Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Fahrlässige Tötung? Bitte um Rat!
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Fahrlässige Tötung? Bitte um Rat!
 
Autor Nachricht
peri
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 16.08.2005
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2005 - 18:29:14    Titel: Fahrlässige Tötung? Bitte um Rat!

Hallo Leute,

unswar habe ich bzw. mein Freund folgendes Problem: Vor etwa zwei Wochen hat mein Freund einen Passanten so überfahren, dass dieser an den Folgen des Aufpralls gestorben ist!!! Auf jeden Fall war es schon dunkel und er ist mit ca. 80 km/H gefahren wo nur 50 erlaubt waren! Ihm und dem Beifahrer ist nichts passiert. Der Passant kam aus ner Kneipe raus und wollte die Straße überqueren und ist plötzlich auf die Straße geschossen. Später hat man festgestellt dass er stock betrunken war! Jetzt wartet mein Freund auf die Vorladung der Staatsanwaltschaft! Nun meine Frage: Wie könnte das Strafmaß ausfallen?? Er wird doch auf Fahrlässige Tötung angeklagt oder gefährliche Körperverletzung mit Todersfolge?? Vorbestraft ist er zwar nicht (außer vielleicht ein paar Punkten in Flensburg wegen zu schnelles Fahren), dennoch ist mir sehr bewußt dass man ihm vieles vorwerfen kann!
Kann mir jemand helfen? wer weiß Rat??!
Danke im voraus für eure Antworten.
Angie
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 25.05.2004
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2005 - 20:35:20    Titel:

Hallo,
ich nehme mal an, dass Deine Freund keine Fahrerflucht begangen hat und somit seine Personalien von der Polizei bereits aufgenommen wurden - somit müsste er ja bereits einen Anhörungsbogen von der Polizei bekommen haben. Diesem lässt sich in der Regel der genaue Tatvorwurf entnehmen. Weiter hat er vermutlich auch schon eine Aussage bei der Polizei gemacht?

Zur Info: Laut dem StGB gilt für fahrlässige Tötung eine Höchststrafe von 5 Jahren (§222) und für Körperverletzung mit Todesfolge eine Mindeststrafe von 3 Jahren, in minder schweren Fällen ein Jahr bis zehn Jahre (§226).

Allerdings denke ich, dass Ihr zunächst ruhig bleiben solltet und die Post von der Staatsanwaltschaft abwarten solltet.

Zwar werden Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen häufig eingestellt - vermutlich wird das hier nicht der Fall sein (schließlich muss Deinem Freund aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit ja auch Fahrlässigkeit vorgeworfen werden). Dennoch solltet Ihr nicht gleich "in Höchststrafen denken"... erstmal ruhig bleiben und abwarten.

PS. Punkte in Flensburg sind im Übrigen keine "Vorstrafe".
peri
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 16.08.2005
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 06 Dez 2005 - 12:04:16    Titel:

@Angie

Danke für deine Antwort

Er hat keine Fahrerflucht begangen, um Gottes Willen das hätte noch gefehlt. Seine Aussage bei der Polizei hat er auch schon gemacht und der Tatvorwurf lautet fahrlässige Tötung, meine Befürchtung ist , dass er überhaupt ins Gefängnis gehen muss, auch wenn es nur zwei Jahre wären, was heißt "nur"?! In meinen Augen sind schon zwei Jahre eine Ewigkeit. Crying or Very sad Und dass er dann als Vorbestrafter leben muss ist ne ganz andere sache Crying or Very sad Habe noch ne Frage:
Wie sieht es denn aus mit der Bewährungsstrafe? Hängt das vom Ermessen des Richters ab? Eher nicht, oder?
Danke nochmal für deine Mühe.
daysleeper
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.09.2005
Beiträge: 899
Wohnort: ESSEN

BeitragVerfasst am: 06 Dez 2005 - 19:53:40    Titel:

also wenn ich duch die stadt fahre (und ich fahre auch nicht immer genau 50 km/h), mir wankt ein betrunkener vor das auto und ich kann die kollision nicht vermeiden...

dann finde ich eher, dass mir einer den schaden an meinem wagen bezahlen muss, als das ich auch noch angeklagt werde. oder ist mein gesunder menschenverstand grade den bach runter gegangen?
Lady Sun
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 23.08.2005
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 06 Dez 2005 - 21:55:22    Titel:

daysleeper hat folgendes geschrieben:
also wenn ich duch die stadt fahre (und ich fahre auch nicht immer genau 50 km/h), mir wankt ein betrunkener vor das auto und ich kann die kollision nicht vermeiden...

dann finde ich eher, dass mir einer den schaden an meinem wagen bezahlen muss, als das ich auch noch angeklagt werde. oder ist mein gesunder menschenverstand grade den bach runter gegangen?


