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Tookie Williams und die Todesstrafe
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Tookie Williams und die Todesstrafe
 
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daysleeper
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Anmeldungsdatum: 08.09.2005
Beiträge: 899
Wohnort: ESSEN

BeitragVerfasst am: 30 Dez 2005 - 15:55:02    Titel:

ich hab 2 fragen an dich, pauker:

1.kennst du ein gefängnis, das ausbruchssicher ist. mit ausbruchssicher meine ich auch ausbruchssicher .
nein?
ich auch nicht.

2. kennst du ein verfahren, mit dem man mit 100%iger sicherheit die resozialisierung eines verbrechers feststellen kann? wie will man ausschließen, dass ein wieder freigelassener "resozialisierter" verbrecher munter weiter verbrechen begeht?

bitte antworte auf 2. nicht einfach mit "lebenslanger haft". das zieht nicht, weil man in deutschland nach einem mord relativ schnell aus dem gefängis wieder raus ist und außerdem kein gefängnis ausbruchssicher ist.

[edit: die hinrichtung eines mörders erfüllt NICHT den tatbestand eines mordes. das wird bei wikipedia ["mord"] eindeutig geklärt.

Zitat:
Bekommen die Täter jetzt die Prügelstrafe, bloß weil ich sauer bin und das gerne sehen würde? Ich finde auch, dass die Täter ihren Anspruch auf körperliche Unversehrtheit verwirkt haben. (Achtung: Ironie - ich passe lediglich die Argumentationsweise der Befürworter an

eine passende strafe wäre, dass die täter u.a. dir das fahrrad ersetzen müssten.
es würde abgesehen von der abschreckung keinen wirklichen sinn machen, die täter zu verletzten.
leider spielt ein mord in einer anderen liga, da ein menschenleben nicht "ersetzt werden" kann
]


Zuletzt bearbeitet von daysleeper am 30 Dez 2005 - 16:05:05, insgesamt 2-mal bearbeitet
physik-verrückt
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Anmeldungsdatum: 18.12.2005
Beiträge: 730
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 30 Dez 2005 - 15:56:18    Titel:

Der hat gesessen.


Hochachtungsvoll

physik-verrückt
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 30 Dez 2005 - 22:48:33    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
In Deutchland ist ein Mord eine Tötung aus niederen Beweggründen (z.B. Rache, Hass, Wut). Also ist die Tötung eines Mörders aus den obigen Motiven heraus Mord.


Wenn es in Selbstjustiz geschieht, ja. Ansonsten ist die Exekution eine rechtsstaatliche Massnahme. Betrachte die Haftstrafe: Eigentlich wäre Freiheitsentzug eine Form von Folter. Aber wir haben dem Rechtsstaat die Legitimation gegeben, anderen die Freiheit zu nehmen, wenn sie gegen unsere Gesetze verstossen. Dadurch dass wir dem Staat das Gewaltmonopol übertragen haben, erwarten wir auch, dass er es anwendet.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 31 Dez 2005 - 04:09:58    Titel:

daysleeper hat folgendes geschrieben:

1.kennst du ein gefängnis, das ausbruchssicher ist. mit ausbruchssicher meine ich auch ausbruchssicher .
nein?
ich auch nicht.

Nö, ich kenne nur hinreichend sichere Gefängnisse. Der Rest ist allgemeines Lebensrisiko. Ich kenne auch keine 100% sicheren Skigebiete, sichere Flugzeuge, sichere Straßen. Das Leben endet eben immer tödlich.

daysleeper hat folgendes geschrieben:

2. kennst du ein verfahren, mit dem man mit 100%iger sicherheit die resozialisierung eines verbrechers feststellen kann? wie will man ausschließen, dass ein wieder freigelassener "resozialisierter" verbrecher munter weiter verbrechen begeht?

Nö, ich kenne aber auch kein Verfahren, das sicherstellt, dass nicht mein Nachbar in der nächsten Minute austickt und mit dem Messer bei mir zu Besuch kommt. Über härtere Kritierien bei der Beurteilung der Resozialisierung von Schwerkriminellen kann man von mir aus reden. Aber darum ging es ja nicht.

daysleeper hat folgendes geschrieben:

eine passende strafe wäre, dass die täter u.a. dir das fahrrad ersetzen müssten.
es würde abgesehen von der abschreckung keinen wirklichen sinn machen, die täter zu verletzten.
leider spielt ein mord in einer anderen liga, da ein menschenleben nicht "ersetzt werden" kann

Und wie folgt daraus jetzt die Todesstrafe?

