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Immer mehr Schüler kopieren Hausaufgaben aus dem Internet
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Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Immer mehr Schüler kopieren Hausaufgaben aus dem Internet
 
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Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
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BeitragVerfasst am: 16 Okt 2005 - 07:12:02    Titel: Immer mehr Schüler kopieren Hausaufgaben aus dem Internet

Zitat:
Copy - paste - fertig!

Von Annette Bruhns

Immer mehr Schüler bedienen sich bei Referaten oder Hausaufgaben aus dem Internet, ohne die Quelle anzugeben. Viele Lehrer hinken hinterher.

Wie ein Vertreter der Laptop-Generation sieht Rainer Moddemann, 51, nicht gerade aus. Der Meerbuscher Gesamtschullehrer trägt seine Locken lang, dazu Vollbart und John-Lennon-Brille. Umso verdutzter war neulich einer seiner Zehntklässler, der im Englischunterricht über Jim Morrison referierte, als Moddemann zu ihm sagte: "Guter Vortrag. Welche Website war's denn?"

Noch größere Augen machte der beim Abschreiben aus dem Internet ertappte Schüler, als sein Lehrer verriet, weshalb er ihm so schnell auf die Schliche gekommen war: Moddemann hatte seine eigenen Worte wiedererkannt, Absätze aus Artikeln über den Sänger der Doors. Die Texte des Rockfans kursieren unter diversen Adressen und Autorenzeilen im Netz.

Schummeln und Spicken sind so alt wie die Institution Schule. Aber noch nie war der Raub geistigen Eigentums so leicht wie im www-Zeitalter. Weil das Kopieren per Mausklick ganz einfach ist, werden am Ende sogar Plagiate plagiiert. "Die Jugendlichen haben null Unrechtsbewusstsein, wenn sie einen Text aus dem Netz ziehen und ohne Quellenangabe als eigenen ausgeben", weiß Moddemann. "Schließlich klaut im Internet fast jeder von jedem. Auch Lehrer selbst benutzen fremde Tests und Texte."

Mindestens ein Fünftel aller Schülerreferate und Hausarbeiten an seiner Schule, schätzt der Englischlehrer, werde aus Versatzstücken am Computer generiert - "Tendenz steigend".

Auch bei studentischen Arbeiten gilt "ein Drittel ist Schmu" als Faustregel, so die Berliner Medieninformatikerin Debora Weber-Wulff, Autorin des Anti-Plagiat-Programms "Fremde Federn Finden". Dass die Schummler sich mit "copy and paste" - kopieren und einfügen - zuvor schon durch die Schule getrickst haben, so die Expertin, "liegt auf der Hand".

Schon Mittelstufenschüler nutzen Daten-Suchmaschinen, wie Hauptschülerinnen aus dem baden-württembergischen Villingen bestätigen. "Ich guck seit der Fünften bei jedem Thema als Erstes in Google nach", sagt Joceline, 13. "Abschreiben würde ich aber nicht", meint Freundin Gina, "wenn ich dabei ein lateinisches Fremdwort kopiere, merkt der Lehrer das doch."

Tatsächlich ist es verhältnismäßig einfach, Internet-Spickern auf die Spur zu kommen - etwa, indem man drei Begriffe aus einer verdächtigen Arbeit in eine Suchmaschine eingibt und die Web-Treffer mit dem Schülertext vergleicht. Aber für viele Lehrer ist das World Wide Web noch immer Terra incognita. "Wie soll ich da was finden? Das Internet ist so groß", ist ein Stoßseufzer, den Weber-Wulff bei Lehrerfortbildungen oft hört.

Cornelius, 15, vom Berliner Heinrich-Schliemann-Gymnasium, meint mitleidig, seine Lehrer hätten schlicht "keine Zeit" für solche Detektivarbeit. Wenn ein Mitschüler ein etwa bei www.hausarbeiten.de heruntergeladenes Referat abgebe, dann passiere "gar nichts". Hauptstadt-Abiturient Matthias Mehldau, 19, hatte da pfiffigere Lehrer. "In zwei Klassen wurden Schüler überführt und bekamen die Note Sechs", erzählt Mehldau - "alle Achtung."

Er selbst hat gute Erfahrungen mit dem Schummeln gemacht: "Ich hab das 'Nibelungenlied' nie gelesen und dennoch die zweitbeste Klausur geschrieben." Eine seiner Quellen: Wikipedia, ein Internet-Lexikon, das von den Usern selbst verfasst wird. Dass man sich auf die Richtigkeit der Beiträge nicht verlassen kann, ist Mehldau als Mitglied des Chaos Computer Clubs bewusst.

