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Fahrlässige Tötung? Bitte um Rat!
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Fahrlässige Tötung? Bitte um Rat!
 
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Brobbel
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Anmeldungsdatum: 16.06.2005
Beiträge: 140

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2005 - 13:38:18    Titel:

Lena1986 hat folgendes geschrieben:
wenn du mit überhöhter geschwindigkeit fährst nimmst du das erhöhte risiko jemanden zu überfahren aber auch billigend in kauf.


Also mit billigernder Inkaufnahme wäre ich vorsichtig. Das würde ja Vorsatz bedeuten. Wegen vorsätzlicher Tötung wird in solch einem Fall sicherlich niemand verknackt werden. Selbst wenn jemand mutwillig auf einen Menschen zufährt in der Vorstellung, dieser werde noch rechtzeitig von der Straße springen, wird man wohl eher von bewußter Fahrlässigkeit ausgehen müssen.

Man muss die strafrechtliche von der zivilrechtlichen Konsequenz abgrenzen. Es ist völlig klar, dass jemand u.U. strafrechtlich nicht verantwortlich ist, aber gleichwohl ordentlich Geld "blechen" muss. Im Zivilrecht gibt z.B. es eine verschuldensunabhängige Haftung für Kfz-Halter in §7 StVG. Da ist es egal, ob ein Verschulden vorlag oder nicht. Die einzige Grenze ist dort, wo ein unabwendbares Ereignis gegeben war. Aber da liegt die Messlatte sehr hoch. Ich denke wenn jemand mit erhöhter Geschwindigkeit fährt, muss er in jedem Fall zahlen, falls ein Unfall passiert.
HTLer
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Anmeldungsdatum: 27.06.2005
Beiträge: 60
Wohnort: Innsbruck

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2005 - 13:53:48    Titel:

daysleeper hat folgendes geschrieben:

wie wärs in dem fall, wenn der betrunkene suizid durch absichtliches vors-auto-laufen begangen hat? kann man das hier etwa ausschließen?
das verhalten des betrunkenen lässt für mich doch sehr auf labilität schließen. ich weiß jedenfalls auch wenn ich blau bin, dass straßen nicht gut für fußgänger sind.


Naja wie willst du beweisen wollen das der Betrunkene die Suizidabsicht hatte?
Wobei man wenn man nen Vollrausch hat auch schwer von bewusster Absicht sprechen kann...

Es gibt genug Leute dich sich vollsaufen und dann am nächsten Tag NICHT wissen wie sie heimgekommen sind und ob sie bei Grün über den Zebrastreifen sind oder nicht....

PS.: das war jetzt nur mein Hausverstand bin KEIN Jurist......
daysleeper
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Anmeldungsdatum: 08.09.2005
Beiträge: 899
Wohnort: ESSEN

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2005 - 21:36:58    Titel:

Zitat:
Es ist völlig klar, dass jemand u.U. strafrechtlich nicht verantwortlich ist, aber gleichwohl ordentlich Geld "blechen" muss. Im Zivilrecht gibt z.B. es eine verschuldensunabhängige Haftung für Kfz-Halter in §7 StVG. Da ist es egal, ob ein Verschulden vorlag oder nicht. Die einzige Grenze ist dort, wo ein unabwendbares Ereignis gegeben war. Aber da liegt die Messlatte sehr hoch. Ich denke wenn jemand mit erhöhter Geschwindigkeit fährt, muss er in jedem Fall zahlen, falls ein Unfall passiert.


ich finde, wenn jemand nachts und plötzlich vor mein auto läuft, dann ist es nicht meine schuld, wenn es zur kollision (mit schlimmen folgen) kommt. egal, ob ich 50 oder 65 kmh fahre.

was ist zum beispiel, wenn ich jemanden, der, wenn ich 10 meter vor der ampel bin und auf diese zufahre, die straße betritt, obwohl sein signal rot zeigt? ich finde, dass es in dem fall absolut unerheblich ist, ob ich 50, 55, oder 60 kmh schnell war. schuld bin ich deswegen m.E. nicht.


