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hand aufs herz...
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confused
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Anmeldungsdatum: 27.06.2005
Beiträge: 68

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2006 - 21:53:42    Titel: hand aufs herz...

hallo,

ich beschäftige mich zeit längerer zeit mit folgender frage:

ist ein studium der rechtswissenschaft, im vergleich zur dauer und dem imensen lernaufwand, rentabel, insbesondere auf dauer?

ich meine nicht nur rein finanziell, sondern auch auf den späteren realen arbeitsalltag bezogen? wer besitzt schon soviel ehrgeiz um wirklich gutes examen hinzulegen?

ist es bei jura evtl. immernoch so, dass das prestige viele fasziniert?

sind monatliche einnahmen als anwalt von ca. 1500 € mittlerweile wirklich denkbar?

dies soll keine schwarzmalerei sein, auch leute die, wie ich im übrigen, vorhaben jura zu studieren, sollen sich hiervon nicht demotivieren lassen.
eliane
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Anmeldungsdatum: 01.06.2005
Beiträge: 56

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2006 - 23:00:14    Titel:

Du magst schon recht haben und ich mache mir sonst auch über diese Dinge Gedanken. Allerdings wenn man sich gerade aufs Examen vorbereitet ist es fatal, darüber nachzudenken.
Jetzt geht es doch nur noch darum, die Sache hinter sich zu bringen. UNd letztendlich, man muss keinen juristischen Beruf mit Jura ausüben.
Im Verhältnis zum Aufwand steht das Ganze sicher nicht, das stimmt.
Susiboy
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Anmeldungsdatum: 03.07.2005
Beiträge: 70

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 09:09:31    Titel:

Entweder Du interessierst Dich für Jura und willst später auch als Jurist arbeiten, dann wirst Du um das Stdium nicht herum kommen, oder eben nicht. Nur wegen des Geldes lohnt es sich sicher nicht, so gut verdienen Juristen in der Regel nicht (ein monatliches Einkommen von 1500 € für einen Anwalt als Berufsanfänger halte ich übrigens für eine wesentlich zu optimistische Schätzung). Das Prestige düfte sich heute auch meistens in Grenzen halten. Jura wird aber sicherlich oft mehr oder weniger aus Verlegenheit als Studiengang gewählt, da man keine besonderen Voraussetzungen mitbringen muß (weder Mathe noch Fremdsprachen) und da das Studium recht kurz ist (verglichen z.B. mit den Chemikern, bei denen 15 Semster ja gar nichts sind).
confused
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Anmeldungsdatum: 27.06.2005
Beiträge: 68

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2006 - 16:09:09    Titel:

hm, ich weiss, an sich ne zu relative frage, trotzdem :

mit wieviel lernaufwand in h/tag kann man im grundstudium rechnen?
Christian205
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 84
Wohnort: Dresden

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2006 - 17:21:39    Titel:

confused hat folgendes geschrieben:
hm, ich weiss, an sich ne zu relative frage, trotzdem :

mit wieviel lernaufwand in h/tag kann man im grundstudium rechnen?


Da wird dir jeder etwas anderes sagen. Ich kann die da nur meine Erfahrung als Ersti wiedergeben:

Die Aussage, dass man im ersten Semester noch viel Freizeit hat, kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich hängt das auch von deinem persönlichem Engagement ab.
Nach den Vorlesungen sind es bei mir meist noch so 3-4 Std. Das kommt aber auch immer auf den Tag an. Wenn ich schon bis 16 uhr an der Uni war, dann hab ich auch nicht mehr groß Lust, bis spät in die Nacht hinein zu lernen.
Es gibt dann auch mal Tage, wo ich merk, dass lernen jetzt überhaupt keinen Sinn macht, dann lass ich es auch gleich sein und genieß meine Freizeit.

Ich finde gerade als Ersti hat man einiges extra zu tun als in späteren Semstern (nicht bezogen auf die Gebiete, welche man erlenen muss). Bis man in das juristische Denken rein gefunden hat dauerd es ein bisschen und auch den Gutachtenstil muss man zumindest schon mal verstanden haben. Hinzukommt noch die Eingewöhnungszeit in der man erst mal nichts tut, dass muss man dann auch erst mal nachholen. Auch den eigen Lernrhytmus hat man nicht sofort gefunden ...

Da kommt schon einiges zusammen. Du kannst es dir aber auch leicht machen, in dem du nur das lernst, was in den Vorlesungen besprochen wird. Denn das, was der Prof sich vornimmt (zB alle relevanten Probleme des BGB AT an zu sprechen), schaft er meist nicht. Zumindest ist das bei uns so. Das ist in sofern nicht weiter schlimm, dass der Prof meint er würde nichts anderes prüfen als besprochen.

Bei mir ist es jedoch so, dass ich mein Hauptaugenmerk zwar auf die Besprochenen Themen lege, trotzdem aber das ganze Lehrbuch gelesen haben möchte. Was man jetzt nicht lernt muss man dann später alles vorm Examen lernen.

Ciao Chris

(Das war jetzt die Meinung eines Erstis, bitte berücksichtigen)
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2006 - 19:45:07    Titel:

Im 1. Sem. hat man nicht mehr viel Freizeit, jedenfalls nicht, wenn man seine Klausuren "einigermaßen ordentlich" (dann sowieso nicht) oder überhaupt bestehen will.

Wenn es einem allerdings Spaß macht, sich den ganzen Tag mit Lernen und Tüfteln zu beschäftigen (wie mir Wink ), dann ist das absolut nicht schlimm. (Ich war allerdings auch schon jetzt ab und an down, weil man manchmal einfach denkt, man schafft es nicht.)

Wie gesagt, ich kann nur fürs 1. Sem. reden. Also zum Lernaufwand in der Schule ist es eine enorme Umstellung!
Ist aber auch nicht so, dass du keine einzige freie Minute hast. Wenn du an der Uni bist, hörst du ja eh nur zu und lernst nicht und ein paar Stunden pro Tag kann man sich auch mal frei nehmen.

Und die Leute, die das erste Sem. als "Parysemester" nehmen, haben glaube ich am Ende kurz vor der Klausur ein Problem. Man muss kontinuierlich lernen, damit man den Faden nicht verliert. Am Anfang erscheint es übermäßig viel und man denkt, man schafft das nie, aber wenn man dann mal die ungefähre Struktur des Lernens erfasst hat, geht es.

Aber nochmal: Wenn dir das Lernen Spaß macht und du es interessant findest, ist das Lernen auch nicht unangenehm (wie bei mir z.B. meistens in der Schule). Wenn man Jura "einfach nur so" machen will, kann mans gleich vergessen, denke ich.

Und wenn du es halt wirklich machen willst, dann schau nicht auf den Arbeitsmarkt. Klar ist das auch wichtig, aber man muss es mal so sehen: Es ist ja nichts unmöglich! Man freut sich allerdings im ersten Sem. schon über 5 Punkte, wenn 70 % durchfallen.

Im Übrigen stimme ich als Ersti Christian auch zu, v.a. dass man GRAD ALS ERSTI viel zu tun hat, um reinzukommen. Ich lege meinen Lernschwerpunkt auf Fallbearbeitungen, das ist auf jeden Fall am wichtigsten. Klar, bei der Stofffülle muss man sich aufs wichtigste beschränken. Ist aber gut, wenn man die Lehrbücher liest. Denn dann hat man es jedenfalls schonmal gehört und später denkt man dann: Ah, da war doch was... und es ist nicht mehr völlig unbekannt.

Den täglichen Lernaufwand kann man bei mir nicht in Stunden beschreiben. Mo-Mi hab ich nur morgens (ca. 1 bis 2 St.) und abends nochmal ca. 1 bis 2 St. Zeit, da ich bis 18 Uhr uni hab. Do-Fr lern ich dann wesentlich mehr, manchmal auch das ganze WE.
Es kommt aber auch vor, dass ich unter der Woche abends nichts mehr mache, weil ich keine Lust hab oder einfach nicht mehr kann. Oder manchmal hab ich auch nicht so einen Druck, weil ich das meiste schon gemacht hab und geh es dann auch locker an. Und sich mal einen ganzen Samstag-Morgen oder so frei zu nehmen, geht auch. Bei mir ist das allerdings selten, weil mir das Lernen schon wichtiger ist und man eigentlich nur am Wochenende richtig Zeit dazu hat. Liegt aber auch immer dran, wie die Vorlesungen liegen.
confused
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Anmeldungsdatum: 27.06.2005
Beiträge: 68

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2006 - 23:12:45    Titel:

hm, eine wirkliche alternative gibt es für juristisch interessierte wohl nicht.

in meinem bekanntenkreis sind mittlerweile auch die motiviertesten abgesprungen, meist auf lehramtsstudiengänge.heisst nicht, dass jene faul wären, sondern dass es einfach ziemlich anstrengend ist.

mal ehrlich, in der besten zeit des lebens NUR hinterm schreibtisch hängen?
wenn man nicht mehr bei den eltern wohnt, wie soll man das finanzieren, wenn es noch nichtmal bafög gibt?

zum anderen finde ich jura intellektuell nichtmal sonderlich anspruchsvoll.man muss meist stur pauken und das gelernte in "gutachtenform" repräsentieren können, oder täusche ich mich?

wenn dann noch der faktor geld bzw. sogar evtl. arbeitslosigkeit hinzukommt...ich bewundere jeden, der das durchzieht, aus welchen motivationen auch immer?

prestige?


(es sei gesagt das ich hier keine abwertende diskussion oder haltung ggü. jura propagieren will, drüber reden sei aber noch erlaubt)
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 23 Jan 2006 - 07:55:46    Titel:

Dass man bei Jura nicht intelektuell herausgefordert wird, ist genauso ein Irrglaube wie der mancher Leute, die meinen, man müsse ja eh nur "stumpf Gesetze auswendig lernen".

Das Prüfungsschema ist in der Tat das Entscheidende (merkt man sogar schon im 1. Sem.!), aber es ist eben nur das Entscheidende zum bestehen; das "Gerüst" sozusagen. Um gut zu bestehen (mit gut meine ich besser als 4/5 Punkte), braucht man die besseren Argumente! Das ist eigentlich das Wesentliche. Mit dem Gerüst hat man eben erst die "halbe Miete".

Es gibt in Jura zu fast jedem Problem mehrere Meinungen und man muss sich in einer Klausur einer Meinung mit den richtigen Argumenten anschließen. Das ist schon eine intelektuelle Herausforderung, würde ich meinen. Ohne Argumente taugt die Klausur auch nichts.
Außerdem muss man einen Sachverhalt erstmal richtig auswerten und die Probleme/Schwerpunkte erstmal finden. Das stellt schonmal die erste Schwierigkeit dar. Und das dann richtig in das "Gerüst" einzuarbeiten, ist die nächste Schwierigkeit; also neben der Sachverhaltsnähe noch den Gutachtenstil einzuhalten.
Man braucht nicht meinen, dass es so einfach ist, überhaupt zu erkennen, was und wie man prüfen muss.

Es ist also keinesewegs stumpfes Auswendiglernen der Prüfungsschemata.
Das traue ich mir auch im ersten Sem. schon zu zu beurteilen.
Und gerade das finde ich so interessant - dass man bei jedem neuen Fall NEU überlegen muss, wie man ihn am besten löst, denn jeder Fall ist anders. Die Hauptschwierigkeit einer Klausur ist es also, einen KONKRETEN Fall auf das Gelernte anzuwenden. Und das ist alles andere als einfach! Mal abgesehen davon gibt es gar nicht in jedem Bereich ein ganz striktes Schema, z.B. Staatsorganisationsrecht.
confused
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Anmeldungsdatum: 27.06.2005
Beiträge: 68

BeitragVerfasst am: 23 Jan 2006 - 10:19:31    Titel:

ich denke du bist ganz bewusst nicht auf die anderen punkte eingegangen? Wink

EDIT: bist du ja oben schon, sry.
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