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Ärztlicher Behandlungsfehler Strafbarkeit
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Winnie29
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 2
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BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 20:44:38    Titel: Ärztlicher Behandlungsfehler Strafbarkeit

Hallo Leute, ich habe eine Frage: Woraus macht sich ein Arzt strafbar, der seinem Patienten ein falsches Medikament verabreicht durch dessen Einnahme er verstirbt. Ohne die Einnahme des Medikamentes hätte der Patient mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überlebt. Der Arzt war nicht vor Ort, sondern hat telefonisch der diensthabenden Schwester Anweisungen gegeben, den Patienten also auch nicht selbt untersucht. Der Patient hatte eine seltene Lungenerkrankung, die selbst für einen Spezialisten nur schwer zu erkennen gewesen wäre. Ideen? Shocked
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2006 - 21:46:14    Titel:

Uni-SV, nehme ich an?!
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2006 - 01:22:07    Titel:

Wie der hat den nicht untersucht?

Gesetzt dem Falle, daß er wirklich durch dieses Medikament (also dessen Nebenwirkungen) verstirbt und nicht durch die Nichtvergabe eines anderen Medikamentes würde ich zum mal auf Totschlag in mittelbarer Täterschaft tippen. (Mord bei Vorliegen eines Mordmerkmales)

Der Arzt muß aufgrund seiner Ausbildung die Nebenwirkungen von Medikamenten bekannt sein, sofern der Sachverhalt dazu keine weiteren Ausführung hat wird dem Arzt das Wissen unterstellt. Demnach muß er mit der Möglichkeit rechnen, daß Nebenwirkungen eintreten können.
Wenn er diese Vorstellung hatte nimmt diese Nebenwirkungen zumindest billigend in Kauf (bedingter Vorsatz); denn es fällt schwer zu glauben, daß ein ausgebildeter Arzt auf den Nichteintritt des Erfolges hofft (bewußte Fahrlässigkeit).

Sofern die Krankenschwester selber keinen Grund hatte den Anweisungen des Arztes zu mißtrauen (was noch zu prüfen wäre wenn der Sachverhalt hier einige besonderheiten enthält) ist sie sein Werkzeug zu Begehung der Tat.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2006 - 02:59:13    Titel:

Also, wenn´s denn ein Uni-SV ist, würde ich eher von "ganz normaler" fahrlässiger Tötung ausgehen. Von Vorsatz steht da jetzt nix, und wahrscheinlich denn auch nicht im Original-SV.
IÜ finde ich´s ein wenig kühn, schon von der Tatsache, daß er Nebenwirkungen hätte kennen müssen (Fahrlässigkeitsvorwurf) gleich auf bedingten Vorsatz zu schließen - ich kann keine Willenskomponente erkennen, und das mit dem Wissen ist schon dünn.
Bei § 222 stellen sich schon eine Menge Fragen im objektiven Tatbestand:
- Tun oder Unterlassen? Unterlassen der Untersuchung oder Veranlassung der Medikamentenverabreichung?
- Sorgfaltspflichtverletzung? War das unter den gegebenen Umständen überhaupt sorgfaltspflichtwidrig?
- und vor allem: Pflichtwidrigkeitszusammenhang? Hätte der Erfolg bei hypothetischem Hinzudenken sorgfaltsgemäßen Verhaltens denn nicht stattgefunden?
ggf.: Stärke des Pflichtwidrigkeitszusammenhangs - Risikoerhöhungslehre vs. Vermeidbarkeitstheorie
sowie Umfang der Hypothesenbildung
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2006 - 13:56:24    Titel:

Entschuldige mal, aber der Arzt hat den Patienten ja noch nicht einmal untersucht. Voraussetzungen einer jeden Behandlung ist, daß man zuerst einmal diognastiziert was dem Patienten fehlt.

Der Arzt verschreibt ja buchstäblich ins Blaue hinein. Zudem scheint der Sachverhalt (diesen Bitte mal vollständig aufführen) nahezulegen, daß sich der Patient gerade nicht in lebensbedrohlicher Lage befindet, die eine prompte Verabreichung eines Medikamentes erfordert und damit die unterlassene, gründliche Untersuchung rechtfertigen würde.

