Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Ebay-Ware nicht angekommen-Rechtliche Möglichkeiten?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Ebay-Ware nicht angekommen-Rechtliche Möglichkeiten?
 
Autor Nachricht
Kasia
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2006 - 12:31:54    Titel: Ebay-Ware nicht angekommen-Rechtliche Möglichkeiten?

Hallo!

Vielleicht hat ja jemand Zeit&Lust, mir eine Antwort zu geben auf folgendes Problem:

Ich habe 2005 Ende Oktober etwas bei einem Ebay-Shop bestellt (per sofort kaufen), und es auch sofort bezahlt. (Überweisung: 31.10.05)
Nun Begann der Ärger:
Zunächst bekam ich Mahnungen, ich hätte nicht gezahlt, auch nachdem ich per Mail zweimal bestätigte, dass ich längst überwiesen habe und das auch belegen könne. (Mails im November)
Die Überweisung war absolut eindeutug: Mein Ebayname und die Artikelnummern waren im Verwendungszweck, auch alle anderen Angaben richtig.
Zur Lieferung gemahnt habe ich den Verkäufer allerdings nicht da er mir schließlich vorhielt, keine Zahlung geleistet zu haben und ich vorrangig das erstmal klären wollte. Somit leider kein Verzug i. e. S. fürchte ich...
Nach einigen Wochen fruchtlosen Mailverkehrs "entdeckte" dann der Verkäufer meine Überweisung (Mitte Dezember) und schrieb mir in einer Mail, er habe das Päckchen abgeschickt. (13.12.05)
Am selben Tag, als ich ihn bei Ebay verwarnt habe wegen Nichtlieferung und nachdem ich ihm schon gemailt hatte, dass ich kein Interesse mehr an einer Lieferung hatte, sondern mein Geld zurück wollte.
Die Ware ist nie angekommen und ich bin mir sicher, er hat sie auch nicht abgeschickt, beweisen kann ich das natürlich nicht und er speist mich damit ab, der Versand sei unversichert und da gäbe es keine Garantie.

Meine Frage:
Kann ich ihn mit dem
- §474 Verbrauchsgüterkauf (bzw. den besonderen Bestimmungen zum Versendungskauf)
oder mit dem meines Erachtens durch ihn verschuldeten
- Verzug, der durch die Verweigerung der Annahme meiner Überweisung entstanden ist, doch noch drankriegen?
Immerhin hat er den Liefertermin durch seine Schuld so weit verzögert.

Es geht zwar nur um knapp 70 Euro, aber ich lasse mich ungern betrügen.
Wink

Vielen Dank für Eure Mühe!
Kasia
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2006 - 14:45:40    Titel: Egänzung/ Gesetzestexte:

Hier mal die entsprechende Stelle im Gesetz:

[b]§ 474 Begriff des Verbrauchsgüterkaufs[/b]

(1) Kauft ein Verbraucher von einem Unternehmer eine bewegliche Sache (Verbrauchsgüterkauf), gelten ergänzend die folgenden Vorschriften. Dies gilt nicht für gebrauchte Sachen, die in einer öffentlichen Versteigerung verkauft werden, an der der Verbraucher persönlich teilnehmen kann.

(2) Die §§ 445 und 447 finden auf die in diesem Untertitel geregelten Kaufverträge keine Anwendung.

[...]
Beim Verbrauchsgüterkauf findet § 447 BGB allerdings keine Anwendung. Vgl. § 474 Abs. 2 BGB. [u]Das bedeutet, dass beim Verbrauchsgüterkauf auch im Versendungsfall die Gefahr des zufälligen Untergangs oder der zufälligen Verschlechterung nicht schon mit der Auslieferung an die zur Versendung bestimmten Person übergeht. Vielmehr bleibt es bei der Regel, dass der Gefahrübergang erst mit der Übergabe an den Käufer erfolgt.[/u]

Wenn bei mir nichts ankommt, ist das dann nicht ein "Untergang"?
Oder bezeichnet das nur die Zerstörung, wenn also ein Paket mit kaputtem Inhalt angekommen wäre?

Der Verkäufer ist selbständig Handelnder (professioneller Verkäufer, Inhaber eines Geschäfts), ich bin Verbraucher, der Verkaufsgegenstand war neu, nicht gebraucht.

Ich hoffe, hier kann mir jemand helfen, ich kenne mich mit den juristischen Spitzfindigkeiten nicht sonderlich aus.

