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Chirac droht Terrorstaaten mit Atomwaffeneinsatz
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Mast'
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Anmeldungsdatum: 10.05.2005
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BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 19:07:10    Titel: Chirac droht Terrorstaaten mit Atomwaffeneinsatz

Zitat:

Chirac droht Terrorstaaten mit Atomwaffeneinsatz



Jacques Chirac: Terroranschläge könnten den Einsatz von Atomwaffen rechtfertigen.









Paris/Moskau/Kairo (dpa) - Inmitten der Krise um das iranische Atomprogramm hat der französische Staatspräsident Jacques Chirac Terrorstaaten unverhohlen mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht.

«Die Führer von Staaten, die gegen uns auf terroristische Mittel zurückgreifen, sowie alle, die in der einen oder anderen Weise den Einsatz von Massenvernichtungswaffen erwägen», müssten mit einer «angepassten» Antwort Frankreichs rechnen, sagte Chirac am Donnerstag auf einem Atom-U-Boot-Stützpunkt in der Bretagne. Unterdessen bemühten sich Deutschland und Frankreich in Kairo, Neu Delhi und Moskau um Unterstützung bei der angestrebten Anrufung des Weltsicherheitsrats im Atomstreit mit Iran.

Chirac nannte keinen Staat namentlich, gegen den sich seine Atomdrohung richten könnte. Er sagte, zu den vorrangigen Aufgaben zähle der Kampf gegen den Terrorismus. Nicht vergessen dürfe man darüber aber «die Versuchung gewisser Staaten, sich unter Bruch der Verträge mit Atomwaffen auszustatten». Auch «die Garantie unserer strategischen Versorgung und die Verteidigung verbündeter Staaten» könnten zu den Interessen zählen, die den Einsatz von Kernwaffen rechtfertigen.

Die westlichen Staaten hegen die Befürchtung, dass Iran unter Verletzung des Atomwaffensperrvertrags nach Nuklearwaffen strebt und damit Israel bedrohen könnte. Bei der weltweiten Energieversorgung spielt der Ölstaat Iran eine wichtige Rolle. Die Angst vor möglichen Lieferengpässen aus Iran trieb den Ölpreis in diesen Tagen auf den höchsten Stand seit vier Monaten.

Bei Außenministergesprächen in Moskau konnten sich Russland und Frankreich nicht über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit Iran einigen. Während der französische Minister Philippe Douste-Blazy für die Einbeziehung des Weltsicherheitsrates warb, wollte sein russischer Kollege Sergej Lawrow das Problem weiter in der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) belassen. «Wir werden an der außerordentlichen Sitzung des IAEO-Gouverneursrates teilnehmen und uns an die Einschätzung der IAEO halten», sagte Lawrow nach dem Treffen. Der IAEO-Gouverneursrat soll am 2. Februar in Wien zusammentreten.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier machte in Kairo klar, dass die EU-3-Länder (Deutschland, Frankreich und Großbritannien) an einer diplomatischen Lösung interessiert seien und dazu ihr ganzes Gewicht in die Waagschale werfen würden. Man stehe in enger Abstimmung mit Russland und den USA. Es spreche nichts dafür, dass «irgendjemand der Beteiligten eine militärische Option im Kopf hat». Die ägyptische Seite wollte sich noch nicht festlegen, ob sie das Vorgehen der EU-3 im Gouverneursrat der IAEO unterstützt.

In Neu Delhi wollte der politische Direktor im Auswärtigen Amt, Michael Schäfer, mit dem indischen Außenstaatssekretär Shyam Saran den Iran-Streit besprechen. Indien spiele bei der Suche nach einer Lösung «eine enorm wichtige Rolle», sagte Schäfer vor der Presse. Die Atommacht Indien hatte im vergangenen September in der IAEO eine Resolution gegen Teheran unterstützt.

Aus Sorge vor möglichen Sanktionen will Teheran Devisenkonten in Europa im Wert von acht Milliarden US-Dollar (6,63 Mrd. Euro) auflösen. Das berichtete die arabische Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat» unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Zentralbank in Teheran. Die Zentralbank habe den Auftrag erhalten, die staatlichen Gelder von europäischen Geldinstituten zu Banken in Hongkong, Singapur, Schanghai und Malaysia zu transferieren. Das iranische Finanzministerium bestätigte eine Warnung an die Zentralbank. Aus Frankfurter Finanzkreisen hieß es, dass vor allem französische Großbanken betroffen seien.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad traf derweil zu einem Solidaritätsbesuch in der syrischen Hauptstadt Damaskus ein. Nach einem Treffen mit seinem syrischen Amtskollegen Baschar al-Assad sprachen sich beide Präsidenten gegen «ausländische Einmischung» in der Region aus.



Quelle: http://www.arcor.de/content/aktuell/news/politik/33508712.html
Tante Lullu
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 33

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 19:13:49    Titel:

Chirak droht nicht mit Atomwaffen, sondern Chirak droht sich mit Atomwaffen zu verteidigen.

z.B. im Fall von Anschlägen des Iran gegen Atomkraftwerke (so wie in Holland geplant und entdeckt).
Mast'
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Anmeldungsdatum: 10.05.2005
Beiträge: 388
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 19:23:25    Titel:

Chirac droht Terrorstaaten mit Atomwaffeneinsatz... als Verteidigung. Wo ist da der Unterschied?
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 20:25:44    Titel:

Laut n-tv Bericht sagte Chriac das im Zusammenhang mit Staaten, die sich "widerrechtlich" Atomwaffen beschaffen wollen. Also ein Drohung Richtung Iran.

Einen Politiker, der mit Atomschlägen droht, sollte man in eine gut gepolsterte Räumlichkeit einladen - dann abschließen und den Schlüssel wegwerfen.

Man könnte auch darüber nachdenken, Chirac den Schlüssel für den Spirituosenschrank weg zu nehmen.
carabao
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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 104

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 22:19:50    Titel:

Unstrittig ist ja wohl, dass sich die Drohung gegen den Iran richtet.

Frankreich rechnet also mit der Moeglichkeit vom Iran angegriffen zu werden. D:H: Frankreich fuehlt sich selbst bedroht und ist militaerisch so schwach, dass es sich bei einem Angriff gegen das Fast-Nachbarland Iran nur mit Atomwaffen wehren kann. Schlieslich gehoert das Land ja keinem Militaerbuendnis an und ist ganz auf sich allein gestellt.

Diese Atomwaffen werden natuerlich gezielt nur in Militaereinrichtungen angewendet.
Mit "Schaeden" bei der Zivilbevoelkerung ist nicht zu rechnen.

Weitere Beeintraechtigungen des Weltfriedens sind nicht zu befuerchten.

Ist doch logisch, oder habe ich da irgend etwas durcheinander gebracht? Laughing
robertju
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Anmeldungsdatum: 23.11.2005
Beiträge: 38
Wohnort: Jessen

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 22:29:44    Titel:

Ich finde vor allem eins absurd: Man kritisiert den Iran, dass er Atomwaffen baut, allerdings hat Frankreich doch selbst Atomwaffen. Und nicht nur Frankreich. Die sind aber trotzdem alle in der NATO.

Wieso sollten nicht alle Staaten die gleichen Rechte besitzen? Also Atomwaffen für alle oder keinen! Aber komplette Abrüstung, Fehlanzeige?

edit: RS
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 22:36:54    Titel:

robertju hat folgendes geschrieben:


Wieso sollten nicht alle Staaten die gleichen Rechte besitzen? Also Atomwaffen für alle oder keinen! Aber komplette Abrüstung, Fehlanzeige?



Siehe Atomwaffensperrvertrag. Immerhin hat sich auch der Iran seinerzeit verpflichtet an seinem Status als Nicht-Atommacht festzuhalten. 1995 (oder ein bissl früher oder später) haben die Atommächte zugesagt ihre Atomwaffen abzurüsten.
GFvR
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Anmeldungsdatum: 05.10.2005
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 19 Jan 2006 - 22:47:03    Titel:

robertju hat folgendes geschrieben:
Wieso sollten nicht alle Staaten die gleichen Rechte besitzen? Also Atomwaffen für alle oder keinen!
wo kämen wir denn dahin, wenn wir allen Staaten die gleichen Rechte (und Pflichten) einräumen würden? Wenn man das Gleichheitsprinzip der viel gelobten Demokratie auch auf das Verhältnis der Staaten untereinander anwenden würde, dann käme man auf die Idee, dass - um es mit Dieter Hildebrandt zu sagen - Gleichheit ohne Unterschied anscheinend keinen Spaß macht. Es nehmen sich halt einige Staaten das Recht heraus, mehr Macht und Einfluss zu haben, als sie anderen Staaten zusprechen. Dies gilt natürlich auch in Bezug auf Atomwaffen...
mycal
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Anmeldungsdatum: 02.11.2005
Beiträge: 75
Wohnort: Eckental

BeitragVerfasst am: 20 Jan 2006 - 00:13:18    Titel:

auch wenn ich mir, glaub ich, über die Folgen dieses Kommentars von Chirac nich ganz sicher bin, denk ich mir trotzdem, dass man einfach Möglichkeiten sucht, den Iran zu zwingen ihre Atomwaffen-Produktion einzustellen.

Positiv gesehen, könnte es also auch eine leere Drohung gewesen sein, um den Iran einzuschüchtern.

Auf der anderen Seite wär natürlich diese Art der Bestrafung, das mit Abstand schlimmste was der Welt passieren kann, weil dann alles möglich wäre. Der Iran könnte sich also auch sehr provoziert davon fühlen und das könnte auch keine guten Auswirkungen haben...

Deswegen muss man abwarten, ob diese "Drohung" im Raum stehen bleibt oder ob weitere Schritte folgen (z.B. Bestätigung von Chiracs Schritt von anderen Ländern)
Dr.Meisenkaiser
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Anmeldungsdatum: 07.09.2005
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 20 Jan 2006 - 08:11:25    Titel:

Diese Drohung richtet sich eindeutig gegen den Iran und ist RICHTIG !

Eines kann man nämlich dem iranischen Obermulla nicht vorwerfen. Dekadenten Populismus.
Dieser Herr weiß ganz genau , was er tut und sagt. Und er meint es auch so. Zum Beispiel die Forderungen um Israel. Die klingen oberflächlich dumm und einfältig. Doch wenn er sagt, es mögen doch bitte diejenigen, welche den Juden ein Leid zufügten, auch einen Teil ihres Landes an die Juden abtreten, klingt das in der muslimischen Welt sehr einleuchtend.

Ich möchte den Herrn nicht mit inflationären Hitler-Vergleichen bemühen, dennoch sind Parallelen vorhanden.
Man darf nämlich jetzt nicht den Fehler machen, dem Iran und seinen Atombomben-Plänen mit falscher Nachsicht sowie mildtätiger Güte zu begegnen. Diese Fehler haben in der jüngeren Geschichte schon einmal in die Katastrophe geführt.

Deshalb sind, meiner Meinung nach, klare umißverständliche Worte angesagt. Übrigens hat selbst der BND bestätigt, dass der Iran unmittelbar vor der Fertigstellung von Atombomben stehe. Was der Theheraner Provokateur damit vorhat, bleibt indes ungewiss.
Aber Hitler hat auch nicht alle seine Missetaten vorher verraten.


MfG
Meisenkaiser
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