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Gründe für das scheitern des Komunismus
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Gründe für das scheitern des Komunismus
 
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Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
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BeitragVerfasst am: 13 Jan 2006 - 03:09:56    Titel:

RedCloud hat folgendes geschrieben:

Die BRD ist nicht demokratisch. Sie hat ein System, in dem nur ein Teil des Volkes aus einer langen Reihen von nicht für die Führung eines Staates geeigneten Anzugträgern und Handlangern der Wirtschaft und Banken auswählen darf, wobei im ungünstigsten Fall auch noch 49% der Stimmen nicht beachtet werden.

So habe ich Herrn Ströbele noch gar nicht betrachtet. Der kann sich offensichtlich gut verstellen.

Gruß
Pauker
knerg
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Anmeldungsdatum: 05.01.2006
Beiträge: 88
Wohnort: nds

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2006 - 11:17:06    Titel:

ich finde aber, dass das deutsche system ausreichend demokratisch ist, um von einer demokratie zu reden.. außerdem, was haettest du davon, wenn jeder dully was zu sagen haette ( ich rede jetzt von der politik an sich, nicht von den wahlen! ), zum beispiel in einer direkten demokratie? ein totales chaos, keiner haette mehr lust, sich ueberhaupt irgendwo weiterzubilden, weil eh alles in der masse des "uninformierten" volkes untergeht. un das wuerde am ende am ende meiner meinung nach dazu fuehren, dass wieder eine wenige ueber das geasamte staatssystem "herrschen" wuerden, weil sie sich die zustimmung der breiten masse mit populistischen zugestaendnissen sichern wuerden..
da ist mir unsrige ( von mir auf jeden fall so genannte ) elitaer beherrschte, indirekt demokratische system auf jeden fall lieber! lieber ein paar schwarze schafe bei den politikern dabei als ein haufen inkompetenter statisten als "regierung"

mfg
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2006 - 12:34:36    Titel:

Danke knerg - du sprichs mir aus der Seele.
Wenn ich mir den Todesstrafen-Thread anschaue habe ich die Hoffnung, dass es noch sehr lange so bleiben wird.

Gruß
Pauker
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2006 - 14:02:32    Titel:

borabora hat folgendes geschrieben:
Da die Rätedemokratie eine Diktatur der großen Mehrheit über eine kleine Minderheit ist, ist sie für die Mehrheit des Volkes schon kein Staat mehr im eigentlichen Sinne, denn die „Regierung der großen Mehrheit“ übt keine Gewalt gegen diese Mehrheit aus.


Hier zeigt sich der diktatorische Ansatz, den alle sozialistischen Staaten übernommen haben. Da nicht ständig Volksbefragungen zu jeder einzelnen Handlung des Staates durchgeführt werden können, muss es innerhalb der Mehrheit eine handlungsfähige Gruppe oder Organisation geben, die in Anspruch nimmt, den "Willen des Volkes" zu kennen. Ob das nun die Volkskammer oder der oberste Sowjet ist, irgendeine Partei hat die Macht, und nicht das Volk. Allerdings eine Macht, die nach Enteignung von Eigentum und Boden weit grösser ist, als die einer demokratischen Regierung je sein könnte.
peace now
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Anmeldungsdatum: 13.02.2006
Beiträge: 100

BeitragVerfasst am: 19 Feb 2006 - 04:03:19    Titel:

Brauchen wir nicht ebenfalls, wie es Gorbatschow einst für die Sowjetunion gefordert hatte, ein neues Denken? Gorbatschow traute dem neuen Denken offenbar die Kraft zu, auch gesellschaftliche Realitäten zu verwandeln. Aber wie ist es um das "neue Denken" in der Bundesrepublik bestellt? Offensichtlich sind hierfür die Voraussetzungen in keiner Weise gegeben. Wir nehmen noch nicht einmal die Realitäten zur Kenntnis. Wie wenig wir in Deutschland die Realitäten zur Kenntnis nehmen, zeigt sich an der vielstimmigen Diskussion, ob nicht doch noch etwas vom Sozialismus zu retten sei, ob man nicht ein verbessertes Modell davon einführen und ob man nicht verfassungsmäßig gesicherte Errungenschaften des jetzt zusammengebrochenen Systems in unsere Verfassung übernehmen sollte. Offensichtlich ist uns das Bewußtsein über die Realität dieses Systems, darüber wie es gebaut war und wie es funktioniert hat, völlig abhanden gekommen. Wie kann man im Ernst von sozialen Errungenschaften oder der angeblich größeren sozialen Solidarität in einer Gesellschaft reden, in der der Staatssicherheitsdienst sechs Millionen der Bürger archivarisch im Griff hatte, Hunderttausende belauert und ausspioniert hat, in der ein totales Erfassungs- und Unterdrückungssystem installiert war? Wir nehmen zu wenig zur Kenntnis, daß alle Formen des Sozialismus gescheitert sind, nicht nur der existierende Sozialismus in Ost- und Mitteleuropa, sondern jedes Modell, das bisher im zwanzigsten Jahrhundert sozialistisch genannt und praktiziert wurde. Das trifft für die jugoslawische betriebliche Selbstbestimmung ebenso zu wie für Nicaragua, Kuba und Schweden. Jeder, der in Zukunft über den Sozialismus diskutiert, sollte sich zuerst mit dieser geschichtlichen Wirklichkeit auseinandersetzen. Wenn man unterstellt, es gäbe auf dem Papier oder im Kopf von genialen Strategen noch das Modell eines besseren Sozialismus, muß man fragen, weshalb etwa die ehemalige Sowjetunion auf solche Modelle noch nicht zurückgegriffen hat. Stattdessen entlehnt Rußland alle Mittel zur Heilung des eigenen Systems dem einstigen ideologischen Todfeind, dem "imperialistischen Kapitalismus". Dies betrifft die angestrebte Einführung des Rechtsstaates und der Marktwirtschaft ebenso wie die weltanschauliche Liberalisierung und Entspannung im Verhältnis zu den Kirchen.

Reicht die Tatsache, daß der Sozialismus erodiert, aus, um uns in ein Gefühl der Zufriedenheit zu wiegen, um die Richtigkeit unseres eigenen Weges zu bestätigen? Das wäre vielleicht der gefährlichste Schluß, den wir aus diesem Scheitern ziehen könnten. Denn wie verhält sich unsere politische und gesellschaftliche Wirklichkeit im Vergleich zu den Zielen und Programmen des Sozialismus ?
Es ist eine Tatsache, daß der Sozialismus in keinem Lande der Welt so entstanden ist, wie Karl Marx es vorausgesagt hat. Marx hatte prophezeit, daß der Kapitalismus sich zunächst zur vollen Reife entfaltet und einen überwältigenden Reichtum produziert. Nachdem im Verlauf dieses Prozesses die Gesellschaft bis auf wenige Großkapitalisten verarmt ist, werde sich das Volk erheben, die Privatkapitalisten enteignen und sich den durch den im Kapitalismus erzeugten Reichtum aneignen. Diesen Weg hat es im zwanzigsten Jahrhundert nirgendwo gegeben. Der real existierende Sozialismus ist stattdessen stets als Folge kriegerischer Ereignisse entstanden. Daher ist es nur konsequent, daß er in der DDR genau in dem Augenblick zusammengebrochen ist, als sich die Befehlshaber der russischen Truppen weigerten, gegen die protestierenden Menschen in Leipzig aufzumarschieren. Dies ist der eigentliche Augenblick der Befreiung der DDR gewesen. Wenn die Sowjetunion entschlossen gewesen wäre, ihre ganze Panzermacht einzusetzen, wäre Honecker nicht von seinem Amt als Generalsekretär der SED und Machthaber der DDR zurückgetreten.
Wenn wir auf Karl Marx zurückgehen, könnte man einwenden, daß die bisherigen Experimente mit dem Sozialismus daran gescheitert seien, daß bisher noch keine materiell so reiche Gesellschaft vorgelegen habe. In den reichen Staaten des Westens müssten erst noch die Voraussetzungen geschaffen werden, um mit diesem großen Glauben an die Endbefreiung des Menschen wirklich ernst zu machen. Das ist ein Argument, mit dem wir uns sicher bald werden auseinandersetzen müssen. Daher möchte ich in bewußt provokanter Form die These formulieren, daß das, was vom Marxismus pragmatisch und realistisch, also abgesehen von der zugrundeliegenden Eschatologie und Utopie, zu verwirklichen ist, in kaum einem Staat mehr und besser verwirklicht ist als in der Bundesrepublik Deutschland.

