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Die Zukunft unseres Bildungssystems
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Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
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BeitragVerfasst am: 04 Jan 2006 - 20:55:33    Titel:

Mir scheint, ihr vereint beide in euren Ansichten Teilwahrheiten.

Die Gesamtschule, wie auch das Drei-Schularten-Konzept deckt jeweils nur einen Teil des Optimums ab.

Denn:

Einerseits lernen Schüler unterschiedlich gut bzw. schnell - dem muß das System Rechnung tragen. Eine gemischte Klasse wäre ungünstig. Die einen sind unterfordert, die anderen eventuell überfordert. Eine, dem Lerntempo angemessene Gruppierung der Schüler ist daher effektiver.

Andererseits ist das Lerntempo des Schülers über die Jahre hinweg nicht konstant. Es gibt die sogenannten "Spätzünder", welche in späteren Jahren ihre geistigen Kapazitäten überproportional verbessern. Es muß für diese also eine Möglichkeit der Lerntemposteigerung bzw. des Gruppenwechsels geben. Ein dabei auftretendes Problem ist der Wissensrückstand gegenüber den bis dahin schneller Lernenden. Es muß neben dem Gruppenwechsel auch die Möglichkeit des Wissensrückstands-Abbau geben, z.B. in Form von Nachhilfe.


Wie könnte ein alle Aspekte berücksichtigendes Schulsystem aussehen?

1. Nicht drei Gruppen (Haupt-, Realschule und Gymasium)werden angeboten, sondern in jeder Schule existieren 10 Gruppen auf die die Schüler gemäß ihrer momentanen Leistungsfähigkeit verteilt werden. Diese Gruppen sind bedeutend kleiner, als die jetzigen Klassen. Das fördert zusätzlich die Lehrqualitiät.

2. An jedem Monatsende kann der Schüler auf Wunsch die Gruppe wechseln. Beim Wechsel in eine höhere Gruppe bekommt er Nachhilfeunterricht, um den Stoffrückstand aufholen zu können. So kann sich ein Schüler über einen überschaubaren Zeitraum "hocharbeiten".


Es ist natürlich klar, daß so ein optimiertes Schulsystem bedeutend mehr kostet, als das aktuelle. Das der politische Wille, entgegen den Beteuerungen der Politiker, nicht existiert, das Schulsystem zu verbessern, erkennt man daran, daß gegen Steuerverschwendung von 30 Mrd. jährlich nichts unternommen wird, hingegen die Zahl der Lehrer verringert werden soll. Kinder dienen der Politik generell nur als populistisches Mittel. Schade eigentlich.
rightaway
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Anmeldungsdatum: 19.10.2005
Beiträge: 1265

BeitragVerfasst am: 04 Jan 2006 - 23:25:20    Titel:

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Ich habe keine Lust mir von Dir immer wieder vorwerfen zu lassen ich würde irgendwelche "Klagegesänge" aufheulen lassen.

Und ich habe keine Lust, mir immer wieder deine Jammerei anhören zu müssen. Bleib sachlich, oder halte dich von diesem Thread fern.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Wenn ein Schüler in die Hauptschule gedrängt wird und dort langsam verkümmert wird er seine Leistung sicher nicht verbessern.

Das Grundprinzip des deutschen Schulsystems ist doch, dass ein Schüler auf eine der drei Formen weiterführender Schulen empfohlen (nicht gedrängt!) wird, weil diese auf ihn und seine Lernbedürfnisse am besten zugeschnitten ist.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Wenn er aber in "seinen" Fächern auf höherem Niveau unterrichtet wird ist dies auf jeden Fall besser als dass er sich dort auch langweilt.

Es widerspricht der Alltagserfahrung, dass dumme Schüler, die aus diesem Grund die Hauptschule besuchen, singuläre Befähigungen in einem der Fächer des Fächerkanons besitzen.

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Es muß neben dem Gruppenwechsel auch die Möglichkeit des Wissensrückstands-Abbau geben, z.B. in Form von Nachhilfe.

