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StrafrechtHA Fragen zum Prüfungsaufbau
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LMUSimone
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Anmeldungsdatum: 18.12.2005
Beiträge: 83

BeitragVerfasst am: 26 Jan 2006 - 14:57:28    Titel: StrafrechtHA Fragen zum Prüfungsaufbau

Hier meine HA. Mein Problem Hab ich angehängt....

F ist seit 15 Jahren mit ihrem Ehemann M verheiratet; das Ehepaar lebt mit dem gemeinsamen zehnjährigen Sohn S in einer Doppelhaushälfte. Schon immer war M gegenüber F äußerst herrschsüchtig und dominant gewesen und hatte sie auch mehrfach geschlagen. Nachdem M etwa vor drei Jahren seine Arbeit verloren hatte, war die Situation eskaliert: er konsumierte regelmäßig Alkohol und wurde immer wieder, zuletzt fast täglich, in massiver Weise gewalttätig gegenüber seiner Frau und seinem Sohn. Bei einem Teil dieser Vorfälle war M nachts von Kneipenbesuchen zurückgekehrt und hatte die schlafenden F und S ohne Vorwarnung unter üblen Beschimpfungen geschlagen. M hatte der F stets gedroht, er werde sie umbringen, wenn sie ihn verlasse. Bei einer Gelegenheit hatte F tatsächlich versucht, zu ihren Eltern zu flüchten und die Beziehung zu beenden, war aber von massiven Drohungen und körperlichen Übergriffen des M davon abgehalten worden. In ihrer verzweifelten Lage beschließt die F, sich das Leben zu nehmen; aber auch M soll nicht am Leben bleiben, da der Sohn vor seinem gewalttätigen Vater sicher sein soll. Einen anderen Weg, S zu schützen sieht sie nicht.

An einem Wochenende sorgt die F deshalb dafür, dass ihr Sohn auswärts bei ihren Eltern übernachtet. Sie wartet, bis ihr Ehemann, der sie an diesem Tag ausnahmsweise unbehelligt gelassen hatte, sich schlafen legt. Nachdem M eingeschlafen ist, schließt sie alle Fenster der Wohnung und dreht zwei Gashähne auf. Sie rechnet damit, dass sowohl sie als auch M durch das ausströmende Gas ersticken werden. Erst nach einiger Zeit wird ihr plötzlich klar, dass das sich im ganzen Haus verbreitende Gas auch Explosionen hervorrufen kann, die zugleich ihren Nachbarn N, den einzigen Bewohner der anderen Doppelhaushälfte, in Lebensgefahr bringen würden. Das nimmt sie zunächst in Kauf und lässt die Gashähne weiter offen.

Letztendlich ist ihr der Gedanke an den möglichen Tod unbeteiligter Dritter aber doch unerträglich: sie verständigt per Handy die Feuerwehr und bittet um Rettung des N. Der zuständige Beamte bittet die F unter Hinweis auf die Explosionsgefahr eindringlich, die Gashähne zuzudrehen. F lehnt dies aber ab, da sie ihren ursprünglichen Plan nicht aufgeben will. Sie verriegelt sogar die Türen ihrer Wohnung, um eine Rettung von sich oder von M zu verhindern; gleichzeitig vertraut sie darauf, dass die Feuerwehrleute aufgrund ihrer Erfahrung in der Lage sein werden, N zu retten, ohne zugleich sich selbst in Gefahr zu bringen.
Die kurz darauf eintreffende Feuerwehr kann nicht nur N, sondern nach dem Aufbrechen der Wohnungstür auch die mittlerweile bewusstlosen F und M retten. Während N und die Rettungskräfte keinerlei Beeinträchtigungen erfahren, muss M aufgrund anfänglich sogar lebensgefährlicher Lungenverletzungen einige Wochen im Krankenhaus behandelt werden. Bleibende Schäden trägt M aber nicht davon.

Strafbarkeit der F?
Zu prüfen sind nur Tötungsdelikte (§§ 211, 212 StGB ohne § 213 StGB) sowie Körperverletzungsdelikte (§§ 223, 224 StGB).




Also zu prüfen
Strafbarkeit der F wegen M
- versuchter Todschlag/Mord?
- Körperverletzung/gefährliche Körperverletzung?
Hab ich hier was übersehen?

Aber was ist mit N?
Ist bei N versuchter Todschlag/Mord bzw. Körperverletzung zu prüfen? oder ist das alles doch alles mehr Versuch durch Unterlassen?
Und was noch?


Helft mir bitte und sagt mir was Ihr prüfen würdet. ich schwimm völlig und hab Sorge irgendeinen wichtigen Prüfungspunkt zu übersehen.

Lieber Gruss Simone
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 26 Jan 2006 - 21:23:06    Titel:

Totschlag und Mord dringen als vollendete Delikte ja nicht durch, da keiner der Protagonisten gestorben ist. Man kann diese anfangen zu prüfen, sollte aber dann schon mit dem ersten Satz darauf hinweisen, daß zumindest zumindest das Tatbestandsmerkmal Tot eines Menschen nicht eingetreten ist und sich eine weitere Prüfung daher erübrigt. mehr nicht. Körperverletzung könnte schon durchdringen.

