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Kaufvertrag beim Autokauf. Rücktirittsmöglichkeit?
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Gonzo11
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Anmeldungsdatum: 13.12.2005
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2005 - 09:52:39    Titel: Kaufvertrag beim Autokauf. Rücktirittsmöglichkeit?

Hallo Leute,

habe ein Problem, bzw. meine Eltern haben ein Problem. Und zwar geht es um ein Kauf eines Gebrauchtwagens.
Mein Vater hat sich ein auto gesucht und per zeitungsanzeige gefunden, angeschaut, mein schwager hat es gefahren, mein vater selber aber nicht, da der schwager sagte, dass es ok wäre.
Das Problem ist aber, der Vertrag ist unterschrieben und eine Anzahlung wurde gemacht.
Jetzt hat sich herausgestellt, dass das Auto von meinem Vater unüberlegt gekauft wurde, und es nicht dem entspricht, was der verkäufer erzählt hatte. Er hat behauptet, dass das auto 75 PS hat, obwohl es 60PS hat. Mein Vater hat zwar in den Schein reingesehen und da stand 44Kw, und der verkäufer hat immer wieder gesagt, dass es 75 ps sind. Mein Vater konnte nicht so schnell rechnen und hat ihm geglaubt. Jetzt behauptet er, dass er es nicht gewusst hätte. (hat 40 jahre beim Mercedes gearbeitet –> Lüge also). Das auto kann mein vater nicht behalten, da es nicht zieht berg auf.
Da kommen noch viele sachen dazu, wie ersatzreifen fehlt usw.
Das ist klar, schuld liegt bei meinem vater, aber er hat ja die anzahlung, und er wird seinen anwalt einschalten, wenn wir den rest nicht zahlen.
Bitte helft mir,

welche möglichkeiten haben wir? Wenn überhaupt wir welche haben.

Danke.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2005 - 17:24:30    Titel:

Man könnte sich zwar auf arglistige Täuschung des Verkäufers berufen; das müßte aber bewiesen werden und ist wohl nicht sinnvoll möglich, wenn keine Zeugen o.ä. vorhanden sind. Ob sie sachlich wirklich vorlag, erscheint mir auch eher vage.
Klingt mir mehr danach, als wäre dem Vertragschließenden später einfach aufgefallen, daß der Kauf nicht so besonders sinnvoll war - das ist aber grundsätzlich sein Problem, wenn der Vertrag nun einmal bereits abgeschlossen wurde.
Blieb der Wagen aber tatsächlich hinter der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit zurück, kommt auch ein Rücktritt vom Vertrag in Betracht.
kaka
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Anmeldungsdatum: 01.06.2005
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2005 - 18:59:13    Titel:

schönes schuldrecht bt2
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2005 - 21:00:41    Titel:

Mhh, bei uns nennt man´s BT 1...
Der Fall bleibt aber mE eher im AT und in der ZPO hängen.
kaka
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Anmeldungsdatum: 01.06.2005
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2005 - 21:35:59    Titel:

Der Fall spielt im Bereich vertragliche Schuldverhältnisse und ist bei uns BT2.
BT1 ist bei uns unerlaubte Handlung/gesetzliche Schuldverhältnisse.
Ich weiß nicht wie du auf ZPO kommst..Schuldrecht AT kann ich ja noch verstehen, jedoch wird bei uns das Mängelrecht im BT2 gelehrt.

Hier handelt es sich anscheinend um einen Kauf von Privat, daher sind die Gewährleistungen eher ausgeschlossen, da es idR keine Garantie gibt.
Bei arglistiger Täuschung sieht das anders aus... sieh dir § 444 BGB an.
Du wirst aber ein Problem mit der Beweislast haben... viel Erfolg
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2005 - 22:32:39    Titel:

Da ich nicht von einem Sachmangel bzw. einem Gewährleistungsfall ausgehe, bleibt das ganze bei § 123 und dem dafür zu führenden Beweis hängen - das meinte ich mit ZPO (nur Parteivernehmung ist zu dünn und taugt auch nicht als Gegenbeweis, wenn man den schriftlichen Vertrag als Hauptbeweis für die Absprachen sieht). Dasselbe gilt dann auch für den § 444.
Solche Konstellationen eröffnen ja praktisch einer Reihe von Leuten durchaus lukrative Geschäftsmodelle an Haustüren und anderswo.
physik-verrückt
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Anmeldungsdatum: 18.12.2005
Beiträge: 730
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 18 Dez 2005 - 21:27:08    Titel:

Gestattet das Zitat:

Zitat:
BGB, §123 Absatz1:

Wer zur Abgabe zur Willenserklärung durch arglistige Täuschung oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist, kann die erklärung anfechten.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 18 Dez 2005 - 22:34:57    Titel:

Da waren wir schon längst drüber hinaus; das Problem liegt vielmehr in der Beweisführungslast. Die Vorschrift dürfte den meisten hier aus dem 1. Semester seeehr vertraut sein, sie klingt nur viel angenehmer, als sich ihre praktische Anwendung gestaltet. Selbst wenn´s beweisbar wäre, riecht der Sachverhalt trotzdem eher nach einem Motivirrtum ganz ohne Täuschung.
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