Dies ließe sich aber nur an Schulen mit gigantischen Schülerzahlen (> 5000) realisieren, die es in Deutschland aus gutem Grunde kaum gibt. Die größeren Gymnasien haben 1200 bis 1800 Schüler.

Darüber hinaus teilst du mit coffeinjunky die irrige Meinung, dass allen Schülern ein ungeheures Leistungsbestreben innewohnt. Als Profi prognostiziere ich bei der Mehrheit die Haltung "Ich stress mich nicht und gehe lieber in die schlechteste Gruppe, weil ich mir da ein laues Leben machen kann".

Die Zahl der Lehrer kann übrigens in den nächsten Jahren durchaus reduziert werden, da die Schulen im Augenblick die Enkel der Babyboomer unterrichten und die Schülerzahlen in 10 Jahren auf die Hälfte abgesunken sein werden.
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 04 Jan 2006 - 23:49:39    Titel:

rightaway schrieb:

Zitat:
Dies ließe sich aber nur an Schulen mit gigantischen Schülerzahlen (> 5000) realisieren, die es in Deutschland aus gutem Grunde kaum gibt. Die größeren Gymnasien haben 1200 bis 1800 Schüler.
Oder einer hohen Lehrerzahl im Verhältnis zur Schülerzahl. Aber das ist natürlich eine Kostenfrage.

Zitat:
Darüber hinaus teilst du mit coffeinjunky die irrige Meinung, dass allen Schülern ein ungeheures Leistungsbestreben innewohnt. Als Profi prognostiziere ich bei der Mehrheit die Haltung "Ich stress mich nicht und gehe lieber in die schlechteste Gruppe, weil ich mir da ein laues Leben machen kann".
Ich denke, es gibt beide Mentalitäten. Ziel meines Schulsystems war es u.a. den Spätzündern eine Möglichkeit zu bieten.
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
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BeitragVerfasst am: 05 Jan 2006 - 00:57:43    Titel:

rightaway hat folgendes geschrieben:
Das Grundprinzip des deutschen Schulsystems ist doch, dass ein Schüler auf eine der drei Formen weiterführender Schulen empfohlen (nicht gedrängt!) wird, weil diese auf ihn und seine Lernbedürfnisse am besten zugeschnitten ist.


Wer sagt denn, dass sich alle Schüler in genau 3 Gruppen aufteilen lassen? Wieso sind denn genau 3 Gruppen diejenigen, die am besten auf die Lernbedürfnisse zugeschnitten sind?

rightaway hat folgendes geschrieben:
Es widerspricht der Alltagserfahrung, dass dumme Schüler, die aus diesem Grund die Hauptschule besuchen, singuläre Befähigungen in einem der Fächer des Fächerkanons besitzen.


Dann hast du sehr einseitige Alltagserfahrungen. Ich dagegen sehe ständig irgendwelche "dummen Schüler", die in einigen Bereichen sehr stark sind, diese Bereiche nur leider nicht angesprochen werden.

Zitat:
Darüber hinaus teilst du mit coffeinjunky die irrige Meinung, dass allen Schülern ein ungeheures Leistungsbestreben innewohnt. Als Profi prognostiziere ich bei der Mehrheit die Haltung "Ich stress mich nicht und gehe lieber in die schlechteste Gruppe, weil ich mir da ein laues Leben machen kann".


Tja, mag ja sein, dass du das so machst, aber ich habe immer die größte Herausforderung gewählt. Außerdem ist es doch arm immer an das Schlechte im Menschen zu glauben, oder nicht? Desweiteren ist man in den Bereichen gut, in denen das Interesse geweckt wurde. Komischerweise ist dies an den Grundschulen durchweg der Fall. Erst an den weiterführenden Schulen wird die Institution Schule mit negativen Assoziationen belegt. Liegt dies an den Schülern oder an der Institution? Hmm, ich meine an der Institution.

Zitat:
Die Zahl der Lehrer kann übrigens in den nächsten Jahren durchaus reduziert werden, da die Schulen im Augenblick die Enkel der Babyboomer unterrichten und die Schülerzahlen in 10 Jahren auf die Hälfte abgesunken sein werden.


Ja, erst in 10 Jahren wird erst wieder eine akzeptable Quote erreicht werden, wenn der Lehrerbestand gleich bleibt. Der jetzige Zustand ist doch katastrophal.
physik-verrückt
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Anmeldungsdatum: 18.12.2005
Beiträge: 730
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 05 Jan 2006 - 01:15:06    Titel:

@junkie of coffee


Es ist offensichtlich, dass Herr rightaway Ihnen feindlich gegenübersteht und dadurch seine Objektivität zweifelhaft ist.


Hochachtungsvoll

physik-verrückt
Random
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Anmeldungsdatum: 28.11.2005
Beiträge: 116

BeitragVerfasst am: 05 Jan 2006 - 02:29:45    Titel:

Bevor darüber nachgedacht wird, was genau wir ändern sollten an unserem Bildungssystem, sollte über alle Eingänge der Schulen "ENTDECKE DIE WELT!" geschrieben werden. Auch über Eingänge, durch die das Lehrpersonal geht ...

Vielleicht würde dann den Bildungsjongleuren bewußt, daß es weniger darum geht, Schülern eine Lektion Unterordnung einzutrichtern, als darum, die wichtigsten Dinge zu erkennen, mit dem das Zusammenleben aller so viel Spaß macht, daß kaum noch Aggressionen entstehen.

Schüler müßten nach einem Anreizsystem unterrichtet werden, die Welt zu entdecken. Je klüger und engagierter sie das gemeinsam mit anderen tun, desto mehr Belohnung erhalten sie. Damit, und mit der Erkenntnis, daß man die Entwicklung der Lernfähigkeit durch psychologische Erkenntnisse der Kommunikation noch dramatisch verbessern kann, könnte sich unsere Nation innerhalb weniger Jahre auf den höchsten Bildungsrang katapultieren.

Man könnte viel tun, würden nicht die meisten ihre Wissensmachtpositionen mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 05 Jan 2006 - 11:18:01    Titel:

Random hat folgendes geschrieben:
Bevor darüber nachgedacht wird, was genau wir ändern sollten an unserem Bildungssystem, sollte über alle Eingänge der Schulen "ENTDECKE DIE WELT!" geschrieben werden. Auch über Eingänge, durch die das Lehrpersonal geht ...


Weit mehr Anreiz wäre, den Schülern zu zeigen wie ein Arbeitsloser lebt.
rightaway
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Anmeldungsdatum: 19.10.2005
Beiträge: 1265

BeitragVerfasst am: 05 Jan 2006 - 14:09:20    Titel:

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Wer sagt denn, dass sich alle Schüler in genau 3 Gruppen aufteilen lassen?

Genau genommen müsste man jedem Schüler eine genau auf ihn zugeschnittene Schule anbieten, aber die drei angebotenen Schularten scheinen ein guter Kompromiss zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren zu sein.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
ich habe immer die größte Herausforderung gewählt

Ich sage meinen Schülern auch immer, dass man stets versuchen sollte, in das höchste Regal zu greifen. Bei vielen, wenn nicht sogar den meisten Schülern, rangieren Schule und Bildung unter "ferner liefen", jedenfalls weit abgeschlagen hinter Vergnügen, Feiern, Fernsehen, Trinken ...

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Außerdem ist es doch arm immer an das Schlechte im Menschen zu glauben, oder nicht?

Es stimmt nicht gerade optimistisch, aber es ist der Realität am besten angenähert.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Desweiteren ist man in den Bereichen gut, in denen das Interesse geweckt wurde. Komischerweise ist dies an den Grundschulen durchweg der Fall.

Das sehe ich nicht so. Grundschulen haben auch mit einem wachsenden Prozentsatz von Schülern zu kämpfen, die einfach "keinen Bock" auf Schule haben, also Schüler, die bereits vor dem Wechsel auf die weiterführende Schule Ansätze von Unbeschulbarkeit in sich tragen.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Ja, erst in 10 Jahren wird erst wieder eine akzeptable Quote erreicht werden, wenn der Lehrerbestand gleich bleibt. Der jetzige Zustand ist doch katastrophal.

Das finde ich nicht. Ich würde auch lieber in Klassen mit 22 Schülern unterrichten als Klassen mit 34, aber wenn nun mal viele Schüler in einer Klasse sind, muss man das mit erhöhter Disziplin kompensieren. "Schülerorientierter Unterricht" ist eh für die Katz, da ist es egal, ob ich 5 Schüler unterrichte oder drei Dutzend. Im Klassenzimmer kommt es nur darauf an, dass Ruhe herrscht und klassischer Frontalunterricht stattfindet.

Sheep hat folgendes geschrieben:
Weit mehr Anreiz wäre, den Schülern zu zeigen wie ein Arbeitsloser lebt.

Um noch mehr Zukunftsängste zu schüren? Ich kenne genug Schüler, die bereits in der Sek. I regelrechte psychische Probleme durch den zunehmenden Leistungsdruck haben. Da muss man ihnen nicht auch noch vor Augen führen, wie tief man fallen kann (zusätzlich zur reißerischen Berichterstattung im Fernsehen).

Random hat folgendes geschrieben:
Schüler müßten nach einem Anreizsystem unterrichtet werden (...) Je klüger und engagierter sie das gemeinsam mit anderen tun, desto mehr Belohnung erhalten sie.

Belohnung welcher Art? Geld? Bücher? Besseren Unterricht? Einen Keks?
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 05 Jan 2006 - 15:16:10    Titel:

rightaway hat folgendes geschrieben:

Sheep hat folgendes geschrieben:
Weit mehr Anreiz wäre, den Schülern zu zeigen wie ein Arbeitsloser lebt.

Um noch mehr Zukunftsängste zu schüren? Ich kenne genug Schüler, die bereits in der Sek. I regelrechte psychische Probleme durch den zunehmenden Leistungsdruck haben. Da muss man ihnen nicht auch noch vor Augen führen, wie tief man fallen kann (zusätzlich zur reißerischen Berichterstattung im Fernsehen).


Wetten, ich kenne noch mehr Schüler, die sich keinen Gedanken um ihre Zukunft machen ? Da wären wir wieder beim Thema der unserer Gesellschaft fehlenden Selbstverantwortung.
Random
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Anmeldungsdatum: 28.11.2005
Beiträge: 116

BeitragVerfasst am: 05 Jan 2006 - 15:36:39    Titel:

Negative Anreize motivieren nicht zu Leistung, sie verursachen Ignoranz und errichten Blockaden. Welche positiven Anreize man setzt, wäre nachdenkenswert. Am unversellsten nutzbar wäre Geld. Menschen reagieren aber auch auf Auszeichnungen. Ein sinnvoller Mix würde sicher mehr bringen als immer mehr Geld in ein Bildungssystem zu pumpen, das Lehrer beschäftigt, die mit ihrem Job unzufrieden sind, krank werden und Kinder kaputt machen.

Wir stehen ganz am Anfang sinnvoller Strategieentwicklungen, weil auch unsere Bildungsmanager mit dem mächtigsten Werkzeug des Lebens nur so umgehen, wie sie es gelernt haben und wie es ihre Erfahrungen automatisierten. Ich kann heute mit einem spannend gemachten Film über die Geschichte der Menschheit innerhalb einer Stunde mehr lernen als mir meine Lehrer vor vielen Jahren in Monaten beibringen konnten. Warum verschweigt man Schülern die wichtigsten Dinge des Lebens?
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