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Was ist Kommunikationspolitik - Marketing?
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Johannes
Gast






BeitragVerfasst am: 20 Feb 2004 - 18:07:45    Titel: Was ist Kommunikationspolitik - Marketing?

Hi,
In zwei Wochen schreibe ich BWL Schulaufgabe über Marketing. Wir haben aber nur Sch**** von unserem Lehrer bekommen und so kann man sich ja nicht gut vorbereiten!

Ich möchte gerne wissen, was Kommunikationspolitik überhaupt bedeutet, was diese alles umfasst, Beispiele...

Wenn ihr was wisst, wäre toll, wenn ihr es mir mitteilen würdet!


Gruß

Johannes
Thor_15977
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Anmeldungsdatum: 21.02.2004
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 21 Feb 2004 - 11:36:29    Titel:

Hallo!

Das Marketing arbeitet mit mehreren Marketinginstrumenten. Dazu gehören:

1. Sortimentspolitik
2. Service
3. Preispolitik
4.Kommunikationspolitik


1. Sortimentspolitik

Mit diesem Sortiment entscheidet der Unternehmer, welche Produkte (Warengruppen) er in sein Sortiment aufnimmt und wie tief er die Produktpalette gestaltet. Dies ist natürlich abhängig von der Betriebsform des Unternehmens.
Handelt es sich um einen Discounter, so ist ein schmales (wenige Warengruppen) und flaches Sortiment (innerhalb der Warengruppen wenig Alternativen), weches vorwiegend auf eine hohe Umschlagshäufigkeit der Lagerbestände (Bruttonutzen) aus ist.

Ein Fachgeschäft hat ein schmales, aber tiefes und ein Warenhaus beispielsweise ein breites, auch recht tiefes Sortiment.


2. Service

Was Service ist, dürfte bekannt sein. Daher nur ganz kurz abgehandelt. Wie du sicher weißt, gibt es diverse Betriebsformen, wie zum Beipiel Discounter, Fachgeschäfte, Warenhäuser, Kaufhäuser und ca. 20 andere.

Ein Discounter kann aufgrund seiner restiktiven Preispolitik nicht den Service anbieten, den ein Fachgeschäft mit seinen entsprechend höheren Preis leistet.
Beim Warenhaus hält sich das Verhältnis Service - Preis in etwa die Waage.

Also:

Discount: Service<Preis
Fachgeschäft: Service>Preis


3. Preispolitik

Die Preispolitik wird durch mehrere Merkmale bestimmt:

1. Was für ein Markt liegt vor?

Monopol: ein Anbieter, ziemlich große Spielraum beim Preis, allerdings auch begrenzt, da die Konsumenten sonst auf die Substitutionskonkurrenz ausweichen oder man sich Konkurrenten in eigenen Bereich "anzüchtet", weil diese wesentlich günstiger anbieten können

Oligopol: Wenige Anbieter. Sehr beschränkte Preisfreiheit, da der Markt unter den wenigen Anbietern genau aufgeteilt ist und jeder jeden genau kennt. Der Preis wird dann meist am Marktführer angepaßt.

Polypol: Viele Anbieter bilden den Markt. Entgegen der evtl. Meinung, hier gäbe es den kleinsten Preisspielraum kann ein Unternehmen evtl. wesentlich höhere Preis am Markt absetzen, da die Firmen hier meist nur regional tätig sind, also ein Geschäft in München nicht mit dem in Hamburg konkurriert.


2. Die Elastizität der Nachfrage

Bleiben die Kunden auch bei einer starkten Preisanhebung noch treu, so spricht man von einer großen Elastizität. Wandern die Kunden jedoch schon bei sehr geringen Preisänderungen zur Konkurrenz ab, so spricht man vom Gegenteil.


3. Knappheit des Guter

Wenig Ressourcen / Kapazität der Produktion = hoher Preis


4. Qualität

gute Qualität = hoher Preis


5. Kosten


6. Lebenszyklus eines Produktes


Aufgrund dieser Kennzeichen kann sich das Unternehmen auf die Preisstrategien ausrichten:

1. Hochpreisstrategie

Funktioniert bei kaum Konkurrenz oder wird vor allem dann angewandt, wenn das Image eines Unternehmens oder eines Produktes für den Kunden im Vordergrund steht (z. B. Mercedes)


2. Niedrigpreisstrategie

Man macht sich die Tendenz zum stark ausgeprägten Preisbewußtsein der Konsumenten zu Nutze.


