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Erstsemestler: Wie lernt man am besten?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Erstsemestler: Wie lernt man am besten?
 
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Linumea
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Anmeldungsdatum: 26.10.2005
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 16:36:22    Titel: Erstsemestler: Wie lernt man am besten?

Hi!!!

Studiere seit diesem Semester Rechtswissenschaft. Nun würde mich interessieren wie man für dieses Studienfach am besten lernt? Kann mir vielleicht jemandn irgendwelche nützlichen Tipps geben? Wer hat hier schon Erfahrungen gesammelt, was hilfreich ist und was nicht?

Die Vorlesungen kommen mir bisher ziemlich sinnlos vor - viel zu allgemein und zu unübersichtlich. Man geht danach raus und weiß auch nicht mehr als zuvor. Ist es vielleicht sogar sinnvoll nicht in die Vorlesungen zu gehen, sich nur die Gliederungen der Profs zu holen und in der Zeit den Stoff zuhause aus Büchern zu lernen??

Wär echt toll, wenn mir von euch jemand ein paar gute Ratschläge geben könnte! Danke im Voraus!!!!

Liebe Grüße!
D-Amph
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Anmeldungsdatum: 26.10.2005
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 20:40:05    Titel:

Das muss wohl jeder für sich selbst herausfinden.

Mir geht es in den VL genauso. Ich hatte zum Glück in FFM den Prof. Albrecht in Strafrecht, das war immer eine lustige Show. Ich bin sonst in keine VL/AG/PP gegangen. Es war eher eine Herausforderung, wichtige Termine (Rückgabe etc.) herauszufinden, da die nur in der VL genannt wurden.

Für die Klausuren habe ich mit Skripten gelernt von Anfang an mit Hemmer Skripten für Anfangssemester (alle drei - ÖR/SR/ZR für 1. und 2. Semester als NEBENlektüre sinnvoll und billig), 10-20 Beispielklausuren aus der Klausurensammlung und vor allem eigener Übung der Falllösetechnik.
Für die kleinen Klausuren reicht das. Für mehr nicht.

Auch gut sind die zusammenfassungen in den kleinen 60-100 Seiten Heftchen, z.B. Jan Niederle (sehr billig! nur ein paar Euro).

Das hat mit Jura oder Uni-Studium jedoch nichts zu tun. Es ist methodisches Anlernen was ausreicht um 4 Punkte+ zu erreichen und einen BWL-Studenten zu überzeugen, mehr nicht. Von Recht und -Wissenschaft hat man dann nichts gelernt.

Bei den Hausarbeiten musst du richtig in die Bibliothek, mit Kommentaren und auch echter Lehr-Literatur arbeiten, was beim ersten mal dutzende Stunden dauern kann. Bleibst du nicht am Ball, geht dieses Wissen wieder verloren, sobald die Arbeit abgeschlossen ist.

Wenn du dort angekommen bist, also 8 K und HA's hast, weisst du schon selbst wie du am besten lernst.

Da ich pers. nur unter "Zwang" konstant Woche für Woche arbeite, besuche ich kostenpflichtige Repetitorkurse durchgehend und fahre sehr gut damit. Wahrscheinlich bringt allein die Tatsache, dass mich das ganze etwas kostet, ich garantiert hingehe und auch motiviert bin 50% des Effekts eines REPs. Zusätzlich versuche ich, nicht ganz den Bezug zu einem Uni-Studium zu verlieren, indem auch mal ein richtiges Lehrbuch angefasst wird.

Der größte Einfluss ist jedoch für mich ganz klar Hirnschmalz + Fleiß, wobei Fleiß fehlenden Schmalz kompensieren kann und umgedreht, auch wenn das nicht jeder gerne hört.
Talente braucht man nicht, aber eine Ader (Motivation), sich nur mit "Papier&Bleistift" und komplexen nicht-mathematischen Zusammenhängen zu beschäftigen.
Milkalinchen
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Anmeldungsdatum: 01.10.2005
Beiträge: 123

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 20:52:51    Titel:

Also ich find auch nicht jede Vorlesung so toll, aber ich würd trotzdem auf jeden Fall hingehen. Erstens merkst Du so, wie der Prof tickt, was für die Klausuren unheimlich wichtig sein kann, zweitens bekommst Du viel mehr Stoffhinweise, die nicht in den Gliederungen enthalten sind und drittens merkt man an der Gewichtung und manchen Kommentare doch, was so in der Klausur drankommen könnte. Bei uns war es dieses Semester extrem auffällig, dass die Leute, die sich nur mit AGs und so durchgeschlagen haben, statistisch häufiger auf die Nase gefallen sind... Und dann gibt es noch die Vorlesungen, die inhaltlich und didaktisch so toll sind, dass man eh freiwillig hingeht Smile
Außerdem würd ich schon im ersten Semester anfangen, mit Lehrbüchern zu lernen. Klar kommst Du vielleicht mit dem Schmalspurprogramm ohne Lehrbüchr durch, dafür hast Du dann irgendewann die nächsten Semester seeehr unschöne Lücken .
Ansonsten schließ ich mich der Meinung meiner VOrrednerein an: Gaaanz viele Fälle mit Skripten für dich selber lösen, das schönste WIssen nützt Dir nix, wenn Du es in der Klausur nicht im Gutachtenstil darstellen kannst.
Viel Glück
D-Amph
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Anmeldungsdatum: 26.10.2005
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 22:01:07    Titel:

Wenn 80% eh beim REP landen, dann ist die "Lücke" vermutlich als Normalfall anzusehen. Optimal wäre der Besuch aller Vorlesungen inkl. immer voller Aufmerksamkeit, das Bearbeiten aller Klausuren und Lehrbücher und die Beschäftigung mit Jura 16 Stunden am Tag 365 Tage pro Jahr.

Für die kleinen Scheine braucht man jedoch nichts vom oben genannten.

Und die "große Lücke" kommt bei 4 von 5 Jura-Studenten unabhängig davon, wie sie bis dorthin gelernt haben (garnicht / nach prof. vorgabe / lehrbücher / skripte).

Beim 1. Rep-Tag, sind die meisten auf dem Stand "0", manche aus Verwirrung, Überflutung oder mangels jemaliger Beschäftigung mit Recht(-swissenschaft) und am letzten Rep-Tag, haben genau solche die besten Voraussetzungen für die Prüfung, die Fleiß gezeigt haben oder mangelnden Fleiß durch Verstand kompensieren konnten.

Nach dem Rep kannst du Klausuren schreiben, mehr nicht.

Nach Durcharbeiten von Lehrbüchern weiss man ein wenig über deren Inhalt bescheid, kann jedoch keine Klausuren schreiben.

Beides zusammen ist also optimal, jedoch auch ein Fulltimejob.

Wer schnell auf den Arbeitsmarkt will und wem ein faktisches Bildungsniveau im Bereich Fachhochschule/BA ausreicht, spielt bei den Prüfungen vier gewinnt und geht vorm Examen zum Rep.

Wer die Anforderungen, die an einen fertigen Volljuristen per Def. gestellt werden erfüllen können will, macht einen Bogen um Skripte, kauft schonmal entzündungshemmende Augentropfen, studiert seine 20 Semester und legt die Prüfung rechtzeitig vor der Exmatrikulation ab.


Zuletzt bearbeitet von D-Amph am 26 Okt 2005 - 23:24:34, insgesamt einmal bearbeitet
Milkalinchen
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Anmeldungsdatum: 01.10.2005
Beiträge: 123

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 23:00:11    Titel:

Ok, muss wohl jeder selber wissen, was für ihn die richtige Variante ist. Aber ich merke jetzt schon ab und an, dass da noch Wissen aus dem ersten Semester ist, auf das ich jetzt aufbauen kann. Dass ich nicht alles weiß und leider auch nicht alles bis zum Examen behalten kann, ist mir auch klar. Aber ich kenne genug Leute, die irgendwann in den höheren Semestern total verzweifelt sind, weil ihnen die Grundlagen aus dem Grundstudium fehltenund die jetzt parallel wieder unsere Vorlesungen mitbesuchen. Und auch nicht jeder hat das Geld, "kostenpflichtige Reps durchgehend" zu besuchen.... Da muss es dann doch manchmal der Hirnschmalz und das Lehrbuch tun Smile
Wie gesagt, muss jeder für sich entcheiden, wie er durchs Studium kommen will, aber ich hätte Panik, bei den Stoffmengen jetzt schon auf Lücke zu lernen.
Und übrigens: Ich hab trotzdem keine 16 Stundentag 365 Tage im Jahr, sondern ein ganz normales Studentenleben mit Feten, Sport, Freunden und Nebenjob.
MfG Milkalinchen
D-Amph
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Anmeldungsdatum: 26.10.2005
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 23:23:30    Titel:

Stimme ich dir zu. Ich habe ja zur Verdeutlichung auch nicht existierende 'Idealmodelle' verwendet.

Am Ende ist jedes Studium so individuell, wie die Person, die es bestreitet; mit steuerbaren Einflüssen, nicht steuerbaren Einflüssen und nur begrenzt steuerbaren Einflüssen (z.B. Finanzierung des Ganzen).

Es gibt also keine Standard-Methode, wie man am besten lernt. 'Lernen' ist ja nicht ein Vorgang, bei welchem man etwas von aussen zufügt, dieses sich irgendwo anhäuft und bei Abfrage wieder ausgespuckt wird.
Lernen ist Denken bis zum Verstehen. Und da jeder Kopf anders denkt, ist auch das Lernen nicht standardisiert.
Was man an Literatur zum "Lernen lernen" findet, kann ein Anreiz für das eigentliche Lernen sein, aber keine Leitlinie.

Was dort beschrieben wird, ist leider oft vergammeltes input-ouput. Wie produziere ich Inhalte aus verschiedenen Quellen in einen eigenen Pseudooutput (Dinge merken, Verknüpfungen finden und wieder ausspucken - fast wie ein PC Wink).

Für mich ist Lernen der Weg bis hin zum Verstehen/Durchdringen des Themas, kilometerweit entfernt von Input-Verknüpfen-Output.

Das man dann Schlagartig die richtige Hausnummer im Ärmel hat, ist ein netter Nebeneffekt des 'lernens', aber niemals des Auswendiglernens.

Reproduktion von auswendiggelerntem Wissen (Wissen ohne Verstehen) verursacht andere Hirnaktivität als Output aufgrund von Verständnis des Themas (genauer gesagt, erst Hirnaktivität, dann Output Wink). Ersteres dauert Sekunden bis Minuten, letzteres ist sofort parat.

Und Wissenschaft hat zur Aufgabe, daß bestehende Wissen durch Verstehen und Weiterdenken zu vermehren, damit nachkommende Wissenschaftler auf dem erweiternden Wissen aufbauend genau dasselbe tun können.

Wo ich grade damit fertig bin:
Wo ist da der Bezug zu Rechtswissenschaft? Die fängt wohl frühestens bei der Promotion an
Milkalinchen
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Anmeldungsdatum: 01.10.2005
Beiträge: 123

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 23:32:16    Titel:

Ok, dann stimme ich Dir wieder zu Wink
Traurig nur, dass es eben bei den knappen Stundenplänen, Zwischenprüfungen und Bafög-Anforderungen teilweise wirklich nur zum billigen Auswendiglernen und in der Klausur reproduzieren ausreicht....
D-Amph
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Anmeldungsdatum: 26.10.2005
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2005 - 23:41:00    Titel:

Solange es akzeptiert wird, d.h. die Klausur bestanden wird, gehts natürlich auch so weiter.

Der Student nimmt immer den besten Weg... "Volljuristen", wer will denn so eine Illusion aufrechterhalten?

Wie wäre es mit einem Arzt, der Chirurg, Psychiater, Urologe und Änasthesist gleichzeitig ist.

Der Bachelor wäre doch super. 6 Semester, bis man weiss wie man § aufs Papier malt, danach 4-6 Semester getrennte 'Master' für Anwaltsberuf, Richterberuf ggf. weitere Subtypen. Endgültig ist nichts: Jederzeit kann man in 4 Semestern einen weiteren Master draufsatteln und das Berufsfeld ändern.
Promotion unabhängig vom Master.

Wo ist das Problem, ausser das man damit Studiengebühren legitimieren könnte (wenn man es wollte), und den Bachelor als 'berufsqualifizierend' definiert [qualifiziert, Großkommentare zu zitieren?], der daraufsattelnde Master seine xx.xxx EUR kostet.

Und die Ausbildung nicht mehr umfassend ist (sowieso Illusion), sondern sehr spezifisch für den Beruf wird.

Und die zwei Jahre RR obendrauf, könnte man dann auch anders gestalten, vielleicht sogar dual mit dem M.-Studium.
Linumea
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Anmeldungsdatum: 26.10.2005
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 29 Okt 2005 - 17:21:49    Titel:

Hi ihr zwei!!

Danke für eure langen Antworten! Denk das hat mir für den Anfang schon weitergeholfen. Lehrbücher hab ich schon zwei. Die Arbeit mit Skripten hat, denk ich, noch etwas Zeit. Fangen in den AGs ja erst mit dem Anlernen der Falllösungen an. Wink
Auf jeden Fall noch mal vielen Dank!!!

In welchem Semester seid ihr eigentlich?
Curtis.BlowE
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 01 Nov 2005 - 02:23:24    Titel:

noch ein kleiner Tipp zum Lehrbuchkauf:

bei Amazon kann man differenzierte Meinungen über die Qualität eines bestimmten Lehrbuchs mit Bewertung nachschauen. Bevor man sich für ein Lehrbuch,Skript o.ä. entscheidet, können diese Bewertungen sehr hilfreich sein, weil auch erwähnt wird, ob das jeweilige Buch z.B. gut zum lernen für Klausuren, oder ob es doch eher das wissenschaftlich-abstrakte Nachschlagewerk ist. Mir persönlich hat dieses Bewertungssystem zusätzlich zu den Literaturempfehlungen der Profs sehr geholfen.

Falls man notorisch knapp bei Kasse ist würde ich empfehlen bei
buecher.de zu bestellen, weil man dort die Bezahlung von Bestellungen auf Rechnung relativ lange hinauszögern kann. Ich musste mir letztes Semester für 100 Euro Bücher kaufen und konnte so den Bertag auf zwei Monate umschichten.


Viel Spass beim Studium
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