Bei der Prüfung des Versuches eines Deliktes verweißt man nach dem Obersatz darauf, daß keine Vollendung der Delikte (Deshalb Vollendung immer vor Versuch prüfen) vorliegt und das der Versuch dieser Delikte strafbar ist. Mußt de halt die richtigen Normen benennen.

Ansonsten mußt de beim Versuch beachten, daß sich dieser nach der Vorstellung des Täters richtet. Deshalb wird nach dem Obersatz zuerst der subjektive Tatbestand der F geprüft und etwaige Definitionen der Tatbestandsmerkmale sind auch im subjektiven Tatbestand zu prüfen beim Versuch.

Danach bleibt für den objektiven Tatbestand nur die Frage üblich, ob
sie unmittelbar zur Verwirklichung des Tatbestandes angesetzt hat.
Für den unmittelbaren Ansatz wird dann die viel zitierte BGH Entscheidung einschlägig für sein. Verweist faßt jedes Lehrbuch drauf.

Die Probleme ergeben sich mit der Prüfung. Ich denke da könnte darunter könnte Rücktritt, Irrtümer und natürlich, ob im Rahmen einer Begehung durch Unterlassen eine Garantenpflicht vorliegt, oder sich das nicht ausschließt liegen.

Wenn de Probleme mit dem Aufbau einer Arbeit hast kannst de das in Strafrecht Das Skript, Hartmut Braunschneider nachlesen. Der macht den Aufbau von Fällen recht gut. Ist aber in der Gestaltung seines Skripts etwas chaotisch und bei einigen Problemen gehen seine Ausführungen nicht tief genug. Dann muß man halt auf Kommentare bzw. Wessels/Hettinger nachschauen.

Im allgemeinen gilt ... behalt den Überblick in der Prüfung und denk immer daran und verzweifel nicht. Die anderen haben es auch schwer und es ist nicht gesagt, daß du es unbedingt schlechter kannst als sie.
zorrihv
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Anmeldungsdatum: 26.01.2006
Beiträge: 12
Wohnort: muenchen, Deutschland

BeitragVerfasst am: 26 Jan 2006 - 23:40:48    Titel:

hi,

ich hab die selbe Hausarbeit, vielleicht bist du auch bei Schoech! Ich hab es mir so gedacht, erstens ist ein versuchter Tod/Mord zu pruefen und falls das bejaht wird, tritt ne versuchte Koerperverletzung zurueck.Was den N betrifft, hab ich auch null Ahnung, muss aber ein bisschen mehr Literatur darueber finden.
Wenn du Lust hast koennen wir die HA zusammenschreiben Very Happy

falls ich was finde, schreibe ich wieder,bis dann viel Erfolg! Razz
zorrihv
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Anmeldungsdatum: 26.01.2006
Beiträge: 12
Wohnort: muenchen, Deutschland

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 00:00:27    Titel:

tja, ich hab mich nicht richtig mit der HA beschaeftigt Very Happy mit Paar Freunde werden wir aber die Tage einiges besprechen was die HA betrifft,kannst du gerne vorbeischauen. Sage ich dir bescheid wann und wo!
zorrihv
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Anmeldungsdatum: 26.01.2006
Beiträge: 12
Wohnort: muenchen, Deutschland

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 00:29:53    Titel:

noch zu der HA: also dann muessen wir auch eine gefaehrliche Koerperverletzung pruefen. Was mir aber jetzt einfaellt , ist ob irgendwelche Rechtfertigungsgruende bei dem versuchten Mord ersichtlich sind.... muss ich aber mehr darueber nachdenken! Wie meinst du?
Ziege
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Anmeldungsdatum: 02.09.2004
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 10:37:19    Titel:

"Das nimmt sie zunächst in Kauf und lässt die Gashähne weiter offen."

=> an dieser Stelle könnte ggf. ein Unterlassungsdelikt zu prüfen sein
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 11:18:40    Titel:

Beim Aufdrehen der Gashähne hatte die gute Frau jedenfalls noch keinen (bedingten) Vorsatz, da sie noch nicht einmal mit einem Taterfolg bzgl. N rechnete. Anknüpfungspunkt für den Vorsatzvorwurf kann also nur der Zeitpunkt des "Offenlassens" sein, also ein reines Unterlassen. Im Prinzip stellt sich noch nicht einmal ein Abgrenzungsproblem, weil das aktive Tun so nicht vom Vorsatz getragen ist und somit als Tathandlung nicht in Betracht kommt (der BGH sieht das in BGH NJW 2003, 1058 auch so).

Der Problemschwerpunkt bzgl. der Delikte ggü. N dürfte aber in der Frage des Rücktritts liegen, also den Anforderungen an den Rücktritt vom beendeten Versuch.
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