Ja scheint so... mit gesundem Menschenverstand hat das vielleicht auch nicht viel zu tun...

Fakt ist, dass derjenige, welcher ein Kfz betreibt grundsätzlich eine Gefährdung für andere darstellt (nennt sich Betriebsgefahr), deshalb hat der Fzg-Betreiber auch stets so zu fahren, dass er andere nicht übermäßig gefährdet und gegebenenfalls auch rechtzeitig bremsen kann, sollte ein Hindernis seinen Weg kreuzen. Das gilt auch bei Einhalten oder Unterschreiten der Höchstgeschwindigkeit. Eine Kollision wie sie von dir beschrieben wurde kann zumindest den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllen. Sollte der Fußgänger dabei draufgehen, kommt auch fahrlässige Tötung in Betracht. Zu bedenken ist auch der Tatbestand der Gefährdung des Straßenverkehrs.
Unerheblich ist im oben dargestellten Fall, ob der Fußgänger betrunken war oder nicht. Dies spielt nur in zivilrechtlicher Hinsicht eine Rolle, wenn es um die Bewertung des Mitverschuldens geht.
Brobbel
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 16.06.2005
Beiträge: 140

BeitragVerfasst am: 06 Dez 2005 - 23:20:33    Titel:

Wenn der Betrunkene urplötzlich auf die Straße läuft könnte es m.E. am Pflichtwidrigkeitszusammenhang fehlen, d.h. der Unfall hätte u.U. genauso verlaufen können, wenn der Fahrer 50 km/h gefahren wäre. Anders, wenn man auf eine Risikoerhöhung abstellt.
Das ist jedenfalls ein typischer Streitstand an der Universität. Inwieweit man so etwas vor Gericht nachweisen muss oder kann ist sicherlich eine andere Frage.
Tommy_Vercetti
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2005 - 01:01:22    Titel:

Mann, das hört sich wirklich an wie der typische Lehrfall zur Risikoerhöhungslehre...

Ich denke, wenn sich Dein Freund anschließend korrekt verhalten hat, ist das schon mal ein Pluspunkt vor Gericht. Die Bestimmung des Einzelstrafmasses wird dann wohl von den Ergebnissen der polizeilichen Ermittlungen abhängen, wobei man m.E. aber die Risikoerhöhungslehre nicht übergewichten sollte.
Angie
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 25.05.2004
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 08 Dez 2005 - 22:49:33    Titel:

@peri

Scheinbar hat sich Dein Freund ja soweit korrekt verhalten, was (neben der Tatsache, dass er nicht vorbestraft ist) durchaus für ihn spricht. Hinzu kommen die Umstände wie die Tatsache, dass der Unfallgegner betrunken war usw.

Ich würde vermuten, dass es zu so etwas wie Gefängnis nicht kommen wird (es gibt, selbst wenn die Strafe im Bereich einer Haftstrafe liegt, ja noch so etwas wie Bewährung)... also geht nicht direkt vom schlimmsten aus.

Das Gericht hat hier einen ziemlichen Ermessensspielraum - Dein Freund sollte sich einfach (wie bisher auch) weiter korrekt verhalten, seine Aussage ehrlich und widerspruchsfrei machen, und ansonsten bleibt abzuwarten.
daysleeper
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.09.2005
Beiträge: 899
Wohnort: ESSEN

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2005 - 00:17:16    Titel:

in meinen kopf will es immer noch nicht rein, dass man in probleme kommen kann, wenn man mit 10-20 kmh zu viel (laut eigenem tacho, der stets übertreibt) einen unfall mit todesfolge baut.

wie wärs in dem fall, wenn der betrunkene suizid durch absichtliches vors-auto-laufen begangen hat? kann man das hier etwa ausschließen?
das verhalten des betrunkenen lässt für mich doch sehr auf labilität schließen. ich weiß jedenfalls auch wenn ich blau bin, dass straßen nicht gut für fußgänger sind.
Lena1986
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2005 - 13:19:37    Titel:

wenn du mit überhöhter geschwindigkeit fährst nimmst du das erhöhte risiko jemanden zu überfahren aber auch billigend in kauf. nimm aus dem beispiel mal den betrunkenden raus und setz ein kind ein, dass einfach auf die straße gerannt ist.
wenn du hättest bremsen können wenn du 20 km/h langsamer gewesen wärst, dann bist du in meinen augen schuld. natürlich trägt derjenige der auf die straße rennt immer eine mitschuld.
allerdings... wofür gibt es die geschwindigkeitsbegrenzung von 50 in der ortschaft? die hat wahrscheinlich keine relevanz weil 70 auch ok ist??? so drückst du dich da grade aus.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Fahrlässige Tötung? Bitte um Rat!
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum