder“ und „Totschläger“ bzw. „Mord“ und „Totschlag“. Ansonsten hätte
der Gesetzgeber den Mord als „besonders schweren Fall“ des Totschlags bezeichnen können. Dass auch der
Mord tatbestandlich eine Tötung voraussetzt, steht dem nicht entgegen. Auch § 249 StGB ist keine Qualifikation
des Diebstahls, obwohl auch § 249 StGB die Tatbestandsmerkmale des Diebstahls enthält.
Konsequenz: Die einzelnen Mordmerkmale wirken strafbegründend. Soweit sie besondere persönliche Merkmale darstellen,
ist § 28 I StGB anwendbar.
Kritik: Die Täterumschreibungen „Mörder“ und „Totschläger“ sind lediglich Überreste der Lehre vom Tätertyp, die
teilweise 1941 Gesetz wurde, für die Systematisierung von Tatbeständen spielen sie keine Rolle. Die Lehre der
Selbständigkeit führt auch zu nicht nachvollziehbaren Ergebnissen im Bereich der gekreuzten persönlichen
Mordmerkmale und der Mittäterschaft, weswegen die Rechtsprechung sie auch nicht konsequent durchhält
(siehe unten).
Folgeprobleme:
(1) Wenn Mord und Totschlag zwei selbständige, voneinander unabhängige Tatbestände sind, wäre eine Mittäterschaft dahingehend,
dass ein Mittäter einen Mord, der andere einen Totschlag begeht, nicht möglich. Eben diese an sich zwangsläufige Konsequenz
zieht die Rechtsprechung jedoch nicht und hält Mittäterschaft für möglich (vgl. BGHSt 36, 231).
(2) Wenn die einzelnen Mordmerkmale strafbegründend wären, so könnte dann, wenn Täter und Teilnehmer jeweils ein anderes
besonderes persönliches (Mord)Merkmal i.S.d. § 28 I StGB erfüllen würden (sog. „gekreuzte persönliche Mordmerkmale“), nach
dem Wortlaut des Gesetzes dem Teilnehmer die Strafmilderung dennoch nicht versagt werden, da er „das“ für den Täter strafbegründende
Mordmerkmal eben nicht erfüllt. Auch diese Konsequenz zieht die Rechtsprechung jedoch nicht (vgl. BGHSt 23, 39).
2. Theorie der Unselbständigkeit des Mordtatbestandes
Vertreter: H.M. in der Literatur: vgl. Arzt/Weber, § 2 Rn. 26 ff..; Fischer, § 211 Rn. 6; Krey/Hellmann/Heinrich, BT 1,
Rn. 27; Lackner/Kühl, Vor § 211 Rn. 22; LK-Jähnke, Vor § 211 Rn. 39 ff.; Mitsch, JuS 1996, 26 (29); Otto, § 1
Rn. 14; ders., JURA 1994, 141 (142); Schönke/Schröder-Eser, Vorbem. §§ 211 ff. Rn. 5.
Inhalt: Der Totschlag, § 212 StGB, ist als Grundtatbestand anzusehen; Mord, § 211 StGB, ist ein Qualifikationstatbestand
des Totschlags.
Argument: § 211 StGB enthält die Tötung eines Menschen unter erschwerenden Umständen – dies ist der typische Fall
einer Qualifikation. In gleicher Weise enthält § 216 – Tötung unter privilegierenden Umständen – eine Privilegierung
des „Grundtatbestandes“ des Totschlags (anders – konsequent – auch die Rechtsprechung, die § 216
StGB als selbständigen Tatbestand ansieht; vgl. BGHSt 2, 258; 13, 162 [165]).
Konsequenz: Die einzelnen Mordmerkmale wirken strafschärfend. Soweit sie besondere persönliche Merkmale darstellen, ist
§ 28 II StGB anwendbar.
Kritik: Der besondere Unwertgehalt des Mordes wird geleugnet, wenn er „lediglich“ als Qualifikation des Totschlags
erscheint. In allen sonstigen Fällen nennt das Gesetz die Qualifikation nach und nicht vor dem Grundtatbestand.

(Quelle:http://heinrich.rewi.hu-berlin.de/doc/abs_ex_2012/bt/36-toetungsdelikte01.pdf)
AMA4
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Anmeldungsdatum: 04.07.2016
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 19 Sep 2017 - 21:28:19    Titel:

Vielleicht zu spät, aber dennoch für die Zukunft:

A. Strafbarkeit des Tatmittlers (im Normalfall nicht vorhanden, da Defekt; Ausnahmen sind absichtslos- und qualifikationslos-dolose Werkzeuge sowie solche, die sich in einem vermeidbaren Verbotsirrtum befinden; nach hM sind solche jeweils auch taugliche Werkzeuge, was dann aber bei B.I.2 zu erörtern ist)

B. Strafbarkeit des mittelbaren Täters

I. Objektiver Tatbestand

1. Erfolg = Tod
2. Kausale, zurechenbare Handlung; hier mb. Täterschaft ansprechen und Willens- bzw. Wollensherrschaft herausarbeiten
3. Obj. Mordmerkmale (idR nicht beim mb. Täter gegeben)

II. Subj. TB
1. Vorsatz bzgl. §§ 212 I, 25 I Alt. 2 StGB
2. Subj. Mordmerkale (hier wird nun der Streit mit § 28 StGB und dem Verhältnis von Mord und Totschlag relevant; nach hL Quali und daher § 28 II StGB; dann subsumieren)

III. Rwk. + Schuld
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