Danke![/b]
DerDommi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 25.07.2005
Beiträge: 1195

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2006 - 17:36:58    Titel:

bin auch kein Jurist, aber wenn er ein Händler ist, dann ist es scheißegal, ob der Versand versichert war oder nicht. Sag ihm das und fordere ihn zur Zahlung bis zum x.x.xx auf. Am besten ist, du packst da noch ein paar ganz unverbindliche Drohungen mit rein. Laughing (Stichwort Anzeige oder Inkassounternehmen)
Krawallbiene
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 5181

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2006 - 22:07:49    Titel:

naja wenn das paket nicht versichert war is das so ne sache...

wenn das paket unversichert war und er sagt er hat das abgeschickt, ich gehe mal davon aus das dem nicht der fall war, und er sagt es sei verloren gegangen is das echt mist weil man socleh pakete net nachverfolgen kann.
Recht komisch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2006 - 02:08:46    Titel:

Rechtlich sind die o. g. Ausführungen korrekt; im Falle des Verbrauchsgüter-Versendungskaufs reist die Ware "auf Gefahr des Verkäufers", d.h., wird sie beim Transport zerstört, muß der Käufer dafür auch nicht zahlen. Das Vorliegen einer Versicherung betrifft ihn insofern gar nicht.
Folge wäre ein Anspruch auf Erstattung des gezahlten Betrages, und das auch in so ziemlich allen anderen denkbaren Konstellationen, sobald eine Aufforderung zur Lieferung mit Fristsetzung und Ablauf der Frist vorliegen (es sei denn, er könnte beweisen, daß das Paket tatsächlich aufgegeben wurde und eingetroffen ist).
ME liegt auch die Vermutung nahe, daß der Händler das sehr genau weiß.
Kasia
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2006 - 09:26:23    Titel: Danke!

Vielen Dank für die prompte Beantwortung!

Dann habe ich ja anscheinend Glück gehabt, dass der Verbraucherschutz verschärft wurde.
Ich habe dem Ebay-Mitglied jetzt per Ebay-Mahnverfahren eine Mahnung mit Nachfrist zukommen lassen.
Mal weitersehen, was passiert.

Viele Grüße

Kasia
hani125
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2006 - 16:28:52    Titel:

Ich habe keine Ahnung wie das EBay Mahnverfahren abläuft.

Ich würde ihm per Einschreiben mit Rückschein auffordern innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt des Schreibens zu leisten. Schreib gleich mit drin, daß du nach dieser Frist die Leistung ablehnst und Rückgängigmachung des Kaufvertrages verlangen wirst. (Ich hab jetzt kein Gesetz dabei und weiß nicht, ob man die Rückgängigmachung bedingt erklären kann, deshalb wird die Erklärung nur angedroht. Jedenfalls ist das was jetzt folgt auf jeden Fall wirksam ...)

Du siehst ja an deinem Rückschein, wann dem Empfänger das Schreiben zugegangen ist. Am 15. Tage nach Zugang befindet er sich spätestens im Verzug.

An diesem Tage schickst de ihn wieder ein Einschreiben, erklärst die Rückgängigmachung des Kaufvertrages und forderst ihn auf den von dir gezahlten Kaufpreis innerhalb von 10 Tagen zurückzuerstatten.
Sollte dies danach immer noch nicht erfolgt sein wirst du Klage vor Gericht erheben.
(Vor Gericht kann er nun nicht geltend machen, daß er die Klage nicht hätte abwenden können.)

Grundsätzlich geht die Gefahr des zufälligen Untergangs der Sache mit der Übergabe der Sache an den Postboten auf den Käufer über.
Aber auch für diesen Fall müßte der Händler vor Gericht beweisen, daß er überhaupt geleistet hat.
Das hat er dann, wenn er alles seinerseits Erforderliche zur Erbringung der Leistung getan hat. Er muß beweisen, daß er das Paket der Post übergeben hat.

Wenn deine Ausführungen zum Verbraucherschutz richtig sind ist er auch für den Schaden verantwortlich, der dir durch den Untergang der Sache entstanden ist.
Derjenige, der zum Schadenersatz verpflichtet ist, hat denjenigen Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn das zum Schadensersatz führende Ereignis nicht stattgefunden hätte.
Wenn der Gegenstand nicht untergegangen wäre ... hättest du ihn jetzt bei dir zu Hause. Diesen Zustand hat er herzustellen .. ergo ist er zur Lieferung verpflichtet.

und dazu hast de ihn mit dem ersten Schreiben aufgefordert.

Diskussionen mit dem Händler darüber würd ich mir sparen, denn sie könnten gegebenenfalls gegen dich wirken. Sollte er nach alle dem nichts tun wollen, gehst de zum Anwalt.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Ebay-Ware nicht angekommen-Rechtliche Möglichkeiten?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum