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Grundeinkommen, Bürgergeld, Existenzsicherung, ...
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Grundeinkommen, Bürgergeld, Existenzsicherung, ...
 
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Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 16:55:43    Titel:

Dann muss das Unternehmen sich selber um (finanzielle) Anreize kümmern, damit die Leute bleiben. Alle Regelungen die dem Arbeiter die Kündigung erschweren führen zu Lohndumping. (Kündigungsfristen natürlich ausgenommen).


Edit: - humbug -


Zuletzt bearbeitet von Sheep am 10 Jan 2006 - 20:35:01, insgesamt einmal bearbeitet
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 19:53:28    Titel:

Also wenn wir nur von 750 Euro Grundeinkommen reden, so bin ich dabei.

Ich erinnere daran, dass der ALGII-Satz bei 345 Euro (West liegt) Hinzu kommen die Kosten für angemessenen Wohnraum, der (warm) bei ca. 320 Euro liegt (Quelle:http://www.finanztip.de/recht/sozialrecht/arbeitslosengeld-II.htm)
Jeder Arbeitslose darf sich anrechnungsfrei seit 2005 100 Euro hinzu verdienen, was mit Gelegenheitsjobs auch für Geringqualifizierte erreichbar sein dürfte. Damit liegen wir schon in etwa im genannten Bereich.

Der Betrag entspräche aber einer etwas verbesserten Sozialhilfe und würde keinesfalls das Stigma der Arbeitslosigkeit beseitigen. Gemütlich leben dürfte sich davon auch nicht lassen.

Gruß
Pauker
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 20:17:51    Titel:

Die 750 Euro halte ich auch für akzeptabel. Das dürfte zum Leben so eben hinhauen. Rücklagen könnte man allerdings nicht bilden. Es bliebe der Anreiz zum Arbeiten erhalten, ohne die Menschen in finanzielle Not zu bringen. Im ALG2 mit einem Satz von ca. 650 € sind nämlich solche nötigen Ersatzinvestitionen wie Waschmaschinenreparatur, Kleidung, Praxisgebühr und Zahnersatz m.E.n. unzureichend berücksichtigt.

Noch mal was zur Frage der Finanzierbarkeit. Auf der von borabora verlinkten Seite las ich, daß momentan 720 Mrd. Euro jährlich für Sozialleistungen aufgewendet werden. Rechnet man 7 Mio. Arbeitslose plus 20 Mio. Rentner plus 3 Mio. Sabbatjahrgenießer ergäbe das

30 Mio. Bürger x (750 € Bürgergeld +100 € Krankenvers.) x 12 Mon. =
306 Mrd.€ jährlich an Finanzbedarf für das Bürgergeld.

Ist zwar nur eine grobe Überschlagsrechnung, zeigt aber, daß sich das Bürgergeld mit 750 € zumindestens in einem umsetzbarem Rahmen bewegt.

Einen Hacken gibt es aber dabei. Die Rentner, die jetzt mehr als das Bürgergeld erhalten, wären geleimt. Eine Partei, die das Bürgergeld einführen wollte, müsste schätzungsweise 10 Mio. potentiellen Wählern finanziell in den Arsch treten. Ob das politisch umsetzbar ist?
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 22:09:04    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Rechnet man 7 Mio. Arbeitslose plus 20 Mio. Rentner plus 3 Mio. Sabbatjahrgenießer ergäbe das

30 Mio. Bürger x (750 € Bürgergeld +100 € Krankenvers.) x 12 Mon. =
306 Mrd.€ jährlich an Finanzbedarf für das Bürgergeld.


Das Bürgergeld ist aber nicht nur für die Alos und Rentner gedacht, sondern für alle Bürger. Daher müsste man auch für alle das Geld gewähren. Eine Frage dabei ist natürlich, wie Kinder gehandhabt werden sollen, da Familien mit Kindern ja nicht benachteiligt werden sollen, gell?

Also wären das:

82,5 Mio Bürger x (750 € BG + 100 € KV ) x 12 Mon = 841,5 Mrd € Finanzbedarf für das Bürgergeld.

Diese Rechnung ist mE richtig, da zwar von der arbeitenden Bevölkerung auch Steuern gezahlt werden, doch das BG als Negativposten davon abgezogen wird. Also BG für alle.

Wenn wir Kinder aus irgendeinem Grund rausrechnen, dann:

(82.5 - 12) x 850 x 12 = 719,1 Mrd €

Quelle der Daten: http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoetab5.php

Zum Vergleich: Die Einnahmen des öffentlichen Sektors belaufen sich auf 479, 5 Mrd € (Quelle: http://www.destatis.de/basis/d/fist/fist01.php )
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 22:27:51    Titel:

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:

82,5 Mio Bürger x (750 € BG + 100 € KV ) x 12 Mon = 841,5 Mrd € Finanzbedarf für das Bürgergeld.

Diese Rechnung ist mE richtig, da zwar von der arbeitenden Bevölkerung auch Steuern gezahlt werden, doch das BG als Negativposten davon abgezogen wird. Also BG für alle.


So einfach darf man das nicht rechnen. Das Bürgergeld muss wie eine Einkommenssteuer betrachtet werden, die um so höher wird, je mehr jemand verdient - so wie bisher auch - aber ab einem bestimmten Mindesteinkommen nicht einfach auf 0% sinkt, sondern negativ wird, d.h. damit zu einer Auszahlung wird.
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 22:54:00    Titel:

Hm, wie ist denn beim Bürgergeld die Berechnung der Einkommensteuer der Normalverdiener gedacht? Oder soll sie komplett abgeschafft und über Konsumsteuer finanziert werden?

Und selbst wenn der Normalverdiener keine Einkommensteuer bezahlt, wird sein Einkommen zu 100% vom Arbeitgeber bezahlt, es muß für ihn also vom Staat kein Bürgergeld überwiesen werden. Von daher hatte ich bei meiner Berechnung die 27 Mio. Erwerbstätigen inkl. deren Kinder rausgerechnet.

Bürgergeld müßte doch nur für Erwerbstätige mit einem Einkommen kleiner als Bürgergeld-, und dann nur ergänzend gezahlt werden, oder habe ich da was falsch verstanden?
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 22:58:54    Titel:

Pauker hat geschrieben:

Zitat:
Nette Idee. Bei dieser wird das Grundeinkommen aber nur gewährt, wenn entsprechende - bisher unentgeltliche Leistung - erbracht wird. Was macht man mit jemanden, der den ganzen Tag fern sieht, abends ein Bierchen trinkt und dann schlafen geht. Bekommt der auch das Grundeinkommen?


Die „nette Idee“ resultiert unter anderem aus dem Sachverhalt häufiger Überkapazitäten, Situationen der Unterkonsumtion, angeblicher Übersättigung und einem als Postmaterialismus bezeichneten Trend. Kurzum, der Absatz materieller Güter (Hardware) gerät ins Ungleichgewicht mit der industriellen Produktion und löst einen erheblichen Preisdruck auf die materiellen Endprodukte aus. Zur maßgeblichen Wertedominanz gelangen stattdessen immaterielle Güter (Software), die sich an emotionalen Bedürfnissen ausrichten und entsprechend Kombinationen menschlicher Sinne aufgreifen müssen (Brainware).

De facto beinhaltet der Wertverfall materieller Güter ebenso eine Dematerialisierung der Erwerbsarbeit, das heißt, dass sich die Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Konsum bzw. zwischen Arbeitszeit und Freizeit lösen.

Man kann sagen, dass in diesem Prozess das Innovationspotential „schöpferischer Zerstörung“ (Schumpeter) liegt. Denn der formal fixierte Arbeitsplatz verliert zunehmend seine Relevanz als Quelle der Wertschöpfung, da fortan die Idee zum immateriellen Produkt an jedem anderen Ort möglich ist und auch das immaterielle Produkt eine permanente Mobilität erfährt.

Die Ausbeutung der Ideen-Ressourcen entwickelt sich quer zum vormaligen Trend konsumtioneller Egalisierung und muss vorhandene Milieudivergenzen (Subkulturen, Underground etc.) systematisch aufgreifen. Da diesbezüglich auch der TV-Dauerseher mit seinem Bierchen als effektiver Proband der Wertschöpfungskette angesehen werden könnte, hat auch er ein Grundeinkommen zu erhalten. Jeder Bürger ist deshalb als ökonomisch unentbehrlich und wertvoll zu betrachten, weil jeder Bürger entweder mittelbar oder unmittelbar seinen Innovationsbeitrag leisten wird.

Statt am Status quo festzukleben: 1000 bis 1200 Euro Grundeinkommen für jeden Bürger. Wird spielend durch die konsequente Anwendung beschriebener Innovationsdynamik ermöglicht.
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 23:09:29    Titel:

zur Rechnung:
auf der Einnahmenseite wurde noch nicht berücksichtigt, dass die Kosten für die Behörden zu 90% oder mehr entfallen! (Bafög Amt, Kindergeldstelle, Arbeitsagentur bis auf eine "Jobvermittlungsabteilung" die schlichtweg nur noch Stellen sammelt und diese Vermittelt an Suchende...)

Na, wie wärs. Wir könnten doch auf Schloss Sowieso fahren und die Damen und Herren Kabinettsmitglieder mit neuen Ideen füttern. Wink
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 10 Jan 2006 - 23:20:04    Titel:

Mensch Dirk, Du darfst hier ruhig deutsch sprechen!

Das erhöht die Informations-Aufnahmequote indirekt proportional zur Verwendung themenspezifischer Fachbegriffe beim Informationstransfer! Very Happy
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 11 Jan 2006 - 00:21:47    Titel:

Freidenker hat geschrieben:

Zitat:
Das erhöht die Informations-Aufnahmequote indirekt proportional zur Verwendung themenspezifischer Fachbegriffe beim Informationstransfer!


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