Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Tookie Williams und die Todesstrafe
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Tookie Williams und die Todesstrafe
 
Autor Nachricht
Joe20
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 23.09.2005
Beiträge: 39
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 13:14:24    Titel:

Hallo Freidenker

Aus dem Grund diskutiere ich online so ungern, weil so schnell geantwortet wird. Dann muss ich ständig hier schreiben, aber ich habe viel zu tun, da ich das Fachabitur gleichzeitig mit dem Abschluss meiner Berufsausbildung anstrebe.

Du hast gesagt, Gott wäre ungerecht.
Weißt du, in einem gewissen Maße ist dem so. Nicht, dass sein Wesen ungerecht wäre. Es geht in unserer Welt nun mal nicht anders, weil viele Faktoren eine "vollkommene Gerechtigkeit" im Sinne von "vollkommen vollkommen" nicht zulassen.
Aber die Bücher Mose sind in unserer Welt vollkommen gerecht - jedoch - wie du richtig siehst - nicht total gerecht. Es geht hier nich.

Zitat:
Fast wörtlich gleich, reden die Islamisten von dem Koran.



Ich war selber Moslem. Islamisten haben nicht das Recht, so etwas zu sagen. Die Bibel gab es im Übrigen um einiges früher als den Koran.

Zitat:
Wieso nicht? Wenn das Gesetz die "vollkommenste Gerechtigkeit" ist, braucht es keine Ausnahmen!


Die Tiere sind - obgleich sie wichig und wertvoll sind und auch eine Seele haben - nicht nach dem Abbild Gottes.

Ganz, ganz am Anfang in der Bibel steht:

1Mo 9,6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden; denn nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.

(das sagt hier Gott)

Und Jesus:

Mt 26,52 Da spricht Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen.



Zitat:
Und wieso Auge um Auge, also das Verhältnis Tat/Strafe 1:1? Wieso nicht 1:2 oder 3:1? Warum bei Ochsen 1:5? Warum nicht 1:4?


Weil es so der Gesetzgeber hier festlegt.
Genau so gut musst du dann die Gesetzgebung in Deutschland hinterfragen: Warum 80 Stunden, warum nicht 50 Stunden?
Warum 15 Jahre, wieso nicht 10 Jahre?

Zitat:
Gott kann also die von ihm aufgestellten Gesetze brechen.


Gott ist keinem Gesetz unterworfen. Die Gesetze sind für uns da, damit wir in Zaun gehalten werden.

Des Menschens Bestimmung war das Ganze gewiss nicht. Lies in der Genesis.

Zitat:
Und wieso ist Leiden schlimmer als Tod? Unsinn!



Das ist so, Freidenker! Jahrelanges Leiden ist schlimmer als ein Tod.
Was verstehst du nur unter Leiden?? Jeder hat sich gewünscht zu sterben, in kommunistischen Gefängnissen.

Zitat:
Andernfalls müßte man um der Gerechtigkeit willen jedem Ehebrecher die Wahl zwischen Leiden und Tod lassen!


Wenn Gott es will, dann kann er das machen. Aber er wird ihn niemals ungestraft lassen. Er muss durch Leiden bezahlen. Gott hat durch seine Gnade zu David viel Gutes getan. David war ein guter und gerechter König (bzw. er wurde dazu).

Hes 18,21 Wenn aber der Gottlose umkehrt von all seinen Sünden, die er getan hat, und alle meine Ordnungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt: leben soll er <und> nicht sterben.
Hes 18,22 All seine Vergehen, die er begangen hat, sollen ihm nicht angerechnet werden; um seiner Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er leben.
Hes 18,23 Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen, spricht der Herr, HERR, nicht <vielmehr> daran, daß er von seinen Wegen umkehrt und lebt?
Hes 18,24 Wenn aber ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut nach all den Greueln, die der Gottlose verübt hat - tut er es, sollte er leben? -: An all seine gerechten Taten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden. Wegen seiner Untreue, die er begangen, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, ihretwegen soll er sterben.
Hes 18,25 Aber ihr sagt: «Der Weg des Herrn ist nicht recht». Hört doch, Haus Israel: Ist mein Weg nicht recht? Sind nicht <vielmehr> eure Wege nicht recht?



Nur die, welche unter dem Schutz Jesu Christi sind, sind auch frei. Die tragen absolut keine Schuld mehr und werden auch nicht unbedingt bestraft. Sie dürfen dann zu Gott sagen: "Abba, Vater!"

Zitat:
Woher nimmst Du diese Vorstellung von Schuld und Unschuld?


Es ist so. Hör mit deinem philosophischen Denken auf.
Das Kind hat den Vater kopiert, er hatte keine andere Wahl.
Was denkst du, warum Jesus der Maria vergab? Er hatte schon seinen Grund. Sie war womöglich ein minderschweres Fall.
Freidenker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 13:51:09    Titel:

Joe20 schrieb:

Zitat:
Aus dem Grund diskutiere ich online so ungern, weil so schnell geantwortet wird. Dann muss ich ständig hier schreiben, aber ich habe viel zu tun,
Tja, wer Behauptungen aufstellt, wird sich eine Prüfung derselben gefallen lassen müssen.


Zitat:
Aber die Bücher Mose sind in unserer Welt vollkommen gerecht - jedoch - wie du richtig siehst - nicht total gerecht. Es geht hier nich.
An sich ein Widerspruch! Aber Du hast ja nicht einmal ein plausible Begründung dafür liefern können, wieso die Bücher Mose in ihren Festlegung gerecht sein sollen.

Zitat:

Zitat:
Und wieso Auge um Auge, also das Verhältnis Tat/Strafe 1:1? Wieso nicht 1:2 oder 3:1? Warum bei Ochsen 1:5? Warum nicht 1:4?
Weil es so der Gesetzgeber hier festlegt.
Genau so gut musst du dann die Gesetzgebung in Deutschland hinterfragen: Warum 80 Stunden, warum nicht 50 Stunden?
Warum 15 Jahre, wieso nicht 10 Jahre?
Es ist so, weil es so ist. Damit gestehst Du das Fehlen jeglicher plausiblen Begründung für diese Gerechtigkeits-Vorstellung ein. Damit ist wohl offensichtlich, daß die Vorstellung der Bibel genauso willkürlich wie die deutsche Gesetzgebung ist. Es gibt halt kein objektives Maß für Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist keine absolute Größe, sondern eine menschliche Idee!

Zuletzt bearbeitet von Freidenker am 15 Jan 2006 - 14:47:37, insgesamt einmal bearbeitet
Bürger
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 14:30:50    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:


Zitat:
Beispiel: Wenn ein 14jähriger Junge stiehlt, weil sein Vater es ihm seit seinen frühesten Jahren vorgemacht hat, dann ist der Junge nahezu unschuldig.
Woher nimmst Du diese Vorstellung von Schuld und Unschuld? Das ist eine willkürliche Gewichtung. Die Amerikaner wiederum gewichten den Schaden höher als die Schuldeinsicht des Täters. Alles subjektiv, weil Dir einfach der objektive Maßstab fehlt!


Diese Vorstellung von Schuld und Sühne entspricht dem christlichlichen Glauben. Damit hat Joe sicher keinen objektiven-, er hat aber einen Maßstab und sieht sich selbst nicht als Eintagsfliege, ganz ohne Maßstab.

Der Maßstab bedarf also einer Entscheidung, das kann der Glaube sein oder die Kreation eines Maßstabes als Ergebniss eines gesellschaftlichen Diskurses. Wer jeden Maßstab ablehnt weil moralische Maßstäbe nie objektiv sein können stellt sich ausserhalb dieses Diskurses.

In unserem Land sind diese Maßstäbe von Menschen einer anderen Generation getroffen worden, angesichts der Ende einer Ära in der keine Moral als die des Triumpfes des Stärkeren gelten sollte.

Natürlich sind diese moralischen Maßstäbe nicht aus dem Nichts gekommen sondern Teil eines kulturellen Prozesses in dem christliche Vorstellungen Basis sind für eine Philosophie die das Individuum mit gleichen Rechten versieht. Nach dem neuen Testament ist es das Individuum, das überprüft wird, nicht die Herkunft oder das Volk. Die Entscheidungen und das Verhalten, die der einzelne Mensch trifft sind Grundlage und werden in seinem individuellen Kontext überpüft.

Alle Menschen sind vor Gott gleich, aus diesem Grundsatz haben sich die moralischen Kriterien entwickelt, die heute die modernen Gesetze prägen.
Aus dieser Bedeutung entsteht die Vorstellung, dass wir keine Rache ausüben sollen, denn die Rache ist mein spricht der Herr.

Rache als Prinzip abzulehnen ist aber auch Grundlage moderner Rechtssysteme. Die Strafe wird als Schutz und als Resozialisierung verstanden ebenfalls im Einklang mit christlichen Prinzipien die die Rückkehr des verlorenen Sohnes, die Wiederaufnahme von Abtrünnigen die sich bekehren lassen mit offenen Armen empfangen soll.

In dieses christliche Verständnis, dass sich im NT nachlesen lässt, spielt die Todestrafe keine Rolle und wird abgelehnt, wir Menschen haben nicht die Möglichkeit Rache auszuüben, denn wir sind in Gedanken und in Taten im moralischen Sinne schuldig, dürfen also nicht rächen.

Würden wir dieses Prinzip sehr restriktiv anwenden, dürfte der Staat überhaupt nicht töten, also auch dann nicht wenn er dadurch meint Leben zu schützen. Das als finaler Rettungsschuß bezeichnete Töten von Geiselnehmern ist eine solche kritikwürdige Entscheidung, auch wenn man das unter dem Notwehraspekt sehen kann.

Das Töten ohne eine solche unmittelbare Notwehrsituation ist nicht gestattet. Damit ist ganz klar, dass es auch für das Individuum gilt. Töten ist verboten, die Anwendung von Gewalt ist untersagt. Diese Abkehr ist daher in sich imanent mit den Prinzipien einer Demokratie, es ist die logische Konsequenz. Der Staat geht mit guten Beispiel voran. In diesem Sinne ist das Verbot der Todesstrafe, die Resozialisierung als Hauptzweck einer Bestrafung, die Forderung nach einer Entmilitarisierung der Gesellschaft bzw. nache eine Beibehaltung dieses Zustanden in sich kongruent, als Ausdruck moralischer Prinzipien die das Individuum in den Mittelpunkt stellen und Rache als moralisches Prinzip weitesgehend ablehnen.

Sicher lässt sich dieses ganze Bündel ablehnen mit dem Hinweis dass Glaube und Religion keine objektiven Kriterien sind. Das ist eben die Entscheidung, die Moral immer bedarf, indem man sich für diesen Wertekanon entscheidet.

Die Todesstrafe ist allerdings den anderen Prinzipien die diesen Wertekannon bilden nicht konruent, sondern etwas was ausserhalb dieser Moralvorstellungen anzusiedeln ist. Der Grundgedanke der Todestrafe ist die Rache der Gesellschaft an den Tätern, man muss dazu nur Radiosendungen verfolgen oder die Kommentare in Zeitungen lesen, wenn wieder ein Delinquent hingerichtet wird. Damit wird der Staat als Richter über Leben und Tod quasi in die Rolle Gottes hineingedrängt, weil nur ein unfehlbare Entität die Rache ausüben kann. Diese omnipotente Rolle kann der Staat nicht einnehmen, weil er nicht unfehlbar ist. Nicht nur die Todesstrafe auch der hohe Grad an Bewaffnung dokumentiert die innere Zerissenheit der amerikanishen Zivilgesellschaft, die sich aus dem Widerspruch der Individualität versus starkem Staat ergibt.

Um nicht falsch verstanden zu werden, die Todestrafe ist nicht verantwortlichen für diese Zerrissenheit, sie ist Ausdruck dieser Zerrissenheit eines gestörten Verhältnisses zwischen Staat und Bürger.

Auch die Forderungen nach der Todesstrafe entstammen meistens aus Gruppen die ein gebrochenes Verhältnis zu ihrem Staat besitzen, ihn eigentlich verachten und generell für zu schwach halten, weil er eben nicht für ihr Wohlergehen sorgen konnte und weil andere ihn überwinden um ihren eigenen Vorteil willens.

Daher ist es schwierig mit Befürwortern der Todesstrafe zu diskutieren, weil wir das Symptom diskutieren und nicht die Ursache. Die Ursachen liegen im gebrochen Verhältnis zu ihrem Staat und der daraus erwachsenen Vorstellung sich selbst mit restriktiven Maßnahmen schützen zu müssen, gegen wen auch immer. Sie trauen dem Staat nicht, sie zu schützen. Daher stehen sie auch den Aussagen mißtrauisch gegenüber, dass objektiv betrachtet die Ausübung der Todesstrafe eher mehr Gewalt als weniger Gewalt erzeugt. Die simple Vorstellung das Problem ein für alle Mal aus der Welt schaffen zu wollen hat auf simple Gemüter zugegeben einen gewissen Reiz, stimmt im Grunde aber nicht im Kontext einer komplexen Gesellschaft, wie ich in einem der vorherigen Beiträge ausgeführen konnte. Eine Verbreitung entsprechender Vorstellungen lässt sich daher immer dann beobachten wenn ökonomische Schwierigkeiten im großen Maßstab drohen und die Zukunft unsicherer erscheinen lassen. Dies geht einher mit Mißtrauen in den Staat, die eigene Zukunft gestalten zu können. Das Anwachsen nach Forderungen der Todesstrafe ist natürlich auch medienabhängig. Die teilweise ins Absurde ausgeführte Einzelfalldarstellung besonders grausamer Verbrechen löst Faszination, aber selbstverständlich auch ein Gefühl nach Rache, Vergeltung und nach Schutz aus, auch wenn nach objektiven Kriterien zu einem erhöhten Schutz höchstens lokal Anlass besteht und andere Gefahren sowohl unser Leben als auch das Leben von Kindern viel stärker bedrohen aber relativ wiederspruchslos hingenommen werden.

Insofern ist die Forderung nach der Todesstrafe und in den USA die sukzessive Wiwederbelebung, sie war ja schon fast abgeschafft, auch Ausdruck einer medienzentrierten Gesellschaft, in denen Einzelfalldarstellungen vermarktet werden zum Nachteil einer seriösen Informationsverbreitung, die nicht so lukrativ erscheint.

Die Bekämpfung der Todesstrafe als ein Relikt barbarsicher Vorstellungen die ausserhalb unseres modenen Rechts- und Staatsverständnis existiert ist nicht im Rahmen einer direkten argumentativen Auseinandersetzung effizient, sondern wirkungsvoller wenn wir das Sicherheitsempfinden Situation des Bürgers verbessern, zum einen durch eine Aufklärung um eine gewisse Immunität gegen das Zelebrieren von Hassorgien in der Medienwelt zu erzeugen, zum anderen in der Verbesserung der ökonomischen Situaton, weil mit einer zunehmenden ökonomischen Siherheit auch die Reaktionen gegen Bedrohungen im Allgemeinen geringer ausfallen werden. Natürlich sind das statistische Effekt, die Ansicht beim Einzelnen kann so gefestigt sein, dass er selbst in einem Land, in dem alle 200 Jahre ein Mord begannen wird, laut die Forderung erhebt, die Todesstrafe wieder einzuführen. Aber das Schreien nach dem Henker verstummt mitunter wenn der Bauch voll ist.

Mit freundlichen Grüssen
ein
Bürger
coffeinjunky
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 14:52:32    Titel:

Joe20 hat folgendes geschrieben:
Ich war selber Moslem. Islamisten haben nicht das Recht, so etwas zu sagen. Die Bibel gab es im Übrigen um einiges früher als den Koran.


Darf ich fragen, was dich dazu bewogen hat zu konvertieren? Wie bewertest Du das muslimische Selbstverständnis, dass der Koran die Bibel "abgelöst" hat und Jesus nur ein Prophet, aber keinesfalls der Menschensohn war?

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Und wieso ist Leiden schlimmer als Tod? Unsinn!


Für einige Menschen ist das Leben halt schlimm. Warum gibt es Selbstmörder? Sie bevorzugen den Tod anstelle des Lebens, da das Leben aus ihrer Sicht nicht mehr lebenswert ist. Und da wir ja alle gerade bei alten Quellen sind, so sei das Buch Hiob empfohlen. Ich kenne mehrere Menschen, die einen Selbstmordversuch hinter sich haben und weiß, dass diese Personen sich in einer ausweglosen Lage sahen, in der sie subjektiv empfunden nur gelitten haben. Also kann das Leben durchaus schlimmer als der Tod sein.
Joe20
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 23.09.2005
Beiträge: 39
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 17:37:18    Titel:

Hallo coffeinjunky!

Entschuldige, ich habe auf deinen anderen Beitrag noch nicht geantwortet.
Ich ziehe mich ein klein wenig zurück, da ich keine Diskussion beginnen möchte. (ich sagte ja auch, dass ich "kurz meine Meinung erläutern möchte").

Zitat:

Darf ich fragen, was dich dazu bewogen hat zu konvertieren?


Ich suchte die Wahrheit. Ich versuchte sie vergeblich im Religionssystem von Zarathustra zu finden, dann im Jüdischen, und dadurch fand ich Jesus.
Nicht, weil er mir angenehmer war, sondern, weil er die Erfüllung das ATs war. Ohne AT gibt das NT keinen Sinn, und ohne NT gibt das AT keinen Sinn.

Ich war jedoch ein Moslem, der schon als Zehnjähriger beten ging, fastete uvm. Und du glaubst nicht: Das gab mir Frieden.
Ich hatte ein ruhiges Gewissen, wie andere Menschen, wenn sie ihr Gewissen stillen. Denn das Gewissen hat ein Grundprinzip, man kann es jedoch modifizieren.
Ein "richtiger" Killer hat auch keine Gewissensbisse, wenn er tötet.
Du wahrscheinlich schon, wenn du getötet hast!

Da ich einer bin, der sich selbst sehr genau prüft, entdeckte ich in meinem Innern, dass etwas mit Islam nicht stimmte, also mit meinem Glauben. Ich konnte nicht einfach hinnehmen, dass Mohammed (der islamische Prophet) Recht hatte. Denn im Islam existiert einzig und allein ein verdecktes Ziel:

Den Eindruck zu vermitteln, dass Jesus Christus nicht Gott ist und nicht gekreuzigt wurde und nahezu immer das Gegenteil davon behauptet, was die Bibel sagt (z.B. nicht Isaak war es, der geopfert werden musste, sondern Ismael).

Da ich dies höchst verdächtig fand, und versuchte, meine Angst vor einer Hölle und die Bestrafung durch Allah zu unterdrücken, konnte und musste ich nachforschen. (Für einen Muslimen ist es sehr wichtig, dass er keine Angst hat und die islamische Wahrheit strikt hinterfragt. Denn der Koran beeinflusst einen Muslimen derart tief, dass er nicht mal von weitem daran denken will, die Existenz Allahs und die Wahrheit des Korans zu hinterfragen).

Ich las in der Bibel und nahm auch christliche Literatur zur Hilfe. Ich konnte feststellen, dass alle islamischen "Argumente" vollkommen Unsinn waren. Die islamische Literatur konnte man leicht widerlegen.
Alle ihre Versuche, die Bibel im schlechten Licht darzustellen, kann man leicht zurückweisen. Der Islam wurde vor meinen Augen immer harmloser. (Obgleich für einen, der zum Christentum konvertiert, die Todesstrafe gilt..)

Ich konnte erkennen, dass die Bibel mehr ist, als nur ein gewöhnliches, und dazu noch verfälschtes Buch. Sie war sehr, sehr harmonisch, exakt und tiefsinnig. Ich gewann dazu noch Jesus Christus sehr lieb. Und als ich irgendwo Bedenken hatte, sagte ich mir, dass ich mich vielleicht irren könnte. Tatsächlich lösten sich viele Fragen mit der Zeit auf.


Es trugen wahrscheinlich noch mehr Faktoren dazu bei.
Auf jeden Fall gilt es zu bedenken, dass Jesus Christus einen Menschen einige Male ruft - und irgendwann nicht mehr.
Natürlich zog mich Gott an, ich hätte es von mir aus nicht geschafft.


Gottes Wort ist nun mal für die Welt eine Torheit. Es ist tatsächlich merkwürdig, wie die Anzahl derjenigen, welche zum Islam konvertieren, zunimmt. Auch andere Religionen sucht man sich aus, z.B. Buddhismus etc.
Das NT wird jeden Tag mehr lächerlich gemacht. Die Moslems fühlen sich bestätigt.

Aber genau daran kann man erkennen:

Je heller das Licht der Wahrheit, desto unerträglicher ist sie für den verlogenen und egoistischen Menschen.
Genau aus dem Grund hat man Jesus Christus auch gekreuzigt! Eben exakt aus diesem Grund lehnen immer mehr Menschen die Bibel ab.

Wehe denen, die bewusst böse sind und bewusst diejenigen, welche Jesus Christus lieben, verfolgen!

-------

Ich weiß, dass in Gedanken vieler hier ein finsteres Bild von der Bibel existiert.
Denkt nicht, ich würde das Ganze nicht kennen. Da ich Moslem war, dann etwas atheistisch und materialistisch, wieder Moslem, einige Zeit lang "Jude" und langsam Christ, weiß ich Bescheid und bin nicht so weltfremd, wie manch einer von euch denkt.
physik-verrückt
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 18.12.2005
Beiträge: 730
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 18:06:02    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:



Die Bekämpfung der Todesstrafe als ein Relikt barbarsicher Vorstellungen die ausserhalb unseres modenen Rechts- und Staatsverständnis existiert ist nicht im Rahmen einer direkten argumentativen Auseinandersetzung effizient, sondern wirkungsvoller wenn wir das Sicherheitsempfinden Situation des Bürgers verbessern, zum einen durch eine Aufklärung um eine gewisse Immunität gegen das Zelebrieren von Hassorgien in der Medienwelt zu erzeugen, zum anderen in der Verbesserung der ökonomischen Situaton, weil mit einer zunehmenden ökonomischen Siherheit auch die Reaktionen gegen Bedrohungen im Allgemeinen geringer ausfallen werden. Natürlich sind das statistische Effekt, die Ansicht beim Einzelnen kann so gefestigt sein, dass er selbst in einem Land, in dem alle 200 Jahre ein Mord begannen wird, laut die Forderung erhebt, die Todesstrafe wieder einzuführen. Aber das Schreien nach dem Henker verstummt mitunter wenn der Bauch voll ist.

Mit freundlichen Grüssen
ein
Bürger


Ach, und schon mal an die Opfer und deren Angehörigen gedacht?


Hochachtungsvoll

physik-verrückt
Freidenker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 18:13:02    Titel:

@coffeinjunky

Kleines Mißverständnis! Ich wollte nicht sagen, daß es nicht schlimmeres Leiden als den Tod gibt, sondern daß David nicht so schlimm litt, daß er lieber gestorben wäre.


@ Joe20

Ich kann ja verstehen, daß Du nach der Wahrheit suchst. Suche selber auch noch danach. Ich fürchte nur, Du bist vom islamischen Irrtum in den christl. Irrtum gefallen. Das Christentum hat ebenfalls etliche Denkfehler, allerdings würde eine Erörterung in einem Politikforum den Rahmen sprengen.
Joe20
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 23.09.2005
Beiträge: 39
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 18:34:43    Titel:

Hallo Freidenker !

Ich suche nicht mehr nach der Wahrheit, ich habe sie bereits gefunden und hoffe von ganzem Herzen, dass du sie auch findest!

Kannst du mir bitte ganz, ganz kurz , z.B. ein Beispiel nennen, was du am *christlichen* Glauben als ein Denkfehler ansiehst?
Joe20
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 23.09.2005
Beiträge: 39
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 18:38:15    Titel:

@ Bürger

Die Todesstrafe durch den Staat, der durch Gott legitimiert ist, darf erfolgen und ist auch im christlichen Glauben in Ordnung.

@coffeinjunky

Paulus hatte in Römer keinen Grund, zu heucheln. Denn er wurde auch wegen der Wahrheit einmal gesteinigt... also: Angst hatte er nicht, und seine Demut erlaubte ihm keine Heuchelei.

Die Todesstrafe bewirkt, denke ich, unter anderem Folgendes:

- Rache und damit Genugtuung für die Angehörigen des Opfers
- Beseitigung von Mördern in unserer Gesellschaft und teilweise auch Abschreckung der Menschen vor solchen Taten
Freidenker
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2006 - 19:03:54    Titel:

@Joe20

Als Anhänger einer Religion glaubt man immer, die Wahrheit gefunden zu haben. Aber denke an Deinen Irrtum im Islam und lerne daraus. Wenn Du Dich einmal irren kannst, kannst Du das auch ein zweites Mal!

Das Fatale an einer Religionszugehörigkeit ist, daß man "betriebsblind" wird, da man nur noch nach Argumenten sucht, die für die Thesen der Religion sprechen und nicht mehr hinterfragt. Ich kann Dir nur empfehlen, ebenso nach Argumenten gegen die Thesen der christl. Theologie zu suchen. Du wärst erstaunt, wieviel Du findest!

Und jetzt noch ein paar der gewünschten Denkfehler des Christentums.

- These: Gott ist schuldlos. Gegenargument: Im Buch Hiob leistet Gott Beihilfe zum mehrfachen Kindsmord!

-These: Die Hölle ist die gerechte Strafe und ewig. Gegenthese: Soll eine Strafe der Tat angemessen sein, (siehe Auge um Auge...) kann keiner in die Hölle kommen, da keiner eine solche Schuldmenge auf sich geladen hat. Dafür ist das Leben viel zu kurz. Die Hölle als Strafe kann nur mit einem unverhältnismäßigem Bestrafungsverhältnis verabreicht werden. Und das wiederum wäre Ungerecht.

-These: Das NT ist Gottes Wort. 1. Gegenthese: Paulus selbst sagt in einer Passage des 1.Korinther, daß diese Passage seine eigene Meinung ist.
2. Gegenthese: Die Briefe des Petrus werden als Bestandteil des NT als Gottes Wort und damit fehlerfrei bezeichnet. Aber die Apostelgeschichte selbst berichtet uns, daß Petrus auf theologischem Gebiet Irrtümer beging.

So könnte ich noch stundenlang weitermachen, doch wenn Du suchst, wirst Du selber genug Widersprüche finden! Stell die Suche nach der Wahrheit nicht so schnell ein. Du bist grad erst am Anfang des Weges. Mir persönlich haben übrigens die Dialoge des Platon ein Stück weiter geholfen.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Tookie Williams und die Todesstrafe
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11  Weiter
Seite 9 von 11

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum