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Frage zu Geschäftsfähigkeit Minderjähriger
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kajol77
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Anmeldungsdatum: 24.10.2005
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 24 Okt 2005 - 20:43:58    Titel: Frage zu Geschäftsfähigkeit Minderjähriger

Hallo,

ich absolviere derzeit ein Fernstudium zur Buchhalterin, wo es derzeit um Fragen aus dem Rechtswesen geht.

Folgender Fall:

Ein 16-jähriger bekommt zu seinem 17. Geburtstag Münzen im Wert von 250,- € geschenkt, die er an einen Freund für 400,- € weiterverkauft. Von den 400,-€ kauft er sich eine Stereoanlage. Sein Vater - ziemlich genervt von der Musik - verlangt die Rückgängigmachung aller Geschäfte. Allerdings hat der Freund die Münzen an einen Händler weiterverkauft.

Jetzt die Fragen:

Welche Verträge wurden abgeschlossen?
Sind alle Rechtsgeschäfte gültig?
Wie liegen die Eigentumsverhältnisse?

Vielen Dank für Eure Hilfe...
mtk
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Anmeldungsdatum: 24.07.2005
Beiträge: 57

BeitragVerfasst am: 25 Okt 2005 - 19:25:00    Titel:

Hier ist immer auf das Abstraktionsprinzip zu achten ( Verpflichtungs und -Verfügungsgeschäft sind getrennt ).

Kaufvertrag zwischen dem 16-jährigem und dessen Freund.
-> erst schwebend wirksam, dann nichtig ( brauchst du auch Begründungen ? )

Die Verfügungsgeschäfte sind nun aber noch extra zu betrachten.

Kind ist nicht in der Lage die Münzen dem Freund zu übereignen, er ist aber in der Lage das Geld übereignet zu bekommen.
-> wäre noch immer Eigentümer der Münzen , und nun auch des Geldes

-----

Kaufvertrag zwischen " Kind " und dem Händler.

gilt fast das gleiche wie oben : erst schwebend wirksam, dann nichtig

Verfügungsgeschäfte :
Kann Geld nicht übereignen, kann aber Anlage übereignet bekommen

-> Kind wäre dann Eigentümer von beiden Sachen

( der Händler hat natürlich die Möglichkeit die Anlage über die Leistungskondiktion zurück zu bekommen )


-----

Kaufvertrag zwischen Freund nun Händler 2
wirksam

Verfügungsgeschäft ist nun problematisch, da man um die Münzen übereignen zu können Eigentümer sein müsste. Dies ist der Freund aber nicht geworden.
Ob hier eventuell gutgläubiger Erwerb in Frage kommt und dann aufgrund desssen nun der Händler 2 neuer Eigentümer ist, kann ich nicht genau sagen, kann aber durchaus sein. Dann hätte das Kind das Eigentum an den Münzen noch nachträglich verloren.

So ca. dürfte das stimmen, habe mir das nun allerdings auch nur grob überlegt.
Arkinsore
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Anmeldungsdatum: 25.08.2005
Beiträge: 262
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 11:13:13    Titel:

Für einen juristischen Laien:
Bisher kannte ich nur "schwebend unwirksam".
Kannst du mir bitte erklären, was schwebend wirksam bedeutet? Genauer: ab wann ist der Vertrag "voll" (also eben nicht mehr schwebend") wirksam?

Danke vorab!
Shafirion
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 11:26:30    Titel:

Schwebend unwirksam bedeutet im Wesentlichen, dass die endgültige Wirksamkeit von der Genehmigung der Eltern abhängt.

Eltern genehmigen das Rechtsgeschäft nachträglich, oder der Minderjährige wird volljährig -> Vertrag wird nachträglich wirksam.

Eltern verweigern die Genehmigung -> Vertrag unwirksam.
Arkinsore
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Anmeldungsdatum: 25.08.2005
Beiträge: 262
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 12:06:34    Titel:

@shafirion
Das beantwortet meine Fragen nicht. (Falls sich dein posting an mich gerichtet haben sollte.)
Pauker
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 12:18:33    Titel:

Ich glaube er meinte mit schwebend wirksam das gleiche wie mit schwebend unwirksam.

Gruß
Pauker
Arkinsore
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Anmeldungsdatum: 25.08.2005
Beiträge: 262
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 31 Okt 2005 - 12:09:56    Titel:

Schwebend unwirksam heißt doch unwirksam bis zur Genehmigung.
Hieße dann schwebend wirksam "wirksam bis auf Widerruf" o. Ä.?

Kann vielleicht ein Jurist / eine Juristin das mal klären, was "schwebend wirksam" bedeuten soll?
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