3. Psychologische Preisstellung

Preis wie 1,99 erscheinen in den Augen der Kunden günstiger


4. Preisdifferenzierung

Je nach Kriterium werden für das gleiche Produkt unterschiedliche Preise verlangt:

a) räumlich (Stadt oft teurer als Land - manchmal auch umgekehrt)
b) zeitlich (Saisonware - Winterkleidung im Frühjahr/Sommer günstiger)
c) personell (Studentenrabatte etc.)
d) quantitativ (Mengenrabatte, Naturalrabatte)


Kommen wir nun zur Kommunikationspolitik:

Kommunikation ist der Informationsaustausch zwischen mindestens 2 Personen, der sowohl mündlich, schriftlich oder per Gesten erfolgen kann.

Man unterscheidet zwischen

1. Einwegkommunikation (z. B. Werbung - Nachteil kein Feedback)
2. Dialogmarketing (z. B. Umfrage, Gespräch)

Vorteil: Feedback
Nachteil: sehr aufwendig

Die Kommunikationspolitik unterscheidet sich in:

1. Die Absatzwerbung
2. Public Relation (+ Sponsoring)
3. Sales Promotion
4. Personell Selling


1. Die Absatzwerbung

Hierbei steht die Leistung oder das Produkt im Vordergrund. Unter Berücksichtigung der A.I.D.A.-Regel bemüht man sich, den Kunden zum Kauf des angepriesenen Produktes zu überzeugen.

A(ttention)
I(Interest)
D(Desire)
A(ction)

Attention wird erzeugt, in dem der potentielle Konsument das Produkte zum ersten Mal wahrnimmt, sei es durch einen Fernsehspot oder ein Plakat am Straßenrand. Wenn es mehrmals mit diesem Produkt durch häufige Ausstrahlung des Spots konfrontiert wird, setzt zwangsläufig eine gewisse Gedächtnisfunktion ein, er behält das Produkt mehr oder weniger unbewußt in seinem Gedächtnis.
Angenommen, es handele sich um ein Bier und er hat die Werbung seit Tagen im Fernsehen gesehen und fährt mit seinem Auto an einem heißen Sommertag durch die Innenstadt, geplagt von Durst, so kann es vorkommen, daß er bei dem Erblicken eines Plakates, welches eben dieses Produkt (Bier) bewirbt konkret daran interessiert ist (Interest).

Nehmen wir an, er läuft an einem Geschäft vorbei, auf dem er wiederum ein Aushängeschild oder ähnliches mit Hinweis auf dieses Bier sieht, so führt dies aufgrund seines geweckten Bedürfnisses zu dem Wunsch, sich das Bier zu kaufen. Er betritt den Laden, evtl. noch skeptisch, da es sich um eine neues Produkt handelt.

Der Einsatz eines marketingpolitischen Instruments wie der Sales Promotion kann ihn dann durch Naturalrabatte (Beigabe 1 Glas bei Kauf eines Kastens etc.) zum Kauf (Action) verleiten.




2. Public Relation (Öffentlichkeitsarbeit)

Das Unternehmen wird dargestellt.

Aktionen wie "Tag der offenen Tür" sollen dazu dienen, das Unternehmen in den Augen der Konsumenten glaubwürdiger, durchschaubarer und damit vertrauenswürdiger zu machen. Es soll eine dauerhafte Bindung zum Kunden aufgebaut werden, die in er heutigen Zeit das Wertvollste sein dürfte, was man sich denken kann.

Eine Unterform der PR ist das Sponsoring. Dabei geht das Unternehmen einen Vertrag mit einem Partner ein. Das Unternehmen stellt Gelder zur Verfügung, während der Partner das Unternehmen bewirbt.

a) Dies begann in den 60´er Jahren beim Sport (Fußball) und ist auch heute noch die vorherrschende Form des Sponsoring, wobei die Tendenz mittlerweile leicht rückgängig ist.


b) Auch die Kultur wird gesponsort, wenn auch auf eine etwas andere Art und Weise. So kommt es z. B. vor, daß ein unbekannterer Jungkünstler einen Ausstellungsraum für seine Werke sucht, die ihm ein Unternehmen kostenfrei zur Verfügung stellt. Dadurch ergibt sich für beide ein symbiontischer Vorteil. Der Künstler kann sich in der Öffentlichkeit präsentieren und das Unternehmen hat eine gestalterische Aufgabe günstig an einen Partner delegiert.

c) Die nächste Form des Sponsoring setzt im sozialen Bereich an. Zunehmend werden soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Altenheime, Behindertenwerkstätten oder Projekte in Entwicklungsländern gefördert. Der Vorteil hierbei ist, daß trotz verhältnismäß geringer Beträge den Konsumenten ein großer sozialer Einsatz erkenntlich gemacht und eine emotionale Bindung aufgebaut werden kann.

d) Auf diese emotionale Ebene stütz sich auch das Sponsoring von ökologischen Projekten. Gerade die schlimmsten Umweltfeinde (Mineralölindustrie, Kraftwerksindustrie) spenden die größten Beträge für diese Zwecke. Damit kann das Unternehmen sich positiv von anderen abheben, in dem es die Tendenz zu einer ökologisch bewußteren Lebensweise vieler Konsumenten verfolgt.


3. Sales Promotion (Verkaufsföderung)

Das Produkt steht hier im Vordergrund.
Mit der Sales Promotion soll dem Kunden der letzte Anstoß zum Kauf gegeben werden (s. auch oben A.I.D.A.). Dies kann geschehen durch:

- Rabatte
- verkaufsoffene Sonntage
- Nutzung von Prominenz (z. B. ein bekannter Schriftsteller signiert sein neues Buch für jeden, der in dieser Zeit kauft)
- Herausgabe von limited Editions, die Beigaben enthalten und so für Sammler sehr interessant und trotzdem meist recht günstig sind


4. Personell Selling (Verkaufsgespräch)

Das Produkt steht auch hier im Vordergrund und wird vom Personal oder evtl. Merchandisern (vom Hersteller beauftragte Aussendienstler) verstärkt beworben und. Der Vorteil ist die wesentlich fachlich hochwertigere Beratungsarbeit und die daraus resultierende Bindung zu Kunden, der sich in guten Händen wähnt. Eingesetzt wird diese Methode meist bei sehr erklärungsbedürftigen Gütern des dauerhaften Gebrauchs (Hi-fi-Anlagen, Autos etc.)

Afugrund der überaus guten Beratung ist der Kunde durchaus auch bereit, einen höheren Preis zu zahlen, weswegen sich diese vorerst kostenintensiven Gespräche letztendlich doch lohnen.
Dies erfordert jedoch entweder sehr guit geschulte Mitarbeiter mit mehr als solidem Fachwissen oder aber ständige Zusammenarbeit mit dem Hersteller, der Merchandiser stellt und sich dadurch einen Umsatzanteil nimmt. Der Merchandiser wird natürlich grundsätzlich Kaufvorschläge im Bereich der Waren seines Herstellers vorschlagen, was dazu führen kann, daß die konkurrierenden Produkte im eigenen Laden benachteiligt werden, der Abverkauf abnimmt und gute Einkaufsbedingungen nicht aufrecht erhalten werden können.

Der Vorteil des Personell Selling ist letztendlich der Aufbau eines guten Images und dem besseren Verkauf von erkärungsbedürftigen Waren.


So, das war so ein Überblick. Ich hoffe, ich habe dir ein wenig helfen können.
Ich stehe kurz vor der Prüfung zum Handelsfachwirt, vielleicht habe ich ein wenig dazu beigetragen, daß die etwas müde belächelten Fachwirte jetzt in einem etwas anderen, positiveren Licht gesehen werden.

Gruß

Michael
Johannes
Gast






BeitragVerfasst am: 21 Feb 2004 - 18:45:34    Titel: Danke

Danke für deine Antwort!

Hat mir sehr viel weitergeholfen.


Gruß

Johannes
Toni
Gast






BeitragVerfasst am: 12 März 2004 - 04:53:11    Titel:

Hallo Michael!

Nach meiner Erfahrung werden Fachwirte keineswegs müde belächelt, jedenfalls von niemandem, der eine Vorstellung davon hat, wie Theorie und Praxis zusammenhängen. Tut man es doch, dann zu unrecht. Und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch um Deine Position bei Gehaltsverhandlungen zu schwächen.

Die von Dir beschriebenen Bestandteile des Marketing waren mir neu. Meines Wissens gliedert man Marketing klassisch in:

Produktpolitik
Preispolitik
Kommunikationspolitik
Vertriebspolitik

Ich vermute, Du kommst aus dem Einzelhandel. Wenn ich so drüber nachdenke ist Deine Einteilung dort auch sinnvoller (EDEKA stellt ja keine Produkte her und die Vertriebskette in Richtung Endverbraucher ist vergleichsweise kurz).

Hallo Joachim!

Deshalb rate ich zur Vorsicht. Deinen Lehrern könnten Michaels Kenntnisse nicht geläufig sein. Damit meine ich die Bestandteile des Marketing. Seine Ausführungen haben Hand und Fuß:

Grüße
Toni
easyGoing
Gast






BeitragVerfasst am: 15 März 2004 - 11:03:46    Titel: Marketinginstrumente

Hallo,

Zu den Marketinginstrumenten zählen:

Produktpolitik (alle Entscheidungen die im Zusammenhang mit dem Produkt stehen (Produktdiversifikation, -differenzierung, -eleminierung)
Sortimentpolitik (alle Entscheiungen, über die Zusammensetzung der gesamten Produktpalette)
Kontrahierungspolitik (zB Preispolitik, Konditionenpolitik, Kundendienstpolitik)
Distributionspolitik (alle Entscheidungen über Absatzwege und Absatzformen)

Kommunikationspolitik
alle Entscheidungen über Kommunikationsmöglichenkeiten mit dem Absatzmarkt
-Absatzwerbung
-Sales Promotion
-Public Relations ("Tu Gutes und sprich darüber!")
-Personell Selling

MFG
(PS: MICHAEL danke. bin gerade dabei für Schulaufgabe (Absatzwirtschaft) + Abschlussprüfung "Industriekauffrau" zu lernen. deine Infos werden mir sehr nützlich sein)
Sylfaen
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Anmeldungsdatum: 02.03.2004
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 16 März 2004 - 10:42:28    Titel:

das hab ich mal rausgekramt ..


1. Begriff: Teil des Marketing-Mix; Ziel- und Maßnahmenentscheidungen zur Gestaltung der Marktkommunikation als Element aktiver Marketingpolitik. K. umfasst alle Maßnahmen des Unternehmens, die darauf gerichtet sind, Informationen über das Angebot und das Marketing eines Unternehmens zu vermitteln und die Empfänger im Dienste des Marketing zu beeinflussen. Der kombinierte Einsatz der verschiedenen Instrumente wird als Kommunikationsmix bezeichnet. Dieser Einsatz muss im Sinne der integrierten Kommunikation erfolgen. – 2. Instrumente (entweder Bestandteile der Massenkommunikation und/oder der persönlichen Kommunikation): a) Werbung (Media-Werbung, Advertising): Versuchte Verhaltensbeeinflussung mittels besonderer Kommunikationsmittel. Werbung ist vorwiegend ein Mittel der Massenkommunikation. – b) Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations (PR)): Die Politik des Werbens um das Vertrauen der Öffentlichkeit. Sie wendet sich an die gesamte Öffentlichkeit und dient der Schaffung und Gestaltung des Firmenimage, um Unternehmensziele besser realisieren zu können. – c) Persönlicher Verkauf (Personal Selling, Sales Force): Auf dem unmittelbaren Kontakt zwischen Verkäufer und Käufer beim Absatz von Waren und Dienstleistungen beruhend. Große Bedeutung insbes. beim Angebot erklärungsbedürftiger Waren (z. B. Investitionsgüter). – d) Verkaufsförderung (Sales Promotion): Zeitlich gezielt und marktsegmentspezifisch einzusetzendes Instrument der K. Verkaufsförderung informiert und beeinflusst v. a. kurzfristige Verkaufsorganisationen, Absatzmittler und Käufer durch personen- und sachbezogen erweiterte Leistungen des Angebots. Käufer werden am Verkaufsort (Point of Sale) mit speziellen Maßnahmen und Methoden angesprochen. – e) Event: die unmittelbar erlebbare Inszenierung von besonderen Ereignissen im Rahmen der Unternehmenskommunikation. Merkmal eines Events ist die Möglichkeit zur Interaktion. f) Sponsoring: Finanzielle oder sachliche Unterstützung von Personen, Personengruppen, Institutionen und Veranstaltungen durch einen Sponsor, der im Gegenzug klar definierte Gegenleistungen erhält. – g) Product Placement: visuelle oder verbale Platzierung eines Produktes oder einer Dienstleistung im redaktionellen Teil eines Mediums bzw. in einer nicht werblichen Programmform (z. B. Spiel-, Fernsehfilm). – 3. Ziele: Hauptziel der K. ist die Positionierung des Angebots, damit es für Abnehmer attraktiv wird und sich von der Konkurrenz abhebt. – 4. Wirkung: Umsetzung der strategischen Ziele. Strategische Ziele sind dabei die Positionierung durch Aktualität, emotionale Positionierung und informative Positionierung. So liegt bspw. die Wirkung einer emotionalen Kommunikationspolitik in den bei der Zielgruppe tatsächlich vermittelten (gemessenen) emotionalen Produkt- und Dienstleistungserlebnissen. – Vgl. auch internationale Kommunikationspolitik.
II. Kommunikationswissenschaft:
1. Begriff: Durch die wachsende Bedeutung von Information und Kommunikation in der Gesellschaft fühlen sich der Staat und die verschiedensten Interessengruppen zunehmend herausgefordert, auf diesen Sektor einzuwirken. Seit Ende der sechziger Jahre hat sich die Bezeichnung K. (neuerdings häufig auch Medienpolitik) eingebürgert für Aktivitäten, die auf die Ordnung der gesellschaftlichen Kommunikation gerichtet sind, speziell auf die Organisation des Mediensystems. – 2. Die K. steht in enger Wechselbeziehung zur allgemeinen staatlichen Ordnung, zur Art der Herrschaftsstruktur, politischen Willensbildung und Repräsentation. Sie ist daher einerseits Ausdruck des in der staatlichen Ordnung angelegten Wertsystems, andererseits bestimmt sie die Verwirklichung der Grundwerte entscheidend mit. Aus diesem Grunde kommt dem Art. 5 GG, der Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit verbrieft, eine Schlüsselrolle für unsere staatliche Ordnung zu. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Auffassung in mehreren Grundsatzentscheidungen bekräftigt. – 3. Kommunikationspolitische Ordnung der Bundesrep. D.: Kommunikationspolitische Auffassungen, Absichten, Maßnahmen konkretisieren sich vielfältig, u. a. in Memoranden, Parteiprogrammen, Gesetzen und Verordnungen. Für die kommunikationspolitische Ordnung der Bundesrep. D. sind, neben verschiedenen Artikeln des Grundgesetzes, v. a. die Landespressegesetze und die Rundfunkgesetze bzw. -staatsverträge bestimmend. Auf die Entwicklung der K. haben auch einschlägige Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts großen Einfluss. In der öffentlichen Diskussion spielen ferner die Berichte verschiedener Regierungskommissionen eine große Rolle, etwa der Bericht der „Kommission für den Ausbau des technischen Kommunikationssystems (KtK)“, sowie die von Zeit zu Zeit herausgebrachten Berichte der Bundesregierung über die Lage der Medien (Medienbericht). – 4. Kommunikationspolitische Ordnung auf internationaler Ebene: Für die Ordnung der internationalen Kommunikation sind inbes. die Ergebnisse der regelmäßigen „World Administrative Radio Conference“ bedeutsam, auf der sämtliche Frequenzzuteilungen für Radio, Fernsehen und Satellitenfunk geregelt werden. Auf anderen Handlungsebenen, v. a. in den Gremien der UNESCO, wird schon seit Jahren der Plan einer „Neuen Internationalen Informationsordnung“ kontrovers diskutiert. In diesem Zusammenhang entstand auch der viel beachtete Bericht der MacBride-Kommission, der eine Bestandsaufnahme des internationalen Kommunikationssystems und seiner Probleme zu geben versucht. – 5. Perspektiven: K. entwickelte sich zu einem eigenständigen Teilgebiet der Politik, zugleich auch zu einer kommunikationswissenschaftlichen Teildisziplin, einer „Solldisziplin“, die sich mit den Zielen und Mitteln der gesellschaftlichen Organisation von Kommunikation befasst.
Gast







BeitragVerfasst am: 27 Apr 2004 - 18:45:50    Titel:

Welche BEstandteile beinhaltet einen Kommunikationspolitik?
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