Selbst wenn der Arzt nicht um die genaue Wirkung des verabreichten Medikamentes gewußt hätte, so stände er auch nicht besser als jeder andere Unkundige der die Verabreichung eines Medikamentes befielt ohne zu wissen welche genaue Wirkung dieses hat.

Es mag vielleicht sogar wahrscheinlich sein, daß dem Arzt im Ergebnis nur ein Fahrlässigkeitsvorwurf zu machen ist. Ich persönlich würde im Rahmen einer Hausarbeit aber zumindest die Möglichkeit einer vorsätzlichen Tat in Betracht ziehen.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2006 - 14:24:32    Titel:

Sorry, aber wenn das ganze auf einer seltenen Lungenerkrankung basiert, kann man noch nicht einmal unterstellen, daß der Arzt den Todeserfolg für möglich hielt; dann haben wir aber sogar nach der weitesten Möglichkeitstheorie keinen bedingten Vorsatz.
Alles andere wäre bestenfalls bewußte Fahrlässigkeit - Verschreiben ins blaue hinein etc, eine Billigung kann ich darin nicht erkennen. Könnte man höchstens dann unterstellen, wenn er sich vernünftigerweise nicht mehr auf den glücklichen Ausgang verlassen konnte (Lederriemen-Fall).
Das Problem scheint mir eher darin zu liegen, mit welcher Sicherheit denn bei hypothetischem sorgfaltsgemäßem Verhalten der Todeserfolg zu vermeiden gewesen sein muß.
Winnie29
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 2
Wohnort: Frankfurt

BeitragVerfasst am: 01 Feb 2006 - 10:08:02    Titel: Wohl eher Fahrlässigkeit

Ich persönlich habe eher zu § 222 StGB tendiert und ja, wie bereits ausgeführt, ergeben sich schon aus diesen Überlegungen reichlich Fragen.
Der Arzt war Prof. Dr., behandelte also nur Privatpatienten. der fargliche Patient war seit 1 Woche bei ihm in Behandlung, er wurde mit Kreislaufbeschwerden eingeliefert und sollte zur Beobachtung und damit Medikamente richtig eingestellt werden können 1 - 2 Tage im Krankenhaus verbleiben. Am Tatabend stellte die betreuende Schwester die allein für diesen Patienten zuständig war (etwas kjonstruiert, was, welche SChwester hat schon 24 Stunden- Shichten?) leicht erhöhte Temperatur (37,6 Grad Celsius) bei dem Patienten fest, sowie schleimartigen Husten. Die auf der STation beschäftigten Ärzte waren alle in einer Operation beschäftift, der behandelnde Artzt (Prof.) war zu hause. Deshalb rief sie ihn an, um zu fragen, ob der Zustand bedenklich sei und ob sie etwas veranlassen solle. Der Prof. meinte dann es könne sich nur um eine kleine Lungenentzündung handeln, die SChwester solle das medikament X verabreichen, was sie auch tat. NAch einer Stunde besserten sich die Symptome, die SChwester unterrichtete den Prof. hiervon, der sagte, sie brauche sich nun keine Sorgen mehr machen, alles sei stabil. Daraufhin ging er mit seiner Frau in die Oper. Der Patient hatte auch eine Lungenentzündung, jedoch eine seltene, äußerst sxchwer zu diognostizierende ASbart, allerdings war der Prof. ein Spezialist für Lungenerkrankungen, bei eingehender Untersuchung hätte er diese spezielle Krankheit möglcherweise erkennen können, sicher ist das nicht. FEst steht, das die Medikamente falsch waren und der Tod durch sie herbeigeführt wurde. Der Patient muss vor dem Exitus einen schlimmen Todeskampf durchlitten haben. Er hatte die Klingel, mitr der man die Schwester rufen kann, vermutlich in einer Art Krampfanfall aus der Wand gerissen....
Soviel erst mal zu ergänzung. Sagt mal, wie seht Ihr es denn mit § 323c? Ich meine ist doch etwas wenig, das "nur" auf § 222 zu stützen, oder, selbst wenn der noch so viele Fallstricke beinhaltet! Also bis demnächst mal wieder Danke soweit Wink
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