Denn, was waren die Ziele? Das erste und entscheidende war für Karl Marx das Verschwinden des Staates, also die Auflösung einer eigenständigen staatlichen Autorität, dieser Inkarnation aller Herrschaftsverhältnisse. Der Staat sollte in die Gesellschaft aufgelöst werden. Es gibt wohl kaum ein Land, in dem der Staat so weitgehend vergesellschaftet wurde, wie der Staat der Bundesrepublik Deutschland, der so weit reduziert wurde, daß er fast nur noch ein ausführendes Instrument der Kompromisse darstellt, auf die sich die starken gesellschaftlichen Gruppen und Gewalten geeinigt haben. Viel weniger Staat als wir haben, ist kaum möglich. Andererseits führt aber die Vergesellschaftung des Staates zur ebenso weitreichenden Verstaatlichung der Gesellschaft in der Form ihrer vollständigen sozialbürokratischen Verwaltung. Das ist die dialektische Konsequenz, die in der These vom Verschwinden des Staates in die Gesellschaft nicht vorgesehen war.

Das zweite große Ziel Marxens war die weitestgehende Befreiung des Menschen aus der Verelendung und Entfremdung, welche ihm durch die kapitalistischen Produktionsverhältnisse zugefügt würden. Die Geschichte seit dem Kommunistischen Manifest hat gezeigt, daß zumindest in der nördlichen Hemisphäre die Verelendung aufgehoben ist, Entfremdung aber läßt sich nicht durch die Veränderung der Eigentumsverhältnisse aufheben. Ob Privateigentümer oder Kollektive, ob die "Gesellschaft" oder der Staat die Besitzer der Produktionsmittel sind, ändert an dem von Marx im Kapitalismus analysierten Entfremdungsverhältnis rein gar nichts. Einzig die Reduktion der Arbeitszeit - so wie Karl Marx selbst Freiheit als Freizeit definiert hat - eröffnet die Möglichkeit, daß der Mensch immer mehr aus den entfremdenden Zwängen der Arbeitswelt heraustritt. In welchem Land der Erde können die Gewerkschaften heute einen Tarifkampf führen, in dem die 35-Stunden-Woche, der freie Samstag, der freie Sonntag und zehn Prozent Lohnerhöhung gefordert werden, und dies alles im Verfolg einer Programmatik, die dazu führen soll, daß bald nur noch 25 Stunden gearbeitet werden ?
Wenn wir außerdem an unser fast total ausgebautes System der sozialen Sicherheit denken, ist, oder sollte man besser sagen, war Deutschland ohne Zweifel das Land, in dem die Menschen weitgehend so leben, wie Karl Marx es für die Endgesellschaft in Aussicht gestellt hat, ein Land, in dem sie, befreit von der Sorge um ihre materielle Existenz, sich nach eigenen Vorstellungen und Plänen der Selbstverwirklichung ihres Lebens zuwenden können. Bei der Betrachtung aller wesentlichen Punkte der marxistischen Theorie kommen wir zu dem Ergebnis, daß kein Land der Welt der pragmatischen Verwirklichung der marxistischen Endziele so nahe gekommen ist wie die Bundesrepublik. Das gilt zumal für die These von Marx, daß im Fortschritt des gesellschaftlichen Prozesses alle Bewußtseinsphasen, die an die Vergangenheit und an vergangene gesellschaftliche Verhältnisse gebunden waren, als Ideologie durchschaut und aufgelöst würden. Durch den Fortschritt der organisierten, arbeitsteiligen Gesellschaft sah Marx einst alle Formen geschichtlich gewordener Sittlichkeit verschwinden: die Familie, die Nation, alles das, was wir heute nationale und kulturelle Identität nennen. Gibt es ein Land, in dem mit allem Ernst und Nachdruck die nationale Identität so masochistisch verneint und eine multikulturelle Gesellschaft gefordert wird, wie in der Bundesrepublik Deutschland? Gibt es eine andere christdemokratische Partei in der Welt, die über einen ehemaligen Generalsekretär verfügt, der öffentlich im Ausland erklärt, er sei ein Europäer, der zufällig die deutsche Sprache spricht? Die Aufhebung aller geschichtlichen Substanz, die Liquidation der nationalen Kultur, die Karl Marx als Zwangsläufigkeit des Modernisierungsprozesses begriffen hat, ist ohne Zweifel in keinem Lande so konsequent vorangetrieben worden wie in der Bundesrepublik Deutschland.
Zu den an vergangene Produktionsstrukturen gebundenen Bewußtseinsformen gehört nach Karl Marx vor allem die Religion. Religion war für ihn zwar der Widerschein gesellschaftlich bedingter Entfremdungsverhältnisse und insofern Ideologie, aber sie war, wie er sagt, auch gleichzeitig Protest dagegen. Religion hat die Menschen seiner Meinung nach nicht nur befähigt, sich mit den gegebenen gesellschaftlichen Verhältnissen abzufinden und sich anzupassen, sondern sie hat sie auch mit der Kraft begabt, gegen bestehende Verhältnisse zu protestieren und sie, wenn möglich, zu verändern. Eine ferne Erinnerung an die revolutionäre Kraft der Religion in der Geschichte ist also selbst bei Karl Marx noch lebendig. Diese Erinnerung lebt heute unter den utopischen Sozialisten wieder auf. Das Ende des Sozialismus ist deshalb keineswegs