Die Umsetzung der Todesstrafe auf das Fahrradbeispiel, würde bedeuten, ich hätte jetzt das Recht, das Fahrrad des Täters zu zerstören. Wo ist der Sinn? Was wird dadurch besser, wenn ich Gleiches mit Gleichem vergelte? ... außer dass jetzt zwei Fahrräder kaputt sind (zwei Menschen tot).

Gruß
Pauker
einstein jr.
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Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 87

BeitragVerfasst am: 31 Dez 2005 - 12:51:27    Titel:

daysleeper hat folgendes geschrieben:

bitte antworte auf 2. nicht einfach mit "lebenslanger haft". das zieht nicht, weil man in deutschland nach einem mord relativ schnell aus dem gefängis wieder raus ist und außerdem kein gefängnis ausbruchssicher ist.


Wo steht denn bitte, dass unser System besser / ausgereifter / sonstwas ist?
Ich denke, wir reden hier von einer besseren Lösung, die steckt nicht unbedingt im deutschen Rechtssystem!
daysleeper
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Anmeldungsdatum: 08.09.2005
Beiträge: 899
Wohnort: ESSEN

BeitragVerfasst am: 31 Dez 2005 - 15:16:15    Titel:

vielen dank für deinen beitrag, pauker:

du sprichst von einem "allgemeinen Lebensrisiko", das man hinnehmen muss.
ich gebe dir im bezug auf die meisten dinge recht (verkehrsmittel, krankheiten ect.) aber ich gebe dir nicht recht, wenn du sagst, dass man das risiko, das von einem mörder ausgeht, hinnehmen muss. man kann das risiko in diesem fall nämlich auf null reduzieren. wer selbst tot ist, kann nicht mehr töten.
ich bin der überzeugung, dass das risiko, das dadurch besteht, dass mörder ausbrechen oder freigelassen werden kann, unverantwortlich hoch ist.

außerdem finde ich, dass jemand, der einen mord subtil plant, was immer noch häufig passiert, vor einer todesstrafe deutlich mehr zurücksteckt als vor den ihm drohenden 10-15 jahren haft. der abschreckende effekt wirkt natürlich deutlich weniger für morde, die von geisteskranken ausgeübt werden, was aber nur bei einem geringen prozentsatz aller morde der fall ist. (hat da einer statistiken?)

der von mir erwartete positive effekt der totesstrafe wäre also zum einen, dass einige morde nicht stattfinden würden, weil der täter damit rechnen muss, sein eigenes leben zu verlieren (95% aller morde werden aufgeklärt, wikipedia "mord")
und zum anderen die tatsache, dass das von einem mörder ausgehende risiko nicht mehr besteht.

[edit: zu deinem beispiel mit dem fahrrad kann ich nur erneut sagen, dass sachbeschädigung in keiner weise vergleichbar mit mord ist. eine sinnvolle bestrafung bei einer sachbeschädigung ist es, die sache zu ersetzen. wie willst du ein menschenleben ersetzen?]
arena
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Anmeldungsdatum: 27.12.2005
Beiträge: 33
Wohnort: Raider

BeitragVerfasst am: 01 Jan 2006 - 00:14:25    Titel:

daysleeper hat folgendes geschrieben:
ich hab 2 fragen an dich, pauker:

1.kennst du ein gefängnis, das ausbruchssicher ist. mit ausbruchssicher meine ich auch ausbruchssicher .
nein?
ich auch nicht.

Sibirien (kein eitz)
daab es mal ne Doku drüber
wo schwererziehbare bzw. "verbrecher" Jugendliche hinkamen
no way out - tote hose da

fliehen bringt auch nix (fazit derer die dort hinkamen)
physik-verrückt
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Anmeldungsdatum: 18.12.2005
Beiträge: 730
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 01 Jan 2006 - 03:28:02    Titel:

Na gut, dann wäre es wirklich angebracht mal Gefängnisse in Sibirien zu bauen und dort Schwerverbrecher hinzuversetzen.

Übrigens, ich wünsche allen Usern, trotz den Feindschaften zu einigen, die ich pflege, ein frohes neues Jahr.


Hochachtungsvoll

physik-verrückt
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 08 Jan 2006 - 00:36:34    Titel:

daysleeper hat folgendes geschrieben:

ich bin der überzeugung, dass das risiko, das dadurch besteht, dass mörder ausbrechen oder freigelassen werden kann, unverantwortlich hoch ist.

Wie oft passiert es denn, dass ein Mörder ausbricht und weitere Morde begeht?
Bei der Freilassung kann man von mir aus über härtere Regeln reden. Von mir aus darf lebenslänglich auch wirklich lebenslänglich bedeuten.

daysleeper hat folgendes geschrieben:

der von mir erwartete positive effekt der totesstrafe wäre also zum einen, dass einige morde nicht stattfinden würden, weil der täter damit rechnen muss, sein eigenes leben zu verlieren (95% aller morde werden aufgeklärt, wikipedia "mord")
und zum anderen die tatsache, dass das von einem mörder ausgehende risiko nicht mehr besteht.

Gerade die Länder mit der Todesstrafe haben aber keine signifikant niedrigere Mordrate. Insofern bin ich mir nicht allzu sicher ob, der Gedanke an die Todesstrafe wirklich eine große Rolle spielt. Wir reden bei Mord in der Regel von ziemlich stark emotional geprägten Beweggründen. Das ist schließlich keine rationale Abwägung. Würde der Mensch rational denken, würde er für die Rache an seiner Ehefrau auch nicht 15 Jahre Knast in Kauf nehmen. Wozu auch? Was hätte er - rein rational - davon?

Angenommen deine These von den verhinderten Morden stimmt hin und wieder, dann halte ich die Unschuldig Hingerichteten dagegen. Was ist schlimmer?
Ich persönlich halte es für hinnehmbarer, dass ein entflohener Mörder wieder zum Täter wird. Das ist Schicksal - wenn alle die notwendige Sorgfalt angewandt haben.
Ein unschuldig vom Staat hingerichteter Mensch allerdings ist unverzeihbar.

daysleeper hat folgendes geschrieben:

[edit: zu deinem beispiel mit dem fahrrad kann ich nur erneut sagen, dass sachbeschädigung in keiner weise vergleichbar mit mord ist. eine sinnvolle bestrafung bei einer sachbeschädigung ist es, die sache zu ersetzen. wie willst du ein menschenleben ersetzen?]

Natürlich ist es nicht vergleichbar. Aber kann man ein Menschenleben ersetzen, indem man noch eines vernichtet? Das ist doch unlogisch.

Gruß
Pauker
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 08 Jan 2006 - 14:05:36    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Naja, aber die von mir genannten Tötungsbefehle hat Jesus meines Wissens nicht als falsch bezeichnet oder aufgelöst. Auch baut das neue Testament auf dem alten Testament auf. So wie Jesus sagte: "Ich bin nicht gekommen, daß Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen." Und das ist ja nicht gerade eine Distanzierung von den Tötungsbefehlen.


Naja, eine weitere Interpretation: Jesus Christus auch meines Wissens nach zu den Pharisäern und Schriftgelehrtern gesagt, dass der Sohn Gottes doch wohl besser wisse, was das Gesetz Gottes sei als die Schriftgelehrten. Jesus wollte selber nie eine neue Lehre begründen und somit die Juden und die Christen spalten, sondern das Gesetz im Sinne Gottes erfüllen. Bei Ihm blieb somit die Interpretation des alten Schinkens der "Heiligen Schrift".

Dies wird unter anderem hier gut ersichtlich:

Zitat:
Die Behauptung Jesu, er sei Gottes Sohn, sahen gesetzestreue Juden, vor allem die strengen Pharisäer, als massive Gotteslästerung an. Die fast sprichwörtliche Gegenerschaft war wohl unvermeidbar. Jesu Selbstbezeichnung als "Menschsohn", wie er sich öfter nennt, war wohl auch der Versuch, unter Aufnahme eines traditionellen Begriffs aus dem Buch Daniel seine endzeitliche Sendung mit einem nicht anstößigen Begriff zu beschreiben. Aber Jesus wollte auch deutlich zu machen, dass - gut gemeintes - Festhalten am Gesetz der Thora die ursprünglich menschenfreundlichen Gebote auch in eine sinnentleerte Handlungsanweisung verwandeln kann.In der Frage des Sabbatgebotes hat Jesus das immer wieder verdeutlicht: "Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden und nicht der Mensch um des Sabbats willen" (Markusevangelium 2, 28 ). Pharisäer bauten auf die verändernde Kraft der Gebote, während bei Jesus das Geschenk der frohen Botschaft zur Folge hat, freiwillig und freudig Gottes Vorgaben einhalten zu können.


Quelle: http://www.heiligenlexikon.de/start.html?BiographienJ/Jesus_Christus.htm
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