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Sinn legt Kombilohnmodell vor; 3 Mio neue Stellen?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Sinn legt Kombilohnmodell vor; 3 Mio neue Stellen?
 
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coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
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BeitragVerfasst am: 29 Jan 2006 - 16:42:53    Titel: Sinn legt Kombilohnmodell vor; 3 Mio neue Stellen?

Zitat:
Vor der Kabinettsklausur in Genshagen war das Thema Kombilohn schon einmal in aller Munde. Doch bald wurde deutlich, wie viele Fallstricke mit dieser Reform verbunden sind. Gleichwohl soll bis zum Herbst 2006 eine Arbeitsgruppe konkrete Vorschläge entwickeln.

An diesem Donnerstag nun warb das Münchner Ifo-Institut noch einmal für das Modell, und zwar mit beeindruckenden Zahlen: Sollte der Vorschlag der Experten umgesetzt werden, verspricht das Institut langfristig drei Millionen neue Stellen im Niedriglohnbereich. Wobei die Löhne freilich um ein Drittel sinken. Mit mehr als vier Stunden Arbeit am Tag stünden die Langzeitarbeitslosen letztlich besser da als heute, sagt ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, und billiger als Hartz IV soll das Ganze auch noch werden.

Im Prinzip geht es den ifo-Wissenschaftlern darum – und da stimmen sie mit der Zielsetzung der Bundesregierung durchaus überein– die Beschäftigungschancen für Geringqualifizierte zu verbessern. Vor allem auf diesem Feld der Arbeitslosigkeit sei die Bundesrepublik Weltmeister, sagt Sinn. Unter Besserqualifizierten liege die Arbeitslosigkeit dagegen nicht höher als in anderen europäischen Staaten. Aufgrund der früheren Sozialhilfe und des heutigen Arbeitslosengelds II sei quasi ein Mindestlohnanspruch entstanden, so sieht es Sinn: Niemand arbeite für weniger Geld als für diesen Betrag. In dieser Höhe bezahlte geringqualifizierte Arbeit werde aber nicht ausreichend nachgefragt.

Hier soll der Kombilohn ansetzen. Nach den Plänen des Ifo-Instituts werden Lohnersatzleistungen wie das Arbeitslosengeld künftig grundsätzlich in ein Arbeitsentgelt umgewandelt. „Die Devise muss sein, dass jeder arbeitet, zu welchem Lohn auch immer es eine Stelle für ihn gibt, und dass der Staat zu diesem Lohn im Bedarfsfalle ein zweites staatlichen Einkommen hinzuzahlt, so dass in der Summe ein sozial akzeptables Gesamteinkommen entsteht“, heißt es in dem Papier des ifo-Instituts.

Allen, die selbst „zu welchem Lohn auch immer“ keine Stelle in der Privatwirtschaft finden, sollen die Kommunen ein Arbeitsangebot machen, die „ihre Arbeitslosen“ dann wiederum über Zeitarbeitsfirmen weiterverleihen können. Dafür sollen die Betroffenen Bezüge in der Höhe des heutigen Arbeitslosengelds II erhalten. Wer eine solche kommunale Beschäftigung ablehnt, muss dagegen mit deutlich gekürzten Bezügen rechnen.

Für alle, die Kombilohn beziehen, sollen außerdem die Zuverdienstmöglichkeiten im Vergleich zu heute verbessert werden. Dadurch werde sichergestellt, dass ein höheres Bruttoeinkommen auch ein höheres Nettoeinkommen nach sich ziehe. Seit der Hartz IV-Reform gebe es dagegen sogar den unsinnigen Effekt, dass ein vierköpfiger Haushalt von einer bestimmten Grenze an trotz steigenden Bruttoeinkommens ein geringeres Nettoeinkommen erhalte.

Der häufig vorgetragene Einwand, Kombilohn-Modelle würden zu Mitnahmeeffekten führen, lässt Sinn kalt. Eine generelle Absenkung im unteren Lohnsektor sei erwünscht und nicht zu verhindern, argumentiert er. Dadurch sollten ja die neuen Stellen entstehen. Logische Folge: Auch den heute schon im Niedriglohnbereich Beschäftigten müssten Lohnzuschüsse gezahlt werden, weil damit zu rechnen sei, dass ihr Gehalt ebenfalls sinke. Um das Ganze finanzierbar zu halten, müsse der Kombilohn wirklich auf den Niedriglohnbereich beschränkt bleiben. Im Gegensatz zu anderen Modellen soll das Geld auch nicht an die Unternehmen sondern an die Haushalte gezahlt werden. Auf diese Weise würden nur Menschen gefördert, die auch tatsächlich bedürftig seien.

Entstehen sollen die Stellen zum Beispiel in der Pflege, auf dem Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen oder aber dadurch, dass Billig-Jobs nicht mehr ins Ausland verlagert werden. Zudem könnte die Ersetzung von Menschen durch Maschinen verlangsamt werden, hofft Sinn.

Nach den Berechnungen des Ifo-Instituts würde auch der Staat mit einem solchen Modell besser fahren als mit der bisherigen Variante. Langfristig soll die „aktivierende Sozialhilfe“ nur die Hälfte von Hartz IV kosten.

Das Einsparpotenzial wird vor allem damit erklärt, dass es für den Staat billiger sei, einen Zuschuss zum Lohn zu bezahlen, als einen Arbeitslosen zu 100 Prozent zu finanzieren. Geld sparen will man außerdem bei denjenigen, die weiterhin nicht bereit sind, eine Gegenleistung für das ihnen gezahlte Geld zu erbringen, obwohl sie prinzipiell als erwerbsfähig gelten. Um hier wirklich große Summen einzusparen, müssten sich unter den jetzigen Hartz-IV-Empfängern allerdings wirklich viele Menschen befinden, die nicht arbeiten wollen. Dass dies nicht der Fall ist, hat beispielsweise die große Nachfrage nach Ein-Euro-Jobs bewiesen. Neue Kosten entstehen wiederum dadurch, dass Zuschüsse zum Lohn dann auch solchen Menschen gezahlt werden, die bereits heute im Niedriglohnbereich arbeiten.

Eine weitere Prämisse des ifo-Modells ist ebenfalls fraglich. Nämlich ob tatsächlich durch beliebig niedrige Löhne eine – wenn auch staatlich bezuschusste - Vollbeschäftigung erreicht werden kann. Schließlich hat das Vorhandensein von Arbeit auch mit der Auftragslage zu tun. Doch in diesem Punkt erweisen sich die Wissenschaftler wieder einmal als Vertreter der reinen angebotsorientierten Lehre.

Die politische Durchsetzbarkeit ihrer Vorschläge erhöht sich dadurch nicht. Zwar entspricht das Modell in etwa dem Vorstoß, den Bundespräsident Horst Köhler unlängst zur Arbeitsmarktpolitik wagte. Doch die Gewerkschaften werden nur schwerlich derart massive Lohnsenkungen akzeptieren. Und das von Sinn abgelehnte Konzept eines Mindestlohns hat sich mittlerweile sogar die CDU-Kanzlerin zu eigen gemacht. Die Münchner Wissenschaftler und die Politik liegen derzeit also weiter auseinander als die Koalitionspartner.

© ZEIT online, 26.1.2006
kasperle
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Anmeldungsdatum: 28.01.2006
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BeitragVerfasst am: 29 Jan 2006 - 18:06:55    Titel:

Hast du auch eine Meinung dazu, oder spielst du hier "Stille Post" ?
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
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BeitragVerfasst am: 29 Jan 2006 - 18:56:43    Titel:

Ich habe nur keine Lust auf die ganzen Islam-Türken-Hamas-Sonstwas-Threads, deswegen eröffne ich ein paar neue.
Freidenker
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BeitragVerfasst am: 29 Jan 2006 - 20:47:57    Titel:

Von Hans-Werner Sinn habe ich bisher ausschließlich Arbeitgeberpositionen gehört und auch in diesem Bericht wird er seiner Arbeitgeberfreundlichkeit wieder gerecht. Auch war ich schon immer der Meinung, Hrn. Sinn sollte man eine rote Zipfelmütze aufziehen und ihn im Vorgarten postieren! Very Happy

Zitat:
An diesem Donnerstag nun warb das Münchner Ifo-Institut noch einmal für das Modell, und zwar mit beeindruckenden Zahlen: Sollte der Vorschlag der Experten umgesetzt werden, verspricht das Institut langfristig drei Millionen neue Stellen im Niedriglohnbereich. Wobei die Löhne freilich um ein Drittel sinken
Freilich! Dann liegen die Löhne um ein Drittel unterhalb des Existenzminimums. Aber was solls? Sozial ist, was Arbeit schafft, wie schon Merkel wußte!

Zitat:
Aufgrund der früheren Sozialhilfe und des heutigen Arbeitslosengelds II sei quasi ein Mindestlohnanspruch entstanden, so sieht es Sinn: Niemand arbeite für weniger Geld als für diesen Betrag. In dieser Höhe bezahlte geringqualifizierte Arbeit werde aber nicht ausreichend nachgefragt.
Diese faulen Bastarde wollen doch tatsächlich einen Lohn auf Höhe des Existenzminimums. So ein undankbares Pack! Zu meiner Zeit waren die Sklaven noch dankbar, wenn man ihnen Abends eine Schale Reis unterm Bretterverschlag durchschob!

Zitat:
Allen, die selbst „zu welchem Lohn auch immer“ keine Stelle in der Privatwirtschaft finden, sollen die Kommunen ein Arbeitsangebot machen, die „ihre Arbeitslosen“ dann wiederum über Zeitarbeitsfirmen weiterverleihen können. Dafür sollen die Betroffenen Bezüge in der Höhe des heutigen Arbeitslosengelds II erhalten. Wer eine solche kommunale Beschäftigung ablehnt, muss dagegen mit deutlich gekürzten Bezügen rechnen.
Genau! Sklaven müssen veräußerbar sein! Man könnte da wieder einen Stand auf dem Markt einrichten. Da können die dann von jedem begutachtet werden. Ein Tip: Immer nachgucken, ob die noch gute Zähne haben. Es wäre wirklich ärgerlich, wenn man nachher noch für einen Handwerker mit Zange draufzahlen müßte! Störrische Nigger haben wir früher auch immer mit Essensentzug gefügig gemacht. Wirklich kompetent, dieser Sinn!

Zitat:
Eine generelle Absenkung im unteren Lohnsektor sei erwünscht und nicht zu verhindern, argumentiert er
Das läßt sich gar nicht vermeiden! Wir können nicht noch Geld für Wurst und Brot ausgeben, die Schale Reis tuts genauso gut!

Zitat:
Im Gegensatz zu anderen Modellen soll das Geld auch nicht an die Unternehmen sondern an die Haushalte gezahlt werden. Auf diese Weise würden nur Menschen gefördert, die auch tatsächlich bedürftig seien.
Würde man es anders machen, käme es zum Aufstand und die würden womöglich höhere Rationen fordern. Aber dadurch, daß wir immer einen billig-subventionierten Sklaven parat halten, bleibt die Konkurrenz unter den Sklaven erhalten und sie kommen mit ihren Forderungen nach mehr Essen nie durch. Und wer nicht spurt bekommt halt Essensentzug, he, he.

Zitat:
Entstehen sollen die Stellen zum Beispiel in der Pflege, auf dem Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen oder aber dadurch, dass Billig-Jobs nicht mehr ins Ausland verlagert werden
Und mein Hausneger darf mich dann auch Massa nennen. Aber nur wenn wir aleine sind. Ansonsten reicht auch "Eure Durchlaucht".

Zitat:
Geld sparen will man außerdem bei denjenigen, die weiterhin nicht bereit sind, eine Gegenleistung für das ihnen gezahlte Geld zu erbringen, obwohl sie prinzipiell als erwerbsfähig gelten. Um hier wirklich große Summen einzusparen, müssten sich unter den jetzigen Hartz-IV-Empfängern allerdings wirklich viele Menschen befinden, die nicht arbeiten wollen.
Das Problem dabei ist, daß sich der Essensentzug unter den Sklaven schnell rumspricht. Vielleicht sollten wir Arbeitsunwillige nach dem Abhungern zu den Krokodilen in den Teich werfen. Dann sparen wir noch mehr Reis ein, he, he.

Zitat:
Eine weitere Prämisse des ifo-Modells ist ebenfalls fraglich. Nämlich ob tatsächlich durch beliebig niedrige Löhne eine – wenn auch staatlich bezuschusste - Vollbeschäftigung erreicht werden kann
Kein Problem! Wenn der Sklave lange genug gehungert hat, macht er für einen Regenwurm auch Arbeiten wie Klo auslecken oder Schuhsohlen polieren!

Zitat:
Doch die Gewerkschaften werden nur schwerlich derart massive Lohnsenkungen akzeptieren.
Es gibt doch tatsächlich immer noch diese Art von Feinden der Herrschaftsrasse! Wir sollten ein Gesetz erlassen, daß diese ewig-gestrigen in die Reihen unserer Hausneger einreiht!
carabao
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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 104

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 11:26:24    Titel:

Bleibt nur die Frage, wie bei geringerer Kaufkraft die deutschen Produkte nachgefragt werden sollen.

Eine vernuenftige, gerechte Entlohnung fuehrt zu Kaufkraft der Arbeitnehmer. Durch diese Nachfrage entsteht Konsum.

Durch diesen hoeheren Konsum benoetigen die Firmen mehr Arbeitskraefte um den Bedarf zu decken.

So entstehen Arbeitsplaetze.

Durch das Modell des Gartenzwerges Sinn geht die Abwaertsspirale immer weiter. Es werden immer weniger Arbeitsplaetze benoetigt, weil der Buerger immer weniger Geld ausgeben kann.

Die Herren Sinn und Co. sind die Hauptverantwortlichen fuer die deutsche Krise!
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 11:45:44    Titel:

carabao hat folgendes geschrieben:
Bleibt nur die Frage, wie bei geringerer Kaufkraft die deutschen Produkte nachgefragt werden sollen.


Wieso bedeuten 3 Millionen mehr Arbeitsplätze eine geringere Kaufkraft der Bevölkerung ? Hätte die Bevölkerung im Gegenschluss eine höhere Kaufkraft mit 3 Millionen mehr Arbeitslosen ?


Zitat:
Eine vernuenftige, gerechte Entlohnung fuehrt zu Kaufkraft der Arbeitnehmer. Durch diese Nachfrage entsteht Konsum.


Auf eine gesteigerte Nachfrage reagiert der Markt zunächst mit höheren Preisen. Diese können aber nur diejenigen bezahlen, die einen Arbeitsplatz haben. Diejenigen, die keinen haben, werden doppelt getroffen: Erstens ist die Hürde, ab der ein Arbeitgeber bereit ist einen neuen Arbeitsplatz einzurichten aufgrund der "gerechten Entlohnung" nach oben geschoben, zweitens müssen die Arbeitslosen mit ihren Arbeitslosengeldern nun Produkte zu höheren Preisen bezahlen.

Zitat:
Durch diesen hoeheren Konsum benoetigen die Firmen mehr Arbeitskraefte um den Bedarf zu decken.


Was sich relativiert aufgrund der "gerechten Entlohnung". Es wird sich dann aber noch mehr lohnen im Ausland zu fertigen.
W.Kaiser
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Anmeldungsdatum: 09.01.2006
Beiträge: 1623
Wohnort: BGL

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 12:12:05    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Von Hans-Werner Sinn habe ich bisher ausschließlich ...........


reicht auch "Eure Durchlaucht".
, daß diese ewig-gestrigen in die Reihen unserer Hausneger einreiht!


Hallo Freidenker,
da ist ja jeder Kommentar falsch, den du geschrieben hast. Ich fass das mal zu deinem Gunsten als Polemik auf, die du auf dem Sofa sitzend, ganz frei denkend, entworfen hast.

Die sachliche Aussage des Artikels lautet jedoch: „ Mit mehr als vier Stunden Arbeit am Tag stünden die Langzeitarbeitslosen letztlich besser da als heute, sagt ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, und billiger als Hartz IV soll das Ganze auch noch werden“.

Also der Arbeitslose erhält mehr und ich muss für ihn weniger zahlen. Mir gefällt das. Bei dir vermisse ich die Zustimmung oder einen eigenen Lösungsvorschlag.

Zu unserm Lanzeitarbeitslosenproblem habe jetzt schon mehrere ungünstig klingende Einschätzungen munkeln gehört:
- ein Praktiker vom Arbeitsamt: „Die meisten Langzeitarbeitslosen haben irgend einen Nachteil, der sie hindert Arbeit zu finden“.
- ein Handwerksmeister mit 30 Arbeitern, sagte mir: „Es ist nicht die mangelnde Bildung wegen der er einen Arbeiter nicht brauchen kann, es ist dessen Einstellung zur Arbeit.“
- das berühmte Erntehelferproblem, die deutsche Rückenkonstruktion soll für diese Art Arbeit nicht geeignet sein, die polnische hingegen gut. Das ist jetzt kein Scherz.
- das Verkäuferinnen-Problem, „ich gehe doch nicht für 100 Euro im Monat arbeiten“. Beschrieben wird damit ein Arbeitslohn von ALG II + 100 Euro.

Meine persönliche Einschätzung lautet, uns geht es immer noch zu gut. Das packen wir noch nicht mit der Regierung. Es muss noch viel schlechter werden, damit sich die innere Einstellung der Bevölkerung ändert. Nach dem zweiten Weltkrieg mussten wir auch bei null anfangen und es ging.

Mit freundlichen Grüßen,
W.Kaiser
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
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BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 12:23:48    Titel:

Ich glaube, dass ganze wird ein bißchen plastischer, wenn man sich ansieht, wie es im Endeffekt aussehen wird. Letzten Endes sollen die Arbeitslosen arbeiten und erhalten gleichzeitig staatliche Unterstützung. Dies erinnert etwas an das "workfare"-Programm in den USA oder an den Vorschlag des SVR über "kommunale Beschäftigungszentren".

Es ändert sich nur folgendes: die Arbeitslosen bekommen mehr oder weniger dasselbe Geld wie jetzt und arbeiten dafür, falls sie eine Stelle bekommen. Freidenker würde dies jetzt als Sklaverei betiteln, der Unterschied liegt nur darin, dass jemand, der nicht arbeiten will, ja keinen Antrag auf Alg stellen muss und somit auch nicht arbeiten muss. Sklaven müssen kraft Geburt alles machen, was der Herr und Meister sagt.

Mir persönlich wäre es auch lieber, wenn man erstmal die eigentlichen Reallöhne unangetastet lässt und dafür die Lohnnebenkosten in Angriff nimmt, aber gerade im Bereich der gering Qualifizierten erscheint mir der Erfolg zweifelhaft.
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 12:28:37    Titel:

@W.Kaiser

Die Thesen aus dem Arbeitgeberlager lt. Sinn sind eine derartige Mischung aus Menschenverachtung und Zerstörung aller Vorstellungen von angemessen entlohnter Arbeit, die die Gewerkschaften im letzten Jahrhundert z.T. unter Einsatz von Leib und Leben etabliert haben, daß es indiskutabel ist, dieselben überhaupt ernst zu nehmen. Jeder Neonazi hat noch mehr Menschlichkeit im Leib, als so ein Kapitalistenfreund wie Sinn.

Noch mal was zur Realität der Arbeitslosen.
Ein arbeitsloser Kumpel von mir kam mit seiner Perspektivlosigkeit nicht zurecht und sah durch die finanziellen Schikanen von Hartz4 den Rest seiner Existenz bedroht. Er versuchte sich mit einer Überdosis ins Jenseits zu befördern. Während seines anschließenden Aufenthalts in der Psychatrie stellten die Ärzte dann fest, daß seine Psyche ruiniert ist - zuviel äußerer Druck. Jetzt ist er invalide und Frührentner. Soviel zur Realität der Arbeitslosen! Und dann will ein stinkreicher Hr. Sinn noch den Druck auf Arbeitslose erhöhen, um durch Leisungskürzungen die Staatskasse aufbessern zu können. In Deutschland bringen sich jährlich ca. 13 Tausend Menschen um! Das sind doppelt so viele, wie Verkehrstote. Wieviele will Hr. Sinn denn noch in den Tod treiben? Zum Teufel mit Hrn. Sinn!
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 13:12:36    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:

Die Thesen aus dem Arbeitgeberlager lt. Sinn sind eine derartige Mischung aus Menschenverachtung und Zerstörung aller Vorstellungen von angemessen entlohnter Arbeit



Das verstehe ich nicht. Einerseits erzählst Du uns eine Geschichte eines Menschen, langzeitarbeitslos, der sich aus Perspektivlosigkeit beihnahe umgebracht hat, andererseits verteufelst Du jeden Versuch genau diesen Menschen wenigstens eine Chance zu geben, wieder eine Arbeitsstelle zu bekommen, wenn auch nur um das Gefühl "wieder gebraucht zu werden" zu wecken. Und dann noch ein Lobgesang auf die Gewerkschaften, die an der Unflexibilität unseres Arbeitsmarktes nicht ganz unschuldig sind.
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