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Erbe, das einem nicht gehört
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Donnerhall
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Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Rostock

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 16:50:27    Titel: Erbe, das einem nicht gehört

Hallo an alle,

also meine Frage:
Jemand stellt einem anderen zu Lebzeiten leihweise seine Möbel zur Verfügung (nichts schriftliches).
Derjenige stirbt und der andere behält die Möbel einfach und sagt, sie gehören ihm.
Kurze Zeit darauf verkauft derjenige sie dann aber.

Wie ist das juristisch zu beurteilen?

Wäre klasse, wenn ihr mir helfen könntet.

Liebe Grüsse,
emely
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 16:58:38    Titel:

Der Erbe des Verstorbenen ist grundsätzlich auch Erbe der verliehenen Möbel. Um was tun zu können, müßte er aber darlegen und beweisen, daß die Möbel ihm gehör(t)en; da der andere sie in Besitz hat(te), spricht die Vermutung des § 1006 BGB gegen ihn.
Gelingt ihm das, wird er wahrscheinlich gegen den Erwerber der Möbel keine Ansprüche geltend machen können, weil dieser sie gutgläubig erworben hat (§§ 929, 932 BGB). Wohl aber könnte der Erbe dann die vom Erwerber gezahlte Geldsumme vom Entleiher herausverlangen (§ 816 BGB).
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 17:07:23    Titel:

Zunächst könnte es sein, daß das Eigentum an den Möbeln auf den Käufer übergegangen ist.

Der Verkäufer kann das Eigentum an den Möbeln übertragen, wenn der Käufer gutgläubig. Da die Möbel nur verliehen waren steht dem Eigentumserwerb insbesondere auch nicht §935 BGB entgegen.

Unterstellt der Käufer war gutgläubig wirst du an die Möbel nicht mehr herankommen.


Möglicherweise könnte der Verkäufer das Eigentum an den Möbeln auch schon ersessen haben, wenn er sie 10 Jahre im Eigenbesitz gehabt hatte. Da muß ich an dieser Stelle aber sagen, daß ich mir unbedingt die sachenrechtliche Vorschrift angucken muß um genau sagen zu können, ob dies zutrifft. Also unter großen Vorberhalt ist meine Äußerung.


Grundsätzlich folgst du mit dem Erbfall dem Erblasser in seinen Rechten und Pflichten.

Du wirst dir, wenn du beweisen kannst, daß die Möbel den Erblasser gehörten, das durch den Kaufvertrag erlangte (den Kaufpreis) herausfordern können.

Wenn du beweisen kannst, daß der Käufer bösgläubig war kannst de sogar die Möbel wieder herausverlangen (dann hast de natürlich kein Anspruch mehr auf den Kaufpreis).

Wenn de nichts beweisen kannst, kriegst de nix hmm .. merke gerade, daß mein Vorposter das schon alles geschrieben hat. Naja Smile
Donnerhall
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Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Rostock

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 17:12:03    Titel:

Hallo,

hmmm, beweisen kann ich das nicht.

Ja,aber, könnte man denjenigen nicht wegen betrug anzeigen?

Und der der sie gekuft hat, wusste ja auch, dass sie dem nicht gehören, also ist das doch hehelerei?
vielen und lg

emely
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 17:18:12    Titel:

Klar kommen ggf. auch Straftatbestände in Betracht; daß nutzt aber nix, wenn man das eigene Eigentum nicht beweisen kann - dann ist auch der Beweis der Strafbarkeit nicht zu erbringen (für den noch höhere Anforderungen gelten).
Ich kann den Gedankengang jetzt nicht so ganz nachvollziehen.
Donnerhall
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Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Rostock

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 17:23:36    Titel:

Hallo,

naja, der STaatsanwalt würde Zeugen anschreiben können, die das belegen können, dass es stimmt.

Und dann, wenn das erstmal bewiesen ist und er wegen was auch immer verurteilt wird kann man das sicher auch mit einem Anwalt durchsetzten, dass man die Möbel zurück bekommt?!?

Danke
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2006 - 17:27:31    Titel:

a) Wenn es glaubwürdige Zeugen gibt, kannst Du mit denen doch den niedrigeren Beweisanforderungen im Zivilprozeß gerecht werden.

b) Die Wahrscheinlichkeit ist enorm groß, daß das staatsanwaltliche Verfahren eingestellt wird und Du auf den Zivilrechtsweg verwiesen wirst. Die Staatsanwaltschaft ist ja nicht dazu da, private Forderungen durchzusetzen; das öffentliche Interesse an einer Bestrafung wird auch denkbar gering sein.
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