Zitat:
wenn du mit überhöhter geschwindigkeit fährst nimmst du das erhöhte risiko jemanden zu überfahren aber auch billigend in kauf


denkst du etwa, dass ich, wenn ich mit 60 kmh durch die stadt fahre, das nur mache, um möglichst bald jemanden umfahren zu können?
Thunder
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Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2005 - 21:32:47    Titel:

Brobbel hat folgendes geschrieben:
Selbst wenn jemand mutwillig auf einen Menschen zufährt in der Vorstellung, dieser werde noch rechtzeitig von der Straße springen, wird man wohl eher von bewußter Fahrlässigkeit ausgehen müssen.

Nö, das wäre ein bedingter Vorsatz.
Thunder
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Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2005 - 21:34:36    Titel:

daysleeper hat folgendes geschrieben:

ich finde, wenn jemand nachts und plötzlich vor mein auto läuft, dann ist es nicht meine schuld, wenn es zur kollision (mit schlimmen folgen) kommt. egal, ob ich 50 oder 65 kmh fahre.

Die Rechtssprechung geht inzwischen schon so weit, dass man damit rechnen muss, dass aus einer Kneipe ein Bedrunkener rausspringt. Also ist eine besondere Vorsicht geboten, was im Extremfall auch Schrittgeschw. bedeuten könnte.
Endstille
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Anmeldungsdatum: 10.12.2005
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2005 - 21:53:54    Titel:

Hallo,

will ja nicht schwarz malen, doch habe ich da einen grundlegenden Gedanken. Was wäre, wenn der betrunkende Mann nicht einfach ein Mann gewesen ist, sondern ein Kind, dass einem Ball hinterher rennt ? Kann man dann suizid oder andere Faktoren als Ursache hervorheben ? Nein, in den meisten Fällen nicht, denn es liegt ja zudem noch eine Geschwindigkeitsüberhöhung von 30 Km/h vor, was umgerechnet 8,3 mtr. Meter pro Sekunde entspricht. Dies wäre in etwa der Bremsweg eines normalen Mittelklassewagens, um seine Geschwindigkeit auf mind. 20 Km/h zu drosseln, was wahrscheinlich "nur" zur leichten Körperverletzung geführt hätte. Daher denke ich mal, dass die Anklage auf "Fahrlässige Tötung" lauten wird, denn das Opfer ist (nachgewiesen???) unzurechnungsfähig, bzw. Affekthandelnder. Somit hat dein Kumpel die Plicht zum "vorrausschauenden Fahren" verletzt und ist somit schuldig......
ich denke, ein "mit 50 wäre das auch passiert" oder ein "die Straßenbeleuchtung acht Straßen weiter funktionierte nicht" wird da nicht ziehen.........mit der Geschwindigkeitsübertretung hat er sich ein Strick gedreht.........sicherlich braucht er nicht mit einer Bewährung oder ein paar Sozialstunden zu rechnen....................
aber, ich bin KEIN JURIST, das ist meine eigene persönliche Einschätzung...

Gruß
Christoph
daysleeper
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Anmeldungsdatum: 08.09.2005
Beiträge: 899
Wohnort: ESSEN

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2005 - 15:52:55    Titel:

vorrausschauenden Fahren = gar-nicht-fahren ??


sich an die vorgeschriebenen 50 km/h zu halten reicht ja auch nicht, weil man jederzeit mit betunkenen rechnen muss, die einem vor das auto springen.

Zitat:
Die Rechtssprechung geht inzwischen schon so weit, dass man damit rechnen muss, dass aus einer Kneipe ein Bedrunkener rausspringt. Also ist eine besondere Vorsicht geboten, was im Extremfall auch Schrittgeschw. bedeuten könnte.
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