besiegelt. Ich bin sicher, daß wir spätestens in einigen Jahren eine erneut aufflammende Debatte um den demokratischen, "christlichen" Sozialismus haben werden. Es ist durchaus denkbar, daß einige osteuropäische Länder, an der Spitze Rußland, das neue System, das sie an die Stelle des alten setzen werden, ein demokratisch sozialistisches nennen werden. Alle altkommunistischen Parteien benennen sich in demokratisch sozialistische Parteien um. In der zu erwartenden Diskussion werden die bürgerlichen Parteien ihres entscheidenden Arguments beraubt sein, daß die Marktwirtschaft effizienter sei als eine Zentralverwaltungswirtschaft. Selbst Franz-Josef Strauß hatte die Auseinandersetzung mit dem Sozialismus fast ausschließlich mit dem Effizienzargument geführt. Man wird sich dieses Argument in der neuen Debatte schenken können. Es gibt heute, vor allem in den ehemals kommunistischen Staaten Osteuropas, niemanden mehr, der nicht an die höhere, ja alleinige ökonomische Effizienz der Marktwirtschaft glaubt. Nur noch Verrückte werden bezweifeln, daß eine marktwirtschaftlich organisierte Wirtschaft identisch ist mit der ökonomischen Vernunft selber. Die Diskussion wird sich auf eine andere Ebene verlagern, in der es wirklich die Auseinandersetzung lohnen wird, es wird nämlich um Grundsätze, um Prinzipien, ja, letzten Endes um Theologie gehen!
Der Sozialismus stellte im 20.Jahrhundert eine gewaltige geistig-politische und auch kulturelle Macht dar, die man nicht unterschätzen sollte. Kein Mensch kann wissen, ob diese Phase des Sozialismus hinter uns liegt, oder ob der Sozialismus sich nur in einer Durststrecke befindet. Es ist gut möglich, daß er in einer veränderten, verwandelten Form wieder auftaucht. Worin liegt die Faszination des Sozialismus begründet? Warum erleben wir bei aller geschichtlichen Widerlegung des Sozialismus dieses verbohrte Festhalten zumindest an der Idee des Sozialismus?
Das hängt letztlich mit religionsphilosophischen Phänomenen zusammen:
1. Auf die Dauer kann keine Gesellschaft ohne Gerechtigkeit existieren. Wir glauben heute, wenn die materiellen Bedürfnisse der Menschen befriedigt sind, ist eine Gesellschaft auf die Dauer zu befriedigen. In der Bundesrepublik nennt man das dann den Triumph des Liberalismus. Ich bin nicht sicher, ob das für die Bundesrepublik Deutschland noch in Zukunft so bleiben wird, geschweige denn im Rest der Welt. Einer der zentralen Punkte, an denen sich die Frage der Gerechtigkeit immer wieder neu stellt, ist von Max Weber exakt beschrieben worden. Nach Max Weber ist die Ungleichheit der Verteilung der Reichtümer dieser Welt und die aus dieser Ungleichheit folgende Ungleichheit der Lebenschancen ein Tatbestand, der immer wieder von neuem die Gemüter entzünden wird. Es ist die alte Theodizeefrage. Das Problem verstärkt sich, wenn es keinen religiös begründeten Gedanken der ausgleichenden Gerechtigkeit mehr gibt und sei es nur in der Form, daß man ausgleichende Gerechtigkeit für das Ende der Geschichte oder jenseits der Geschichte erhofft. Wenn die Menschen es über Jahrtausende, selbst heute noch, unter den skandalösen Verhältnissen der ungleichen Verteilung der Reichtümer in dieser Welt aushielten, dann nur, weil die in den einzelnen Kulturen verbreitete Religion ihnen den Glauben an eine ausgleichende, religiös begründete Gerechtigkeit des Schöpfers vorgab und sie sich deshalb mit der faktischen Ungerechtigkeit in irgendeiner Weise abfinden konnten. Wenn aber nun diese Vorstellung der religiös ausgleichenden Gerechtigkeit wegfällt, oder wenn an keinen Gott mehr geglaubt wird, der über diese Gerechtigkeit wacht und sie durchsetzen wird, fällt die Frage der Gerechtigkeit und ihrer Verwirklichung auf das Jetzt, auf das Hier zurück. Gibt es keinen Gott der Gerechtigkeit, gibt es keinen Ort oder keinen Zeitpunkt, an dem dieser gerechte Ausgleich erfolgt, dann muß Gerechtigkeit eben hier und jetzt stattfinden. Unter diesen Bedingungen nimmt die Forderung nach Gerechtigkeit fast zwangsläufig die Form einer sozialistischen Ausprägung an.
Zwar stellt die weltgeschichtlich wirksamste Ausprägung des sozialistischen Gedankens zweifellos die marxistisch-leninistische Variante dar. Sie hat den Gang und das Schicksal der Menschheit verändert und tiefer beeinflußt als irgendeine Kraft sonst. Seit jeher - im Grunde seit Saint Simons "Neues Christentum" - gibt es aber auch eine andere Variante des Christentums, die sich die politische Umsetzung des christlichen Reiches Gottes zum Ziel gesetzt hat. Die These lautete, daß die politische Verwirklichung des Christentums unter den Bedingungen der Moderne nur der Sozialismus sein kann.
Rebel Rebel
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Anmeldungsdatum: 01.11.2005
Beiträge: 418
Wohnort: Deutsches Reich

BeitragVerfasst am: 19 Feb 2006 - 04:38:49    Titel:

antisemitismus gehört nicht in dieses forum. edit by bb
Casseiopia
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Anmeldungsdatum: 12.02.2006
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 19 Feb 2006 - 12:25:55    Titel:

Gründe für das scheitern des Komunismus...

Dazu muss man erstmal die Unterschiede von Komunismus und Kommunismus erkennen...

Der Komunismus ging zugrunde weil es so wenig Komunisten gab...

Daher bekam der Kommunismus die Oberhand....
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 18:38:31    Titel:

Zitat:
Marx und Co. waren wenn überhaupt Sozialwissenschaftler und hatten deswegen paar Vermutungen zu wirtschaftlichen Zusammenhängen.
Vermutung heisst nicht Ahnung.
Das Motto ist wohl "Gleichheit um jeden Preis".


*räusper* ein Blick insbes. in die Fußnoten von Marx' "Das Kapital" würde dir nicht schaden... er setzt sich im Kapital mit den Klassikern der Nationalökonomie auseinander.

"Gleichheit um jeden Preis" ist das was m.e. fehlgeleitete Marxisten daraus machen. Schon zu Lebzeiten fand Marx nicht viel an den Marxisten.

Ach ja, die "Sozialwissenschaften", bzw. die "Soziologie" ist eine Wissenschaft die erst Ende des 19.Jhd entstand. Marx ist bestenfalls ein Vorläufer der Sozialwissenschaft. Er selbst verstand sich als Philosoph und Kritiker der bürgerlichen (!) Ökonomie und ist Autor vieler, vieler Werke.

*nur so ein Zwischenruf*
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 22:52:46    Titel:

Wer will hier Marx' Thesen überprüfen?
Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 13:58:50    Titel:

Höchst interessant, der Herr Durchblick! Habe auch einige Zeit gebraucht, um mit deinem Beitrag fertig zu werden. Muss mich aber dennoch wundern: Glaubst du wirklich, dass die materiellen Bedürfnisse der Menschen irgendwann gestillt sind? Ich meine, auch heute leben wir schon einigermaßen in materieller Sicherheit, aber die Leute wollen trotzdem immer mehr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das eines Tages ändert und die Menschen sich von materiellen Bedürfnissen abwenden.
Graham Greene (Der Fischer aus Genf) hat folgendes geschrieben:
Reiche sind am geldgierigsten.
Geld kann man glaube ich nie genug haben. Ich kann diesen Punkt auch nochmal genauer ausführen. Aber die materielle Orientierung der Menschen wird sich wohl kaum von selbst ändern, besonders nicht, solange wir alle noch in ein kapitalistisches Wirtschaftsverständnis hineinsozialisiert werden...
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