Amüsiert beobachten junge Lehrer wie Ralf Schneider, 36, Konrektor der Golden-Bühl-Schule in Villingen, dass noch die faulsten Schüler "mit Feuereifer dabei" sind, wenn es "um den schnellsten Weg zum Referat" gehe. Schneider zuckt mit den Schultern: "Wenn sie verstehen, was sie kopiert haben, ist das okay." Sein Tipp: "Nachfragen genügt meistens."
Nicht selten werden die kleinen Fälscher von ihren Eltern unterstützt. Im Landkreis Landshut klagte eine Elftklässlerin mit Unterstützung ihres Vaters bis in die zweite Instanz gegen eine Sechs, die sie sich für eine teilweise vom Internet abgeschriebene Hausarbeit gefangen hatte. Ohne Erfolg: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sah den "Unterschleif" (Amtsdeutsch für Spicken) schon dadurch als gegeben an, dass die eher schwache Schülerin "ihr sprachlich-stilistisches Leistungsvermögen" unmöglich auf das Niveau der abgegebenen Hausarbeit habe steigern können.

Das mit dem Prozess behelligte Gymnasium "Maximilian von Montgelas", dessen Leiter Josef Kraus auch Präsident des Deutschen Lehrerverbands ist, hat hinzugelernt. Den Pädagogen steht dort die Software "Plagiarism-Finder" zur Verfügung; Schüler sollen Facharbeiten - wie in Großbritannien an manchen Schulen Usus - auf Diskette einreichen, so dass die Lehrer sie mühelos auf Plagiate hin scannen können.

"Natürlich hecheln wir den Schülern immer hinterher", gibt Lehrervertreter Kraus, 56, freimütig zu. Mit einer Sechs bestraft werde inzwischen auch das Mitführen von Handys zu Prüfungen: "Das gilt immer als Täuschungsversuch." Sonst könnten Schüler auf der Toilette Informanten anrufen "oder sogar in ein im langen Haar verstecktes Mikrofon Testaufgaben flüstern" - wie anderswo schon passiert.

Englischlehrer Moddemann trickst die Schüler jetzt schon im Vorfeld aus. So ließ er eine zehnte Klasse daheim ein Lesetagebuch zu Peter Bullets "The Sunnies" anfertigen. Schon am nächsten Tag maulten die Schüler: "Da gibt's ja gar nichts im Internet zu."

Neunzig Prozent der Schüler bewiesen Moddemann dann, dass sie "tatsächlich noch lesen können". Nur bei einer seiner schwächsten Schülerinnen schwante dem gewieften Pädagogen Böses - die Arbeit war zu gut.

Doch erst nach ihrer erfolgreichen Versetzung in die nächste Klasse gestand ihm die Mutter kleinlaut, sie habe dem Nachhilfelehrer 50 Euro für die Arbeit gezahlt. "Gegen Ghostwriter ist die beste Plagiate-Software machtlos", so Moddemann.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,378753,00.html
Nuitari
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Anmeldungsdatum: 24.08.2005
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 16 Okt 2005 - 08:45:25    Titel:

Immer mehr Schüler lassen ihre Hausaufgaben in einschlägigen Foren von anderen Leuten machen Mr. Green
tog_gi
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Anmeldungsdatum: 28.08.2005
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BeitragVerfasst am: 16 Okt 2005 - 13:47:08    Titel:

solange man weiss was man sich aus dem internet gezogen hat
(also es auch verstanden hat)
finde ich das in ordnung..
man muss das rad ja nicht zweimal erfinden.

Und wenn sich das ein schueler nur vom inet ausgedruckt hat und es in der Stunde vorlesen soll.. dann weiss der lehrer schon ob er auch weiss was er da liest.
viccy
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Anmeldungsdatum: 10.10.2005
Beiträge: 121

BeitragVerfasst am: 16 Okt 2005 - 13:57:23    Titel:

tog_gi hat folgendes geschrieben:

Und wenn sich das ein schueler nur vom inet ausgedruckt hat und es in der Stunde vorlesen soll.. dann weiss der lehrer schon ob er auch weiss was er da liest.


Schön wärs... Bei uns bekommen solche Leute grundsätzlich eine eins für eine "hervorragende Hausarbeit". Das ging bei uns im Kurs solange, bis ein Schüler absichtlich eine Verständnisfarge gestellt hat und meinte, er habe den sleben Text im Inetrnet gelesen, konnte diesem Punkt aber nicht ganz folgen. Trotzdem danke er der Mitschülerin dafür, dass sie noch am sleben Tag ihre Arbeit ins Netz gestellt habe, so dass alle anderen was daovn gehabt hätten. Einstimmiges Grinsen, ein text mit dem richtigen Autor und die letzten 5 Einsen wurden gestrichen - Zum Glück.
tog_gi
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Anmeldungsdatum: 28.08.2005
Beiträge: 997
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 16 Okt 2005 - 14:04:27    Titel:

dann habt ihr ja n echt komische lehrer.
Bei uns erwischt die kuh das sofort xD
(geht so weit dass sie HA einsammelt und jeden 5. Satz in google eintippt.. Rolling Eyes man kann es ja uebertreiben)

Denk aber.. (bei lehrer die das nicht machen)
eine 1 in der Hausaufgabe.. und ne 6 in der Klausur.. bringt auch so einiges ans Tageslicht ;D

jeder bekommt das was er sich auch wirklich verdient hat.
on jetzt gut oder schlecht ^^
viccy
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Anmeldungsdatum: 10.10.2005
Beiträge: 121

BeitragVerfasst am: 16 Okt 2005 - 14:33:25    Titel:

Naja, Hausaufgaben zählen in die mündliche NOte. Die zählt 70% bei uns, also tut ne schlechte Klausur dann auch nicht mehr so viel Sad manche Lehrer merken es ja zum Glück, es gibt aber auch welche, die es einfach gar nicht merken wollen- so hat man das Gefühl.
Ideen holen finde ich jetzt nicht so schlimm, es gitb ja auch Mentorlektüren, die früher sehr verbreitet waren. Dasselbe findet man jetzt umsonst im Internet. Das wird man nie ändern können, jeder Schüler weiß sich im Notfall zu helfen. Aber das Kopieren geht mir auf die Nerven, vor allem, weil man das am Stilw irklich erkennt- selbst als Schüler.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
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BeitragVerfasst am: 16 Okt 2005 - 14:36:04    Titel:

Ich verstehe die Kollegen echt nicht, die sich so leicht übers Ohr hauen lassen.

Mich erstaunt allerdings die Selbstverständlichkeit mit der Schüler Texte aus dem Internet als eigenes Werk ausgeben.
Und ja... die Aufgabe in dem Referat ist es sehr wohl das Rad neu zu erfinden. Sonst könnte der SChüler nämlich gleich ein Blatt mit der Nennung des entsprechenden Links abgeben.

Dabei ist es so einfach:
- Google Textsuche (ohne Witz, ca. 50 % der abgegebenen Arbeiten sind
aus einer einzigen Quelle abgeschrieben, oder wenn ich Glück habe
etwas umformuliert)
- Referate immer vortragen lassen und Verständnisfragen stellen.

Gruß
Pauker
tog_gi
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Anmeldungsdatum: 28.08.2005
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BeitragVerfasst am: 18 Okt 2005 - 18:33:03    Titel:

also.. wenn ich n ref vorbereite dann aus 3 buechern.
Abihelfer aktuelles Schulbuch und noch eins aus der Biblio
Ist irgendwie sicherer.. und man kann auch mal drin rumkritzeln

Und ob man nun aus den buechern infos nimmt.. oder aus ner internetseite ist.. so find ich.. kein grosser unterschied

Mein lehrer drueckt mir schliesslich auch nur n buch in die hand und sagt da steht es drinn.. lesen sie es sich durch.. finden sie zusatzinfos die vllt noch interessant sind.. good luck..~
Wenn wir das dann andersrum aufrollen..
Er will doch so foermlich dass ich
(wie du sagtest) anderes wissen fuer meines ausgebe

und wenn ich n handout schreibe..
wieso um gottes willen soll ich da alles nochmal neu abtippen?
Und noch ne grafik dazu zeichnen??
Finde da sollte man es bei einem Rad lassen.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7825
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BeitragVerfasst am: 19 Okt 2005 - 08:53:02    Titel:

Das Problem ist nicht, dass man Quellen benutzt, sonder dass man diese angibt. Dann sollten es aber in der Regel mehrere sein. Leider "vergessen" das Schüler häufiger.
Das PRoblem mit dem Internet ist eben "copy-paste". Das ist bei einem Buch aus technischen Gründen schon nicht möglich, so dass sich das Problem reduziert.

Gruß
Pauker
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Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beiträge: 937

BeitragVerfasst am: 30 Okt 2005 - 04:48:26    Titel:

Heute sind viele zu bequem, um ihren Grips mal richtig anzustrengen!
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