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strafrecht - konkurrenzen
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globalstriker
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Anmeldungsdatum: 14.09.2005
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2005 - 21:39:28    Titel: strafrecht - konkurrenzen

hallihallo zusammen,

mich beschäftigt folgende frage. hoffentlich könnte und würde mir jemand weiterhelfen.

und zwar mal angenommen A hat sich bereits durch werfen einer flasche auf B einer versuchten gefährlichen körperverletzung strafbar gemacht weil er diesen verfehlt und einen anderen traf (also aberatio ictus) und gleich danach schlägt A den B in seiner wut mit einem stock also begeht sozusagen eine vollendete gefährliche körperverletzung...

wie ist das nun im gesamt zu betrachten? ist das eine natürliche handlungseinheit weil da kaum zeit vergangen ist und A ja bei beiden delikten den gleichen willen hatte oder sind das schon zwei handlungen oder ist in der zweiten der versuch bereits mit enthalten? ...
Wie das also "konkurrenz-technisch" zu lösen ???

freu mich auf eure antworten ... gruß globalstriker
Ass.Jur.
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Anmeldungsdatum: 26.08.2005
Beiträge: 134
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 15 Sep 2005 - 09:18:33    Titel:

2 Handlungen liegen auf jeden Fall schonmal vor. Einmal das Werfen der Flasche und zum anderen das Schlagen mit dem Stock.
Diese zwei Handlungen könnten aber eine natürliche Handlungseinheit bilden, was die Folge hätte, dass sie auf Konkurrenzebene wie "eine Handlung im Rechtssinne" zu behandeln wäre. Sofern zwischen den im Rahmen der "natürlichen HAndlungseinheit" verwirklichten Delikten keine Gesetzeskonkurrenz besteht, stehen sie dann regelmäßig in Tateinheit (Idealkonkurrenz) nach § 52 StGB zueinander.

Aufgrund des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs der versuchten und der vollendeten KV zueinander sowie der einheitlichen, auf denselben Erfolg gerichteten Motivationslage des Täters kann hier davon ausgegangen werden, dass tatsächlich eine natürliche Handlungseinheit vorliegt.
Anschließend stellt sich aber die Frage nach der Gesetzeskonkurrenz zwischen der versuchten und der vollendeten KV. Ich denke, der Versuch wird im Wege materieller Subsidiarität durch die Vollendungstat verdrängt, schließlich kommt ihm kein selbständiger Unrechtsgehalt zu.
Der Täter ist schließlich "nur" wegen vollendeter KV zu bestrafen.
globalstriker
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Anmeldungsdatum: 14.09.2005
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 15 Sep 2005 - 12:35:56    Titel:

danke für die schnelle und ausführliche antwort. hat mir sehr weitergeholfen. bis demnächst
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