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Was geht nach dem physikstudium ?
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q76
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Anmeldungsdatum: 05.10.2005
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2005 - 20:51:53    Titel: Was geht nach dem physikstudium ?

Hallo
Ich besuche grade die 12. Klasse und hab mir überlegt doch physik zu studieren.Physik und ´Mathe sind meine besten fächer und es macht mir auch spaß.

Meine Fragen wären

Wo kann man als physiker dann arbeiten ? gibt es gute und viele jobmöglichkeiten?

Gibts es verschiedene physik studienrichtungen ?
Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 9161

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2005 - 21:05:30    Titel:

da geht ne menge, physiker sind sehr breit ausgebildet. ohne jetzt bereiche abzudecken (findest du im internet auf irgendwelchen bildungs/jobportalen zuhauf), nenne ich mal zwei meiner bekannten:
der bruder eines ehemaligen mitschülers entwickelt seit seinem diplom (oder promotion?) bei nokia die zukünftigen hochleistungsakkus, n arbeitskollege von mir is jetzt im hauptstudium und macht nebenbei an einem der institute irgendwas mit lasern und fertigungstechnologie (schweissen, schneiden und so), will da nach dem studium bleiben.
also schon durchaus sehr praktische sachen. der vater meines mitbewohners ist physiker und mittlerweile in der chefetage einer schwerindustriefirma (kein plan, welche..), hat da denk ich irgendwo in der materialforschung angefangen und sich dann hochgearbeitet.
als physiker kann man auch bundeskanzler(in) werden Wink .
viele physiker arbeiten eng mit ingenieuren in der forschung an neuen entwicklungen zusammen, ne faustregel sagt, dass physiker jetzt an dem arbeiten, was die ingenieure in 10 jahren weiterverarbeiten werden, was wiederrum in weiteren 10 jahren als konsumprodukt auf den markt kommt. is zum beispiel beim CD-player (laser) ganz gut zu sehen.
physiker bekommen meist recht gut kohle, wenn auch ingenieure in der regel besser bezahlt werden (zumindest am anfang, nachher stehen beiden gruppen alle wege offen). liegt daran, dass die entwicklungen der physiker einem unternehmen nicht so schnell gewinn bringen wie ingenieursleistungen. aber viele (vor allem grosse) firmen haben erkannt, dass grundlagenforschung ein grosser innovationsmotor sein kann und sich in der zukunft bezahlt macht. natürlich kann man immer an der uni bleiben, da promovieren und mit 40-50 professor werden. auch nicht gerade ein schlecht bezahlter job Wink .

so, das sollte jetzt mal was anderes als das 'man kann in die forschung, entwicklung, theoretische physik, astrophysik, festkörper usw', was man auf den meisten anderen seiten findet. hoffe, ich konnte dir einen kleinen einblick geben.
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fas
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 2086

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2005 - 23:04:41    Titel:

Ich habe mir von einem Physikprofessor sagen lassen, dass man nach einem Physikstudium generell ein guter Analytiker ist und die Dinge von einer anderen Sichtweise aus betrachten, was einen zu einem begehrten und willkommenen Arbeiter in allen möglichen Firmen macht.
klaush
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Anmeldungsdatum: 24.05.2005
Beiträge: 665

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2005 - 15:16:49    Titel:

Also guter Analytiker ist richtig. Zum anderen sind auch einige Fragestellungen für den typischen Ingenieur nicht lösbar, weil ihm die Werkzeuge fehlen die ein Physiker hat. Technologie- und Vorentwicklung ist sicher auch ein Thema (das hab ich einige Zeit gemacht). Und auch die Aufstiegschanzen sind nicht ganz schlecht. In vielen Betrieben sind Physiker durchaus in Schlüsselpositionen (bei mir in der Firma sind etwa 40 Prozent aller technischen Leitungspositionen mit Physiker besetzt).

