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Vollbeschäftigung: utopisch oder machbar?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Vollbeschäftigung: utopisch oder machbar?
 
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Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 13:49:07    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Das stimmt dann, wenn die Unternehmen ihre Kosteneinsparung 1:1 an den Verbraucher weitergeben würden. Allerdings wäre dann ihr durch den Umzug erhoffter Gewinn zum Teufel. Also versuchen sie bei möglichst gleichem Endpreis mit geringeren Kosten höhere Gewinne zu erzielen.


Es gibt eine untere Grenze für den Verkaufspreis, ab dem sich die Produktion nicht mehr lohnt, weil dann die Herstellungskosten als Verluste anfallen. Würde man zu diesem Mindestpreis anbieten, hätte man keinen Spielraum mehr, den Preis weiter zu drücken, falls ein zweiter Anbieter Marktanteile gewinnt und damit den Absatz schmälert. Denn dann wäre man gezwungen, bei jedem Einbruch der Verkaufszahlen die Produktion zurückzufahren, und damit Leute zu entlassen.

Das kann man aber für eine gewisse Zeit durch das Senken der Gewinnspanne abfedern, während man ständig Rationalisierungsmassnahmen in der Produktion und im Vertrieb sucht, und gleichzeitig mit Hilfe der Gewinne neue Produkte entwickelt.

Der Gewinn ist eine Frage des Überlebens. Es wäre blauäugig, wenn man erst dann reagiert, wenn die Konkurrenz effizienter produziert. Wenn man dann erst anfängt, über Kosteneinsparungsmassnahmen nachzudenken und diese umzusetzen, würden die monatlich anfallenden Lohnkosten bis das geschehen ist, das Unternehmen in die Pleite führen.

Zitat:
Oder ist der Porsche in letzter Zeit billiger geworden?


Billiger nicht, aber besser Wink
Aber mal von Luxusautos abgesehen, sind die meisten unserer Haushaltsgeräte billiger und besser als früher. Jede Familie kann sich heutzutage ein Farbfernsehgerät leisten, wenn nicht gar einen Flachbildschirm, während früher schon ein SW-Gerät zu besitzen, Privileg der Reichen war. Kühlschränke, Mikrowellengeräte, Möbel, alles wird im Laufe der Zeit günstiger und für die Mehrheit der Bevölkerung erschwinglich. Alles, was wir heutzutage als selbstverständlich sehen, war früher einmal nur den Reichen vorenthalten. Aber nur durch dieses Prinzip wurde Nachfrage geweckt, und damit die Produktion nicht nur ausgebaut, sondern rationalisiert.
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 14:50:51    Titel:

Sheep schrieb:

Zitat:
Der Gewinn ist eine Frage des Überlebens. Es wäre blauäugig, wenn man erst dann reagiert, wenn die Konkurrenz effizienter produziert. Wenn man dann erst anfängt, über Kosteneinsparungsmassnahmen nachzudenken und diese umzusetzen, würden die monatlich anfallenden Lohnkosten bis das geschehen ist, das Unternehmen in die Pleite führen.
Du unterstellst den Unternehmern offenbar andere Motivationen zur Auswanderung als ich. Ich sehe darin in erster Linie Profitgier, Du dagegen wirtschaftliche Sachzwänge. Wer nun der Wahrheit näher liegt, dürfte schwer zu überprüfen sein, vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo zwischen unseren Positionen.

Zitat:
Aber mal von Luxusautos abgesehen, sind die meisten unserer Haushaltsgeräte billiger und besser als früher.
Die Haushaltsgeräte sind tatsächlich billiger geworden. Allerdings waren sie vor 15 Jahren trotz höherer Preise erwerbbar, da wir alle einen Job finden konnten. Jetzt sind sie billiger, aber wir können sie vielfach nicht mehr kaufen, da wir Hartz4-Empfänger sind. Die frühreren Zeiten haben mir besser gefallen! Crying or Very sad

Man muß sich auch klar machen, daß die billigen Preise mit Dumpinglöhnen in Billiglohnländern realisiert werden. Gute Löhne in Deutschland werden vernichtet und miserable in Polen und Thailand aufgebaut. Das so eine Entwicklung eine Gute ist, darf bezweifelt werden!
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 15:27:49    Titel:

@coffeinjunky,

wie sicherlich unschwer an meinen bisherigen Beiträgen in diesem Forum zu erkennen ist, verfüge ich nur über einen Hauptschulabschluss. Ich bin also entsprechend der herrschenden Meinung, die in diesem Forum besteht, ein Geringqualifizierter, dem „konkrete Hilfe“ auf Grund seiner generellen Unwissenheit u.a. durch ein Arbeitsangebot als Erntehelfer auf den Gurken-Plantagen zu leisten ist.

Weshalb sollte ich hier noch auf Deine Frage eingehen, deren Beantwortung, wie bislang festzustellen war – den Prozess der verfließenden Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Konsum habe ich bereits öfters erwähnt, ohne hier auf Resonanz zu stoßen – niemanden wirklich interessiert.

Ich habe hier im Forum von Euch Qualifizierten viel gelernt, aber ganz am Herzen liegt mir die höfliche Art von W. Kaiser, dessen Einschätzungen mir schließlich die Augen geöffnet haben. Ich wünsche Euch noch viel Spaß in diesem Forum und bitte die kurze Unterbrechung Eurer Diskussion zu verzeihen.

Freundliche Grüße

Dirk Nerge
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 15:44:18    Titel:

Hallo Dirk,

Dirk Nerge hat folgendes geschrieben:
Weshalb sollte ich hier noch auf Deine Frage eingehen, deren Beantwortung, wie bislang festzustellen war – den Prozess der verfließenden Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Konsum habe ich bereits öfters erwähnt, ohne hier auf Resonanz zu stoßen – niemanden wirklich interessiert.


Du unterstellst eine gewisse Nicht-Beachtung deiner Beiträge, beantwortest Fragen dazu aber auch nicht. Ich habe dich gefragt, welche Schlußfolgerungen gezogen worden sind, und keine Antwort ist erfolgt. Ich habe dich gefragt, wie die Unterrichtsmethoden konkret ausgestaltet werden sollen (siehe Bildungsthread), und keine Antwort ist erfolgt. Nun kann man mir dies sicher auch hin und wieder unterstellen, doch bin ich wenigstens bemüht Antworten zu liefern.

Und um eine Resonanz zu geben: es ist richtig, dass im Sinne von Marktforschungsstudien alle Bevölkerungsschichten beobachtet werden um die bessere Anpassung der Unternehmen an die Kundenbedürfnisse zu erreichen. Den konkreten Wertschöpfungsprozeß sehe ich da aber eher bei den Beobachtenden und nicht bei den Beobachteten.

Und mich würde die Beantwortung der Frage interessieren. Doch leider kommen einem bei deinen Beiträgen sehr oft noch mehr Fragen, dessen Beantwortung Du Dich verweigerst. Aber dies ist nur mein subjektiver Eindruck. Und nach dem "Grundgesetz des Marketing" ist dies, was letzten endes zählt.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 15:50:43    Titel:

[quote="Dirk Nergewie sicherlich unschwer an meinen bisherigen Beiträgen in diesem Forum zu erkennen ist, verfüge ich nur über einen Hauptschulabschluss.[/quote]

Nein, das war nicht zu erkennen. Ich gehe davon aus, dass du etwas älter bist. Heutzutage findet man kaum Hauptschüler mehr, die 200 Schriftzeichen hintereinander fehlerfrei schreiben können.

Ansonsten sind die Aussagen hier selbstverständlich niemals gegen eine Person gerichtet sondern müssen i.d.R. vom "Normalfall" und "Durchschnitt" ausgehen. Ich bitte das zu unterscheiden.

Politische Entscheidungen können einfach nicht auf jedes persönliche Schicksal Rücksicht nehmen. Unser Rechts- und Steuersystem ist gerade deswegen so kompliziert, dass es keiner mehr versteht, weil auf alle möglichen Gruppierungen Rücksicht genommen werden muss. Dadurch entsteht aber immer noch keine Gerechtigkeit, weil man nie auf jeden einzelnen Rücksicht nehmen wird können.

Ich bitte dich, uns konstruktiv erhalten zu bleiben. Ein Forum lebt schließlich von den verschiedenen Ansichten.

Wie langweilig wäre es, nur noch mit cj diskutieren zu können. (kein Angriff gegen cj, aber wir bieten uns nicht genug "Reibungsfläche")

Gruß
Pauker
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 15:56:13    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Wie langweilig wäre es, nur noch mit cj diskutieren zu können. (kein Angriff gegen cj, aber wir bieten uns nicht genug "Reibungsfläche")


Ja, das stimmt. Ich hoffte mit den Threads Vollbeschäftigung, Grundeinkommen und Bildung bereits einige intellektuelle Reibungsflächen zu erzeugen, aber anscheinend sind hier alle derselben Meinung. Hätte ich selber nicht gedacht.
Sheep
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 15:56:29    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Du unterstellst den Unternehmern offenbar andere Motivationen zur Auswanderung als ich. Ich sehe darin in erster Linie Profitgier, Du dagegen wirtschaftliche Sachzwänge. Wer nun der Wahrheit näher liegt, dürfte schwer zu überprüfen sein, vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo zwischen unseren Positionen.


Oder das eine ist nur ein anderer Begriff für dieselbe Sache. Ich bin froh, dass mein Unternehmen "profitgierig" ist. Sonst hätte ich nämlich keine Arbeit. Ich produziere nicht, ich entwickle Neues. Dafür wäre aber, ohne Gewinne bei den bereits in Serie befindlichen Produkten, kein Geld vorhanden. Ich bin auch froh, dass das Unternehmen in der Vergangenheit "profitgierig" war. Dadurch haben in den letzten Jahren viele Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten können, während die Gewinne des Unternehmens immer mehr geschrumpft sind. Und jetzt wo sich ein kleiner Aufschwung abzeichnet, muss man nicht erst wieder Leute einlernen. "Hire and Fire" lohnt sich nicht bei Jobs ab einem gewissen Qualifikationanspruch.

Zitat:
Die Haushaltsgeräte sind tatsächlich billiger geworden. Allerdings waren sie vor 15 Jahren trotz höherer Preise erwerbbar, da wir alle einen Job finden konnten.


Erstens hatten wir 1990 keine Vollbeschäftigung. Zweitens waren es nicht dieselben Geräte. Drittens gibt es neue Produkte, von denen man damals nicht mal dachte, dass sich normalsterbliche diese jemals leisten könnten. Ein Computer aus dem ALDI hat heutzutage mehr Rechenleistung, als unförmige Schränke vor 30 Jahren, die nur durch kräftige Finanzmittel einiger Investoren für wissenschaftliche Institute zur Verfügung standen.

Zitat:
Jetzt sind sie billiger, aber wir können sie vielfach nicht mehr kaufen, da wir Hartz4-Empfänger sind. Die frühreren Zeiten haben mir besser gefallen! Crying or Very sad


Unternehmen waren auch damals "profitgierig". Und wenn ich mir das "Wirtschaftswundersofa" meiner Oma anschaue, samt "Adler"-Schreibmaschine und verstaubtem Schwarz-Weiss-Fernseher, dann behaupte ich mal, ein Hartz IV Empfänger würde protestieren, wenn man ihm diese Dinge selbst so günstig zur Verfügung stellte, dass er sie sich kaufen könnte. Armut ist relativ, schau Dir an wie ein Arbeitsloser vor 50 Jahren leben musste, oder vor 100 Jahren.

Zitat:
Man muß sich auch klar machen, daß die billigen Preise mit Dumpinglöhnen in Billiglohnländern realisiert werden. Gute Löhne in Deutschland werden vernichtet und miserable in Polen und Thailand aufgebaut. Das so eine Entwicklung eine Gute ist, darf bezweifelt werden!


Löhne kann man nicht "vernichten". Und in diesen Ländern sind das alles andere als "Dumpinglöhne".
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 16:29:54    Titel:

@Sheep

Das Du als Unternehmer den Profit als wichtig ansiehst, kann ich natürlich verstehen. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden. Es laufen jedoch nicht immer betriebswirtschaftliche Interessen und Interessen der Allgemeinheit parallel. Beide Interessen müssen sich in etwa die Waage halten. In der Globalisierung sehe ich eine Entwicklung, die dem Unternehmer inakzeptable Vorteile gegenüber der Allgemeinheit verschafft.

Zu den Haushaltsgeräten.
1990 bekam man innerhalb einer Woche einen Job. Und zum Teil sind es noch dieselben Geräte. Beispiel Waschmaschine AEG damals 1130 DM.
Heute ca. 370 €. Der Computer hingegen ist neu.

Zitat:
Unternehmen waren auch damals "profitgierig". Und wenn ich mir das "Wirtschaftswundersofa" meiner Oma anschaue, samt "Adler"-Schreibmaschine und verstaubtem Schwarz-Weiss-Fernseher, dann behaupte ich mal, ein Hartz IV Empfänger würde protestieren, wenn man ihm diese Dinge selbst so günstig zur Verfügung stellte, dass er sie sich kaufen könnte. Armut ist relativ, schau Dir an wie ein Arbeitsloser vor 50 Jahren leben musste, oder vor 100 Jahren.
Moment, die Globalisierung bzw. EU-Osterweiterung fand nicht zu Zeiten der Adler-Schreibmaschine statt! Die gibts erst seit ein paar Jahren!