Zum Produktzyklus von whooo: in welchem Jahrhundert lebst du: 10 Jahre Vorentwicklung, 10 Jahre Entwicklung. Die Zeiten sind vorbei: Produktzyklus in der Elektronikbranch ist etwa 9 Monate (weil du Nokia erwähnt hast - die haben eine Entwicklungszeit auf Handyteile von einigen Tagen bis Wochen). Sogar reine Grundlagentechnologie kommt nach maximal zwei bis drei Jahren auf den Markt (immer vom Zeitpunkt des Verlassens der Universitäten gerechnet - also echte Industrienahe Entwicklung und keine Grundlagenforschung).
Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 9161

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2005 - 15:46:35    Titel:

stimmt auch wieder. der transistor hat ja auch keine 20 jahre von seiner erfindung bis zur marktreife gebraucht. aber ich halte dennoch am prinzip fest, dass physiker (fast) immer die ersten sind, die völlig neue dinge als erste in den händen halten - weil sie sie entwickelt haben.
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q76
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Anmeldungsdatum: 05.10.2005
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2005 - 16:09:33    Titel:

ok also wenn ich mich jetz für eine uni entschieden habe dann gibt es doch im bereich physik mehrere möglichkeiten(welche?).Oder lege ich das erst während des studiums fest wohin ich mich spezialisieren will ?
Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 9161

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2005 - 16:15:15    Titel:

das kommt so viel ich weiss auf die uni und die jeweilige diplomprüfungsordnung (DPO) an. oft ist es in physik so, dass man am anfang des studiums ein nebenfach (meist sachen wie info, numerische mathematik oder ähnliches) wählt. und dann im hauptstudium kann man sich aus einem mehr oder weniger breiten (wieder von uni zu uni verschieden) fächerkatalog seine fächer und vertiefungsrichtungen auswählen. da gibts als obergebiete wohl so dinge wie theoretische physik, festkörperphysik (das ist der kommerziell im moment gewinnträchtigste part) und andere richtungen.
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Physikus
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Anmeldungsdatum: 15.09.2004
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Wohnort: Bielefeld

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2005 - 16:38:22    Titel:

q76 hat folgendes geschrieben:
ok also wenn ich mich jetz für eine uni entschieden habe dann gibt es doch im bereich physik mehrere möglichkeiten(welche?).Oder lege ich das erst während des studiums fest wohin ich mich spezialisieren will ?

Das Grundstudium ist überall mehr oder weniger identisch; allenfalls das Angebot an Nebenfächern ist mal mehr, mal weniger umfangreich. (@whooo: Numerische Mathematik? Das war bei uns ein Teilbereich der Mathevorlesungen aber kein eigenes Nebenfach-kann es mir als solches auch kaum vorstellen. Confused) Mathe ist aber in jedem Fall als Nebenfach Pflicht-je nach Uni hört man dieselben Vorlesungen wie die Mathestudenten (dann hat man Pech gehabt Mr. Green ) oder hat eigene Vorlesungen. Hinzu kommt noch ein Nebenfach-an der Uni Dortmund Informatik oder Chemie, woanders gibt's aber z.T. noch andere Sachen wie Astronomie, E-Technik etc.
Die Spezialisierung erfolgt im Hauptstudium und was es für Vertiefungsgebiete gibt, das hängt in der Tat von der Uni ab-kann sich also durchaus lohnen, sich vorher zu informieren, wie groß die Auswahl nachher ist. Aber man kann nach dem Vordiplom zur Not auch die Uni wechseln, wenn man weiß (oder ahnt), dass die angebotenen Forschungsgebiete einem nicht zusagen.

Whoooo hat folgendes geschrieben:
da gibts als obergebiete wohl so dinge wie theoretische physik, festkörperphysik (das ist der kommerziell im moment gewinnträchtigste part) und andere richtungen.

Es gibt nicht "Theoretische Physik" als Fachgebiet, weil es in praktisch jedem Teilgebiet Experimentalphysik und Theoretische Physik gibt. Wink Es gibt also sowas wie Theoretische Festkörperphysik (natürlich eigentlich auch noch viel zu allgemein, aber egal), Theoretische Elementarteilchenphysik (<= mein Gebiet Cool ), Relativitätstheorie, ...
Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 9161

BeitragVerfasst am: 06 Okt 2005 - 16:46:19    Titel:

zur numerik: hier hat vor ein paar tagen einer gepostet, der im grundstudium info, numerik und noch irgendwas nehmen konnte.
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q76
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Anmeldungsdatum: 05.10.2005
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BeitragVerfasst am: 23 Okt 2005 - 22:03:10    Titel:

achso nochwas

gibt es irgentwo übersichten wo man sieht welche abschlüße wo angeboten werden ??

bei der uni in meiner nähe (magdeburg) wird nur ein diplom-pysik abschluß angeboten.Ich würd aber lieber Bachelor `/ master abschluß machen.Da in einigen jahren jeder diese abschlüße macht.

Mich würde auch interesieren auf welchen Fachhochschulen in meiner nähe ich den bachelor /master abschluß machen könnte. Nur dazu wäre halt eine Übersicht nicht schlecht
Aiphaton
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Anmeldungsdatum: 07.11.2005
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BeitragVerfasst am: 12 Nov 2005 - 14:20:41    Titel:

Hätte auch noch ne Frage, die ich grad hier hintendran hänge, wieviele Nebenfächer kann man denn nehmen?

Danke

Aiphaton
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MatheHarry
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Anmeldungsdatum: 01.09.2005
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BeitragVerfasst am: 12 Nov 2005 - 14:58:13    Titel:

Also ixh an Deiner Stelle, würde auf jeden Fall noch das Diplom mitnehmen, da Bachelor- und Master Abschlüsse in Deutschland (noch) keinen guten Ruf haben, und das Deutsche Diplom interantional annerkannt ist.
Den "Mastertitel" kannst Du nach dem Diplom immer noch (nebenbei) machen, bzw er wird Dir zuerkannt.
rightaway
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Anmeldungsdatum: 19.10.2005
Beiträge: 1265

BeitragVerfasst am: 12 Nov 2005 - 15:44:37    Titel:

Die Anzahl der Nebenfächer hängt vom Studiengang und der Universität ab; typischerweise hat man im Hauptstudium ein Nebenfach, dass auch außerhalb des mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächerkanons gewählt werden kann (z. B. Philosophie, wenn man sich für Metaphysik interessiert).
sLy1337
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Anmeldungsdatum: 21.10.2005
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 12 Nov 2005 - 17:03:23    Titel:

Whoooo hat folgendes geschrieben:
promovieren und mit 40-50 professor werden. auch nicht gerade ein schlecht bezahlter job Wink

hi,
das klingt jetzt vielleicht blöd, aber was heißt promovieren ? Very Happy
ich habe schon mal versucht etwas im i-net zu finden.
bis jetzt hab ich das so verstanden, dass wenn man neue dinge erforschen möchte (wissenschaftler) man promovieren muss, ist das richtig ?
Aiphaton
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Anmeldungsdatum: 07.11.2005
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BeitragVerfasst am: 12 Nov 2005 - 17:46:51    Titel:

promovieren heißt, eine Doktorarbeit zu schreiben, und den Titel eines Doktors verliehen zu bekommen!
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sLy1337
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Anmeldungsdatum: 21.10.2005
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 12 Nov 2005 - 17:59:38    Titel:

und was genau bringt mir das, außer dass ich mich doktor nennen darf?
man schreibt doch eigentlich "nur" eine doktorarbeit und lernt nichts weiter dazu
rightaway
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Anmeldungsdatum: 19.10.2005
Beiträge: 1265

BeitragVerfasst am: 12 Nov 2005 - 18:39:54    Titel:

Die Doktorarbeit und der mit der erfolgreich absolvierten Promotion verliehene Titel ist als Beweis dafür gedacht, dass man in der Lage ist, wissenschaftlich zu arbeiten.

Praktisch gesehen steckt in "nur" einer Doktorarbeit eine mehrjährige Beschäftigung mit einer sehr speziellen Fragestellung, die zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen führen soll und den Autoren zu einem ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet macht. Im Beruf führt der Doktortitel meist zu einem höheren Gehalt bzw. ermöglicht eine Einstellung erst, da ein diplomierter oder mit einem Master ausgestatteter Physiker zwar ein sehr breites Grundwissen, aber nur eine sehr geringe Spezialisierung vorweisen kann (die aber gerade für die Industrie von Bedeutung ist).
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