Zitat:
Löhne kann man nicht "vernichten". Und in diesen Ländern sind das alles andere als "Dumpinglöhne"
In Thailand verdient die Industriearbeiterin 4 Euro pro Tag. Nichts für Ungut, aber so eine Aussage kann wohl nur von einem Unternehmer kommen!
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 17:01:20    Titel:

Ich sehe die Globalisierung nicht erst seit heute. Nur die Kräfteverhältnisse haben sich verschoben. Deutschland hat 50 Jahre von der Globalisierung per Export profitiert. Bereits das Wirtschaftswunder war maßgeblich vom Korea-Boom geprägt. Die deutsche Wirtschaft war international mehr als konkurrenzfähig aufgestellt (Zivilwirtschaft).

Heute sind wir nicht mehr automatisch die Gewinner des globalen Spiels. Und jetzt wollen alle die Regeln ändern.

Ob 4 Euro in Thailand viel oder wenig sind, hängt vom Preisniveau dort ab. Ich vermute sogar, dass es ein relativ guter Lohn ist (ist aber reine Spekulation).

Warum hat der Unternehmer inakzeptable Vorteile? Ich sehe einen Pleitenrekord in Deutschland. Der kostet nicht nur Arbeitsplätze sondern auch Unternehmerexistenzen. Die tragen immerhin das volle finanzielle Risiko. Als Personengesellschaft haftet ja praktischerweise gleich jahrelang das Privatvermögen mit.
Wenn wir von Vorteilen reden, dann sehe ich eigentlich nur die großen international aufgestellten Aktienunternehmen.

Hier sehe ich nach wie vor das Problem in der Rechtsform und der damit verbundenen kurzfristigen und nicht am Unternehmen selbst interessierten Denkweise der Kapitaleigner. Aber auch hier gibt es Gegenbeispiele wie z.B. BMW.
Eine gute Möglichkeit die Mitarbeiter hier einzubinden, wären Belegschaftsaktien etc...
Das Beispiel BASF zeigt aber, dass diese bei einem guten Kurs - ganz Kapitalistenmäßig - auch von der Arbeiterklasse verkauft werden. (so viel zum Thema "Profitgier")
Ich meine vor kurzem gehört zu haben, dass die BASF heute zu 1/3 in Arbeitnehmerhand wäre, wenn denn alle ihre Aktien behalten hätten.

Gruß
Pauker
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2006 - 17:25:51    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Das Du als Unternehmer den Profit als wichtig ansiehst, kann ich natürlich verstehen. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden. Es laufen jedoch nicht immer betriebswirtschaftliche Interessen und Interessen der Allgemeinheit parallel. Beide Interessen müssen sich in etwa die Waage halten. In der Globalisierung sehe ich eine Entwicklung, die dem Unternehmer inakzeptable Vorteile gegenüber der Allgemeinheit verschafft.


Heisst das, die Unternehmer und die bei ihnen Beschäftigten zählen nicht zur Allgemeinheit ? Dann würde die "Allgemeinheit" nur aus Arbeitslosen bestehen.

Zitat:
Moment, die Globalisierung bzw. EU-Osterweiterung fand nicht zu Zeiten der Adler-Schreibmaschine statt! Die gibts erst seit ein paar Jahren!


Aber das waren Zeiten, die dem Ideal der Vollbeschäftigung weit näher standen als 1990. Dass DU 1990 erwarten konntest, innerhalb einer Woche einen neuen Job zu finden, kann man nicht auf die "Allgemeinheit" beziehen.

Zitat:
In Thailand verdient die Industriearbeiterin 4 Euro pro Tag. Nichts für Ungut, aber so eine Aussage kann wohl nur von einem Unternehmer kommen!


Und wieviel verdiente jemand in Thailand vor der Globalisierung ? Mit 6-7% Wachstumsrate in der Wirtschaft, Arbeitslosenquote bei 2,2% und ständig steigenden Reallöhnen, fällt mir schwer, aus "sozialer Betroffenheit" der Industriearbeiterin den Job zu nehmen und ihrem Land den Weg in den Wohlstand zu blockieren. Höhere Produktivität schlägt sich in steigenden Löhnen und Aufwertung der Währung nieder, siehe Südkorea.
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